{"id":133549,"date":"2026-05-01T03:41:12","date_gmt":"2026-05-01T03:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/133549\/"},"modified":"2026-05-01T03:41:12","modified_gmt":"2026-05-01T03:41:12","slug":"ermittlungen-gegen-orf-mitarbeiterin-eine-neue-klage-und-die-neue-ausschreibung-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/133549\/","title":{"rendered":"Ermittlungen gegen ORF-Mitarbeiterin, eine neue Klage und die neue Ausschreibung \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Sehr viel ist los rund um den ORF. Genau eine Woche nach der Wahl von Ingrid Thurnher zur Generaldirektorin bis Ende 2026 ist nun die Ausschreibung f\u00fcr den Posten f\u00fcr die f\u00fcnf Jahre danach ver\u00f6ffentlicht worden. Etwas umfangreicher als vor f\u00fcnf Jahren ist dieser Text \u2013 und bei den besonderen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten ein wenig spezifischer. <\/p>\n<p>So wird nun etwa ein abgeschlossenes Hochschulstudium verlangt, vorzugsweise in den Fachrichtungen Recht, Wirtschaft oder Medienmanagement. Wobei dem auch gleich ein \u201eoder\u201c angef\u00fcgt ist: Auch eine \u201edem Studium gleichartige Berufserfahrung\u201c wird offenbar akzeptiert. Zu den Anforderungen geh\u00f6ren au\u00dferdem F\u00fchrungserfahrung (oder die Bef\u00e4higung zur \u00dcbernahme von F\u00fchrungsaufgaben), vertiefte Kenntnisse des Medienmarktes, sehr gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Strategiekompetenz f\u00fcr die Weiterentwicklung des ORF (hier wird auch die Unternehmenskultur erw\u00e4hnt) sowie \u201eVerantwortung f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit des ORF\u201c. Dazu kommt \u201eeine f\u00fcr die Aufgaben relevante Vorbildung\u201c. <\/p>\n<p>Auch \u201ehohe soziale Kompetenz\u201c und Erfahrung in der digitalen Transformation werden erwartet. Neu ist \u00fcbrigens in der Ausschreibung, dass zum Nachweis der Unbescholtenheit der Bewerbung eine aktuelle Strafregisterbescheinigung beizulegen ist.  Verlangt wird auch ein Konzept f\u00fcr die mittel- und langfristige Weiterentwicklung des ORF. Das alles muss bis sp\u00e4testens 28. Mai bei Heinz Lederer als Vorsitzendem des Stiftungsrates eingereicht werden, die Entscheidung \u00fcber die neue ORF-Spitze soll am 11. Juni fallen.<\/p>\n<p>Sehr viel konkreter als die Ausschreibungen der Vergangenheit wirkt die aktuelle nicht. Rundfunkrechtler Hans Peter Lehofer\u00a0weist gegen\u00fcber der \u201ePresse\u201c allerdings auf eine Neuerung beim Verfahren zur Bestellung hin: Die Findungskommission muss ein vorgegebenes Raster ausf\u00fcllen, bei dem die Qualifikationen jeweils einzeln beurteilt werden. Die jeweiligen Stiftungsr\u00e4te sind auch angehalten zu begr\u00fcnden, inwieweit die Kriterien bei den ausgew\u00e4hlten Kandidaten erf\u00fcllt sind. Ob das zur gew\u00fcnschten Professionalisierung bei der Auswahl f\u00fchrt, wird sich zeigen.<\/p>\n<p>Was auch schon vor f\u00fcnf Jahren in der Ausschreibung stand ist der Hinweis, dass der Generaldirektor oder die Direktorin den ORF gerichtlich und au\u00dfergerichtlich vertreten. Das hat eine leise Komik in der jetzigen Phase. Bekanntlich k\u00f6nnte es in den n\u00e4chsten Monaten passieren, dass sich zwei, drei oder vielleicht sogar vier (ehemalige) ORF-Direktoren vor Gericht begegnen: Der Fall Wei\u00dfmann sorgte f\u00fcr eine Vielzahl an Klagsank\u00fcndigungen \u2013 und auch strafrechtlich wird ermittelt.<\/p>\n<p>So hat nach einer Strafanzeige von Roland Wei\u00dfmann\u00a0die Staatsanwaltschaft Wien nun Ermittlungen gegen jene Frau aufgenommen, die ihm Fehlverhalten vorwirft. Auch gegen deren Anwalt werde wegen des Verdachts der schweren Erpressung und des Missbrauchs von Tonaufnahmen ermittelt, wie das \u201eProfil\u201c am Donnerstag berichtete \u2013 es zitierte dabei sogar aus der Ermittlungsanordnung. <\/p>\n<p>Es sollen Tonbandaufnahmen eines Gespr\u00e4chs zwischen\u00a0Wei\u00dfmann\u00a0und der\u00a0ORF-Mitarbeiterin sowie etliche Bilder beigeschafft werden. Beantragt werde zudem eine Reihe von Zeugeneinvernahmen, darunter der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, sein Stellvertreter Gregor Sch\u00fctze und das\u00a0ORF-Direktorium.<\/p>\n<p>Die\u00a0ORF-Mitarbeiterin soll vor Jahren heimlich\u00a0Gespr\u00e4che mit Wei\u00dfmann aufgezeichnet und diese im M\u00e4rz in der Kanzlei ihres Anwalts Dritten vorgespielt haben \u2013 darunter Lederer und Sch\u00fctze. Ein weiterer Vorwurf:\u00a0Wei\u00dfmann\u00a0soll mit der \u201eVernichtung der wirtschaftlichen Existenz und gesellschaftlichen Stellung\u201c gedroht worden sein, sollte er nicht als\u00a0ORF-Generaldirektor zur\u00fccktreten und Zahlungen leisten. <\/p>\n<p>Das ist nicht die einzige Causa, bei der gerade viel in Bewegung ist. F\u00fcr viel Aufsehen sorgte vergangene Woche ein Beschluss des Stiftungsrats, dass man Einsicht nicht nur in den Compliance-Bericht von Roland Wei\u00dfmann haben wolle, sondern auch \u00e4ltere Papiere zu aufsehenerregenden F\u00e4llen einsehen will. Seit heute soll bereits einiges zur Einsicht f\u00fcr den Stiftungsrat vorliegen, auch der Pensionsvertrag von Pius Strobl und die Rechtsgutachten dazu. Man kann freilich davon ausgehen, dass einiges geschw\u00e4rzt wurde. <\/p>\n<p>Wie der \u201eStandard\u201c berichtet, soll unter den Papieren nur noch der Untersuchungsbericht zum F\u00fchrungsverhalten von Robert Ziegler als Chefredakteur im ORF-Landesstudio Nieder\u00f6sterreich fehlen. Der Grund: Mitarbeitervertreter h\u00e4tten sich mit der Sorge um die Verletzung der Vertraulichkeit an ORF-Generalin Ingrid Thurnher gewandt. Denn unter dem Versprechen der Vertraulichkeit sagten in den Jahren 2022 und 2023 Dutzende Mitarbeiter des Landesstudios vor einer internen Untersuchungskommission aus.<\/p>\n<p>Unter den vorliegenden Berichten soll aber bereits jener zum Verhalten des\u00a0ORF\u00a0III-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers Peter Sch\u00f6ber sein, dem Mobbing und Interventionen vorgeworfen worden waren. Sch\u00f6ber, der weiterhin auf seinem sehr gut bezahlten Posten sitzt, will die Einsicht in den Bericht aber verhindern. Er gehe \u201emittels Klage sowie eines Antrags auf Erlassung einer einstweiligen Verf\u00fcgung\u201c gegen die Offenlegung vor, hei\u00dft es laut \u201eStandard\u201c in einem Mail von der neuen ORF-Chefin Thurnher an die Stiftungsr\u00e4te. Sofern keine einstweilige Verf\u00fcgung erlassen werde, wolle Thurnher jedenfalls weiter vorgehen wie geplant.<\/p>\n<p>\u201eDass ein hochbezahlter Manager versucht, mit einer Klage gegen das eigene Unternehmen die Aufkl\u00e4rung von Vorw\u00fcrfen zu blockieren, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Zust\u00e4nde am K\u00fcniglberg\u201c, hielt indes FP\u00d6-Mediensprecher Christian Hafenecker fest und forderte \u201evolle Transparenz und eine l\u00fcckenlose Aufkl\u00e4rung\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sehr viel ist los rund um den ORF. Genau eine Woche nach der Wahl von Ingrid Thurnher zur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":133550,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[46,42,20757,147,44,156,155,148],"class_list":{"0":"post-133549","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-serien","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-causa-weissmann","11":"tag-entertainment","12":"tag-oesterreich","13":"tag-serien","14":"tag-series","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116497251278722068","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133549"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/133549\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/133550"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=133549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=133549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}