{"id":13730,"date":"2026-02-26T04:16:06","date_gmt":"2026-02-26T04:16:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/13730\/"},"modified":"2026-02-26T04:16:06","modified_gmt":"2026-02-26T04:16:06","slug":"magnetfeld-haben-wir-umpolungen-uebersehen-forscher-finden-vier-groessere-luecken-in-der-zeitreihe-der-magnetfeld-polwechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/13730\/","title":{"rendered":"Magnetfeld: Haben wir Umpolungen \u00fcbersehen? &#8211; Forscher finden vier gr\u00f6\u00dfere L\u00fccken in der Zeitreihe der Magnetfeld-Polwechsel"},"content":{"rendered":"<p>Demnach sank Umkehr-H\u00e4ufigkeit von vor 155 Millionen Jahren bis vor rund 120 Millionen Jahren stetig ab. Dann folgte eine 40 Millionen Jahre lange Phase fast ohne Umpolungen, das sogenannte Kreidezeit-Superchron. Seit rund 83 Millionen Jahren scheint die H\u00e4ufigkeit von Polspr\u00fcngen dann wieder allm\u00e4hlich zuzunehmen. Doch neben solchen gr\u00f6\u00dferen Schwankungen konnten Geophysiker bisher kein klares Muster in diesen Umpolungen und Magnetfeld-Exkursionen erkennen. Sie scheinen statistisch zuf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Das Problem jedoch: Gerade k\u00fcrzere Polspr\u00fcnge sind schwer zu identifizieren, denn oft fehlen geologische \u201eZeitzeugen\u201c aus diesen Epochen. In der geomagnetischen Polarit\u00e4ts-Zeitreihe k\u00f6nnten daher erhebliche L\u00fccken klaffen.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen2g.jpg\"\/><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen2g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen2g.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-312524 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen2g.jpg\" alt=\"geomagnetische Zeitreihe\" width=\"1200\" height=\"200\"  \/><\/a>Die geomagnetische Zeitreihe zeigt einige bekannte Ruhephasen, wie in der Kreidezeit. Aber ob es dar\u00fcber hinaus ein festes zeitliches Muster gibt, ist noch ungekl\u00e4rt. \u00a9 Anomie\/ gemeinfrei\n<\/p>\n<p>Vier verd\u00e4chtige Senken in der Kurve<\/p>\n<p>Ob das der Fall ist, haben nun Yutaka Yoshimura von der Universit\u00e4t Tokio und seine Kollegen mithilfe einer speziellen statistischen Methode untersucht, der sogenannten Adaptive-Bandwidth Kernel Density Estimation (AKDE). Diese kann auch in unregelm\u00e4\u00dfigen Datenreihen Muster in der Dichte-Verteilung identifizieren.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/u\/m\/umpolungen3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/u\/m\/umpolungen3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><a href=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/u\/m\/umpolungen3g.jpg\" data-lightbox=\"https:\/\/www.scinexx.de\/wp-content\/uploads\/u\/m\/umpolungen3g.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-312525\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/umpolungen3g-300x151.jpg\" alt=\"AKDE-Kurve\" width=\"300\" height=\"151\"  \/><\/a>Die AKDE-Analyse zeigt mehrere Senken in der H\u00e4ufigkeitsverteilung der Umpolungen. Die rote Kurve zeigt den Verlauf nach Einf\u00fcgen der j\u00fcngst entdeckten Polwechsel vor rund 32 Millionen Jahren. \u00a9 Yoshimura et al.\/ Geophysical Research Letters, <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">CC-by 4.0<\/a>\n<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurde das Team f\u00fcndig: Yoshimura und seine Kollegen entdeckten vier Zeitperioden, in denen die Kurve der Umpolungs-H\u00e4ufigkeit auffallende Senken zeigt. Sie liegen alle in der Zeit nach Ende des Kreidezeit-Superchrons vor rund 83 Millionen Jahren. \u201eDie vier Phasen liegen rund 21 bis 15,5 Millionen Jahre auseinander und umfassen Perioden ungew\u00f6hnlich langer, konstant gebliebener Polarit\u00e4t\u201c, berichten die Forschenden.\n<\/p>\n<p>Interessant auch: K\u00fcrzlich haben Geologen in \u00c4thiopien Indizien f\u00fcr mehrere zuvor unerkannte Magnetfeld-Exkursionen vor rund 32 Millionen Jahren entdeckt. Diese Lima-Limo-Umkehrungen liegen genau in einer der vier von Yoshimura und seinem Team identifizierten Senken. F\u00fcgt man sie in die geomagnetische Polarit\u00e4ts-Zeitreihe ein, gl\u00e4ttet sich diese Senke.<\/p>\n<p>Es gibt noch unentdeckte Umpolungen<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Geophysiker best\u00e4tigen ihre Ergebnisse den Verdacht: In der geomagnetischen Zeitreihe gibt es noch einige L\u00fccken. Dort, wo die Umpolungen in den letzten 83 Millionen Jahren vermeintlich seltener wurden, fehlen vermutlich schlicht Daten. \u201eDie Senken in unserer AKDE-basierten H\u00e4ufigkeitsanalyse deuten darauf hin, dass es in diesen Zeiten noch nicht entdeckte Umpolungen gab\u201c, schreibt das Team.\n<\/p>\n<p>Diese Erkenntnis er\u00f6ffnet nun die M\u00f6glichkeit, nach Belegen f\u00fcr diese fehlenden Polspr\u00fcngen zu suchen. Weil nun klar ist, in welchen Zeitabschnitten die L\u00fccken liegen, k\u00f6nnen Geologen Bohrkerne, Lavaschichten oder Meeressedimente aus diesen Zeiten gezielt nach Hinweisen auf solche Magnetfeld-Anomalien untersuchen. Vielleicht kann dies auch helfen, doch noch Muster in der Abfolge der Polwechsel zu finden. (Geophysical Research Letters, 2026; <a href=\"https:\/\/agupubs.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1029\/2025GL120557\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1029\/2025GL120557<\/a>)\n<\/p>\n<p>Quelle: Research Organization of Information and Systems<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>26. Februar 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Nadja Podbregar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Demnach sank Umkehr-H\u00e4ufigkeit von vor 155 Millionen Jahren bis vor rund 120 Millionen Jahren stetig ab. 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