{"id":126000,"date":"2026-04-27T07:55:09","date_gmt":"2026-04-27T07:55:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/126000\/"},"modified":"2026-04-27T07:55:09","modified_gmt":"2026-04-27T07:55:09","slug":"15930-stunden-wie-der-marathon-weltrekord-wirklichkeit-wurde-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/126000\/","title":{"rendered":"1:59:30 Stunden: Wie der Marathon-Weltrekord Wirklichkeit wurde \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die Fabelzeit beim London-Marathon begeistert die Welt der Leichtathletik. 1:59,30 Stunden f\u00fcr 42,195 Kilometer sind auch eine unfassbare Zeit und der Lauf des Kenianers Sabastian Sawe bei besten Bedingungen in London (11 Grad, leichter R\u00fcckenwind, trocken) wird als die Schallmauer durchbrechendes Ereignis erinnerlich bleiben. Was musste er aber daf\u00fcr tun, welchen Dienst haben ihm die Veranstalter des London-Marathons rund um Ikone Hugh Brasher geleistet? Diese Daten und Wegweiser f\u00fcr den Marathon-Weltrekord werden den ganzen Laufsport wom\u00f6glich revolutionieren.<\/p>\n<p>Jedes Wunder beginnt mit dem Schuh. Erst vor wenigen Tagen vorgestellt, bricht der Adidas Adizero Adios Pro Evo 3 bereits alle Rekorde. Mit einem Durchschnittsgewicht von simplen 97 Gramm ist er der leichteste Laufschuh, den der deutsche Sportartikelhersteller je entwickelt hat. Er ist das Ergebnis dreij\u00e4hriger intensiver Forschung, 30 Prozent leichter als sein Vorg\u00e4nger und laut Hersteller \u201elauf\u00f6konomischer\u201c. Mit einer Sohlenh\u00f6he von 39 Millimeter maximiert er D\u00e4mpfung und Energier\u00fcckgabe bei jedem Schritt dank integrierter Carbon-Technologie und besonderem Schaum f\u00fcr die Sohle.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/ATHLETICS-LONDON.webp\" alt=\"Sabastian Sawe feiert Zeit und Ausr\u00fcster.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>Sabastian Sawe feiert Zeit und Ausr\u00fcster.\u2003Reuters \/ Matthew Childs<\/p>\n<p>Die strategisch platzierte Continental-Gummisohle im Vorfu\u00dfbereich sorgt f\u00fcr die n\u00f6tige Traktion bei hohen Geschwindigkeiten, ohne dabei das Gewicht zu beeintr\u00e4chtigen. Das Design des Obermaterials fand die Inspiration beim Kitesurfen, es soll das schwerelose Tragegef\u00fchl vermitteln. Ausgestattet mit dem neuesten Schuhwerk verbesserte Sawe, der alle vier Marathons, bei denen er gestartet ist, auch gewonnen hat, seine pers\u00f6nliche Bestzeit nun um 2:35 Minuten.<\/p>\n<p>Damit man diesen Lauf verstehen und auch richtig im Vergleich zu Eliud Kipchoges Event im Oktober 2019 in Wien deuten kann, bedarf es einiger Hintergrundinformationen. Im Prater war alles genau vermessen f\u00fcr den \u201eSub-Two\u201c-Lauf, den Kipchoge in 1:59,40 Stunden auch schaffte. Er hatte sieben Tempomacher, von denen jeder nach nur 4,8 km ausgewechselt worden ist. Er folgte alleine einem Tempo-Wagen, der mit der exakt ausgerechneten Geschwindigkeit vor ihm fuhr, ein Laserstrahl hielt beste Route und Tempo aufrecht. Darum gilt dieser Rekord als \u201einoffiziell\u201c und ist Sawes-Marke nun der Kassenschlager, weil es in einem Marathon neben 60.000 anderen Startern gelungen ist. <\/p>\n<p>Wie, das ist Brashers Geheimnis, der an diesem Tag gleich zwei L\u00e4ufer unter zwei Stunden Laufzeit im Ziel empfangen konnte. London aber war vorbereitet mit Temperatur, neu vermessener Strecke, einem Pulk aus Tempomachern, die augenblicklich nach dem Start auf die Zeit achteten und sich im Verlauf des Events unauff\u00e4llig, aber doch auf die F\u00fchrenden, vor allem aber Sawe konzentrierten. Sein Durchschnittstempo imponiert: 4:33 Minuten pro Meile (1,60934 km). 2:49 Minuten auf den Kilometer, Speed: 21,178967 km\/h, wohlgemerkt im Durchschnitt \u2013 womit klar ist, dass auch die Verpflegung perfekt funktioniert haben muss mit positionierten St\u00e4nden (Vergleich: Kipchoge wurde von einem Radfahrer begleitet und laufend versorgt; im Marathon selbst gibt es nur eigene Verpflegungsstationen). 14:10 Minuten f\u00fcr f\u00fcnf Kilometer, 1:00,29 h zur Halbdistanz (Vergleich Wien: Timo Hinterndorfer von DSG Wien gewann in 1:02,58) und 59:01 Minuten im zweiten Split. Sawe war um 65 Sekunden schneller als der bisherige Weltrekord.<\/p>\n<p>Warum der Mensch immer schneller laufen kann, ist auch der Trainingsmethode geschuldet. Gezielter, effektiver, noch mehr H\u00f6hentrainings, mitunter auch mit speziellen Atemmasken. Die maximale Sauerstoffaufnahme dieser Athleten ist folglich etwa doppelt so hoch wie die eines jungen, gesunden und untrainierten Mannes, sch\u00e4tzen Wissenschaftler. Mit 80 Prozent dieser Maximalleistung laufen sie, hom\u00f6ostatische Marker wie K\u00f6rpertemperatur, pH-Wert, Blutgase, Blutzucker- und Laktat bleiben, und das ist der springende Punkt, nahezu auf dem Ruhewert. Sprich: Der Athlet merkt durch Training, Gene und Material die Belastung (fast) nicht. Top-Marathonl\u00e4ufer haben auch eine exzellente Lauf\u00f6konomie, sie laufen effizient und verbrauchen weniger Sauerstoff als manch Wiener beim Spaziergang.<\/p>\n<p>Was macht Sawe? Sein 10 Tages-Trainingsprogramm<br \/>1. Tag: 25 km-Lauf auf Schotter, anschlie\u00dfend 40 km auf Asphalt.<br \/>2. &amp; 3. Tag: Jeweils 20 km morgens und 10 km nachmittags.<br \/>4. Tag: Intervalltraining \u2013 ca. 8\u201316 km lang.<br \/>5. Tag: Regenerationsl\u00e4ufe<br \/>6. Tag: Intervalltraining \u2013 ca. 18\u201325 km.<br \/>7. Tag: Erholungsl\u00e4ufe<br \/>8. Tag: Bergtraining \u2013 12\u201325 Wiederholungen \u00e0 80 m.<br \/>9. &amp; 10. Tag: Erholungsl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Marathonzeiten werden auch schneller, weil Athleten fr\u00fcher in ihrer Karriere auf die Stra\u00dfe wechseln statt weiter \u00fcber 10.000 Meter im Stadion-Kreis zu laufen. Auf den Stra\u00dfen Londons, Berlins oder New Yorks ist mehr Geld zu verdienen, dazu locken Ausr\u00fcstervertr\u00e4ge, womit der verst\u00e4rkte Einsatz auch erkl\u00e4rt ist. Auch finden die popul\u00e4ren Rennen weltweit zu angenehmen, k\u00fchleren Tages- und Jahreszeiten \u2013 speziell auf flachen oder mitunter berglaufenden Strecken \u2013 statt.<\/p>\n<p>Dass ungeachtet all dessen das Doping-Gespenst nicht \u00fcbersehen werden darf, versteht sich von selbst. Negative Machenschaften sind stets Folge- und Begleiterscheinung im Streben nach Revolution. Der K\u00f6rper wird kontrolliert, gibt es diese Limits irgendwann aber auch f\u00fcr Material und Technologie? Schwimmern wurde schlie\u00dflich auch ab einer gewissen Zeitzone der Ganzk\u00f6rperanzug gestrichen \u2013 wo ist also die Grenze, zu der der Marathonl\u00e4ufer dr\u00e4ngt?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Fabelzeit beim London-Marathon begeistert die Welt der Leichtathletik. 1:59,30 Stunden f\u00fcr 42,195 Kilometer sind auch eine unfassbare&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":126001,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[63,40,41,39,38],"class_list":{"0":"post-126000","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-hintergrund","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116475600955415763","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/126000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=126000"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/126000\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/126001"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=126000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=126000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=126000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}