{"id":13049,"date":"2026-02-25T19:06:07","date_gmt":"2026-02-25T19:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/13049\/"},"modified":"2026-02-25T19:06:07","modified_gmt":"2026-02-25T19:06:07","slug":"was-maestro-bychkov-fuer-paris-plant-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/13049\/","title":{"rendered":"Was Maestro Bychkov f\u00fcr Paris plant \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Semyon Bychov, der designierte Chefdirigent der Pariser Oper, kommt mit seinem Prager Orchester ins Wiener Konzerthaus. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber das Tschechische an Mahler und die Vorteile von Gro\u00dfbaustellen.<\/p>\n<p>Dieser Tage kommt auf dem Label Pentatone eine Gesamtaufnahme der (vollendeten und nummerierten) Mahler-Symphonien in den Handel, mit der Tschechischen Philharmonie unter Semyon Bychkov. Es ist eine Art Abschiedsgeschenk, das die Musiker und der Dirigent sich selbst und ihrem Publikum machen. \u201eMahlers Zweite, die ,Auferstehungssymphonie\u2018 habe ich zum Einstand in Prag dirigiert, ich habe sie auch als Abschlusskonzert gew\u00e4hlt, wenn meine Prager Zeit in zwei Jahren zu Ende geht\u201c, sagt Bychkov im \u201ePresse\u201c-Gespr\u00e4ch. Mahler mit einem tschechischen Orchester, das hat etwas mit der musikalischen Muttersprache zu tun. \u201eWir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Mahler in diesem Land geboren wurde. Und dass die Musik, mit der er gro\u00df geworden ist, die Art, wie hier musiziert wird, auch den Musikern der Tschechischen Philharmonie im Blut liegt.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Bychkov geht die berufliche Reise weiter nach Paris. 2028 wird er Chefdirigent der Pariser Oper. \u201eDamit\u201c, so sagt er am\u00fcsiert, \u201ekomme ich endlich in jenes Land zur\u00fcck, in dem ich seit mehr als drei\u00dfig Jahren lebe. Seit 1998 meine Zeit als Chefdirigent des Orchestre de Paris zu Ende ging, war ich in vielen L\u00e4ndern t\u00e4tig.\u201c Bald wird aber Paris wirklich auch seine k\u00fcnstlerische Heimst\u00e4tte werden: \u201eIch werde dann kaum noch Zeit f\u00fcr andere Aufgaben haben\u201c, sagt er, und meint damit seine Opernengagements. Beide H\u00e4user der Op\u00e9ra National de France m\u00fcssen renoviert werden, das Palais Garnier und die Op\u00e9ra Bastille. Was Bychkov nicht nur als Hindernis begreift, sondern sogar als Chance: \u201eWir alle wissen, wie wichtig f\u00fcr Opernorchester die Erfahrung im symphonischen Bereich ist. Und wenn man die lange Geschichte der Pariser Oper betrachtet, dann hatten die Orchestermusiker in dreieinhalb Jahrhunderten kaum Gelegenheit, sich diesem Repertoire zu widmen..\u201c<\/p>\n<p>Da die Anzahl der Instrumentalisten \u2013 die Pariser Oper verf\u00fcgt sozusagen \u00fcber zwei voll funktionsf\u00e4hige Klangk\u00f6rper \u2013 in der Zeit des Umbaus nicht reduziert wird, kann die Anzahl der Konzerte massiv steigen. \u201eIch selbst werde mindestens sechs verschiedene Konzertprogramme pro Saison einstudieren\u201c, sagt Bychkov, \u201eund dazu zwei Opernproduktionen betreuen\u201c. Und wenn er betreuen sagt, dann meint er damit im Unterschied zu den meisten seiner Kollegen: vom ersten Probentag an anwesend zu sein. \u201eWer erst f\u00fcr die Orchesterproben erscheint, zwei Wochen vor der Premiere, der hat alles Wesentliche schon verpasst. Wenn die Arbeit sechs Wochen dauert, dann bin ich genauso lange dabei.\u201c<\/p>\n<p>Schon um den Regisseuren auf die Finger zu schauen. Was Semyon Bychkov von einer Opern-Neuinszenierung erwartet, bei der er das Sagen hat, durften die Pariser j\u00fcngst erleben. Da dirigierte er Tschaikowskys \u201eEugen Onegin\u201c in einer Regie von Ralph Fiennes, den er sich ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht hatte, weil er dessen Darstellung der Titelfigur in der prachtvollen Verfilmung von Puschkins Versroman durch Martha Fiennes bewundert hatte. Die Auff\u00fchrung im Palais Garnier erstaunte das internationale Publikum, das mittlerweile anderes gewohnt ist, durch die Tatsache, dass die Kulissen aussahen wie Kulissen f\u00fcr \u201eEugen Onegin\u201c \u2013 und die Figuren agierten, wie Puschkin und Tschaikowsky sie \u201eangelegt\u201c haben.<\/p>\n<p>\u201eMan wird mir jetzt gleich wieder sagen, ich sei konservativ\u201c, kommentiert Bychkov, \u201ewobei ich dann fragen muss: Was ist ein Konservativer? Doch wohl einer, der alles so erhalten will, wie es ist! Wenn wir an die Situation der Oper in unseren Tagen denken, dann darf ich sagen: Ich bin eben nicht konservativ. Wir sind doch alle Interpreten, die Musiker, die Schauspieler, aber auch die Regisseure. Und die wichtigste Aufgabe von Interpreten ist es, den Dichtern und Komponisten zu dienen und zu versuchen, deren Werke dem heutigen Publikum zug\u00e4nglich zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Und um Missverst\u00e4ndnisse auszur\u00e4umen, da w\u00fcrde einem Per\u00fccken- und Stehtheater das Wort geredet: \u201eIch wei\u00df sehr gut, dass es St\u00fccke gibt, die in ihrer Zeit spielen m\u00fcssen, um zu ,funktionieren\u2018, und St\u00fccke, die geradezu nach Abstraktion schreien. Aber die Absichten ihrer Sch\u00f6pfer m\u00fcssen gewahrt bleiben.\u201c In diesem Sinn wird der Dirigent sich in seinem neuen Amt einzubringen versuchen.<\/p>\n<p>Welche Werke er dirigieren m\u00f6chte, sagt er noch nicht. Aber der Blick auf sein Prager Repertoire seit 2018 lehrt, wie weit Bychkovs Horizont ist. Manche CD-Produktion, voran die Symphonien und Konzerte Tschaikowskys, hat international Preise eingeheimst. Und das aktuelle Programm f\u00fcr den freit\u00e4glichen Auftritt im Wiener Konzerthaus bringt \u201eItalienisches\u201c von Mendelssohn, das G-Dur-Konzert von Ravel mit Alice Sara Ott am Klavier sowie \u201ePulcinella\u201c von Igor Strawinsky. Und zwar die gesamte Ballettmusik mit Gesang, die man im Konzertsaal kaum je h\u00f6ren kann.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Semyon Bychov, der designierte Chefdirigent der Pariser Oper, kommt mit seinem Prager Orchester ins Wiener Konzerthaus. 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