{"id":130052,"date":"2026-04-29T09:49:09","date_gmt":"2026-04-29T09:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130052\/"},"modified":"2026-04-29T09:49:09","modified_gmt":"2026-04-29T09:49:09","slug":"oelpreise-steigen-trotz-opec-austritt-der-vae-waffenruhe-mit-iran-wackelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130052\/","title":{"rendered":"\u00d6lpreise steigen trotz OPEC-Austritt der VAE, Waffenruhe mit Iran wackelt"},"content":{"rendered":"<p>\n                    Zuerst ver\u00f6ffentlicht am                 29\/04\/2026 &#8211; 10:50 MESZ\u2022Zuletzt aktualisiert<br \/>\n                                     11:12\n                                        <\/p>\n<p>Die \u00d6lm\u00e4rkte stehen erneut vor Turbulenzen. Die Vereinigten Arabischen Emirate treten formell aus der Organisation erd\u00f6lexportierender L\u00e4nder (OPEC) und ihrem erweiterten B\u00fcndnis OPEC+ aus. Die Regierung verk\u00fcndete den Schritt am Dienstag, wirksam wird er am Freitag.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Der Schritt beendet eine jahrzehntelange Mitgliedschaft. Er erfolgt in einer Phase, in der die Weltwirtschaft weiter unter dem anhaltenden Krieg mit Iran leidet und die Blockade der Stra\u00dfe von Hormus in Kraft bleibt.<\/p>\n<p>Anlegerinnen und Anleger pr\u00fcfen, ob die Emirate k\u00fcnftig deutlich mehr \u00d6l f\u00f6rdern und damit die Preise d\u00e4mpfen k\u00f6nnten. Gleichzeitig f\u00fcrchten sie akute Risiken f\u00fcr die globalen Lieferwege und ein erh\u00f6htes Risiko, dass weitere L\u00e4nder OPEC und OPEC+ verlassen.<\/p>\n<p>Nach der Ank\u00fcndigung reagierten die M\u00e4rkte schnell. Sie kalkulierten eine m\u00f6gliche \u00dcberversorgung durch die Emirate ein. Die \u00d6lpreise fielen zwischen zwei und drei Prozent, besonders bei Terminkontrakten mit einer Laufzeit von einigen Monaten.<\/p>\n<p>Doch die Verluste waren rasch wieder ausgeglichen. Die Risikopr\u00e4mie f\u00fcr den Konflikt im Nahen Osten und den derzeitigen Stopp der Verhandlungen zwischen den USA und Iran st\u00fctzte die Preise.<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der Berichterstellung notiert die US-Referenzsorte WTI \u00fcber 105 US-Dollar je Barrel, Brent als internationale Referenz \u00fcber 112 US-Dollar. Beide Preise liegen am Mittwoch rund vier Prozent \u00fcber dem Tiefstand nach der Ank\u00fcndigung der Emirate.<\/p>\n<p>Die Entscheidung der Emirate folgt auf jahrelange Spannungen zwischen Abu Dhabi und Riad \u00fcber F\u00f6rderquoten. Die Regierung hat mehr als 150 Milliarden US-Dollar (128 Milliarden Euro) in den staatlichen Konzern Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) investiert, um die Kapazit\u00e4t auf f\u00fcnf Millionen Barrel pro Tag zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Im engen Korsett der OPEC blieb ein gro\u00dfer Teil dieser Kapazit\u00e4t jedoch ungenutzt. Nun stellt die Regierung das nationale Interesse in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Der Austritt des drittgr\u00f6\u00dften Produzenten des Kartells ist ein schwerer Schlag f\u00fcr den Zusammenhalt der seit sechzig Jahren bestehenden Organisation. Maurizio Carulli, globaler Energieanalyst bei Quilter Cheviot, betont, wie sehr dieser Schritt die \u00fcbrigen Mitglieder einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>\u201eSolange der Tankerverkehr durch die Stra\u00dfe von Hormus nicht wieder sicher ist, kann die OPEC die Preise nur begrenzt stabilisieren. Gleichzeitig haben Produzenten in den USA \u00fcberproportional an Einfluss gewonnen\u201c, erkl\u00e4rte Carulli.<\/p>\n<p>Die Emirate haben zugesagt, zus\u00e4tzliche Produktion \u201eschrittweise und ma\u00dfvoll\u201c auf den Markt zu bringen. Der pl\u00f6tzliche Wegfall der Koordination innerhalb der OPEC sorgt dennoch f\u00fcr zus\u00e4tzliche Unsicherheit.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Emirate wirkte die Blockade letztlich als Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Austritt. Weil ihre wichtigste Exportroute bedroht ist, sucht Abu Dhabi nun den diplomatischen Spielraum, eigenst\u00e4ndige Sicherheits- und Handelsabkommen au\u00dferhalb der traditionellen Kartellstrukturen zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Trotz der geopolitischen Turbulenzen zeigen sich Energieaktien robust.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Carulli profitieren integrierte Energiekonzerne wie BP, Shell, TotalEnergies, ENI, Chevron und ExxonMobil von dem Preisanstieg. \u201ePro zehn US-Dollar mehr beim \u00d6lpreis k\u00f6nnten ihre operativen Barmittelzufl\u00fcsse um f\u00fcnf bis zehn Prozent steigen\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Patt im Konflikt um Stra\u00dfe von Hormus<\/p>\n<p>In einer getrennten, aber eng verbundenen Entwicklung bleibt die Sicherheitslage im Nahen Osten trotz eines br\u00fcchigen Waffenstillstands angespannt. Iran hat vor Kurzem einen Zehn-Punkte-Plan zur Wiederer\u00f6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus vorgelegt.<\/p>\n<p>Im Gegenzug f\u00fcr die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs verlangt Teheran den vollst\u00e4ndigen Abzug der US-Marine aus dem Gebiet und ein Ende der aktuellen Kampfhandlungen.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump, der den von Pakistan vermittelten, zweiw\u00f6chigen Waffenstillstand j\u00fcngst verl\u00e4ngert hat, nannte das j\u00fcngste Angebot Irans \u201edeutlich besser\u201c als fr\u00fchere Vorschl\u00e4ge, lehnte die Bedingungen jedoch ab.<\/p>\n<p>Kurz darauf schrieb Trump in Online-Netzwerken, Iran befinde sich in einer verzweifelten Lage und habe keinerlei Verhandlungsmacht.<\/p>\n<p>Washington beharrt weiterhin auf einer dauerhaften Regelung des iranischen Atomprogramms und einer \u201ebedingungslosen\u201c Wiederer\u00f6ffnung der Wasserstra\u00dfe, bevor Sanktionen aufgehoben werden.<\/p>\n<p>Die Folgen dieser Blockade f\u00fcr die weltweite Energiesicherheit sind kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>\u201eDie anhaltende Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus hat laut IEA etwa zw\u00f6lf Prozent des globalen \u00d6langebots vom Markt genommen \u2013 eine st\u00e4rkere St\u00f6rung als der Jom-Kippur-Krieg, der Iran-Irak-Konflikt, die Invasion Kuwaits oder sogar die Folgen des Kriegs in der Ukraine\u201c, betonte Carulli.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 29\/04\/2026 &#8211; 10:50 MESZ\u2022Zuletzt aktualisiert 11:12 Die \u00d6lm\u00e4rkte stehen erneut vor Turbulenzen. 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