{"id":124370,"date":"2026-04-26T06:46:06","date_gmt":"2026-04-26T06:46:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/124370\/"},"modified":"2026-04-26T06:46:06","modified_gmt":"2026-04-26T06:46:06","slug":"faellt-dem-papst-kritik-am-us-praesidenten-leichter-als-am-mullah-regime-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/124370\/","title":{"rendered":"F\u00e4llt dem Papst Kritik am US-Pr\u00e4sidenten leichter als am Mullah-Regime? \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Es war die bisher l\u00e4ngste Reise des amtierenden Papstes. Und was bleibt von den elf Tagen in Erinnerung? Von Afrika? Die Auseinandersetzungen Leos mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump. <\/p>\n<p>Ja, sie haben einen Punkt. Jene Leserinnen und Leser, die ein wichtiges Faktum des Kriegs gegen den Iran in Erinnerung rufen: nicht zu vergessen, weshalb zwei \u00e4ltere M\u00e4nner in den hohen 70er-Jahren, beide politisch nicht unumstritten und mehr von der Justiz als von der Opposition drangsaliert, US-Pr\u00e4sident Donald Trump und Israels Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu, den Einsatz befohlen haben. <\/p>\n<p>Der Iran ist ein Staat, an dessen Spitze ein Regime steht, das gegen alle politischen Abweichler mit selten gesehener H\u00e4rte vorgeht. Nicht genug damit, dass im Vorjahr laut Menschenrechtsorganisationen 1600 Menschen hingerichtet wurden, also im Durchschnitt mehr als vier Personen pro Tag.<\/p>\n<p> An der Jahreswende 2025\/2026 war ein selbst f\u00fcr iranische Verh\u00e4ltnisse neuer Exzess von Staatsgewalt als Reaktion auf landesweite Massenproteste gegen Mullahs und  Revolutionsgarde, gegen die Machthaber also, zu erleben. Mit laut Augenzeugen gezielten Kopfsch\u00fcssen wurden Protestierende get\u00f6tet. <\/p>\n<p>Selbst die iranischen Beh\u00f6rden geben offiziell 3100 Tote an. Sch\u00e4tzungen unterschiedlicher Organisationen zufolge sollen bis zu 12.000 Menschen get\u00f6tet worden sein. \u00dcberpr\u00fcfen l\u00e4sst sich derzeit nat\u00fcrlich keine der genannten Zahlen. Donald Trump wiederum mit seinem Hang zum Maximalismus bietet noch mehr. Er schrieb j\u00fcngst in seinem Onlinedienst nach der Verurteilung des Kriegs durch das Oberhaupt der Katholiken: \u201eKann bitte jemand Papst Leo sagen, dass der Iran in den letzten zwei Monaten mindestens 42.000 unschuldige, v\u00f6llig unbewaffnete Demonstranten get\u00f6tet hat?\u201c<\/p>\n<p>Und dann ist da noch ein anderer, seit Jahrzehnten beunruhigender Aspekt. Der Iran, seine Anf\u00fchrer, sprechen Israel schlichtweg das Recht ab, ein Staat zu sein und haben immer wieder \u00f6ffentlich mit dessen Ausl\u00f6schung gedroht. Es verwundert wenig, dass Israel auf die Gefahr, der Iran k\u00f6nnte trotz Dementis daran arbeiten, Atombomben herzustellen, eine Antwort sucht. <\/p>\n<p>Die Lage im Nahen Osten ist ein Minenfeld f\u00fcr jeden politischen Akteur, auch wenn es der Papst ist. Leo XIV.  hat den Krieg gegen den Iran verurteilt und vor allem die ultimative Aussage Donald Trumps, er k\u00f6nnte die iranische Zivilisation ausl\u00f6schen, wenn es zu keinem Abkommen, sorry, keinem Deal komme. Das ist das gute Recht eines Papstes. Die Zeiten, da der Vatikan zu den Waffen gerufen hat, sind vorbei.<\/p>\n<p>Der Pontifex hat im J\u00e4nner auch zu den Protesten im Iran und den Massakern Stellung bezogen. Er hat von Spannungen gesprochen und appelliert, Auseinandersetzungen zu beenden. Besonders mutig und kraftvoll hat sich das nicht angeh\u00f6rt. <\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4tten sonst die j\u00fcngsten mutigen und kraftvollen Worte gegen den Krieg mehr Wirkung entfaltet. Ob es f\u00fcr einen Papst leichter ist, Opponent eines sich als christlich sehenden Pr\u00e4sidenten zu sein als einer Islamischen Republik?   <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war die bisher l\u00e4ngste Reise des amtierenden Papstes. 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