{"id":130209,"date":"2026-04-29T11:18:08","date_gmt":"2026-04-29T11:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130209\/"},"modified":"2026-04-29T11:18:08","modified_gmt":"2026-04-29T11:18:08","slug":"von-suedafrika-nach-wien-sopranistin-mimi-coertse-gestorben-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130209\/","title":{"rendered":"Von S\u00fcdafrika nach Wien: Sopranistin Mimi Coertse gestorben \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Die aus Durban stammende S\u00e4ngerin begeisterte bis in die 1970er-Jahre in lyrischen und Koloraturpartien an Staats- und Volksoper.<\/p>\n<p>\u201eDes gibt\u2019s ned, Sie san doch goa ned schwoaz!\u201c: So soll einst Karl B\u00f6hm im typischen Grantlerton auf Mimi Coertse reagiert haben, als sie sich als Sopranistin aus S\u00fcdafrika vorstellte.<\/p>\n<p>Ist die oft erz\u00e4hlte Anekdote wahr, m\u00fcsste sie sich im J\u00e4nner 1955 ereignet haben, als die blutjunge S\u00e4ngerin am Teatro San Carlo in Neapel unter B\u00f6hms Leitung als Blumenm\u00e4dchen in Wagners \u201eParsifal\u201c deb\u00fctierte. 1932 in Durban in der damaligen S\u00fcdafrikanischen Union als Maria Sophia Coertse geboren, begann die Farmerstochter eine Gesangsausbildung in ihrer Heimat, bevor sie mit ihrem ersten Mann, dem Komponisten, Musikwissenschaftler und Radiomoderator Dawid Engela, den Plan fasste, zum gemeinsamen Studium nach Wien zu gehen. Im J\u00e4nner 1954 kamen sie an, die Ehe war bald zu Ende, aber Mimis Ausbildung bei Josef Witt an der damaligen Musikakademie trug Fr\u00fcchte. Noch bei einem Klassenabend war sie 1955 im Sch\u00f6nbrunner Schlosstheater die Zerbinetta neben der Ariadne der jungen Gwyneth Jones.<\/p>\n<p>Als K\u00f6nigin der Nacht deb\u00fctierte sie am 17. M\u00e4rz 1956 in der wieder erbauten Wiener Staatsoper und wurde mit damals noch nicht 24 Jahren das j\u00fcngste Ensemblemitglied des Hauses am Ring. Trotz diverser internationaler Auftritte, etwa am Royal Opera House Covent Garden, in Glyndebourne und immer wieder auch in S\u00fcdafrika, blieb sie Wien treu \u2013 und schlug nach eigener Aussage deshalb auch Angebote der Metropolitan Opera und der Scala aus. Auf lyrische und Koloraturpartien spezialisiert, sang sie an der Staatsoper nicht zuletzt 62-mal die K\u00f6nigin der Nacht, 33-mal Gilda, 31-mal Nedda, je 30-mal Traviata und Donna Anna sowie 25-mal Fiakermilli. Ovationen l\u00f6ste auch ihre Lucia aus, die sie 1965 mit Alfredo Kraus an der Volksoper gegeben hat. 1967 wurde sie zur \u00f6sterreichischen Kammers\u00e4ngerin ernannt.<\/p>\n<p>1973 gab Coertse ihre letzte von 102 Staatsopern-Vorstellungen als Mozarts Konstanze, die sie auch an der Seite von Fritz Wunderlich gesungen hatte, und zog sich mit ihrem dritten Ehemann, dem s\u00fcdafrikanischen Gesch\u00e4ftsmann Werner Ackerman, und zwei gemeinsamen Adoptivkindern nach Pretoria zur\u00fcck. In S\u00fcdafrika unterrichtete sie, setzte sich noch zu Zeiten der Apartheid f\u00fcr ein faires Zusammenleben zwischen den Bev\u00f6lkerungsgruppen ein und gr\u00fcndete ein inklusives Ensemble f\u00fcr Opernnachwuchs. 1978 kehrte sie f\u00fcr eine einzelne Abschiedsvorstellung als Elisabetta in \u201eDon Carlos\u201c nach Wien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 27. April 2026, wenige Wochen vor ihrem 94. Geburtstag, ist Mimi Coertse in Pretoria gestorben.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die aus Durban stammende S\u00e4ngerin begeisterte bis in die 1970er-Jahre in lyrischen und Koloraturpartien an Staats- und Volksoper.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":130210,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[46,42,147,934,44,148],"class_list":{"0":"post-130209","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-entertainment","11":"tag-nachruf","12":"tag-oesterreich","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116487723633366370","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130209","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=130209"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130209\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/130210"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130209"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130209"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130209"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}