{"id":138774,"date":"2026-05-04T07:49:08","date_gmt":"2026-05-04T07:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138774\/"},"modified":"2026-05-04T07:49:08","modified_gmt":"2026-05-04T07:49:08","slug":"tierkommunikation-folgt-weltweit-oft-demselben-takt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/138774\/","title":{"rendered":"Tierkommunikation folgt weltweit oft demselben Takt"},"content":{"rendered":"<p>Tierische Kommunikation k\u00f6nnte unterschiedlicher kaum sein: Von Blinken, \u00fcber Zirpen und Rufen oder auff\u00e4lligen Bewegungen ist alles dabei. In all dieser Vielfalt zeigt sich jedoch eine Gemeinsamkeit: Viele dieser Signale wiederholen sich in einem \u00e4hnlichen Tempo. In der\u00a0Tierkommunikation\u00a0liegt dieses Tempo h\u00e4ufig bei etwa zwei Impulsen pro Sekunde. Dieser Rhythmus taucht auch beim Menschen immer wieder auf.<\/p>\n<p>Der Grund liegt im Gehirn. Nervenzellen verarbeiten Reize in festen Zeitabst\u00e4nden. Stimmen Signal und Verarbeitung \u00fcberein, lassen sich Informationen leichter erkennen. Eine Studie im Fachjournal\u00a0<a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosbiology\/article?id=10.1371\/journal.pbio.3003735\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">PLOS Biology<\/a>, an der auch die <a href=\"https:\/\/news.northwestern.edu\/stories\/2026\/4\/nature-might-have-a-universal-rhythm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Northwestern University<\/a> beteiligt ist, geht diesem Zusammenhang nach.<\/p>\n<p>Tierkommunikation folgt oft einem engen Taktbereich<\/p>\n<p>Die Auswertung hat ergeben: Viele Signale im Tierreich liegen zwischen\u00a00,5 und 4 Hertz. Das entspricht einem halben bis vier Impulsen pro Sekunde. Besonders h\u00e4ufig liegt der Wert bei etwa\u00a02 Hertz. Dieses Muster zieht sich durch sehr unterschiedliche Arten und Lebensr\u00e4ume. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>Gl\u00fchw\u00fcrmchen mit Lichtsignalen<\/p>\n<p>Grillen und Fr\u00f6sche mit Lauten<\/p>\n<p>V\u00f6gel mit Balz- und Rufmustern<\/p>\n<p>S\u00e4ugetiere, einschlie\u00dflich des Menschen<\/p>\n<p>Die Bandbreite ist gro\u00df. Laut Studie umfasst sie Tiere mit stark unterschiedlichen K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfen und Kommunikationsformen. Trotzdem bleibt der <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/froschrufe-im-klimawandel-warum-froesche-jetzt-frueher-flirten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Takt<\/a> \u00e4hnlich. \u201eEs gibt offenbar viele Organismen, die in einem relativ engen Tempobereich kommunizieren. Sie bleiben meist bei etwa 2 oder 3 Hertz\u201c, erkl\u00e4rt Studienleiter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.ab.mpg.de\/person\/98160\/2724\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Guy Amichay<\/a>.<\/p>\n<p>Ein Zufall in Thailand bringt die Forschung ins Rollen<\/p>\n<p>Der Ausgangspunkt liegt in einer Beobachtung im Freien. In Thailand filmte ein Forschungsteam blinkende Gl\u00fchw\u00fcrmchen. Gleichzeitig zirpten in der Umgebung Grillen. Beide Signale wirkten zun\u00e4chst abgestimmt.<\/p>\n<p>Die Analyse zeigt sp\u00e4ter ein anderes Bild. Die Tiere waren nicht synchron. Ihre Signale lagen jedoch fast im gleichen Tempo. Beide bewegten sich bei etwa\u00a02,4 Hertz, mit nur rund\u00a0zehn Prozent Unterschied. Amichay\u00a0erinnert sich: \u201eWir dachten, es sei verr\u00fcckt, dass zwei v\u00f6llig unterschiedliche Arten auf diese Weise zusammenwirken k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>Diese Beobachtung f\u00fchrte zu einer gr\u00f6\u00dferen Auswertung. Insgesamt wurden zahlreiche Studien und Datens\u00e4tze untersucht. Erg\u00e4nzend pr\u00fcfte das Team Tierlaute aus einer Datenbank. Daf\u00fcr sichteten die Forscher\u00a0124 Aufnahmen, um\u00a050 passende Beispiele\u00a0auszuw\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Das Gehirn bestimmt, welcher Takt funktioniert<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung liegt nicht bei den Tieren selbst, sondern bei ihren Empf\u00e4ngern. Nervenzellen arbeiten in festen Zeitfenstern. Sie brauchen meist einige hundert Millisekunden, um Signale zu verarbeiten. Daraus ergibt sich ein bevorzugter Rhythmus. Signale in diesem Bereich lassen sich besonders gut erkennen. \u201eWir vermuten, dass dieses Tempo leichter zu verstehen ist, weil es mit dem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/7-tage-meditation-zeigen-messbare-wirkung-auf-koerper-und-gehirn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Gehirn<\/a> in Resonanz geht \u2013 beim Menschen, bei Gl\u00fchw\u00fcrmchen oder bei Fr\u00f6schen\u201c, so Amichay.<\/p>\n<p>Auch Studienautor\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mccormick.northwestern.edu\/research-faculty\/directory\/profiles\/abrams-daniel.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Daniel M. Abrams<\/a>\u00a0erkl\u00e4rt die Rolle des Grundtakts: \u201eDer richtige Takt ist entscheidend f\u00fcr effiziente Kommunikation. Er dient als Basis, damit Signale \u00fcberhaupt Aufmerksamkeit bekommen.\u201c <\/p>\n<p>Um diese Idee zu testen, bauten die Forscher ein Modell aus einfachen neuronalen Netzwerken. Das Ergebnis ist eindeutig. Diese Netzwerke reagieren am st\u00e4rksten auf Signale im Bereich von etwa\u00a02 Hertz.<\/p>\n<p>Warum 2 Hertz auch beim Menschen vertraut klingt<\/p>\n<p>Der Befund endet nicht bei Tieren. Auch beim Menschen taucht dieser <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/hoeren-bringt-takt-ins-gehirn-fuehlen-reicht-fuer-rhythmus-nicht-aus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Rhythmus<\/a> regelm\u00e4\u00dfig auf. Viele bekannte Songs liegen bei etwa\u00a0120 Schl\u00e4gen pro Minute. Das entspricht genau\u00a02 Hertz. Auch andere Abl\u00e4ufe passen dazu:<\/p>\n<p>Schritte beim Gehen<\/p>\n<p>Sprachrhythmus im Alltag<\/p>\n<p>einfache Bewegungen<\/p>\n<p>\u201eDieser Rhythmus passt zu unserem K\u00f6rper. Wir gehen ungef\u00e4hr in diesem Takt, deshalb l\u00e4sst sich zu Musik mit 2 Hertz leicht tanzen\u201c, erkl\u00e4rt Amichay.<\/p>\n<p>Nicht alle Arten halten sich an diesen Takt<\/p>\n<p>Der enge Taktbereich kommt h\u00e4ufig vor, ist aber kein Gesetz. Einige Tiere senden deutlich schneller. Dazu z\u00e4hlen etwa Buschgrillen, die Signale mit 11 bis 14 Hertz erzeugen, sowie bestimmte Flederm\u00e4use, deren Rufe ebenfalls in diesem schnellen Bereich liegen. Solche Beispiele zeigen, dass Tiere grunds\u00e4tzlich auch andere Tempi nutzen k\u00f6nnen. Dennoch bleibt der Bereich um wenige Impulse pro Sekunde f\u00fcr viele Arten typisch, weil er sich f\u00fcr das Gehirn besonders gut verarbeiten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Auswertung wurden nur Signale ber\u00fccksichtigt, die klar und regelm\u00e4\u00dfig wiederholt wurden. Ein Signal musste daf\u00fcr mindestens f\u00fcnf Mal in \u00e4hnlichem Abstand auftreten. Zudem durften die Zeitabst\u00e4nde nur leicht schwanken, maximal um etwa ein Viertel. Diese festen Kriterien stellen sicher, dass die Ergebnisse zuverl\u00e4ssig vergleichbar sind.<\/p>\n<p>Der Rhythmus sorgt daf\u00fcr, dass Signale \u00fcberhaupt ankommen<\/p>\n<p>Der Takt erf\u00fcllt eine grundlegende Funktion. Er bildet die Basis, auf der Informationen \u00fcbertragen werden. \u00c4hnlich wie in der Musik gibt der Rhythmus den Rahmen vor. <\/p>\n<p>\u201eDer Takt selbst tr\u00e4gt nicht unbedingt die Information, sondern schafft die Grundlage, damit Signale effizient erkannt werden\u201c, sagt Abrams. Viele Arten k\u00f6nnten theoretisch schneller oder langsamer senden. Physikalisch w\u00e4re das m\u00f6glich. Trotzdem bleiben sie oft in diesem engen Bereich.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>In der\u00a0Tierkommunikation\u00a0wiederholen sich viele Signale in einem engen Bereich von etwa\u00a00,5 bis 4 Hertz, besonders h\u00e4ufig um\u00a02 Hertz\u00a0\u2013 unabh\u00e4ngig von Art, Lebensraum oder Signalform.<\/p>\n<p>Dieser gemeinsame Takt h\u00e4ngt mit dem Gehirn zusammen: Nervenzellen verarbeiten Reize am besten in diesem Tempo, weshalb Signale in genau diesem Bereich leichter wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Der gleiche Rhythmus taucht auch beim Menschen auf, etwa in\u00a0Sprache, Gehen und Musik (ca. 120 Beats pro Minute), und bildet damit eine grundlegende Struktur f\u00fcr verst\u00e4ndliche Kommunikation.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: So wie Tiere oft im gleichen Takt kommunizieren, sehen sie ihre Umwelt ganz anders als wir \u2013 viele erkennen sogar unsichtbares UV-Licht. Neue Kameratechnik macht diese verborgenen Farbsignale erstmals realistisch sichtbar. Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/andere-wahrnehmung-kamera-zeigt-wie-tiere-farben-sehen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p>Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/unsplash.com\/de\/fotos\/ein-wald-mit-baumen-und-lichtern-fELFU1SXOAg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Unsplash<\/a><\/p>\n<p>                Tags: <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/biologie\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Biologie<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gehirn\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gehirn<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/kommunikation\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kommunikation<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/musik\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Musik<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/natur\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Natur<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/neurowissenschaft\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Neurowissenschaft<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/rhythmus\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rhythmus<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/smart-up-news\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Smart Up News<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/sprache\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sprache<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/tiere\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tiere<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/tierkommunikation\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tierkommunikation<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/verhaltensforschung\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Verhaltensforschung<\/a>            <\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              100%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Tierische Kommunikation k\u00f6nnte unterschiedlicher kaum sein: Von Blinken, \u00fcber Zirpen und Rufen oder auff\u00e4lligen Bewegungen ist alles dabei.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":138775,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,7300,129,124,123,6204,154,5317,19059,44,38966,43409,14194,1332,46279,18593],"class_list":{"0":"post-138774","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-biologie","11":"tag-gehirn","12":"tag-gesundheit","13":"tag-health","14":"tag-kommunikation","15":"tag-musik","16":"tag-natur","17":"tag-neurowissenschaft","18":"tag-oesterreich","19":"tag-rhythmus","20":"tag-smart-up-news","21":"tag-sprache","22":"tag-tiere","23":"tag-tierkommunikation","24":"tag-verhaltensforschung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116515213279282114","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=138774"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/138774\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/138775"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=138774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=138774"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=138774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}