{"id":127097,"date":"2026-04-27T19:48:37","date_gmt":"2026-04-27T19:48:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/127097\/"},"modified":"2026-04-27T19:48:37","modified_gmt":"2026-04-27T19:48:37","slug":"polen-ruestet-sich-in-die-schuldenfalle-und-europa-soll-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/127097\/","title":{"rendered":"Polen r\u00fcstet sich in die Schuldenfalle \u2013 und Europa soll zahlen"},"content":{"rendered":"<p>\n        27. April 2026<\/p>\n<p>              Marcel Kunzmann<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/shutterstock_2652260239-7d56d50081e4bd2c.jpeg\"  width=\"6000\" height=\"3371\"  alt=\"soldaten in polnischer uniform\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Polen r\u00fcstet massiv auf \u2013 mit hohem Haushaltsdefizit<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0FotoDax\/<a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/0711-wroclaw-poland-armed-soldiers-row-2652260239?trackingId=d00d647c-b3da-4765-98ea-25d4a954eb11&amp;listId=searchResults\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Polen hat 2025 seine Milit\u00e4rausgaben um 23 Prozent erh\u00f6ht und f\u00fchrt damit die Nato an. Doch das Defizit explodiert. Jetzt sucht Warschau Hilfe in Br\u00fcssel.<\/p>\n<p>Polen gibt mehr f\u00fcr Verteidigung aus als jedes andere Nato-Mitglied gemessen am Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Angesichts eines aufgebl\u00e4hten Haushaltsdefizits sucht Finanzminister Andrzej Domanski nun gemeinsam mit den baltischen Staaten nach zus\u00e4tzlichen europ\u00e4ischen Finanzierungsinstrumenten.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die weltweiten Milit\u00e4rausgaben sind 2025 um 2,9 Prozent auf einen Rekordwert von 2,887 Billionen US-Dollar gestiegen. Das geht aus einem am Montag ver\u00f6ffentlichten Bericht des Stockholmer Sicherheits-Thinktanks Sipri hervor. Den st\u00e4rksten Zuwachs verzeichnete Europa, wo die Ausgaben um 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar kletterten \u2013 laut Sipri der schnellste Anstieg seit dem Ende des Kalten Krieges.<\/p>\n<p>Polen <a href=\"https:\/\/tvpworld.com\/92931391\/sipri-europe-drives-global-military-spending-rise-as-poland-leads-in-nato\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">stach dabei besonders hervor<\/a>: Das Land steigerte seine Milit\u00e4rausgaben um 23 Prozent auf 46,8 Milliarden US-Dollar, was 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht \u2013 dem h\u00f6chsten Wert innerhalb der Natoim Jahr 2025. F\u00fcr 2026 plant Warschau, diesen Anteil auf 4,8 Prozent des BIP zu erh\u00f6hen. Polen belegt damit weltweit Rang 14 bei den Milit\u00e4rausgaben gemessen am BIP-Anteil.<\/p>\n<p>Koalition f\u00fcr neue Finanzierungsquellen<\/p>\n<p>Der steigende R\u00fcstungsetat bringt Polen jedoch in eine schwierige Haushaltslage. Das Haushaltsdefizit des Landes ist 2024 auf 7,3 Prozent der Wirtschaftsleistung angewachsen \u2013 mehr als doppelt so hoch wie die EU-Richtlinie von 3 Prozent. Finanzminister Andrzej Domanski erkl\u00e4rte gegen\u00fcber Bloomberg, dass Verteidigungsausgaben trotz des hohen Defizits oberste Priorit\u00e4t der Regierung bleiben.<\/p>\n<p>Um den Haushalt nicht weiter zu belasten, sucht Domanski aktiv nach zus\u00e4tzlichen Finanzierungsquellen auf europ\u00e4ischer Ebene. Am Freitag einigten sich Domanski und seine Amtskollegen aus den drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland in Vilnius auf eine engere Zusammenarbeit bei der Verteidigungsfinanzierung.<\/p>\n<p>&#8222;Wir bauen eine gro\u00dfe, breite Koalition auf, weil wir frisches Geld und neue Ressourcen brauchen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-04-27\/poland-pushes-for-new-european-tools-to-finance-defense-spending\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">sagte<\/a> Domanski am Rande einer Konferenz in der litauischen Hauptstadt. &#8222;Unsere Verteidigungsausgaben sind enorm. Deshalb brauchen wir mehr europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t und neue Instrumente.&#8220;<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Konkret plant die Koalition, gemeinsam bei der EU f\u00fcr mehr Unterst\u00fctzung zu werben und zinsg\u00fcnstige Kredite auch au\u00dferhalb des Blocks zu erschlie\u00dfen. Polen ist bereits der gr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer des EU-Kreditprogramms &#8222;Security Action for Europe&#8220; (SAFE), das ein Volumen von 150 Milliarden Euro (rund 176 Milliarden US-Dollar) umfasst und Kredite f\u00fcr R\u00fcstungsk\u00e4ufe bereitstellt.<\/p>\n<p>Domanski bezeichnete SAFE als &#8222;einen Schritt in die richtige Richtung&#8220;, betonte jedoch, dass die Sicherheitslage seines Landes zus\u00e4tzliche Instrumente erfordere. Laut einem Bericht der Financial Times befindet sich Domanski zudem in Gespr\u00e4chen \u00fcber eine gemeinsame Finanzierungs- und Beschaffungsinitiative der Niederlande, Gro\u00dfbritanniens und Finnlands, den sogenannten Multilateral Defense Mechanism.<\/p>\n<p>Polens Ministerpr\u00e4sident Donald Tusk erkl\u00e4rte am Freitag, dass die EU-Staats- und Regierungschefs in Br\u00fcssel bereit seien, Buchf\u00fchrungsstandards so anzupassen, dass Verteidigungsausgaben einschlie\u00dflich der SAFE-Mittel das Haushaltsdefizit nicht zus\u00e4tzlich erh\u00f6hen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Haushaltsdruck und Wachstumshoffnung<\/p>\n<p>Die Haushaltslage Polens bleibt angespannt. Die Schuldendienstkosten des Landes d\u00fcrften laut dem j\u00fcngsten Schuldenmanagementbericht des Finanzministeriums von 2,2 Prozent des BIP in diesem Jahr auf bis zu 2,7 Prozent im Jahr 2029 steigen.<\/p>\n<p>Die Rendite polnischer zehnj\u00e4hriger Staatsanleihen ist 2026 bereits um 40 Basispunkte gestiegen. Hinzu kommt, dass mit Blick auf die im n\u00e4chsten Jahr anstehende Parlamentswahl einige Investoren bef\u00fcrchten, die Regierung k\u00f6nnte die Ausgaben zur W\u00e4hlergewinnung ausweiten statt das Defizit zu senken.<\/p>\n<p>Domanski r\u00e4umte ein: &#8222;Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir kein Defizit von 7 Prozent aufrechterhalten.&#8220; Die Regierung unternehme Schritte, um die L\u00fccke zu schlie\u00dfen, ohne jedoch Details zu nennen. Gleichzeitig verwies er auf das robuste Wirtschaftswachstum: Gespr\u00e4che mit Investoren h\u00e4tten gezeigt, dass &#8222;alle auf unser Wirtschaftswachstum schauen&#8220;, das in diesem Jahr 3,5 bis 3,7 Prozent betragen soll.<\/p>\n<p>&#8222;Wir m\u00fcssen alles tun, um das Tempo zu halten&#8220;, so der Minister. Neue Finanzierungsinstrumente seien auch deshalb wichtig, weil sie die Finanzierungskosten des Landes senkten: &#8222;Deshalb wollen wir eine Koalition aufbauen.&#8220;<\/p>\n<p>Europa r\u00fcstet auf \u2013 USA fahren Ausgaben zur\u00fcck<\/p>\n<p>Der Anstieg der europ\u00e4ischen Verteidigungsausgaben ist <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article411810183\/weltweiter-ruestungswettlauf-deutschland-bei-militaerausgaben-auf-spitzenplatz.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">laut Sipri<\/a> vor allem auf den Krieg in der Ukraine und die Unsicherheit \u00fcber die US-Sicherheitsgarantien f\u00fcr europ\u00e4ische Nato-Mitglieder zur\u00fcckzuf\u00fchren. Der Anstieg in Zentral- und Westeuropa war der schnellste seit dem Ende des Kommunismus, w\u00e4hrend die Ausgaben der europ\u00e4ischen Nato-Mitglieder insgesamt schneller stiegen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit 1953.<\/p>\n<p>Unter den weiteren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verzeichnete Belgien den gr\u00f6\u00dften prozentualen Zuwachs mit einem Anstieg von 59 Prozent auf 14,5 Milliarden US-Dollar. Spanien steigerte seine Ausgaben um 50 Prozent auf 40,2 Milliarden US-Dollar und \u00fcberschritt damit erstmals seit 1994 die Marke von 2 Prozent des BIP. Deutschland erh\u00f6hte seine Milit\u00e4rausgaben um 24 Prozent auf 114 Milliarden US-Dollar und ist damit zum viertgr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rausgeber weltweit aufgestiegen.<\/p>\n<p>Russland steigerte seine Milit\u00e4rausgaben auf 190 Milliarden US-Dollar, was 7,5 Prozent des BIP entspricht. Die Ukraine gab 84,1 Milliarden US-Dollar aus, was 40 Prozent des BIP ausmacht. Sipri zufolge erreichten die Milit\u00e4rausgaben gemessen am BIP in beiden L\u00e4ndern Rekordwerte.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum europ\u00e4ischen Trend sanken die US-Milit\u00e4rausgaben um 7,5 Prozent, was Sipri vor allem darauf zur\u00fcckf\u00fchrt, dass anders als in den Vorjahren keine neuen Milit\u00e4rhilfen f\u00fcr die Ukraine genehmigt wurden. Die USA blieben mit 954 Milliarden US-Dollar dennoch der weltgr\u00f6\u00dfte Milit\u00e4rausgeber. Die 32 Nato-Mitglieder zusammen gaben 1,581 Billionen US-Dollar f\u00fcr ihre Streitkr\u00e4fte aus, was 55 Prozent der weltweiten Milit\u00e4rausgaben entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"27. 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