{"id":128360,"date":"2026-04-28T12:27:14","date_gmt":"2026-04-28T12:27:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/128360\/"},"modified":"2026-04-28T12:27:14","modified_gmt":"2026-04-28T12:27:14","slug":"wie-in-wien-wieder-mehr-wohnungen-entstehen-koennten-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/128360\/","title":{"rendered":"Wie in Wien wieder mehr Wohnungen entstehen k\u00f6nnten \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der aktuelle Immobilien-Preisspiegel zeigt ein alarmierendes Bild, jedenfalls f\u00fcr Wohnraumsuchende. In Wien gibt es einen Preisanstieg in nahezu allen wesentlichen Segmenten des Wohnungsmarktes. Sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Reihenh\u00e4usern, Einfamilienh\u00e4usern und Mieten haben sich die Werte gegen\u00fcber dem Vorjahr erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Exemplarisch dazu einige konkrete Zahlen: Gebrauchte Eigentumswohnungen liegen aktuell durchschnittlich bei 3810 pro Quadratmeter (plus 3,2 Prozent), Eigentumswohnungen im Erstbezug bei 5430 Euro (plus 2,7 Prozent) und Nettomieten f\u00fcr Mietwohnungen bei 11,81 Euro (plus 2,1 Prozent). Auch Baugrundst\u00fccke verteuerten sich im vergangenen Jahr weiter und liegen nun bei 970 Euro pro Quadratmeter.<\/p>\n<p>Michael Pisecky, Obmann der Fachgruppe der Immobilien- und Verm\u00f6genstreuh\u00e4nder der Wirtschaftskammer Wien, deutet den Preisanstieg als ein klares Signal: \u201eDas Wohnungsangebot in Wien verknappt sich zusehends \u2013 sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung des Bestands.\u201d Clemens Biffl, Bautr\u00e4gersprecher der Immobilientreuh\u00e4nder Wien, warnt in diesem Zusammenhang davor, die aktuelle Entwicklung als blo\u00dfe Marktbewegung zu untersch\u00e4tzen. \u201eWenn zu wenig neuer Wohnraum geschaffen und zugleich zu wenig im Bestand saniert und aktiviert wird, versch\u00e4rft sich der Druck auf den Markt weiter. Die Folgen sind zunehmend steigende Preise, sinkende Verf\u00fcgbarkeit und Belastungen f\u00fcr Wohnungssuchende.\u201d<\/p>\n<p>Die Conclusio ist laut Pisecky und Biffl eindeutig: \u201eNur wenn ausreichend neue und sanierte Wohnungen auf den Markt kommen, kann das Angebot stabil gehalten und ein weiterer Preisschub verhindert werden.\u201c Es m\u00fcsse dringend politisch gegengesteuert werden.<\/p>\n<p>Eine Idee, um zus\u00e4tzlichen Wohnraum zu schaffen, besteht laut Pisecky in der Nachverdichtung in der Stadt, entweder durch Aus- oder Aufbauten oder auch durch Planung von Hochh\u00e4usern. \u201eReine Sanierungsma\u00dfnahmen ohne Wohnraumschaffung, zum Beispiel durch sanfte Erh\u00f6hung oder Verdichtung, helfen der Stadt und den Wohnpreisen nicht wirklich weiter. Es braucht die Nutzungsm\u00f6glichkeit von vorhandenen Fl\u00e4chen f\u00fcr zus\u00e4tzliche Wohnungen auch in der bebauten Stadt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn Wien sehen wir mittlerweile eine strukturelle Unterversorgung am Wohnungsmarkt, die nicht konjunkturabh\u00e4ngig ist, sondern aus mehreren Faktoren gleichzeitig resultiert: starkes Bev\u00f6lkerungswachstum, deutlich gestiegene Bau- und Finanzierungskosten sowie seit zwei Jahren r\u00fcckl\u00e4ufige Fertigstellungszahlen\u201c, analysiert Andreas Holler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Buwog Group, die aktuelle Lage. Besonders im leistbaren Segment \u00f6ffne sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage zunehmend.<\/p>\n<p>Aus der Sicht von Holler braucht es vor allem Planungs- und Kostensicherheit: \u201eKonkret bedeutet das: schnellere Genehmigungsverfahren, verl\u00e4ssliche F\u00f6rder- und Rahmenbedingungen und ein regulatorisches Umfeld, das Investitionen nicht zus\u00e4tzlich erschwert.\u201d Wichtig sei, dass Investitionen in den Wohnbau wieder als langfristig stabile Anlage gesehen werden k\u00f6nnen. \u201eWenn es gelingt, Rendite-Erwartungen und soziale Zielsetzungen in Einklang zu bringen, kann der freifinanzierte Sektor einen wesentlichen Teil der steigenden Nachfrage abdecken.\u201d<\/p>\n<p>Und L\u00f6sungsans\u00e4tze, um den gewerblichen Sektor zu motivieren, die steigende Nachfrage durch mehr Bauten zu decken? Dazu brauche es laut Biffl auch Rahmenbedingungen f\u00fcr Finanzierungen, die gewerblichen und privaten Wohnbau erm\u00f6glichen, anstatt ihn zu verhindern: \u201eWir ben\u00f6tigen zum Beispiel einen reduzierten Zinssatz bei langfristiger Vermietung von Wohnimmobilien oder beim Kauf eines Eigenheims. Dazu Sanierungsturbos, etwa eine sanierungsfreundlichere Fl\u00e4chenwidmung und die Angleichung der Miete von sanierten Altbauten mit Neubauten.\u201d <\/p>\n<p>Um den Wohnbau wieder anzukurbeln, sei generell ein Blick \u00fcber den geografischen Tellerrand und mehr Kreativit\u00e4t gefordert, das zeige sich am Beispiel der neuen Geb\u00e4udeklasse E in Deutschland oder am Modell der ewigen Rente auf Grundst\u00fccke in der Schweiz.<\/p>\n<p>Eine Sache ist f\u00fcr Biffl bei alldem klar: \u201eOhne die gewerbliche Immobilienwirtschaft wird \u00d6sterreich immer eine Wohnungsnot haben, denn wir sind die, die \u00d6sterreich zu zwei Dritteln bauen. Und daher darf auf unseren Sektor auf keinen Fall vergessen werden\u201c, lautet funktionsgem\u00e4\u00df sein Appell. \u201eDass der Immobilienmarkt noch funktioniert, ist unserem Wohnbau zuzuschreiben. Aber \u2013 wie die Zahlen auch belegen \u2013 lange h\u00e4lt das nicht mehr\u201c, warnt er.<\/p>\n<p>        Neubauleistung sinkt<\/p>\n<p>Am Wohnungsmarkt kam es 2025 im Vergleich zum Vorjahr bundesweit zu einem R\u00fcckgang von 25 Prozent in den Fertigstellungszahlen. Die gr\u00f6\u00dfte Neubaut\u00e4tigkeit 2025 \u2013 sowohl absolut als auch im Verh\u00e4ltnis zur Einwohnerzahl \u2013 hat in Wien stattgefunden, dennoch gab es auch hier einen Einbruch der Fertigstellungen auf 10.700 Einheiten, ein Minus von 22 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der aktuelle Immobilien-Preisspiegel zeigt ein alarmierendes Bild, jedenfalls f\u00fcr Wohnraumsuchende. 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