{"id":137105,"date":"2026-05-03T07:20:07","date_gmt":"2026-05-03T07:20:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/137105\/"},"modified":"2026-05-03T07:20:07","modified_gmt":"2026-05-03T07:20:07","slug":"im-fitnesscenter-der-mobilitaet-wie-china-die-globale-autoindustrie-vor-sich-hertreibt-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/137105\/","title":{"rendered":"Im Fitnesscenter der Mobilit\u00e4t: Wie China die globale Autoindustrie vor sich hertreibt \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Es war eine immer kurzweilige Unterhaltung auf langen Autobahnfahrten: Die Kinder identifizierten die Autos, die wir oder die uns \u00fcberholten: <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bmw\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BMW<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/audi\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Audi<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ford\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ford<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/vw\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VW<\/a> erkannten sie schnell, schwieriger waren Marken wie <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/toyota\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Toyota<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/mazda\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mazda<\/a>, ein <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/porsche\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Porsche<\/a> sorgte stets f\u00fcr Aufregung, gar nicht zu sprechen von den seltenen Sichtungen eines Ferraris oder Lamborghinis.<\/p>\n<p>In China h\u00e4tten die Kinder ihre liebe Not: Mehr als 100 verschiedene Marken gibt es in dem Land, sie bieten mehr als 1000 Modelle an. Wer sich heute auf den Stadtautobahnen in Peking staut, sieht selten mehrmals das gleiche Auto. Hinter den Marken stehen einige Dutzend gro\u00dfe Hersteller, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/byd\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BYD<\/a> etwa, Geely, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/saic\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Saic<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/great-wall\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" fitnesscenter=\"\" der=\"\" mobilit=\"\" wie=\"\" china=\"\" die=\"\" globale=\"\" autoindustrie=\"\" vor=\"\" sich=\"\" hertreibt=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Great Wall Motors<\/a>. Auff\u00e4llig ist nur, dass fast alle chinesischen SUV in der Silhouette aussehen wie ein Porsche Cayenne und alle Limousinen Anleihen beim Porsche Panamera oder Taycan nehmen.<\/p>\n<p>China hat sich innerhalb nur weniger Jahre zum gr\u00f6\u00dften Automarkt der Welt entwickelt, weit vor den USA, die die Rangliste jahrzehntelang angef\u00fchrt haben. 2025 produzierten die chinesischen Hersteller laut der China Association of Automobile Manufacturers 34,5\u2009Millionen Fahrzeuge. Neu zugelassen wurden im Land 23,8 Millionen Pkw. Das war ein Drittel der weltweiten Pkw-Produktion (80,1 Mio.). Wie schnell die heimische Produktion gewachsen ist, kann man daran ermessen, dass im Jahr 2000 gerade einmal eine Million Fahrzeuge in China gefertigt wurden.<\/p>\n<p>Angefangen hat es einst bescheiden im Mai 1958, als das erste in China gefertigte Auto vom Band lief: ein roter Pkw mit dem Namen Dongfeng mit \u201ejedem erdenklichen Luxus wie Radio, Warm- und Kaltluft\u201c, wie eine lokale Zeitung damals recht stolz berichtete. Das Auto hatte einen Motor mit 70 PS und eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von 128 km\/h.\u00a0<\/p>\n<p>Trotz des \u201eLuxus\u201c des Dongfeng lag China technisch weit hinter den europ\u00e4ischen Herstellern zur\u00fcck. Man musste sich also das Know-how ins Land holen. In den 1970er-Jahren lud man die westlichen Autobauer zu Gespr\u00e4chen ein und stellte ganz klare Bedingungen: Es gibt nur Joint-Ventures, bei denen jede F\u00fchrungsposition doppelt besetzt zu sein hat, eine davon nat\u00fcrlich chinesisch.<\/p>\n<p>Ende 1983 begann VW auf chinesischem Boden mit der Fertigung der Stufenhecklimousine Santana, eines technisch simplen Pkw. Nach einigen Probel\u00e4ufen begann man 1985 mit der Serienfertigung gemeinsam mit Saic. Der Santana hat China mehr oder weniger motorisiert, er war lange Jahre das meistverkaufte Auto in China und ist noch heute auf den Stra\u00dfen zu sehen. Als Luxus-Version VW Santana Vista war das Auto bis 2019 erh\u00e4ltlich. Ab 1991 baute VW gemeinsam mit FAW den g\u00fcnstigen Jetta und importierte Modelle aus Deutschland.<\/p>\n<p>Dank der westlichen \u201eNachhilfe\u201c lernte die chinesische Autoindustrie viel. Dennoch scheiterten erste Versuche, mit Eigenentwicklungen international zu re\u00fcssieren. 2005 stellte der chinesische Autobauer Jiangling das SUV Landwind auf der IAA in Frankfurt vor, das sich schnell zur Lachnummer der Messe entwickelte. Die T\u00fcren schepperten, Teile wackelten, zu allem \u00dcbel fiel noch ein T\u00fcrgriff ab.<\/p>\n<p>21 Jahre sp\u00e4ter lacht niemand mehr \u00fcber chinesische Fahrzeuge. Die vielen Marken, die nach Europa dr\u00e4ngen, bringen die etablierten Hersteller unter Druck. Die Fahrzeuge von Omoda, BYD, Jaecoo oder auch MG sind gut verarbeitet und gerade die elektrifizierten Modelle europ\u00e4ischen technisch teilweise voraus.<\/p>\n<p>Der chinesische Staat hat fr\u00fch auf die Elektromobilit\u00e4t gesetzt \u2013 auch aus der banalen Erkenntnis heraus, dass man den Vorsprung nicht aufholen kann, den die europ\u00e4ischen Hersteller beim Verbrennungsmotor haben. Der Wandel und die rasante Entwicklung wurden mit gro\u00dfz\u00fcgigen Milliardenhilfen und Steuererleichterungen m\u00f6glich gemacht, zudem sicherte sich China rechtzeitig die wichtigen Rohstoffe f\u00fcr die Batteriefertigung.<\/p>\n<p>Heute ist das Land bei der Elektromobilit\u00e4t f\u00fchrend. 6,3 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) wurden 2025 neu zum Verkehr zugelassen. Zur Einordnung: EU-weit waren es gerade einmal 1,88 Millionen. Rechnet man alle elektrifizierten Fahrzeuge zusammen \u2013 also Plug-in-Hybrid-Modelle (PHEV) und Fahrzeuge mit Range-Extender (REEV) \u2013, kommt man auf einen Anteil von 53 Prozent an den Neuzulassungen. Diese sogenannten New Energy Vehicles (NEV) sollen bis zum Jahr 2030 in China gar 80 Prozent der Neuwagen ausmachen.<\/p>\n<p>Die schiere Masse an Menschen macht es auch m\u00f6glich, mit Entwicklern, die in drei Schichten arbeiten, die Zeitspanne von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Auto massiv zu reduzieren. Beispiel Xiaomi, ein 2010 gegr\u00fcndeter Hersteller von Unterhaltungselektronik, der vor allem f\u00fcr seine Handys bekannt ist. 2021 entschied das Unternehmen, in das Autogesch\u00e4ft einzusteigen. Im September 2021 wurde Xiaomi Automobile in Peking gegr\u00fcndet, im November 2023 pr\u00e4sentierte das Unternehmen sein erstes Fahrzeug, das ab M\u00e4rz 2024 produziert wurde. Im November 2025 stellte man schon das 500.000ste Modell her. In dieser Zeit wird in europ\u00e4ischen Konzernen \u2013 etwas \u00fcbertrieben formuliert \u2013 gerade einmal entschieden, in welchen Farben man das Auto anbietet.<\/p>\n<p>\u201eChina hat sich in den letzten 15 Jahren St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zum Technologief\u00fchrer bei wesentlichen Systemen und Komponenten des modernen Autos entwickelt\u201c, schreibt Deutschlands f\u00fchrender Autoexperte, Ferdinand Dudenh\u00f6ffer, in einer aktuellen Studie. \u201eDie Dominanz von China wird in den n\u00e4chsten Jahren exportiert werden. Autowerke von chinesischen Autobauern in Europa, USA, S\u00fcdamerika sind in der Pipeline. Es ist ein \u00e4hnliches Modell, wie das der Japaner vor 50 Jahren oder der Deutschen vor 70 Jahren.\u201c<\/p>\n<p>Auch die europ\u00e4ischen Hersteller haben gelernt. Allen voran der Volkswagen-Konzern, der in guten Jahren fast 50 Prozent seiner Autos, vor allem Modelle der Marke VW, in China abgesetzt hat. Doch die chinesische Konkurrenz holte auf. Von den 4,2 Millionen Pkw, die der Konzern 2019 noch in China verkaufen konnte, blieben im vergangenen Jahr weniger als 2,7 Millionen. Das ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die schwierige \u00adSituation, in der sich das deutsche Vorzeigeunternehmen befindet.<\/p>\n<p>Das \u201eWeltauto\u201c, gefertigt in Deutschland, das VW einst bewarb und mit dem man auf der ganzen Welt Erfolg hatte, ist Geschichte. Jetzt setzt man auf Regionalisierung. In China, f\u00fcr China, hei\u00dft das Motto. VW entwickelt mit chinesischen Partnern Pkw, die auf die W\u00fcnsche der chinesischen Kunden zugeschnitten sind. Und das sind ganz andere als in Europa. W\u00e4hrend in Europa das Durchschnittsalter eines Neuwagenk\u00e4ufers bei 56 Jahren liegt, betr\u00e4gt es in China 34\u2009Jahre. Das bedeutet, dass chinesische Kunden viele digitale Spielereien im Auto erwarten \u2013 eine Karaoke-Funktion ist mehr oder weniger Standard, um die Zeit beim Aufladen des Pkw zu vertreiben \u2013, viel Technik, h\u00fcbsches Design und vor allem einen g\u00fcnstigen Preis. Alles Eigenschaften, die ein europ\u00e4isches Auto nur bedingt erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/imago images 0849506422.webp\" alt=\"Autobau mit \u201eChina Speed\u201c und um 50 Prozent g\u00fcnstiger als in Deutschland\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Autobau mit \u201eChina Speed\u201c und um 50 Prozent g\u00fcnstiger als in Deutschland\u2003Imago \/ Imago<\/p>\n<p>Der Volkswagen-Konzern hat sich f\u00fcr seine regionale Offensive gleich vier Partner gesucht, drei davon f\u00fcr die Marke VW: Saic, FAW und Anhui. Aktuell bietet VW beachtliche 44 Pkw-Modelle an, heuer kommen 20 neue dazu. Alle zwei Wochen pr\u00e4sentiert VW also ein neues Fahrzeug. Bis 2030 will man insgesamt 50 vollelektrische Modelle im Angebot haben. Mit der Strategie hat man Erfolg: Im ersten Quartal kam die Volkswagen Group China mit ihren Modellen auf einen Marktanteil von 13 Prozent \u2013 mehr als alle anderen Mitbewerber.<\/p>\n<p>Die Deutschen haben mit ihren Joint-Ventures viel von China \u00fcbernommen, prim\u00e4r die vielgepriesene \u201eChina Speed\u201d. In nur zwei Jahren hat man das erste Modell auf die Stra\u00dfe gebracht und dabei die Plattformkosten um 50 Prozent gesenkt. \u201eChina ist ein Fitnesscenter f\u00fcr die Autoindustrie\u201c, meinte Oliver Blume, Konzernvorstand von Volkswagen, bei der Pr\u00e4sentation von neuen Modellen in Peking. Das Land \u201efordert uns und zwingt uns, besser zu werden\u201c. Das hat auch Folgen in der Heimat: In Deutschland hat VW die Produktionskosten um 20\u2009Prozent gesenkt.<\/p>\n<p>Geringe Herstellungskosten sind in China eine \u00dcberlebensfrage, denn der junge Kunde kann und will nicht viel f\u00fcr sein Auto ausgeben. Strompreise zwischen f\u00fcnf und sieben Cent pro Kilowattstunde und Personalkosten von weitaus weniger als zehn Prozent der Produktionskosten machen das m\u00f6glich. Und so unterschreitet der eben vorgestellte Jetta \u2013 ein ausgewachsenes und optisch h\u00fcbsches SUV im Offroad-Look\u2009\u2013 die magische Grenze von 100.000 Renminbi. Umgerechnet sind das etwa 12.500 Euro. Selbst der luxuri\u00f6s wirkende ID. Unyx 08 (hergestellt von Volkswagen Anhui), ein sportliches Elektro-Crossover mit f\u00fcnf Metern L\u00e4nge (gr\u00f6\u00dfer als ein VW Touareg), das in Bezug auf seinen wertigen Innenraum in Europa einem Audi Konkurrenz machen k\u00f6nnte, hat einen Basispreis von weniger als 30.000 Euro. Im Schnitt, sagt ein Autoexperte, k\u00f6nne man die Autopreise in China im Vergleich zu Europa etwa halbieren.<\/p>\n<p>Das macht nat\u00fcrlich die Begehrlichkeiten von Finanzoptimierern gro\u00df. Der Volkswagen-Konzern fertigt beispielsweise den in Europa beliebten Cupra Tavascan in China, wo er als ID. Unyx 06 verkauft wird. Ob es \u00dcberlegungen gebe, auch andere Pkw in China f\u00fcr den Export nach Europa zu fertigen? Konzernchef Oliver Blume verneint.<\/p>\n<p>Allerdings entwickelt sich China zum wichtigen Exportland f\u00fcr den globalen S\u00fcden. Vor allem S\u00fcdamerika ist ein interessanter Markt f\u00fcr chinesische Hersteller, Prognosen sagen, dass in Brasilien 2030 jeder f\u00fcnfte Neuwagen aus China stammen k\u00f6nnte. Volkswagen hofft, doppelt profitieren zu k\u00f6nnen: Die Verbrenner werden weiter aus Deutschland exportiert oder in S\u00fcdamerika lokal gefertigt, die Elektroautos kommen aus China.<\/p>\n<p>Der Export ist auch die einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr die chinesischen Autohersteller, Margen zu machen und halbwegs gut zu verdienen. Denn der Preis- und Konkurrenzdruck in China ist enorm. Sechs Millionen Pkw gingen 2025 in den Export, eine Steigerung um 46 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023. Von den Margen, \u00fcber die europ\u00e4ische Hersteller aktuell jammern, kann man in China nur tr\u00e4umen. Die Durchschnittspreise von Neuwagen sind von J\u00e4nner 2024 auf Dezember 2025 um 15\u2009Prozent gesunken. Dazu kommen r\u00fcckl\u00e4ufige Absatzzahlen. Heuer d\u00fcrften die Verk\u00e4ufe in China stagnieren, m\u00f6glicherweise sogar leicht sinken. Im ersten Quartal 2026 gab es einen R\u00fcckgang bei den Neuzulassungen um 17 Prozent, was prim\u00e4r mit dem Auslaufen von gro\u00dfz\u00fcgigen F\u00f6rderungen f\u00fcr den Kauf von Elektroautos zu tun hat. BYD verkaufte beispielsweise im J\u00e4nner um 40 Prozent weniger Autos als noch im J\u00e4nner 2024. Der chinesischen Autorevolution droht, ihre Kinder zu fressen. 2016, als der Boom begann, gab es noch 400 verschiedene Autohersteller in China. Die mehr als 100, die \u00fcbriggeblieben sind, sind selbst f\u00fcr ein Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern noch zu viel. Das starke Wachstum, die Euphorie und die gro\u00dfz\u00fcgigen staatlichen F\u00f6rderungen haben \u00fcberall im Land Fabriken aus dem Boden schie\u00dfen lassen. Man rechnete recht simpel hoch: Auf 1000 Einwohner kommen in Europa 580\u2009Autos, in China sind es lediglich 200. Das Potenzial muss also gro\u00df sein. Doch die Rechnung ging und geht auch f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre nicht auf: Die Kapazit\u00e4ten w\u00fcrden f\u00fcr 60 Millionen Fahrzeuge pro Jahr reichen, aktuell sind die Fabriken etwa zur H\u00e4lfte ausgelastet. Der Staat und die Provinzen haben aufgrund der vielen Krisen, besonders wegen der Immobilienkrise, auch nicht mehr das Geld, um die Hersteller und K\u00e4ufer gro\u00dfz\u00fcgig zu f\u00f6rdern. Auch in China kehrt also Marktwirtschaft ein \u2013 und dann stehen die chinesischen Autobauer vor den gleichen Problemen, mit denen derzeit Europas Hersteller zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/CHINA-AUTO-SHOW.webp\" alt=\"In China f\u00fcr China entwickelt: Der ID. Aura T6 auf der Automesse in Peking\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>In China f\u00fcr China entwickelt: Der ID. Aura T6 auf der Automesse in Peking\u2003APA \/ AFP \/ Pedro Pardo<\/p>\n<p>                            In Zahlen<\/p>\n<p>34,5 Millionen Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in China insgesamt produziert, darunter Pkw, Lkw und kleine Nutzfahrzeuge.<\/p>\n<p>23,8 Millionen Pkw wurden im eigenen Land verkauft. China ist damit mit Abstand der gr\u00f6\u00dfte Automarkt der Welt.<\/p>\n<p>6 Millionen Pkw gingen in den Export. Auch hier bricht China einen Rekord: Kein anderes Land exportiert mehr Pkw.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war eine immer kurzweilige Unterhaltung auf langen Autobahnfahrten: Die Kinder identifizierten die Autos, die wir oder die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":137106,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[1493,46,42,95,90,89,91,94,44,93,92],"class_list":{"0":"post-137105","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-analyse","9":"tag-at","10":"tag-austria","11":"tag-business","12":"tag-companies","13":"tag-companies-markets","14":"tag-markets","15":"tag-maerkte","16":"tag-oesterreich","17":"tag-unternehmen","18":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116509437145784662","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=137105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/137105\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/137106"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=137105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=137105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=137105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}