{"id":135517,"date":"2026-05-02T07:44:11","date_gmt":"2026-05-02T07:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/135517\/"},"modified":"2026-05-02T07:44:11","modified_gmt":"2026-05-02T07:44:11","slug":"israelische-truppen-im-suedlibanon-zurueck-in-der-todesfalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/135517\/","title":{"rendered":"Israelische Truppen im S\u00fcdlibanon: Zur\u00fcck in der Todesfalle"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/grenzzaun-israel-libanon-100.jpg\" alt=\"Israelischer Grenzzaun zu S\u00fcdlibanon\" title=\"Israelischer Grenzzaun zu S\u00fcdlibanon | Bettina Meier, ARD-Studio Tel Aviv\"\/><\/p>\n<p>                    Reportage<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 02.05.2026 \u2022 04:55 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Trotz der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gibt es fast t\u00e4glich Tote bei K\u00e4mpfen. Israels Premier Netanjahu will eine &#8222;Pufferzone&#8220; schaffen. Bei vielen Menschen weckt das dunkle Erinnerungen.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/bettina-meier-107.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Bettina Meier\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/bettina-meier-109.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Unterwegs im Norden Israels. An der libanesischen Grenze unweit der Kibbuzim Bar\u2019am und Dovev duftet es nach Zeder, der Norden bl\u00fcht. Seit Mitte April gilt eine Waffenruhe im Libanon.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Sehen Sie, da ist die Grenze&#8220;, sagt Moran Levanoni. &#8222;Sie ist sehr nahe. Ich schaue nach Marun ar-Ras, alles kaputt, kein Geb\u00e4ude \u00fcbrig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Libanon-Experte vom Institut f\u00fcr Nationale Sicherheitsstudien kennt das Grenzgebiet wie seine Westentasche. Panzer haben tiefe Spuren auf dem Wanderweg hinterlassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Moran deutet auf einen H\u00fcgel im S\u00fcdlibanon: &#8222;Da dr\u00fcben war ein Freizeitpark f\u00fcr Kinder mit Spielger\u00e4ten. Er hie\u00df Iran-Park. Es gab Denkm\u00e4ler f\u00fcr die Toten der Hisbollah und von Raketen, die nach Israel zeigten.&#8220;<\/p>\n<p>    &#8222;Es f\u00fchlt sich nicht an wie eine Waffenruhe&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Pl\u00f6tzlich wird die Ruhe unterbrochen. &#8222;Das ist Maschinengewehrfeuer aus Bint Dschubail im Libanon. Es wird gek\u00e4mpft. Es f\u00fchlt sich nicht an wie eine Waffenruhe&#8220;, sagt Moran.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er war in den 1980er-Jahren Soldat der israelischen Armee im S\u00fcdlibanon. Schon damals nach dem ersten Libanon-Krieg hielt Israel einen 15 Kilometer breiten Streifen besetzt, die sogenannte Pufferzone, die Israels Gemeinden im Norden vor Angriffen sch\u00fctzen sollte. Als 1982 die schiitische Hisbollahmiliz die Macht \u00fcbernahm, seien hunderte Soldaten und tausende Libanesen in eben dieser Zone gestorben, erkl\u00e4rt Moran, der beim Nachrichtendienst der israelischen Armee arbeitete.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Sie bauten Steine aus Kunststoff mit Bomben, die sie am Stra\u00dfenrand versteckten&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Sie hatten Selbstmordattent\u00e4ter mit Autos. Einer hat sich in der N\u00e4he meines Konvois in die Luft gesprengt, drei Tote, zwei Verletzte. Es war schrecklich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Libanon-Experte Moran Levanoni bei einem Besuch im Grenzgebiet.\n                    <\/p>\n<p>    Israel bereitet sich erneut auf Eskalation vor<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als es zu gef\u00e4hrlich wurde auf den Stra\u00dfen in der besetzten Zone, setzte Israel Helikopter ein, um Au\u00dfenposten zu versorgen. Bei einem Helikopterunfall 1997 starben 73 israelische Soldaten. Das Ungl\u00fcck habe eine Protestwelle in Israel ausgel\u00f6st und sei ein Wendepunkt gewesen, sagt Moran.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass sich Israel trotz Waffenruhe wieder auf eine Eskalation mit der von Iran gest\u00fctzten Hisbollah-Miliz im S\u00fcdlibanon vorbereitet, beobachtet Moran mit Sorge.<\/p>\n<p>    Netanjahu will Terroristen abwehren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In dieser Woche sagte Israels Premier Netanjahu: &#8222;Die Sicherheitszone im S\u00fcdlibanon verhindert, dass Terroristen in den Norden Israels eindringen, den Beschuss durch Panzerabwehrraketen. Wir greifen die Hisbollah in der Sicherheitszone an, aber auch n\u00f6rdlich vom Litani-Fluss.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was Netanjahu als Erfolg feiert, nennt Rachel Madpis Ben-Dor aus dem \u00d6rtchen Rosch Pina im Norden Israels &#8222;nicht mal ein D\u00e9j\u00e0-vu&#8220;. &#8222;Es ist &#8218;Copy Paste&#8216;. Kompletter Quatsch. Damals behauptete die Regierung auch, dass sie die B\u00fcrger im Norden Israels sch\u00fctzt. Damals haben wir die L\u00fcge von Netanjahu, der 1997 Premierminister war, aufgedeckt, \u00fcber den Krieg, der Frieden bringen sollte. Damals erkannten die Menschen, dass wir recht haben. Das war vor 26 Jahren.&#8220;<\/p>\n<p>    Protestbewegung baute Druck auf<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">1997 gr\u00fcndete Ben-Dor die Protestbewegung &#8222;Vier M\u00fctter&#8220; in Israel. Auch ihr Sohn war Soldat im Libanon. Die Bewegung habe es geschafft, Druck aufzubauen, so dass Israel schlie\u00dflich die Truppen aus der besetzten Zone abgezogen habe, erinnert sich die alte Dame und holt ein Foto heraus.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damals traf Ben-Dor Netanjahu, der auch Premierminister war. Doch er habe sich mehr f\u00fcr seinen Wahlkampf interessiert, f\u00fcrchtete, der Truppenabzug k\u00f6nne ihm schaden, erinnert sie sich. Sie gab nicht auf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">1999 gewann Ehud Barak die Wahl in Israel mit dem Versprechen des Truppenabzugs. Ben-Dor kramt ein Papier hervor: &#8222;Das ist der Originalbrief, den Barak mir geschickt hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Rachel Ben-Dor von der Protestbewegung &#8222;Vier M\u00fctter&#8220; zeigt einen alten Zeitungsartikel.\n                    <\/p>\n<p>    &#8222;Wir m\u00fcssen etwas gegen diese Regierung tun&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die 18-j\u00e4hrige israelische Besatzung im S\u00fcdlibanon endete im Jahr 2000. Heute beginne alles wieder von vorn, warnt Ben-Dor: &#8222;Wir m\u00fcssen etwas gegen diese Regierung tun. Wir brauchen die Menschen in unseren Nachbarl\u00e4ndern als Verb\u00fcndete, nicht als Feinde, dass sie Anf\u00fchrer w\u00e4hlen, denen ihr Leben nicht egal ist. Wir m\u00fcssen mit den Menschen in Ramallah, in Gaza und im Libanon zusammenarbeiten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">K\u00fcrzlich stolperte sie w\u00e4hrend eines Raketenalarms, brach sich das Bein. Aufgeben will sie nicht.<\/p>\n<p>    Zertr\u00fcmmerte libanesische D\u00f6rfer<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Libanon-Experte Moran Levanoni schaut auf dem H\u00fcgel an der Grenze zum S\u00fcdlibanon durch sein Fernglas. Zertr\u00fcmmerte libanesische D\u00f6rfer in der von Israel besetzten Zone, soweit das Auge reicht. &#8222;Wenn ich das sehe, macht mich das traurig&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wenn die Menschen zur\u00fcckkehren und ihre D\u00f6rfer zerst\u00f6rt vorfinden, d\u00fcrfte das die Feindseligkeiten verst\u00e4rken, warnt er: &#8222;Wenn wir etwas aus der Vergangenheit lernen, ist es, dass eine Pufferzone keine L\u00f6sung ist. Jetzt passiert es wieder: ein Guerilla-Krieg entsteht, wie bei den Vietkong. Der liefert der Hisbollah einen legitimen Grund gegen uns zu k\u00e4mpfen.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Reportage Stand: 02.05.2026 \u2022 04:55 Uhr Trotz der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gibt es&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":135518,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[750,10897,40,1090,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-135517","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-israel","9":"tag-libanon","10":"tag-nachrichten","11":"tag-nahost","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-welt","15":"tag-world","16":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116503869246168022","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135517\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/135518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}