{"id":131682,"date":"2026-04-30T05:13:10","date_gmt":"2026-04-30T05:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/131682\/"},"modified":"2026-04-30T05:13:10","modified_gmt":"2026-04-30T05:13:10","slug":"zahl-der-armutsgefaehrdeten-in-oesterreich-gestiegen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/131682\/","title":{"rendered":"Zahl der Armutsgef\u00e4hrdeten in \u00d6sterreich gestiegen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>18,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung waren laut Statistik Austria im vergangenen Jahr armuts- oder ausgrenzungsgef\u00e4hrdet. <\/p>\n<p>Im Vorjahr waren 1.699.000 Menschen (18,8 Prozent) armuts- oder ausgrenzungsgef\u00e4hrdet. Das geht aus einer Erhebung der Statistik Austria hervor. Im Vergleich zu 2024 (16,9 Prozent) ist das ein Anstieg um 170.000 Personen. Als armuts- oder ausgrenzungsgef\u00e4hrdet gilt, wer entweder erheblich materiell und sozial benachteiligt ist, wessen Haushalt unter 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verf\u00fcgung hat oder wer nur in geringem Ausma\u00df ins Erwerbsleben eingebunden ist.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich verf\u00fcgten Privathaushalte laut der aktuellen Erhebung im Mittel \u00fcber 50.709 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr. Dieses ist im Vorjahr auch gewachsen, allerdings nicht in allen Bev\u00f6lkerungsgruppen gleich. \u201eDer Anteil der Personen mit einem Haushaltseinkommen unter der EU-definierten Armutsgef\u00e4hrdungsschwelle von 60 % des Medianeinkommens nahm von 14,3 Prozent im Jahr 2024 auf 16 Prozent im Jahr 2025 zu\u201c, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1777525990_748_kein Titel.webp\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/><\/p>\n<p>\u2003APA \/ Rfk<\/p>\n<p>Anteilsm\u00e4\u00dfig h\u00e4ufiger unter den zehn Prozent mit den geringsten Haushaltseinkommen vertreten sind Menschen ohne \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft (20 Prozent der EU\/EFTA- bzw. 36 Prozent der Drittstaatsangeh\u00f6rigen), Arbeitslose (34 Prozent) und Personen mit h\u00f6chstens Pflichtschulabschluss (16 Prozent). Au\u00dferdem sind Alleinerziehende (25 Prozent), Familien mit drei oder mehr Kindern (18 Prozent) oder Alleinlebende (19 Prozent der M\u00e4nner, 18 bei Frauen) h\u00e4ufiger von Armut betroffen.<\/p>\n<p>Unter die von der EU als Armutsschwelle festgelegten 60 Prozent des Medianeinkommens &#8211; 1806 Euro im Monat &#8211; fielen im Vorjahr 1.448.000 oder 16 Prozent der Bev\u00f6lkerung. Auch das deutlich mehr als im Vorjahr: 2024 waren es noch 14,3 Prozent der Bev\u00f6lkerung. 2,9 Prozent waren zudem \u201eerheblich materiell und sozial benachteiligt\u201c. Dazu z\u00e4hlt, wer sich zentrale, EU-definierte Merkmale und Aktivit\u00e4ten des t\u00e4glichen Lebens nicht leisten kann. Sie reichen von unerwarteten Ausgaben in der H\u00f6he von 1.570 Euro \u00fcber einen Urlaub pro Jahr bis hin zu einer angemessen warmen Wohnung. Einen Urlaub pro Jahr zu unternehmen war beispielsweise f\u00fcr 17,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung finanziell nicht m\u00f6glich. Erst, wenn es zu einer Verdichtung dieser Problemlage kommt und mindestens 7 der 13 Merkmale nicht leistbar sind, wird von erheblicher Benachteiligung ausgegangen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend h\u00e4lt Statistik Austria fest: \u201eGrunds\u00e4tzlich ist nachweisbar, dass Einkommen und Lebensstandard stark zusammenh\u00e4ngen: Die Quote der materiellen und sozialen Benachteiligung betr\u00e4gt insgesamt 2,9 Prozent, unter den Armutsgef\u00e4hrdeten liegt sie hingegen mit 10,1 Prozent mehr als 3-mal so hoch.\u201c<\/p>\n<p>Besorgt reagierten am Mittwoch einige NGOs auf die EU-weiten Erhebungen zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC). Rot-Kreuz-Pr\u00e4sident Gerald Sch\u00f6pfer wertete diese als \u201eAlarmsignal\u201c, die Armut habe sich auf inakzeptablem Niveau verfestigt. Er appellierte mit Blick auf die aktuell laufenden Budgetverhandlungen auch an die Bundesregierung, \u201edort zu sparen, wo es sinnvoll ist, und nicht auf Kosten der Armen\u201c.<\/p>\n<p>Der Samariterbund machte indes auf die Situation von Studierenden aufmerksam. Immer h\u00e4ufiger m\u00fcssten diese aufgrund der erh\u00f6hten Lebenserhaltungskosten Hilfsangebote in Anspruch nehmen. Gleichzeitig steigen die Kosten f\u00fcr Studentenheime.<\/p>\n<p>Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger erneuerte indes seine Forderung nach einer Kindergrundsicherung. 411.000 Kinder und Jugendliche sind armuts- oder ausgrenzungsgef\u00e4hrdet, 81.000 Kinder mehr lebten laut Erhebung 2025 unter der Armutsgef\u00e4hrdungsschwelle. \u201eKinderarmut widerspricht den Kinderrechten und alle in der Politik sind nun angehalten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Kinderarmut in \u00d6sterreich zu bek\u00e4mpfen\u201c, so Fenninger. (APA)<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"18,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung waren laut Statistik Austria im vergangenen Jahr armuts- oder ausgrenzungsgef\u00e4hrdet. 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