{"id":138754,"date":"2026-05-04T07:34:10","date_gmt":"2026-05-04T07:34:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138754\/"},"modified":"2026-05-04T07:34:10","modified_gmt":"2026-05-04T07:34:10","slug":"humanoide-roboter-diese-regeln-gelten-in-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138754\/","title":{"rendered":"Humanoide Roboter: Diese Regeln gelten in Europa"},"content":{"rendered":"<p>Geht es um gesetzliche Regelungen zum Einsatz humanoider Roboter in Europa, denken viele Fachleute vor allem an die funktionale Sicherheit. Doch es gibt mehr zu beachten, verdeutlicht Rechtsanwalt Thomas Klindt.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"599\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Humanoid-Agibot-20260421_090434-e1777550807622-1200x599.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Drei humanoide Roboter auf dem Freigel\u00e4nde der Messe in Hannover\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Humanoide Roboter bewegen sich inzwischen auch Au\u00dferhalb von Forschungslaboren, wie hier auf der Hannover Messe 2026. Oft wird funktionale Sicherheit als rechtliche H\u00fcrde f\u00fcr einen breiteren Einsatz betrachtet. Es gelten in Europa aber auch noch andere Vorschriften. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: Martin Ciupek<\/p>\n<p>In der Industriefertigung, in der Kantine, im Krankenhaus, im Kindergarten, in der Logistik und selbstverst\u00e4ndlich milit\u00e4risch auch an der Front: Kollege Roboter wird \u00fcberall mithelfen. So sagt es uns zumindest die Werbung. So lautet auch die klare Prognose vieler Tech-Unternehmen im Bereich Robotik und KI.<\/p>\n<p>Was dabei schnell untergeht: humanoide Roboter agieren keinesfalls im rechtsleeren Raum. Zuallererst einmal sind sie Maschinen. Ja, es mag sein \u2013 sie sind besonders gestaltete, charmant aussehende und fast mit Kindchen-Schema agierende Maschinen. Aber dennoch sind sie rein funktional betrachtet Maschinen im Sinne der europ\u00e4ischen Maschinenrichtlinie 2006\/42\/EU, rein funktional betrachtet Maschinen im Sinne der europ\u00e4ischen Maschinenrichtlinie 2006\/42\/EU, ab dem 20. Januar 2027 abgel\u00f6st durch die Maschinenverordnung (EU) 2023\/1230.<\/p>\n<p>Rechtsraum f\u00fcr humanoide Roboter: Mehr als die Maschinenrichtlinie<\/p>\n<p>Sie bed\u00fcrfen deshalb einer konstruktionsbegleitenden Risikobeurteilung, einer Konformit\u00e4tsbewertung und optisch sichtbar auch einer CE- Kennzeichnung. Daran f\u00fchrt kein Weg vorbei. Die beh\u00f6rdliche Markt\u00fcberwachung wird bei humanoiden Robotern wie bei allen robotischen Ger\u00e4tschaften auf diese technikrechtlichen Compliance-Anforderungen dr\u00e4ngen. <\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlt au\u00dferdem eine rechtskonforme Montage-, Betriebs- und Wartungsanleitung. Vor allem aber im Unfallgeschehen wird sich unter Beweis stellen, inwieweit die beweglichen Teile des Roboters im technischen Design hinreichend inh\u00e4rent sicher gestaltet sind!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" width=\"908\" height=\"1318\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Klindt-20250515_155500-scaled-e1777550977148.jpg\" alt=\"Thomas Klindt gestikuliert an einem Rednerpult\" class=\"wp-image-56559\" style=\"width:400px\"\/>Rechtsanwalt Thomas Klindt, Partner der Kanzlei Noerr, verdeutlicht die Regelvielfalt, die in Europa bei humanoiden Robotern zu beachten ist. Foto: Martin Ciupek<br \/>\nTechnische Vorschriften f\u00fcr die spezifische Anwendung und vernetzte Roboter<\/p>\n<p>Daneben k\u00f6nnen andere technikrechtliche Vorschriften je nach Umst\u00e4nden zu beachten sein. Man denke etwa an die EMV-Regulierungen der EU oder die ATEX-Richtlinie bei Eins\u00e4tzen in explosionsgef\u00e4hrdeten Bereichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Hersteller humanoider Roboter relevant ist weiterhin das gesamte Recht vernetzter Ger\u00e4te, sofern diese humanoiden Roboter nicht als autonome Stand-Alone-Ger\u00e4tschaften agieren sollten. Denn sogenannte \u201econnected devices\u201c unterliegen industrierechtlich zum einen der europ\u00e4ischen <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/PDF\/?uri=CELEX:32014L0053\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Funkanlagenrichtlinie 2014\/53\/EU<\/a>, die in Deutschland \u00fcbrigens von der Bundesnetzagentur \u00fcberwacht wird.<\/p>\n<p>Zudem wird ab Winter 2027 der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/reg\/2024\/2847\/oj\/eng\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cyber Resilience Act 2024\/2847<\/a> (CRA) greifen, der Cybersicherheit und digitale Sabotagefestigkeit \u201eby design\u201c fordert. Viele Robotikhersteller sind in ihren F&amp;E-Abteilungen schon jetzt auf Hochtouren damit besch\u00e4ftigt, die internen Konstruktions- und Dokumentationsprozesse f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen CRA fitzumachen.<\/p>\n<p>Batterien im Roboter erfordern zus\u00e4tzliche Aufmerksamkeit<\/p>\n<p>Humanoide Roboter werden, Stand 2026, vorzugsweise mit Batterien betrieben. Unabh\u00e4ngig vom Batterietyp ist deshalb zu beachten, dass kreislaufwirtschaftsrechtlich (vulgo: abfallrechtlich) die Wiederverwertbarkeit und die Entsorgungs-Compliance der europ\u00e4ischen Batterieverordnung <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/reg\/2023\/1542\/oj?locale=de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2023\/1542\/EU<\/a> zu beachten ist.<\/p>\n<p>Dass daneben just im Lithium-Ionen-Batteriebereich auch viele Brandf\u00e4lle im Arbeits- oder im Lademodus bekannt sind, lenkt den Blick zus\u00e4tzlich auf die Herausforderung der Produkthaftung: Humanoide Roboter k\u00f6nnen im Schadensfall f\u00fcr die herstellende Industrie wie triviale Ger\u00e4tschaften auch ein klassisches Produkthaftungsrisiko sein, bei dem die Schadensgr\u00f6\u00dfe unkalkulierbar ist. Sie h\u00e4ngt allein von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls und der Peripherie des Schadensortes ab.<\/p>\n<p>Kollaboration mit \u201eKollege Roboter\u201c und der Arbeitsschutz<\/p>\n<p>Eine Besonderheit zeichnet humanoide Roboter aus, was sich schon im oben erw\u00e4hnten Begriff des \u201eKollege Roboter\u201c andeutete: die Kollaboration Mensch-Maschine hat psychosoziale und damit arbeitsschutzrechtliche Aspekte! Immer dann n\u00e4mlich, wenn Menschen mit Robotern zusammenarbeiten, kennt die arbeitsmedizinische Forschung unz\u00e4hlige Belege f\u00fcr einen Grund-Unbehagen der Belegschaft, f\u00fcr eine latente Angst vor der Unbeherrschtheit des Roboters und damit f\u00fcr eine ebenso krankheitsf\u00f6rdernde wie effizienzmindernde psychische Belastung am Arbeitsplatz. <\/p>\n<p>Hier ist im Arbeitsschutz nicht nur an die<a href=\"https:\/\/www.ukh.de\/unternehmen-und-beschaeftigte\/arbeitsschutz-und-gesundheit\/psychische-belastung-bei-der-arbeit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> DIN EN ISO 10075-1<\/a> zu denken. Die Industrie hat sich schlicht arbeitspsychologisch der Herausforderung zu stellen, diese Sorge stetig zu mindern. Humanoide Roboter mit ihrer Menschengestalt werden einen evidenten Beitrag dazu leisten k\u00f6nnen, eine \u201eVerbr\u00fcderung\u201c weniger auf kognitiver denn auf tiefenpsychologischer Ebene zu erreichen. Selbst im Halbdunkeln wirkt die Statur vertraut, selbst im Ungef\u00e4hren sind die biometrischen Ma\u00dfe vergleichbar.<\/p>\n<p>Der humanoide Roboter soll insofern das Beste aus Robotik und Krypto-Menschlichkeit verbinden. Arbeitsschutzrechtlich steckt hierin eine gro\u00dfe Chance! Technikrechtlich bestehen indes alle Anforderungen des klassischen Roboters unver\u00e4ndert fort. In der technischen Produktivit\u00e4t mag die Limitiertheit auf human-parallele Korpusformen sogar eine Beschr\u00e4nkung der Leistungsf\u00e4higkeit sein. Dies ist betriebswirtschaftliche Abw\u00e4gungsfrage und entzieht sich juristischen Kriterien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Geht es um gesetzliche Regelungen zum Einsatz humanoider Roboter in Europa, denken viele Fachleute vor allem an die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":138755,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[76,75,74,40056,16505,4141],"class_list":{"0":"post-138754","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-eu","9":"tag-europa","10":"tag-europe","11":"tag-humanoide-roboter","12":"tag-kuenstliche-intelligenz-ki","13":"tag-roboter"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116515154408497903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138754","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=138754"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138754\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/138755"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=138754"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=138754"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=138754"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}