{"id":130947,"date":"2026-04-29T18:39:13","date_gmt":"2026-04-29T18:39:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130947\/"},"modified":"2026-04-29T18:39:13","modified_gmt":"2026-04-29T18:39:13","slug":"demenz-was-ihr-darm-ueber-ihr-gehirn-verraet-forscher-entdecken-ueberraschenden-zusammenhang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/130947\/","title":{"rendered":"Demenz: Was Ihr Darm \u00fcber Ihr Gehirn verr\u00e4t &#8211; Forscher entdecken \u00fcberraschenden Zusammenhang"},"content":{"rendered":"<p>Ein wachsender Forschungszweig untersucht Zusammenh\u00e4nge zwischen Demenz-Erkrankungen und dem Mikrobiom \u2013 mit dem Ziel, daraus neue Ans\u00e4tze zur Fr\u00fcherkennung durch einen Bluttest zu entwickeln. Forscher sprechen von \u201ebemerkenswerten\u201c Beobachtungen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die Hoffnung mehrt sich, dass Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson bald einen Teil ihres Schreckens verlieren k\u00f6nnten. Bislang gibt es f\u00fcr viele neurodegenerative Krankheiten keine Therapien, die zu einer Genesung f\u00fchren. Das liegt auch daran, dass diese h\u00e4ufig \u00fcber Jahre voranschreiten, ohne bei den Betroffenen sp\u00fcrbare Symptome auszul\u00f6sen, bis es zu sp\u00e4t ist. Noch fehlen verl\u00e4ssliche Methoden f\u00fcr eine Fr\u00fcherkennung. Doch das \u00e4ndert sich zunehmend.<\/p>\n<p>Es zeigt sich, dass zwischen Parkinson und Schlaf grundlegende Zusammenh\u00e4nge bestehen. In Zukunft k\u00f6nnte eine Nacht im Schlaflabor das Parkinsonrisiko Jahre vor einem Krankheitsausbruch bestimmen. K\u00fcrzlich berichteten US-Forscher in <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04206-y\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04206-y&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eNature\u201c<\/a>, dass sich die Zeit bis zum Beginn von Alzheimer-Symptomen anhand von Tau-Proteinen im Blutplasma und dem Alter der Patienten vorhersagen lie\u00dfe.<\/p>\n<p>Nun schlugen Wissenschaftler der University of East Anglia (UEA), England, einen weiteren Bluttest vor, der Menschen mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr kognitiven Abbau identifizieren k\u00f6nnte \u2013 und das Jahre vor einer herk\u00f6mmlichen Diagnose. Ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlichten sie im Fachmagazin <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/19490976.2026.2649487?af=R\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/19490976.2026.2649487?af=R&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">\u201eGut Microbes<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Die Forscher fanden heraus, dass subtile Ver\u00e4nderungen in den Stoffwechselprodukten im Blut die fr\u00fchesten Anzeichen kognitiven Abbaus lange vor dem Auftreten offensichtlicher Symptome sichtbar machen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Diese Ver\u00e4nderungen w\u00fcrden durch chemische Stoffe verursacht, die von Darmbakterien produziert werden. Damit reiht sich die Arbeit in ein <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41392-024-01743-1\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41392-024-01743-1&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">wachsendes Forschungsfeld<\/a> ein \u2013 und liefert weitere Hinweise darauf, dass die Darm-Hirn-Achse eine wichtige Rolle bei fr\u00fchen Ged\u00e4chtnisver\u00e4nderungen spielt.<\/p>\n<p>Die Hoffnung ist, dass sich mithilfe von Blutuntersuchungen eines Tages die Fr\u00fcherkennung von Demenz grundlegend ver\u00e4ndern k\u00f6nnte. Studienleiter David Vauzour von der Norwich Medical School der UEA sagte: \u201eDemenz ist eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit unserer Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Demenz-Fr\u00fcherkennung<\/p>\n<p>\u201eWeltweit sind mehr als 55 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Da die Zahl der F\u00e4lle mit der alternden Bev\u00f6lkerung stark steigen wird, war der Bedarf an fr\u00fcherer Diagnose, besserer Unterst\u00fctzung und wirksamen Pr\u00e4ventionsstrategien noch nie so dringend.\u201c<\/p>\n<p>\u201eFr\u00fcherkennung ist entscheidend, denn wenn die Symptome der Demenz sichtbar werden, ist ein gro\u00dfer Teil der Hirnsch\u00e4digung bereits eingetreten. Das fr\u00fchzeitige Erkennen biologischer Warnsignale k\u00f6nnte rechtzeitige Lebensstil\u00e4nderungen, gezielte Interventionen und eine bessere \u00dcberwachung erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n<p>Die Forscher analysierten Blut- und Stuhlproben von 150 Erwachsenen im Alter von 50 Jahren und \u00e4lter. Darunter waren sowohl gesunde Personen als auch Menschen mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung (MCI), die h\u00e4ufig als Vorstufe von Demenz gilt.<\/p>\n<p>Eine dritte Gruppe bestand aus Personen mit subjektiven Ged\u00e4chtnisproblemen, die in standardisierten kognitiven Tests noch normal abschneiden, aber das Gef\u00fchl haben, dass \u201eetwas nicht ganz stimmt\u201c.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden gaben n\u00fcchterne Blutproben ab, die mithilfe hochsensibler Labormethoden auf 33 zentrale Molek\u00fcle untersucht wurden, die von Darmmikroben und aus der Ern\u00e4hrung stammen. Zus\u00e4tzlich lieferten sie Stuhlproben, um die individuellen Bakteriengemeinschaften in ihrem Verdauungssystem zu kartieren.<\/p>\n<p>Vauzour sagte: \u201eMithilfe fortschrittlicher Computermodelle und KI-gest\u00fctztem maschinellem Lernen haben wir untersucht, ob bestimmte Kombinationen dieser aus Darm und Ern\u00e4hrung stammenden chemischen Stoffe zwischen gesunden Menschen und solchen mit fr\u00fchem kognitivem Abbau unterscheiden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Mikrobiom und Demenz \u2013 m\u00f6glicher Zusammenhang<\/p>\n<p>\u201eWas wir gefunden haben, war wirklich bemerkenswert\u201c, sagte Vauzour. \u201eSelbst bei Menschen, die gerade erst leichte Ged\u00e4chtnisver\u00e4nderungen bemerkt hatten, zeigten sich klare Verschiebungen sowohl in ihrer Darmflora als auch in den Metaboliten, die diese in den Blutkreislauf abgeben.\u201c<\/p>\n<p>Ein Machine-Learning-Modell, das auf nur sechs dieser Metaboliten basiert, konnte die Teilnehmer mit einer Genauigkeit von 79 Prozent den drei Gruppen zuordnen. Gesunde Erwachsene konnten es mit \u00fcber 80 Prozent Genauigkeit von Personen mit leichter kognitiver Beeintr\u00e4chtigung unterscheiden.<\/p>\n<p>\u201eEntscheidend ist, dass die chemischen Ver\u00e4nderungen im Blut der Teilnehmenden stark mit Unterschieden in bestimmten Darmbakterien zusammenhingen\u201c, sagte Vauzour. \u201eDas st\u00e4rkt die wachsende Evidenz, dass die Darm-Hirn-Achse \u2013 das Kommunikationsnetzwerk zwischen Verdauungssystem und Gehirn \u2013 eine wichtige Rolle beim kognitiven Altern spielt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir sind zwar noch nicht an dem Punkt, an dem wir einen diagnostischen Test anbieten k\u00f6nnen, aber unsere Arbeit legt nahe, dass wir Ern\u00e4hrungs- und Mikrobiomdaten nutzen k\u00f6nnten, um Demenz fr\u00fcher im Leben zu erkennen \u2013 m\u00f6glicherweise sogar, bevor erhebliche Hirnsch\u00e4den entstanden sind\u201c, erg\u00e4nzte Co-Autor Simon McArthur von der Queen Mary University of London.<\/p>\n<p>\u201eWir hoffen, dass diese Forschung den Weg f\u00fcr einfache, nicht-invasive Bluttests ebnet, mit denen sich Menschen mit erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr Ged\u00e4chtnisverlust Jahre vor einer typischen Demenzdiagnose identifizieren lassen.\u201c Die Studie unterstreicht zudem das Potenzial des Darmmikrobioms als Ansatzpunkt zum Schutz der Gehirngesundheit.<\/p>\n<p>Vauzour sagte: \u201eWenn bestimmte Darmbakterien oder die von ihnen produzierten Stoffe zum fr\u00fchen kognitiven Abbau beitragen, k\u00f6nnten Behandlungen mit Ern\u00e4hrungsumstellungen, Probiotika, mikrobiombasierten Therapien oder personalisierter Ern\u00e4hrung eines Tages Teil von Pr\u00e4ventionsstrategien gegen Demenz werden.\u201c<\/p>\n<p>Eef Hogervorst, Professorin f\u00fcr biologische Psychologie an der Loughborough University, war an der Studie nicht beteiligt. Sie kommentierte: \u201eEs ist ein interessantes Ergebnis, mit fundierter Theorie und beeindruckenden statistischen Analysen. Aufgrund der kleinen Stichproben und fehlender Nachbeobachtung halte ich jedoch die Schlussfolgerung, dass dies ein fr\u00fcher diagnostischer Marker f\u00fcr kognitiven Abbau und sogar Demenz sein k\u00f6nnte, f\u00fcr etwas \u00fcberzogen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein wachsender Forschungszweig untersucht Zusammenh\u00e4nge zwischen Demenz-Erkrankungen und dem Mikrobiom \u2013 mit dem Ziel, daraus neue Ans\u00e4tze zur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":100306,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,5801,130,137,129,124,123,8196,44,210],"class_list":{"0":"post-130947","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-darm","11":"tag-demenzen-ks","12":"tag-ernaehrung","13":"tag-gehirn","14":"tag-gesundheit","15":"tag-health","16":"tag-mikrobiom","17":"tag-oesterreich","18":"tag-texttospeech"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116489458077533569","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130947","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=130947"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/130947\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100306"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130947"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130947"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130947"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}