{"id":125223,"date":"2026-04-26T18:07:07","date_gmt":"2026-04-26T18:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125223\/"},"modified":"2026-04-26T18:07:07","modified_gmt":"2026-04-26T18:07:07","slug":"40-milliarden-dollar-warum-google-massiv-bei-anthropic-aufstockt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125223\/","title":{"rendered":"40 Milliarden Dollar: Warum Google massiv bei Anthropic aufstockt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz. Alphabet und Amazon z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften Aktion\u00e4ren der KI-Firma, die heuer an die B\u00f6rse gehen k\u00f6nnte. Zu melden haben sie nicht viel.<\/p>\n<p>Mountain View. Erst vorige Woche hatte Amazon seine Beteiligung an der KI-Firma Anthropic aufgestockt. Da kann Google-Mutter Alphabet nicht nachstehen. Das Unternehmen investiert nun seinerseits zehn Milliarden Dollar in das KI-Unternehmen von Dario Amodei, dessen B\u00f6rsengang noch heuer erfolgen k\u00f6nnte. Weitere 30 Milliarden Dollar sollen flie\u00dfen, wenn Anthropic bestimmte Ziele erreicht. Doch was bezweckt Google mit dieser Investition? <\/p>\n<p>Anthropic wurde im Jahr 2021 von den Geschwistern Dario und Daniela Amodei gegr\u00fcndet, die zuvor bei der ChatGPT-Mutter OpenAI t\u00e4tig waren, sich aber mit deren Chef Sam Altman zerstritten hatten, weil sie fanden, diesem gehe es mehr um schnelles Wachstum als um Sicherheit. Anthropic setzte hingegen von Anfang an auf einen sicherheitsorientierten Ansatz. Die KI Claude gilt als \u00e4u\u00dferst zuverl\u00e4ssig und gut im Programmieren. Google hat zwar eine eigene KI, Gemini. Doch Anthropic ist ein gro\u00dfer Kunde von Googles Cloud-Dienstleistungen und spezialisierten KI-Chips (TPUs). Durch das Angebot von Claude \u00fcber die Google-Cloud will man auch Kunden anziehen, die nicht Gemini, sondern Claude nutzen wollen. Auch will man Amazon nicht allein das Feld \u00fcberlassen. Der Online-H\u00e4ndler hat k\u00fcrzlich f\u00fcnf Milliarden Dollar in\u00a0Anthropic\u00a0gesteckt \u2013 mit der Aussicht auf 20 weitere Milliarden Dollar, wenn bestimmte Vorgaben erf\u00fcllt werden. Anthropic ist n\u00e4mlich auch Kunde von Amazons Cloud-Sparte AWS.<\/p>\n<p>Die beiden Technologieriesen z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften Aktion\u00e4ren von Anthropic. Ihr Einfluss ist dennoch begrenzt. Anthropic ist n\u00e4mlich eine \u201ePublic Benefit Corporation\u201c, eine gemeinn\u00fctzige Aktiengesellschaft. Das Unternehmen ist sowohl dem Gemeinwohl und der KI-Sicherheit verpflichtet als auch dem Profit der Aktion\u00e4re. Gepr\u00fcft wird es von einem \u201eLong-Term Benefit Trust\u201c, einem Gremium, das aus f\u00fcnf Mitgliedern besteht. Dieses wurde urspr\u00fcnglich vom Vorstand ernannt, nun erg\u00e4nzt es sich selbst. Die Gr\u00fcnder, darunter die Amodei-Geschwister, halten B-Aktien mit erh\u00f6htem Stimmrecht. Das wird auch nach dem B\u00f6rsengang so bleiben. Google und Amazon haben derzeit gar keine Stimmrechte. <\/p>\n<p>Wenn Anthropic an die B\u00f6rse geht, g\u00e4be es mindestens zwei Klassen von Aktien: eine f\u00fcr die Gr\u00fcnder mit vollem Stimmrecht und eine f\u00fcr die anderen Aktion\u00e4re mit eingeschr\u00e4nktem Stimmrecht. Auch Alphabet und Meta sind diesen Weg gegangen. Wirtschaftlich gesehen sind Amazon und Alphabet mit Anteilen von etwa 15 Prozent die gr\u00f6\u00dften Anteilseigner an Anthropic, gefolgt von den Gr\u00fcndern sowie anderen Investoren wie Fidelity oder Sequoia. <\/p>\n<p>Auch OpenAI ist inzwischen eine \u201ePublic Benefit Corporation\u201c. Gr\u00f6\u00dfter wirtschaftlicher Anteilseigner ist Microsoft, gefolgt von der gemeinn\u00fctzigen OpenAI-Foundation, die jedoch die meisten Stimmrechte hat. Der Rest entf\u00e4llt auf Mitarbeiter und andere Investoren. Auch nach dem B\u00f6rsengang d\u00fcrfte die Stiftung wohl eine Art \u201eGoldene Aktie\u201c behalten. <\/p>\n<p>\u00c4hnlich schaut es aus bei SpaceX, der Weltraumfirma von Elon Musk, unter deren Dach sich auch die KI-Firma xAI mit dem Chatbot Grok sowie die Twitter-Plattform X befinden. Auch hier wird Elon Musk knapp 80 Prozent der Stimmrechte behalten, obwohl er nur 42 Prozent der Anteile h\u00e4lt. Auch hier ist Alphabet ein Gro\u00dfaktion\u00e4r.<\/p>\n<p>Doch warum investieren Gro\u00dfkonzerne Milliarden in Unternehmen, wenn sie dort nicht einmal Mitspracherechte haben? Zun\u00e4chst einmal hoffen sie, dass ihnen die Investition zu mehr Cloud- und Speicherchip-Gesch\u00e4ft verhilft und sie einen wichtigen Gro\u00dfkunden an sich binden. Sie stellen sich breiter auf. Und durch den Verzicht auf Stimmrechte oder Sitze im Verwaltungsrat m\u00fcssen sie sich auch weniger vor kartellrechtlichen Problemen f\u00fcrchten. <\/p>\n<p>Und warum sollten Kleinaktion\u00e4re solche Papiere kaufen? Im Fall von Google und Meta haben sie es jedenfalls getan. Die Aktion\u00e4re wurden in beiden F\u00e4llen mit einer hohen Rendite belohnt. Auch bei SpaceX, OpenAI und Anthropic hoffen viele, dass diese Unternehmen die Welt ver\u00e4ndern werden und gro\u00dfes Wachstumspotenzial haben \u2013 auch wenn die Aktien wohl nicht billig ausgegeben werden. <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz. 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