{"id":136636,"date":"2026-05-02T22:23:08","date_gmt":"2026-05-02T22:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/136636\/"},"modified":"2026-05-02T22:23:08","modified_gmt":"2026-05-02T22:23:08","slug":"tom-smith-die-welt-steckt-voller-widersprueche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/136636\/","title":{"rendered":"Tom Smith: Die Welt steckt voller Widerspr\u00fcche"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Schattenseiten und Lichtblicken: \u201eThere Is Nothing In The Dark That Isn\u2019t There In The Light\u201c, das Soloalbum von Tom Smith, atmet den Geist des Subtilen. Nach Jahren vergeblicher Anl\u00e4ufe ist uns nun das seltene Gl\u00fcck zuteilgeworden, ein Gespr\u00e4ch mit dem sonst so medienscheuen Briten zu f\u00fchren. \u00dcber das, was bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Editors-Frontmann sonst f\u00fcr dystopische Panoramen bekannt ist, schl\u00e4gt er nun leisere, pers\u00f6nlichere T\u00f6ne an. Dem 45-J\u00e4hrigen sind zahlreiche feinf\u00fchlige Lieder aus der Feder geflossen \u2013 schlichte St\u00fccke, die eine unerwartete Sanftmut und Geborgenheit ausstrahlen. Das bereits im vergangenen Winter ver\u00f6ffentlichte Album ist heilsam sch\u00f6n; die gro\u00dfen, dramatischen Gesten seiner Hauptband aus Birmingham sucht man hier allerdings vergebens. Stattdessen setzt Smith auf eine kaminfeuerwarme Klang\u00e4sthetik, die intim, eing\u00e4ngig und von einem anr\u00fchrenden Folk-Feeling getragen ist. Es ist Musik, die perfekt in die lichtarme Jahreszeit passt und dabei ganz seine volumin\u00f6se, zartbittere Baritonstimme ins Zentrum r\u00fcckt. Inhaltlich wendet sich Smith von den d\u00fcsteren Zukunftsvisionen der Editors ab und konzentriert sich auf das Private. Das Album reflektiert Themen wie das Vatersein, Selbstzweifel und den inneren Frieden. Diese reife Auseinandersetzung mit der eigenen Verg\u00e4nglichkeit und dem Unvollkommenen wirkt trotz ihrer Tiefe befreiend, nicht belastend.<\/p>\n<p>Ein Interview mit Tom Smith \u00fcber den langen Entstehungsprozess der Platte und den Mut, den es ihn kostete, die gewohnte Klangwand der Band hinter sich zu lassen. Das Gespr\u00e4ch verdeutlicht, dass dieses Werk sein bisher pers\u00f6nlichstes ist und genau zum richtigen Zeitpunkt das Licht der Welt erblickt hat.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"940\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Tom Smith\" class=\"wp-image-102740 ewww_webp_lazy_load\" style=\"width:400px\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1.jpg\" data-lazy-src-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1.jpg.webp\" data-lazy-srcset-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1.jpg.webp 940w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1-300x300.jpg.webp 300w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1-150x150.jpg.webp 150w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1-768x768.jpg.webp 768w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1-650x650.jpg 650w\"\/><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"940\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Tom-Smith_There-Is-Nothing-In-The-Dark-940x940-1.jpg\" alt=\"Tom Smith\" class=\"wp-image-102740\" style=\"width:400px\"  \/><br \/>\nCover <\/p>\n<p>subtext.at: Tom, welche neuen Erkenntnisse hast du durch die Arbeit an deinem Soloalbum \u00fcber dich selbst erfahren?<br \/>Tom Smith: (\u00fcberlegt) In vielerlei Hinsicht hat sich mein Songwriting-Prozess nicht von der Arbeit mit den Editors unterschieden. Ein Song entsteht bei mir normalerweise immer dann, wenn ich mich zur\u00fcckziehe. In dieser Stille liegen die Anf\u00e4nge all meiner Lieder. Normalerweise pr\u00e4sentiere ich diese Entw\u00fcrfe dann der Band und wir schauen gemeinsam, wie sie sich entwickeln und welche finale Form sie annehmen. Durch die Gruppendynamik werden sie dann meistens gr\u00f6\u00dfer und epischer. F\u00fcr mein Soloalbum schwebte mir jedoch vor, genau diese puristischen Anf\u00e4nge viel st\u00e4rker in den Fokus zu r\u00fccken. <\/p>\n<p>Das bedeutet nat\u00fcrlich auch, dass von vornherein weniger Leute involviert sind. (\u00fcberlegt) Bei den Editors gibt es eine gewisse Ambiguit\u00e4t, eine Dramatik, manchmal sogar eine Prise Theatralik \u2013 ich meine, wir sind immerhin eine Rockband! (l\u00e4chelt) Das f\u00fchrt dazu, dass bestimmte pers\u00f6nliche Aspekte eher in den Hintergrund r\u00fccken, was bei einer Banddynamik auch v\u00f6llig normal ist. Zusammen mit meinem Produzenten Iain Archer (Snow Patrol, Liam Gallagher, James Bay) wollte ich dieses Mal nicht ganz so weit gehen. Die Platte ist sp\u00fcrbar pers\u00f6nlicher, weil ich diesen ersten, intimen Moment des Entstehens bewahrt habe. Das war durchaus eine neue Erkenntnis f\u00fcr mich. Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich dieser Vorstellung zu stellen und sie schlie\u00dflich auch anzunehmen.<\/p>\n<p>subtext.at: Nimmt man das ganze Drumherum weg, die Schichten aus Synthesizern, die lauten Drums und die Energie der Band \u2013 was kam in der Stille zum Vorschein, das dich am meisten \u00fcberrascht hat?<br \/>Tom Smith: Nun, der erste Track war \u201eDeep Dive\u201c, der auch das Album er\u00f6ffnet. Selbst wenn man eine akustische Platte aufnehmen m\u00f6chte, ist das Feld ja trotzdem sehr breit gef\u00e4chert. Soll sie eine gewisse klangliche Weite repr\u00e4sentieren? Wie sollen die Gitarren klingen? Welche Tiefe m\u00f6chte man vermitteln? \u201eDeep Dive\u201c hat von Anfang an diesen einen Moment festgehalten, wo Iain und ich hinwollten. Der Song hat den Weg f\u00fcr unsere Zusammenarbeit geebnet. Wir konnten es beide f\u00fchlen. Noch bevor ich genau wusste, welches Endresultat ich erzielen wollte, kristallisierte sich die Richtung bereits heraus (lacht). Ich wollte nichts anderes mehr machen.<\/p>\n<p>subtext.at: Deine volle, stets wiedererkennbare Stimme funktionierte f\u00fcr mich oft wie der \u201erote Faden\u201c, der die teils drastischen Genre-Wechsel der Editors zusammenhielt.<br \/>Tom Smith: Das kann ich sehr gut nachvollziehen.<\/p>\n<p>subtext.at: Hast du nun irgendwie versucht, diesen Ankerplatz zu verlassen oder wolltest du bewusst die gr\u00f6\u00dfte N\u00e4he zum H\u00f6rer aufbauen?<br \/>Tom Smith: Als S\u00e4nger hegt man nat\u00fcrlich Ambitionen und man versp\u00fcrt diesen Drang, immer noch eine Schippe draufzulegen. Stimmlich m\u00f6chte man \u00fcber sich hinauswachsen. Mit den Editors war jedes Album eine bewusste Grenzerfahrung \u2013 wir wollten in Ecken vordringen, die uns selbst herausfordern. (h\u00e4lt inne) Bei meinem Soloalbum f\u00fchlte es sich nicht angemessen und nicht richtig an, die Emotionen herauszubr\u00fcllen (lacht). Es ging mir nicht um Volumen, sondern um Pr\u00e4senz.<\/p>\n<p>Leise T\u00f6ne, gro\u00dfe Wirkung<\/p>\n<p>subtext.at: Du h\u00e4ttest auch in diese Richtung gehen k\u00f6nnen. Stimmlich bist du ja dazu in der Lage.<br \/>Tom Smith: Ich wei\u00df nicht, ob ich das k\u00f6nnte (lacht). Wei\u00dft du, es f\u00fchlte sich f\u00fcr mich einfach sehr nat\u00fcrlich an, einen Schritt zur\u00fcckzutreten und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Bei meinen Shows gibt es zwischen den Songs \u2013 w\u00e4hrend ich meine Gitarre stimme \u2013 oft diese ganz spezielle, fast greifbare Stille. Das Publikum h\u00e4lt den Atem an und wartet gespannt. Ich glaube, ich werde dieses Gef\u00fchl nie ganz loslassen k\u00f6nnen, denn auch auf dem neuen Album finden sich diese Leerstellen. Jeder Song hat den Raum bekommen, den er braucht. Momente des Schweigens, die dem Material erlauben zu atmen und f\u00fcr sich zu stehen. Ich singe leiser, so simpel ist das eigentlich. Diesmal f\u00fchlte es sich einfach richtig an, diesem leisen Weg zu folgen.<\/p>\n<p>subtext.at: Manchmal braucht es einen Tapetenwechsel, um die kreative Ader wieder freizulegen. War das bei dieser Platte der Fall? Haben dir bestimmte Orte geholfen, die Songs zu verwirklichen? Du singst ja beispielsweise von New York City.<br \/>Tom Smith: Ich bin mir nicht sicher, ob es an einem spezifischen Ort lag. (\u00fcberlegt) Beim letzten Editors-Album war ich pers\u00f6nlich weniger involviert als bei den Platten davor. Ben (Power, Anm. d. Red.) stie\u00df zur Band und zum ersten Mal gab es Songs, die bereits von jemand anderem geschrieben worden waren. \u201eEBM\u201c, unser letztes Studioalbum, wurde dadurch zu einer Reflexion dieser neuen Konstellation \u2013 was aus meiner Sicht gut war. Deshalb ist es auch so elektronisch und k\u00f6rperlich ausgefallen. Aber wie gesagt, was das Fundament der Entstehung betrifft, war ich weniger beteiligt. <\/p>\n<p>Nach dieser Platte wusste ich also, dass ich etwas au\u00dferhalb der Band machen wollte. Ich war unsicher, ob es ein weiteres Album mit Andy (Burrows, Anm. d. Red.) als Smith &amp; Burrows wird oder etwas v\u00f6llig anderes. Doch w\u00e4hrend der Zeit mit Andy realisierte ich, dass auch das nicht der Weg war, den ich einschlagen wollte. Ich liebe dich, Andy, aber es war nicht das, was ich gerade tun wollte (l\u00e4chelt). Es war also keine Reaktion auf einen Ort, sondern eine Reaktion auf mich selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben. Vielleicht hat es mit dem \u00c4lterwerden zu tun. Es hat sich eine Akzeptanz in mir breitgemacht, dass ich in kreativer Hinsicht nun auch mal egoistischer sein darf. Ich wollte etwas machen, das trauriger klingt. Weniger von allem, aber mehr von mir selbst. Es hat eine Weile gedauert, bis ich diese Erkenntnis zugelassen habe.<\/p>\n<p>subtext.at: In \u201eDeep Dive\u201c singst du \u201eYour Sadness is an art\/ That is helpless in the time\u201c. Ist Musik der gr\u00f6\u00dfte Katalysator, um mit der Traurigkeit und Einsamkeit des Lebens fertig zu werden?<br \/>Tom Smith: Es hilft einem wirklich, \u00fcber diese Gef\u00fchle schreiben zu k\u00f6nnen. Ehrlicherweise hilft es aber auch genauso sehr, sich \u00fcberhaupt Lieder anzuh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Es ist vollkommen in Ordnung, wenn meine Texte unterschiedliche Positionen einnehmen<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"679\" height=\"1024\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" alt=\"Tom Smith\" class=\"wp-image-102628 ewww_webp_lazy_load\" style=\"aspect-ratio:0.6631016042780749;object-fit:cover;width:310px\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/single-4-940x1418-1-679x1024.jpg\" data-lazy-src-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/single-4-940x1418-1-679x1024.jpg.webp\" data-lazy-srcset-webp=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/single-4-940x1418-1-679x1024.jpg.webp 679w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/single-4-940x1418-1-199x300.jpg.webp 199w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/single-4-940x1418-1-768x1159.jpg.webp 768w, https:\/\/www.subtext.at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/single-4-940x1418-1.jpg.webp 940w\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"679\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/single-4-940x1418-1-679x1024.jpg\" alt=\"Tom Smith\" class=\"wp-image-102628\" style=\"aspect-ratio:0.6631016042780749;object-fit:cover;width:310px\"  \/><br \/>\n \u00a9 Edith Smith<\/p>\n<p>subtext.at: Traurige Lieder?<br \/>Tom Smith: \u00a0Meistens sind das traurige Lieder, ja (l\u00e4chelt). Das ist eine Konstante in meinem Leben. Es verschafft mir eine Art Katharsis, auch wenn das dramatisch klingen mag. Wenn ich schreibe und eine emotionale Verbindung zur Melodie sp\u00fcre, wirkt das wie Sauerstoff \u2013 es ist das, was mich weitermachen l\u00e4sst. Diese kleinen Augenblicke, wenn etwas am Entstehen ist. Gleichzeitig geht es darum, den richtigen Song zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Er kann eine Situation v\u00f6llig verwandeln, einen befl\u00fcgeln oder eine unerwartete emotionale Reaktion ausl\u00f6sen. Das ist eine zutiefst menschliche Erfahrung.<\/p>\n<p>Ich bekomme diese Reaktionen durch die Musik, denn sie l\u00f6st bei mir weiterhin solche Dinge aus. Selbst im Vergleich zum Mainstream \u2013 und ich sehe mich eher im Alternative-Spektrum \u2013 bleibt dieser Kern gleich. Ich vermute, f\u00fcr jemanden, der Harry Styles h\u00f6rt, bin ich eine v\u00f6llig unbekannte Gr\u00f6\u00dfe. Leute, die seine Platten kaufen, haben wohl noch nie von mir geh\u00f6rt. Doch wenn man dieses Klientel nach dem Lieblingssong fragt, nennen sie bestimmt ein trauriges St\u00fcck. Das Genre spielt hier wirklich keine Rolle. Traurige Songs haben einfach eine ganz besondere Wirkung auf einen, was wirklich beeindruckend ist.<\/p>\n<p>subtext.at: Vor einigen Jahren hast du folgendes gesungen: \u201eLife is a fear of falling, life is a fear of falling through all the cracks.\u201c Auf deinem Soloalbum singst du hingegen: \u201eThere\u2019s nothing to fear, light it up, light it up.\u201c<br \/>Tom Smith: Bei der n\u00e4chsten Platte werde ich erneut diesen weniger optimistischen Weg einschlagen (wirkt am\u00fcsiert und lacht)!<\/p>\n<p>subtext.at: Hat sich deine Sichtweise aufs Leben ge\u00e4ndert?<br \/>Tom Smith: (\u00fcberlegt) Wei\u00df du, meine Sichtweise aufs Leben \u00e4ndert sich jeden Tag. Nichts ist festgefahren oder in Stein gemei\u00dfelt. Meine Songs sind nicht dazu gedacht, dass man sein Leben nach ihnen ausrichtet. Es gibt keine Regeln. Es ist auch nicht besonders wichtig, was ich eigentlich aussagen wollte oder was ich mir beim Schreiben gedacht habe \u2013 Es sind einfach Momentaufnahmen. Ich k\u00f6nnte morgen aufwachen und mich schrecklich f\u00fchlen. Oft tue ich das auch \u2013 besonders, wenn ich morgens die Nachrichten h\u00f6re und sehe, was in der Welt passiert. Man f\u00fchlt sich so hilflos. <\/p>\n<p>Oder ein Freund erz\u00e4hlt mir etwas, das mich auf andere Gedanken bringt. In diesem Zusammenhang denke ich, dass es Licht und Hoffnung gibt. Es sind diese kleinen Dinge, die einem das immer wieder vor Augen f\u00fchren. Es kommt bei mir also darauf an, mit welchem Fu\u00df ich gerade zuerst aus dem Bett gestiegen bin (lacht). Oder mit wem ich spreche. Oder was gerade in der Welt passiert. Die Welt steckt voller Widerspr\u00fcche. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn meine Texte unterschiedliche Positionen einnehmen.<\/p>\n<p>subtext.at: Dein Soloalbum verh\u00e4lt sich hingegen gar nicht widerspr\u00fcchlich. Es vermittelt mir den Eindruck einer wohligen, warmen Decke. Man f\u00fchlt sich gut aufgehoben und geborgen. Dieses Gef\u00fchl hattest du aber nicht im Sinn, es ist einfach passiert?<br \/>Tom Smith: Ganz genau. Es ist organisch gewachsen. Mir wurde klar: Wenn ich dieses Album nicht jetzt mache, in meinen Vierzigern, dann mache ich erst noch eine Platte mit Andy und noch eine mit den Editors \u2013 und eh ich mich versehe, bin ich pl\u00f6tzlich 50 (l\u00e4chelt). Diese Gedanken spielten eine Rolle. Ich habe mir diesmal bewusst viel Zeit f\u00fcr mich genommen, um zu schreiben und diese traurigen und zugleich hoffnungsvollen Momente voll auszukosten. Melancholischer Optimismus eben. (\u00fcberlegt) Wenn einen die Inspiration ergreift, muss man sie festhalten und sein Ding durchziehen. Das ist ein unglaublich kraftvoller Prozess.<\/p>\n<p>subtext.at: Du hast auf deinem Album die Zeile verewigt: \u201eYou\u2019ll heal eventually.\u201c Steht das Album in dieser Hinsicht f\u00fcr die Narben deiner Vergangenheit oder fungiert es eher als Heilmittel f\u00fcr die Gegenwart?<br \/>Tom Smith: F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hatte dieses Album definitiv eine heilende Wirkung. Absolut. (\u00fcberlegt) Ich w\u00fcrde gerne sagen, dass ich an dieser Platte gewachsen bin, aber das klingt fast schon wieder zu dramatisch. Dennoch hatte die Arbeit einen tiefgreifenden Effekt auf mich als K\u00fcnstler und Songwriter. Letztlich baut alles aufeinander auf: Ohne die Erfahrungen mit den Editors w\u00e4re ich heute nicht an diesem Punkt. Das Album ist im Grunde die Quintessenz meiner bisherigen musikalischen Laufbahn. Ich bin wirklich stolz darauf und genie\u00dfe es sehr, diese Songs nun in einem intimeren Rahmen live zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>subtext.at: Du hast auch Songs der Editors in dein Set integriert. Nach welchen Kriterien wurden diese von dir ausgew\u00e4hlt? Sind es deine pers\u00f6nlichen Lieblingssongs?<br \/>Tom Smith: Ich w\u00fcrde sagen, dass ich gerne Songs spiele, die das Publikum h\u00f6ren m\u00f6chte \u2013 das ist mir ein echtes Anliegen. Gleichzeitig gibt es mir die Chance, bestimmte Lieder in einem neuen Kontext zu betrachten. Das finde ich spannend. Es sind auch Songs dabei, die bei Spotify nicht unbedingt auf den obersten Pl\u00e4tzen ranken, die f\u00fcr mich aber in diesem Rahmen hervorragend funktionieren. Ich wei\u00df nicht genau warum, aber insbesondere die St\u00fccke unseres vierten Albums, \u201eThe Weight Of Your Love\u201c, haben sich hier einfach angeboten. (\u00fcberlegt) Manches funktioniert, manches nicht. Man muss experimentieren und den Dingen eine Chance geben.<\/p>\n<p>subtext.at: Die Auswahl deiner Erg\u00e4nzungen aus dem Editors-Repertoire harmoniert jedenfalls perfekt mit dem Material deines Soloalbums.<br \/>Tom Smith: Sch\u00f6n, dass du es so empfindest. Mir war extrem wichtig, dass die St\u00fccke eine Einheit bilden. Nach 20 Jahren mit der Band zahlt es sich einfach aus, dass ich nun aus dem Vollen sch\u00f6pfen kann (lacht)! Dass die Leute noch immer interessiert sind, finde ich auch wirklich, wirklich cool.<\/p>\n<p>subtext.at: Zu guter Letzt m\u00f6chte ich noch von dir wissen, wie es Wien in den Editors-Song \u201eA Ton Of Love\u201c geschafft hat. Das interessiert mich schon ewig. Im Text wird Wien erw\u00e4hnt, direkt gefolgt von New York. Was hat es damit auf sich?<br \/>Tom Smith: (l\u00e4chelt) Ich habe keine Ahnung! Ich muss den Song etwa 2011 geschrieben haben. Vielleicht hat es ja mit dem Gasometer zu tun? Dort haben wir bestimmt schon an die drei\u00dfigmal gespielt (lacht laut)! Jedes Mal waren die Sitzpl\u00e4tze oben auf dem Balkon abgeh\u00e4ngt. Es gibt diesen bandinternen Joke, dass wir es eines Tages schaffen werden, das Gasometer wirklich restlos auszuverkaufen!<\/p>\n<p>subtext.at: Ich habe echt keine Ahnung, weshalb das so ist. Ich kann es mir nicht erkl\u00e4ren.<br \/>Tom Smith: Nein, das passt schon, versteh mich nicht falsch. Es ist einfach ein Running Gag innerhalb der Band (lacht). Woher die Idee, ausgerechnet Wien zu erw\u00e4hnen, konkret stammt, wei\u00df ich wirklich nicht mehr. Mit diesem Song wollte ich eine bestimmte Form von Energie heraufbeschw\u00f6ren. Ich wollte genau darauf deuten (tippt mehrmals mit dem Zeigefinger auf den Tisch). Auf dieses eine Gef\u00fchl. Europa hat unsere Band ja stets mit offenen Armen empfangen. Die USA hingegen nicht (lacht). Vielleicht wollte ich auch \u00fcber eine gewisse Unsicherheit schreiben. Wir haben schon oft hier bei euch gespielt und es war stets wundervoll.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tomsmith.os.fan\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">tomsmith.os.fan<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/thmssmth\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">instagram.com\/thmssmth<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.editors-official.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">editors-official.com<\/a><\/p>\n<p>\t\t\t<script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen Schattenseiten und Lichtblicken: \u201eThere Is Nothing In The Dark That Isn\u2019t There In The Light\u201c, das Soloalbum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":136637,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[46,42,45759,147,1423,44,148],"class_list":{"0":"post-136636","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-editors","11":"tag-entertainment","12":"tag-interview","13":"tag-oesterreich","14":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116507325563219650","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136636","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=136636"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/136636\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/136637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=136636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=136636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=136636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}