{"id":125873,"date":"2026-04-27T06:31:13","date_gmt":"2026-04-27T06:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125873\/"},"modified":"2026-04-27T06:31:13","modified_gmt":"2026-04-27T06:31:13","slug":"krebs-forscher-weisen-erhoehtes-krebsrisiko-bei-unfruchtbaren-maennern-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/125873\/","title":{"rendered":"Krebs: Forscher weisen erh\u00f6htes Krebsrisiko bei unfruchtbaren M\u00e4nnern nach"},"content":{"rendered":"<p>Viele M\u00e4nner erfahren erst beim Kinderwunsch von Problemen mit ihrer Fruchtbarkeit. Forscher haben nun herausgefunden, dass diese mehr \u00fcber die Gesundheit aussagen k\u00f6nnten als bisher gedacht. Besonders mit Blick auf bestimmte Krebsarten.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">In Deutschland bleibt etwa jedes zehnte Paar ungewollt kinderlos. Genauso oft wie bei Frauen liegt die Ursache bei den M\u00e4nnern. Eine Studie aus Schweden zeigt jetzt: M\u00e4nner mit sehr wenigen oder schlecht beweglichen Spermien erkranken sp\u00e4ter h\u00e4ufiger an bestimmten Krebsarten.<\/p>\n<p>Forscher der Universit\u00e4t Lund untersuchten daf\u00fcr die Daten von mehr als 1,1 Millionen M\u00e4nnern, die zwischen 1994 und 2014 Vater wurden. 14.540 von ihnen konnten nur mithilfe eines speziellen Verfahrens ein Kind zeugen, bei dem ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle injiziert wird. Diese Methode wird Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) genannt und vor allem bei starken Problemen mit der Spermienqualit\u00e4t eingesetzt. Die Forscher glichen die Daten anschlie\u00dfend mit dem nationalen Krebsregister ab. Die Ergebnisse erschienen in der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10654-026-01368-4\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s10654-026-01368-4&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Europ\u00e4ischen Zeitschrift f\u00fcr Epidemiologie<\/a>. <\/p>\n<p>M\u00e4nner, die mithilfe von ICSI Vater geworden waren, erkrankten deutlich h\u00e4ufiger an Darm- und Schilddr\u00fcsenkrebs. \u201eEs zeigte sich, dass sie ein fast doppelt so hohes Risiko f\u00fcr Darmkrebs und ein dreimal so hohes Risiko f\u00fcr Schilddr\u00fcsenkrebs haben wie M\u00e4nner, die auf nat\u00fcrlichem Wege V\u00e4ter werden\u201c, wird Studienautor Michael Kitlinski in einer Mitteilung zitiert. \u00dcber alle untersuchten Krebsarten hinweg erkrankten die betroffenen M\u00e4nner rund 30 Prozent h\u00e4ufiger. Prostata- und Hodenkrebs wurden in der Studie nicht ber\u00fccksichtigt, da der Zusammenhang mit m\u00e4nnlicher Unfruchtbarkeit dort bereits bekannt ist.<\/p>\n<p>Bei M\u00e4nnern, die durch klassische In-vitro-Fertilisation (IVF) Vater wurden, zeigte sich hingegen kein erh\u00f6htes Krebsrisiko. Bei der IVF liegt das Fruchtbarkeitsproblem meist nicht beim Mann, sondern bei der Frau. Das zeigt: Nicht die Fruchtbarkeitsbehandlung selbst erh\u00f6ht das Risiko, sondern die eingeschr\u00e4nkte Spermienqualit\u00e4t des Mannes.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Studien zeigten bereits, dass M\u00e4nner mit schlechter Spermienqualit\u00e4t h\u00e4ufiger an Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmten Krebsarten erkranken und im Schnitt fr\u00fcher sterben. M\u00e4nner ohne Spermien im Ejakulat geh\u00f6ren dabei zu den Gruppen mit besonders hohem Risiko, w\u00e4hrend M\u00e4nner mit guter Spermienqualit\u00e4t im Durchschnitt l\u00e4nger leben. Deshalb diskutieren Forscher, ob die Fruchtbarkeit als eine Art Fr\u00fchwarnsignal f\u00fcr die allgemeine Gesundheit dienen kann.<\/p>\n<p>Bisher standen dabei vorwiegend Krebsarten der Fortpflanzungsorgane im Fokus. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass auch andere Krebsarten h\u00e4ufiger auftreten k\u00f6nnen. Warum das so ist, ist bislang unklar. \u201eEine Theorie ist, dass, wenn auf genetischer Ebene etwas schiefgeht \u2013 was sich in einer verminderten Spermienqualit\u00e4t \u00e4u\u00dfern kann \u2013 auch andere Systeme im K\u00f6rper beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnen\u201c, wird Forscher Angel Elenkov zitiert.<\/p>\n<p>Konkret k\u00f6nnten Defekte in DNA-Reparaturgenen, etwa MLH1 oder MSH2, sowohl mit einer gest\u00f6rten Spermienproduktion als auch mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Darmkrebs verbunden sein. Auch Studien an Familien zeigen, dass Verwandte von betroffenen M\u00e4nnern teilweise ebenfalls h\u00e4ufiger an Krebs erkranken.<\/p>\n<p>Neben genetischen Faktoren k\u00f6nnte auch der Lebensstil dazu beitragen. Rauchen, \u00dcbergewicht, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel stehen sowohl mit einer schlechteren Spermienqualit\u00e4t als auch mit einem erh\u00f6hten Krankheitsrisiko in Verbindung. Allerdings lagen der Studie dazu keine Daten vor.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse k\u00f6nnten die medizinische Praxis ver\u00e4ndern. Zwar ist Krebs bei M\u00e4nnern im Alter von Mitte 30 insgesamt selten \u2013 doch k\u00fcnftig k\u00f6nnte gepr\u00fcft werden, ob M\u00e4nner mit auff\u00e4lligen Befunden bei der Fruchtbarkeitsdiagnostik gezielter medizinisch begleitet werden sollten. Diskutiert wird auch, ob Vorsorgeuntersuchungen wie das Darmkrebsscreening in dieser Gruppe fr\u00fcher beginnen sollten. <\/p>\n<p>Da die Hodensonografie ohnehin zur urologischen Untersuchung geh\u00f6rt, pl\u00e4dieren die Forscher daf\u00fcr, dabei k\u00fcnftig auch die Schilddr\u00fcse per Ultraschall zu untersuchen. Weitere Studien sollen nun kl\u00e4ren, welche biologischen Mechanismen hinter dem beobachteten Zusammenhang stehen und welche Patientengruppen besonders betroffen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele M\u00e4nner erfahren erst beim Kinderwunsch von Problemen mit ihrer Fruchtbarkeit. Forscher haben nun herausgefunden, dass diese mehr&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":114790,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,19032,124,123,206,15992,44,40757,210,39773],"class_list":{"0":"post-125873","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-darmkrebs-ks","11":"tag-gesundheit","12":"tag-health","13":"tag-krebs","14":"tag-krebsforschung-ks","15":"tag-oesterreich","16":"tag-spermien-ks","17":"tag-texttospeech","18":"tag-unfruchtbarkeit"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116475270906930684","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=125873"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/125873\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/114790"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=125873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=125873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=125873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}