{"id":12330,"date":"2026-02-25T11:54:06","date_gmt":"2026-02-25T11:54:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/12330\/"},"modified":"2026-02-25T11:54:06","modified_gmt":"2026-02-25T11:54:06","slug":"bildungsminister-wiederkehr-im-nationalrat-lehrplaene-brauchen-tiefgreifende-veraenderung-pk0130-25-02-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/12330\/","title":{"rendered":"Bildungsminister Wiederkehr im Nationalrat: Lehrpl\u00e4ne brauchen tiefgreifende Ver\u00e4nderung (PK0130\/25.02.2026)"},"content":{"rendered":"<p>Wien (PK) \u2013 F\u00fcr die heutige Aktuelle Stunde im <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/gegenstand\/XXVIII\/NRSITZ\/66\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nationalrat<\/a> haben die NEOS den Titel &#8222;Zukunftsfittes Bildungssystem \u2013 wir st\u00e4rken Schulen durch mutige Reformschritte und holen die Lehrpl\u00e4ne ins 21. Jahrhundert&#8220; gew\u00e4hlt. Bildungsminister Christoph Wiederkehr warb f\u00fcr eine grundlegende Reform der Lehrpl\u00e4ne und der Ausbildung der Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Kontrovers diskutiert haben die Abgeordneten insbesondere \u00fcber die Ank\u00fcndigung des Bildungsministers, die Lateinstunden zu reduzieren, um mehr Platz f\u00fcr Inhalte wie KI und Demokratiebildung zu schaffen. F\u00fcr die \u00d6VP geh\u00f6rt Latein zur Allgemeinbildung. Die SP\u00d6 will die Reformpl\u00e4ne gemeinsam diskutieren. Die FP\u00d6 fand die Vorschl\u00e4ge ideologisch motiviert. Die Gr\u00fcnen hingegen vermissen konkrete Schritte.<\/p>\n<p>Wiederkehr f\u00fcr grundlegende Reform<\/p>\n<p>Um Kinder und Jugendliche gut auf ihr Leben vorzubereiten, brauche es tiefgreifende Ver\u00e4nderungen in Lehrpl\u00e4nen und in der Ausbildung der Lehrkr\u00e4fte, sagte der Bildungsminister. Die letzte grundlegende Reform der Schulf\u00e4cher und Lehrpl\u00e4ne habe es in den 1970er-Jahren unter Kreisky gegeben. Seitdem habe sich die Gesellschaft massiv ver\u00e4ndert. Daher sei jetzt der richtige Zeitpunkt, das Bildungssystem grunds\u00e4tzlich zu reformieren.<\/p>\n<p>Wiederkehr will die humanistische Bildung aktualisieren, deren Ziel immer gewesen sei, Menschen zu bef\u00e4higen, sich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Daf\u00fcr brauche es mehr informatische Kompetenzen, mehr Medienkompetenz, Demokratiebildung und Wirtschaftsbildung. Er wolle nicht immer neue Querschnittsmaterien in die Lehrpl\u00e4ne hinzuf\u00fcgen, wie es in den vergangenen Jahrzehnten im Trend gewesen sei. Wenn etwas Neues hinzukomme, m\u00fcsse auch etwas Altes reformiert werden, um Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sowie die Lehrkr\u00e4fte nicht zu \u00fcberfordern, so der Bildungsminister.<\/p>\n<p>NEOS f\u00fcr mehr KI und weniger Latein an Schulen<\/p>\n<p>Auch die Abgeordneten der NEOS traten intensiv f\u00fcr Reformen ein. Yannick Shetty (NEOS) etwa zeigte sich stolz, dass in der Bildungspolitik seit der Regierungsbeteiligung der NEOS &#8222;kein Stein auf dem anderen geblieben&#8220; sei. Denn \u00d6sterreich k\u00f6nne sich in der Bildung keinen Stillstand mehr leisten. Die Lehrpl\u00e4ne seien noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Shetty bef\u00fcrwortete den Vorschlag des Bildungsministers, bei Latein etwas zu k\u00fcrzen, um Spielraum f\u00fcr moderne Inhalte wie KI sowie Demokratie- und Medienbildung zu schaffen. Er werde nicht zulassen, dass notwendige Reformen blockiert werden, sagte der Abgeordnete.<\/p>\n<p>Martina von K\u00fcnsberg Sarre (NEOS) schlug in dieselbe Kerbe. Die Schule k\u00f6nne sich nicht wegducken und hoffen, dass das Neue sie nicht betreffe. Es brauche eine Reduktion der Lateinstunden, damit ebenso wichtige F\u00e4cher wie Informatik und Demokratiebildung hinzukommen k\u00f6nnen, sagte sie. Janos Juvan (NEOS) kritisierte insbesondere &#8222;Spitzenvertreter der Lehrergewerkschaft&#8220;, die Reformen blockieren w\u00fcrden. Er f\u00fchle sich verpflichtet zu Reformen im Bildungsbereich, wenn das Wohlstandsversprechen an die n\u00e4chste Generation ernst gemeint sein soll.<\/p>\n<p>\u00d6VP verteidigt Latein<\/p>\n<p>Die Koalitionspartner der NEOS zeigten sich nicht uneingeschr\u00e4nkt an Bord mit den Pl\u00e4nen des Bildungsministers. Nico Marchetti (\u00d6VP) bezeichnete es als zwar richtig, dass man sich bei den Lehrpl\u00e4nen \u00fcberlegen m\u00fcsse, was noch zeitgem\u00e4\u00df sei. Man m\u00fcsse KI zum Thema machen. Gleichzeitig seien aber auch eine gute Allgemeinbildung und sprachliche Bildung wichtiger als je zuvor. Man werde die Lehrpl\u00e4ne auf den Pr\u00fcfstand stellen und gemeinsam dar\u00fcber verhandeln, was das Beste sei, sagte er. Er streite lieber mit den NEOS \u00fcber Lehrpl\u00e4ne als mit der FP\u00d6 \u00fcber einen EU-Austritt, so Marchetti. Der Abgeordnete betonte auch, dass die \u00d6VP zum ausdifferenzierten Schulsystem und zum Gymnasium stehe.<\/p>\n<p>F\u00fcr Romana Deckenbacher (\u00d6VP) ist zwar wichtig, die Lehrpl\u00e4ne zu modernisieren. Modernisierung d\u00fcrfe aber nicht eine Reduktion von Allgemeinbildung bedeuten. Latein sei kein nostalgisches Relikt, sondern Sprachbildung. Sie sprach sich daf\u00fcr aus, Reformen unter Einbeziehung aller Lehrerinnen und Lehrer umzusetzen.<\/p>\n<p>SP\u00d6 betont Chancengerechtigkeit<\/p>\n<p>F\u00fcr Heinrich Himmer (SP\u00d6) m\u00fcsse eine gute Reform zu mehr Chancengerechtigkeit f\u00fchren. Die Diskussion, wie Lehrpl\u00e4ne aussehen sollen, m\u00fcsse man l\u00e4nger f\u00fchren. Es brauche eine gemeinsame Anstrengung. Himmer forderte, mit angek\u00fcndigten Reformen nicht f\u00fcr Verunsicherung zu sorgen, sondern Perspektiven zu geben.<\/p>\n<p>Silvia Kumpan-Takacs (SP\u00d6) legte dar, dass eine Gesellschaft, in der Bildung einen hohen Stellenwert habe, chancenreicher sei. Wenn man die Bildungspl\u00e4ne ins 21. Jahrhundert holen wolle, brauche es mutige Schritte und einen Weg des Dialogs. Ihre Vision f\u00fcr das Bildungssystem beinhaltet neben einer St\u00e4rkung der Elementarp\u00e4dagogik auch eine gemeinsame Schule von sechs bis 14 Jahren.<\/p>\n<p>FP\u00d6 kritisiert Wiederkehrs Vorschl\u00e4ge<\/p>\n<p>Scharfe Kritik an den Pl\u00e4nen des Bildungsministers gab es von der FP\u00d6. Die NEOS w\u00fcrden die &#8222;ideologische Abrissbirne&#8220; an das Fundament der Bildung ansetzen, sagte Hermann Br\u00fcckl (FP\u00d6). Der Minister w\u00fcrde \u00fcber Lehrpl\u00e4ne im Alleingang entscheiden und Hilferufe von Lehrkr\u00e4ften, Sorgen von Eltern und die Meinung von Expertinnen und Experten ignorieren. Als &#8222;perfide&#8220; bezeichnete er den Vorschlag, bew\u00e4hrte F\u00e4cher wie Latein abzuwerten. Wer KI verstehen wolle, brauche die analytische Tiefe, die in Latein vermittelt werde. Im Vorsto\u00df des Bildungsministers f\u00fcr eine sechsj\u00e4hrige Volksschule sah Br\u00fcckl ein &#8222;trojanisches Pferd f\u00fcr eine sozialistische Einheits- und Gesamtschule&#8220;. Dabei w\u00fcrden die Kernprobleme, n\u00e4mlich ein Sprachdefizit von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Integrationsprobleme und ein Mangel an Lehrkr\u00e4ften, unbehoben bleiben.<\/p>\n<p>Marie-Christine Giuliani-Sterrer (FP\u00d6) betonte die Bildung als Fundament der Republik. Wenn man zu nivellieren beginne, entstehe nicht Gleichheit, sondern Mittelma\u00df. Am Anfang jeder Bildungsreform m\u00fcsse die Frage stehen, was man jungen Menschen inhaltlich zumuten und zutrauen k\u00f6nne, sagte sie.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne vermissen konkrete Gesetzesvorschl\u00e4ge<\/p>\n<p>Sigrid Maurer (Gr\u00fcne) hingegen konnte dem Vorschlag, mehr KI-Kompetenz, daf\u00fcr weniger Latein zu vermitteln, etwas abgewinnen. Allerdings vermisste sie konkrete Gesetzesantr\u00e4ge. Es gebe viele Schlagzeilen, aber wenig Substanz. Diese Politik werde den Sorgen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern sowie der Lehrkr\u00e4fte nicht gerecht. Maurer zufolge seien die NEOS mit dem &#8222;Weltmeister der Blockade&#8220; konfrontiert, n\u00e4mlich der &#8222;\u00d6VP in enger Umklammerung der Lehrergewerkschaft&#8220;.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr Barbara Ne\u00dfler (Gr\u00fcne) verliere sich die Regierung in gro\u00dfen Ank\u00fcndigungen, ignoriere aber die wirklichen Herausforderungen. Etwa gebe es noch immer keine L\u00f6sung f\u00fcr das angek\u00fcndigte Social-Media-Verbot f\u00fcr Jugendliche. Die Gr\u00fcnen seien die Ersten, die bei mutigen Schritten in der Bildungspolitik dabei seien, so Ne\u00dfler. Insbesondere brauche es Chancengleichheit, denn Bildung werde nach wie vor vererbt.<\/p>\n<p><a id=\"XXVIII_III_00281\"\/>Bildungsausschuss vertagt Beratungen \u00fcber EU-Vorhaben<\/p>\n<p>Vor der Nationalratssitzung hat der <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/dokument\/XXVIII\/A-BI\/1\/00942\/TO_16796104.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bildungsausschuss<\/a> die Verhandlungen \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/gegenstand\/XXVIII\/III\/281\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Jahresvorschau f\u00fcr 2026<\/a> zu den Vorhaben im Bildungsbereich vertagt. (Fortsetzung Nationalrat) kar<\/p>\n<p>HINWEIS: Sitzungen des Nationalrats und des Bundesrats k\u00f6nnen auch via Livestream mitverfolgt werden und sind als Video-on-Demand in der <a href=\"http:\/\/www.parlament.gv.at\/aktuelles\/mediathek\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mediathek des Parlaments<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wien (PK) \u2013 F\u00fcr die heutige Aktuelle Stunde im Nationalrat haben die NEOS den Titel &#8222;Zukunftsfittes Bildungssystem \u2013&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":654,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[7375,7377,1559,7376,1001,40,41,6778,39,262,38],"class_list":{"0":"post-12330","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-stunde","9":"tag-lehrplaene","10":"tag-nationalrat","11":"tag-wiederkehr","12":"tag-bildung","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-reform","16":"tag-schlagzeilen","17":"tag-schule","18":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12330"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12330\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}