{"id":128140,"date":"2026-04-28T09:59:07","date_gmt":"2026-04-28T09:59:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/128140\/"},"modified":"2026-04-28T09:59:07","modified_gmt":"2026-04-28T09:59:07","slug":"metallindustrie-produzierte-wieder-mehr-geopolitische-lage-truebt-aber-ausblick-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/128140\/","title":{"rendered":"Metallindustrie produzierte wieder mehr, geopolitische Lage tr\u00fcbt aber Ausblick \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Es ist nach langem wieder ein Jahr mit einem Plus davor. 2025 erzielte die metalltechnische Industrie nach zwei Jahren Rezession ein leichtes Produktionswachstum auf rund 47 Mrd. Euro. Das entspricht einem Plus von 2,7 Prozent (real und preisbereinigt) im Vergleich zu 2024.<\/p>\n<p>In den beiden Rezessionsjahren 2023 und 2024 lag der R\u00fcckgang des Produktionswertes zusammen bei knapp 16 Prozent. Damit ist das Plus aus dem Vorjahr ein Zuwachs mit einer bitteren Note: \u201eDie leichte Erholung aus dem Vorjahr kann den Einbruch in den Jahren zuvor bei Weitem nicht wettmachen. Der anhaltende R\u00fcckgang bei den Exporten, vor allem in die USA, schmerzt uns besonders. Die Folge ist ein dramatischer Jobverlust in unserer Branche\u201c, hei\u00dft es von Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie, bei der Pr\u00e4sentation des Jahresergebnisses der Branche am Dienstag. <\/p>\n<p>Gesunken sind die Exporte im Vorjahr um zwei Prozent auf 39,1 Mrd. Euro. Besonders sp\u00fcrbar war der R\u00fcckgang bei Ausfuhren in die USA mit 23 Prozent. Die Exporte nach Deutschland, dem wichtigsten Markt f\u00fcr \u00d6sterreich (Anteil von 27 Prozent), sanken um 1,3 Prozent. <\/p>\n<p>Gestiegen sind allerdings die Exporte nach China. Und zwar um 13 Prozent. Gemessen am Gesamtexport machen Ausfuhren nach China aber nur sechs Prozent aus.<\/p>\n<p>Sorgenkind sind die Besch\u00e4ftigten. 2025 haben rund 4700 Menschen ihren Job in der Branche verloren, ein R\u00fcckgang um 4,2 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren zusammen wurden die Stellen von rund 10.000 Besch\u00e4ftigten und 4000 Leiharbeitsstellen abgebaut.<\/p>\n<p>Den teilweisen Hauch von Hoffnung macht die geopolitische Situation wett. Wegen des Konflikts im Nahen Osten korrigierten die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS das f\u00fcr heuer prognostizierte Wirtschaftswachstum von 1,2 bzw. 1,0 Prozent nach unten. Nach den Rezessionsjahren 2023 und 2024 sollte sich die heimische Volkswirtschaft weiter erholen. Doch mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar scheint dieser Aufschwung aber ged\u00e4mpft zu sein.  <\/p>\n<p>Knapp mehr als die H\u00e4lfte der befragten Unternehmen rechnet mit einem R\u00fcckgang ihrer Produktion. Zwei Drittel halten einen Aufschwung in den kommenden sechs Monaten f\u00fcr unrealistisch. Rund 40 Prozent der Befragten erwarten ein negatives Betriebsergebnis f\u00fcr 2026.<\/p>\n<p>Die drohende Folge: weiterer Stellenabbau. Nur 15 Prozent der Befragten rechnen mit steigender Besch\u00e4ftigung an ihrem Standort. Unternehmen w\u00fcrden Standorte und Stellen ins Ausland verlagern, sagt Knill. Denn 60 Prozent der Befragten geben an, dass die Besch\u00e4ftigung an ihren Auslandsstandorten zunehmen wird. Das bedeute, dass die Unternehmen ihre Investitionen au\u00dferhalb von \u00d6sterreich t\u00e4tigen werden, glaubt man den Umfragen.<\/p>\n<p>Montagabend pr\u00e4sentierte die Bundesregierung ihren Budgetpfad. Dort wurde ein lange gehegter Wunsch der Wirtschaft erf\u00fcllt: und zwar die Senkung der Lohnnebenkosten. Auf Wunsch von \u00d6VP und NEOS werden diese ab 2028 \u00fcber die Dienstgeberbeitr\u00e4ge zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) gesenkt. Der derzeit geltende Satz f\u00fcr Dienstgeber von 3,7 Prozent soll um einen Prozentpunkt gesenkt werden. Diese Entlastung kostet pro Jahr rund zwei Milliarden Euro.<\/p>\n<p>\u201eDie Senkung der Lohnnebenkosten ist ein erster guter Schritt.\u201c Ob sie ausreichend und fr\u00fch genug kommt, beantwortet Knill klar: Nein. \u201eLieber h\u00e4tten wir eine Senkung der gesamten 3,7 Prozent gehabt.\u201c<\/p>\n<p>Die Senkung soll zudem gegenfinanziert werden. Und das sollen zu einem Gutteil die Unternehmen selbst machen. Zum einen m\u00fcssen Firmen k\u00fcnftig f\u00fcr ihre Belegschaft \u00fcber 60 in den Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) einzahlen. Zum anderen soll die K\u00f6rperschaftsteuer (K\u00f6St) von derzeit 23 auf 24 Prozent f\u00fcr Unternehmen mit einem Gewinn von mehr als einer Mio. Euro erh\u00f6ht werden. Bringen w\u00fcrde das 300 Mio. Euro. <\/p>\n<p>\u201eEine Gegenfinanzierung, die wir nicht selber bezahlen, h\u00e4tten wir auch lieber gehabt\u201c, sagt Knill. Ein Nullsummenspiel ist die Entlastung aber nicht, hei\u00dft es von der MTI. Woher der Rest der Gegenfinanzierung f\u00fcr die Senkung der Lohnnebenkosten kommen soll, blieb am Montag von der Politik noch offen. Verwiesen wurde auf Umschichtungen. Finanzminister Markus Marterbauer (SP\u00d6) pochte auf eine vollst\u00e4ndige Gegenfinanzierung f\u00fcr die Senkung der Lohnnebenkosten.<\/p>\n<p>In etwas mehr als einem halben Jahr steigen die Geh\u00e4lter in der Branche wieder. \u201eDaf\u00fcr haben wir im Vorjahr \u2013 mit dem Doppelabschluss \u2013 inflationsd\u00e4mpfend vorgearbeitet. Das wird die Unternehmen weniger belasten\u201c, sagt Knill. <\/p>\n<p>Am 1. November 2025 stiegen die Ist-KV-L\u00f6hne und -Geh\u00e4lter um 1,41 Prozent. Heuer im November steigen die Ist-KV-Einkommen um 2,1 Prozent. Das wird wahrscheinlich unter der Inflation liegen. Denn f\u00fcr 2026 rechnen die Wirtschaftsforscher mit einer Teuerung von 2,7 Prozent.<\/p>\n<p>        Auf einen Blick<\/p>\n<p>Die 130.000 Besch\u00e4ftigten in der metalltechnischen Industrie (MTI) erwirtschafteten 2025 einen Produktionswert von rund 47 Milliarden Euro. Die exportorientierte Branche ist mittelst\u00e4ndisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 Prozent aus Familienunternehmen und ist f\u00fcr ein Viertel aller \u00f6sterreichischen Exporte verantwortlich. 1100 Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Metallwaren, Anlagenbau, Stahlbau und Gie\u00dferei sind im Fachverband vertreten. Rund 800 davon haben ihren Produktionsschwerpunkt in der metalltechnischen Industrie und wenden den Kollektivvertrag der MTI an. Der Fachverband Metalltechnische Industrie ist einer der gr\u00f6\u00dften Wirtschafts- und Arbeitgeberverb\u00e4nde \u00d6sterreichs und eine eigenst\u00e4ndige Organisation in der Wirtschaftskammer \u00d6sterreich. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist nach langem wieder ein Jahr mit einem Plus davor. 2025 erzielte die metalltechnische Industrie nach zwei&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":128141,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,252,91,94,44,93,92],"class_list":{"0":"post-128140","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-industrie","14":"tag-markets","15":"tag-maerkte","16":"tag-oesterreich","17":"tag-unternehmen","18":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116481751013563889","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128140","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=128140"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/128140\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128141"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128140"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128140"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128140"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}