{"id":138604,"date":"2026-05-04T05:50:09","date_gmt":"2026-05-04T05:50:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138604\/"},"modified":"2026-05-04T05:50:09","modified_gmt":"2026-05-04T05:50:09","slug":"blut-potenzial-fuer-breiten-klinischen-einsatz-forscher-entwickeln-kuenstliches-blutgerinnsel-fuer-notfaelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138604\/","title":{"rendered":"Blut: \u201ePotenzial f\u00fcr breiten klinischen Einsatz\u201c \u2013 Forscher entwickeln k\u00fcnstliches Blutgerinnsel f\u00fcr Notf\u00e4lle"},"content":{"rendered":"<p>Nach Unf\u00e4llen oder Operationen kann starker Blutverlust lebensgef\u00e4hrlich werden. Forscher haben nun einen Ansatz entwickelt, der Gerinnsel gezielt verst\u00e4rkt. Der entscheidende Schritt passiert in wenigen Sekunden.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Starke Blutungen lassen sich oft nur schwer kontrollieren \u2013 vor allem dann, wenn die Blutgerinnung zu langsam oder nicht stabil genug ist. Forscher der McGill University in Montreal haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das genau hier ansetzt und Blutungen schneller stoppen soll.<\/p>\n<p>Die nat\u00fcrliche Blutgerinnung entsteht vergleichsweise langsam und gestoppte Blutungen rei\u00dfen leicht wieder auf. Die neue Methode verst\u00e4rkt die entstehenden Strukturen in den Gef\u00e4\u00dfen. Das Team um Jianyu Li, Hauptautor der Studie und Professor f\u00fcr Maschinenbau sowie Inhaber des kanadischen Forschungslehrstuhls f\u00fcr Gewebereparatur und -regeneration, nutzt daf\u00fcr eine chemische Reaktion, die Proteine auf der Oberfl\u00e4che roter Blutk\u00f6rperchen miteinander verbindet. <\/p>\n<p>Innerhalb von nur f\u00fcnf Sekunden soll so ein gelartiges Netzwerk entstehen. Die Forscher bezeichnen das Verfahren als \u201eClick-Clotting\u201c. Die Ergebnisse sind im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10412-y\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10412-y&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fachmagazin \u201eNature\u201c<\/a> erschienen.<\/p>\n<p>In den Untersuchungen zeigten die erzeugten \u201eGerinnsel\u201c eine bis zu 13-fach h\u00f6here Bruchfestigkeit und eine vierfach st\u00e4rkere Haftung im Vergleich zu nat\u00fcrlich vorkommenden Blutgerinnseln. \u201eDiese sind mechanisch fragil und begrenzen oft die Wundheilung\u201c, wird Li in einer Meldung zitiert. \u201eWenn wir rote Blutk\u00f6rperchen gezielt ver\u00e4ndern, k\u00f6nnen sie eine tragende Struktur bilden und stabilere Biomaterialien erm\u00f6glichen.\u201c<\/p>\n<p>Den Grundstein f\u00fcr die Arbeit legte Shuaibing Jiang w\u00e4hrend seiner Promotion. Jiang leitete die Forschungsarbeiten an der McGill University. Inzwischen arbeitet er an der Harvard Medical School weiter an dem Thema. An der Studie waren au\u00dferdem Forscher mehrerer Universit\u00e4ten beteiligt, unter anderem der University of British Columbia und der University of Toronto.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Versuche, Blutgerinnsel k\u00fcnstlich zu verst\u00e4rken, setzten auf Chitosan \u2013 ein Polymer aus Krustentierschalen. Dabei kam es jedoch zu spr\u00f6den Strukturen, geplatzten Zellen und ungleichm\u00e4\u00dfiger Gerinnung.<\/p>\n<p>Das Verfahren basiert auf einer schnellen, k\u00f6rpervertr\u00e4glichen \u201eClick\u201c-Reaktion. Dabei verbinden die Forscher gezielt Proteine auf der Oberfl\u00e4che roter Blutk\u00f6rperchen miteinander. So entsteht innerhalb weniger Sekunden ein stabiles, gelartiges Netzwerk. Die Reaktion ver\u00e4ndert die Zusammensetzung des Blutes nicht, sondern erg\u00e4nzt den nat\u00fcrlichen Gerinnungsprozess. Das entstehende Material, ein sogenanntes Zytogel, l\u00e4sst sich mit Vollblut kombinieren und f\u00fcgt sich im K\u00f6rper in das bestehende Fibrin-Gerinnsel ein.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Arbeit zeigt, dass rote Blutk\u00f6rperchen, wenn sie entsprechend modifiziert werden, eine zentrale strukturelle Rolle spielen und so die Entwicklung st\u00e4rkerer und funktionalerer Biomaterialien erm\u00f6glichen\u201c, so Li. <\/p>\n<p>Die k\u00fcnstlichen Gerinnsel lassen sich in kurzer Zeit herstellen: aus dem Eigenblut des Patienten in etwa 20 Minuten oder aus blutgruppenkompatiblem Spenderblut in rund zehn Minuten. \u201eAngesichts der \u00fcblicherweise im klinischen Alltag herrschenden Zeitvorgaben bietet dieses Verfahren gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr die station\u00e4re Notfallversorgung, die Wundbehandlung und \u00e4hnliche Bereiche.\u201c<\/p>\n<p>Die Methode wurde in Laborversuchen und in Tierversuchen an Nagetieren getestet. Dabei unterst\u00fctzte das Zytogel die Blutstillung und die Regeneration von gesch\u00e4digtem Gewebe, auch in der Leber. Analysen zeigten geringe Immunreaktionen und keine Hinweise auf Toxizit\u00e4t in wichtigen Organen.<\/p>\n<p>Bevor die k\u00fcnstlichen Blutgerinnsel beim Menschen eingesetzt werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen Forscher sie weiter untersuchen. Bisher liegen ausschlie\u00dflich pr\u00e4klinische Daten vor. \u201eK\u00fcnstliche Blutgerinnsel haben Potenzial f\u00fcr einen breiten klinischen Einsatz\u201c, sagt Li. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach Unf\u00e4llen oder Operationen kann starker Blutverlust lebensgef\u00e4hrlich werden. 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