{"id":125229,"date":"2026-04-26T18:11:07","date_gmt":"2026-04-26T18:11:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125229\/"},"modified":"2026-04-26T18:11:07","modified_gmt":"2026-04-26T18:11:07","slug":"riesige-koordinierte-offensive-stuerzt-krisenstaat-mali-ins-chaos-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125229\/","title":{"rendered":"\u201eRiesige koordinierte Offensive\u201c st\u00fcrzt Krisenstaat Mali ins Chaos \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Tuareg-Rebellen und al-Qaida-Terroristen starteten gr\u00f6\u00dften Angriff seit Jahren. Berichten zufolge wurde der Verteidigungsminister get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Wien\/Bamako.  Die Attacken waren konzertiert. Und noch viel gr\u00f6\u00dfer als zun\u00e4chst angenommen. Angeh\u00f6rige der FLA, einer von Tuareg angef\u00fchrten Rebellengruppe und Jihadisten des al-Qaida-Ablegers Jama\u2019at Nusrat al-Islam wal Muslimin (JNIM) haben sich am Wochenende nach eigenen Angaben zusammengetan, um eine Reihe von Angriffen gegen Einrichtungen der Milit\u00e4rregierung zu starten. Augenzeugen und Beh\u00f6rden berichteten von Sch\u00fcssen und Explosionen in der Hauptstadt Bamako sowie in weiteren Orten wie Mopti, Gao oder S\u00e9var\u00e9. Zu den Zielen z\u00e4hlten unter anderem Flugh\u00e4fen, Kasernen und das Milit\u00e4rhauptquartier in Kati nahe Bamako. <\/p>\n<p>Das ganze Ausma\u00df der Angriffe in dem strategisch wichtigen und von einer Milit\u00e4rregierung gef\u00fchrten W\u00fcstenstaat war aber auch am Sonntag noch nicht klar. Berichten zufolge wurde auch Sadio Camara, der Verteidigungsminister der Milit\u00e4rregierung, get\u00f6tet und seine Residenz zerst\u00f6rt, die sich auf dem Areal des Hauptquartiers in Kati befunden hat. Best\u00e4tigt war das zun\u00e4chst nicht. Das Milit\u00e4r behauptete am Sonntag aber, die Lage im Land wieder unter Kontrolle gebracht zu haben. Daran gab es allerdings erhebliche Zweifel. An mehreren Orten, darunter auch in Kati, waren Berichten zufolge noch Sch\u00fcsse zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die FLA-Rebellen erkl\u00e4rten zudem, sie h\u00e4tten die Stadt Kidal im Norden Malis weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht, die sie bereits fr\u00fcher zeitweise kontrolliert hatten. Nach Angaben der FLA soll sich der Gouverneur von Kidal \u201emit seinen M\u00e4nnern im ehemaligen Lager der Minusma\u201c verschanzt haben; eine unabh\u00e4ngige Best\u00e4tigung daf\u00fcr lag zun\u00e4chst nicht vor. Minusma war die UN-Friedensmission in Mali, die 2023 beendet wurde. Die FLA behauptete auch, mit auf dem Gel\u00e4nde stationierten russischen S\u00f6ldnern eine Vereinbarung \u00fcber freies Geleit getroffen zu haben, w\u00e4hrend malische Soldaten dort fests\u00e4\u00dfen. Auch daf\u00fcr gab es zun\u00e4chst keine Best\u00e4tigung.<\/p>\n<p>Mali hat strategisches Gewicht. Der instabile W\u00fcstenstaat, 15-mal so gro\u00df wie \u00d6sterreich, gilt als Drehscheibe f\u00fcr Waffen und Jihadisten und ist zugleich ein wichtiges Transitland f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge. Wegen der unsicheren Lage waren europ\u00e4ische Staaten dort jahrelang milit\u00e4risch pr\u00e4sent. Auch das Bundesheer beteiligte sich an der EU-Ausbildungsmission EUTM sowie an der UN-Mission Minusma. Ein Grund f\u00fcr den R\u00fcckzug war, dass sich Mali nach den Milit\u00e4rputschen 2020 und 2021 von Europa und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich ab- und russischen S\u00f6ldnern zugewandt hatte.<\/p>\n<p>Der Abzug der Blauhelme hat die Sicherheitslage in Mali nicht stabilisiert. Bereits 2024 wurden bei einem Doppelangriff auf den Milit\u00e4rflughafen von Bamako und eine nahe gelegene Gendarmerieschule Dutzende Menschen get\u00f6tet; auch den Anschlag reklamierte damals \u201eJnim\u201c f\u00fcr sich, die zurzeit vermutlich gef\u00e4hrlichste Terrororganisation in Westafrika.<\/p>\n<p>Die Attacke vom Wochenende hatte noch einmal eine neue Qualit\u00e4t. \u201eWir haben es mit einer riesigen koordinierten Offensive im ganzen Land zu tun, wie wir es seit 2012 nicht mehr gesehen haben, als die Regierung das halbe Land verloren hat\u201c, sagte Charlie Werb von der Sicherheitsfirma Aldebaran Threat Consultants der AFP. In Bamako habe es ein \u201eschweres Sicherheitsversagen\u201c gegeben.<\/p>\n<p>Analysten werteten die Angriffe auch als Beleg, dass sich jihadistische Gruppen in der Sahel-Zone immer mehr aus der Deckung wagen. Erst Ende J\u00e4nner war in Niamey, der Hauptstadt des benachbarten Niger, der Flughafen von einem Ableger der Terrormiliz IS attackiert worden. (strei\/ag.)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tuareg-Rebellen und al-Qaida-Terroristen starteten gr\u00f6\u00dften Angriff seit Jahren. Berichten zufolge wurde der Verteidigungsminister get\u00f6tet. Wien\/Bamako. 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