{"id":139294,"date":"2026-05-04T13:01:07","date_gmt":"2026-05-04T13:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/139294\/"},"modified":"2026-05-04T13:01:07","modified_gmt":"2026-05-04T13:01:07","slug":"zweitrundeneffekte-im-visier-martin-kochers-alarmplan-fuer-den-euro-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/139294\/","title":{"rendered":"Zweitrundeneffekte im Visier &#8211; Martin Kochers &#8222;Alarmplan&#8220; f\u00fcr den Euro \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Tobias Seifried\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t04.05.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Der Iran-Krieg erschwert die Geldpolitik im Euroraum massiv. In einer Analyse warnt der OeNB-Gouverneur vor neuen Inflationsrisiken durch steigende Energiepreise und mahnt zu erh\u00f6hter Wachsamkeit.<\/p>\n<p>Noch vor ein paar Wochen galt die Geldpolitik im Euroraum als &#8222;neutral&#8220;: Sie bremste die Wirtschaft nicht, kurbelte sie aber auch nicht an. Nach dem starken Preisanstieg der Jahre 2021 und 2022 war es der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) gelungen, die Teuerung rasch in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels zu senken. Doch die geopolitischen Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten haben die Ausgangslage grundlegend ver\u00e4ndert, wie eine aktuelle Analyse von Martin Kocher zeigt.<\/p>\n<p>Herausforderung Energiepreisschock <\/p>\n<p>Laut dem Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), erschwere der Krieg im Iran die geldpolitischen Entscheidungen erheblich. Ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise stelle Zentralbanken vor ein Dilemma. Einerseits treiben solche Angebotsschocks die Inflation nach oben, andererseits schw\u00e4chen sie die wirtschaftliche Leistung. Zwar k\u00f6nne die Geldpolitik laut Lehrbuch \u00fcber kurzfristige Schocks hinwegsehen, da eine schw\u00e4chere Wirtschaft die Inflation mittelfristig wieder d\u00e4mpfe. Die Realit\u00e4t sei jedoch komplexer, so Kocher.<\/p>\n<p>Gefahr von Zweitrundeneffekten <\/p>\n<p>Es bestehe das Risiko, dass die Inflation auch bei einem kurzen Schock st\u00e4rker steige als erwartet. In diesem Fall w\u00e4re es laut Kocher ratsam, fr\u00fch und entscheidend mit einer Zinserh\u00f6hung einzugreifen. Besonders kritisch sieht er die Gefahr von Zweitrundeneffekten: &#8222;Unternehmen und Besch\u00e4ftigte wollen Kaufkraftverluste vermeiden und fordern daher h\u00f6here Preise beziehungsweise h\u00f6here L\u00f6hne.&#8220; Dies k\u00f6nne dazu f\u00fchren, dass die Inflation dauerhaft \u00fcber dem Zielwert bleibe, selbst wenn der urspr\u00fcngliche Energieschock bereits abgeebbt sei.<\/p>\n<p>Strategie der Szenarien <\/p>\n<p>Um dieser Unsicherheit zu begegnen, arbeiten die EZB und die OeNB verst\u00e4rkt mit Szenarien. Die im M\u00e4rz ver\u00f6ffentlichten Prognosen zeigen bereits eine Verschlechterung der Inflationsaussichten. Dennoch hat der EZB-Rat am 30. April entschieden, die Zinsen vorerst unver\u00e4ndert zu lassen. Diese Entscheidung gebe laut Kocher Zeit, weitere Informationen zu sammeln und zu pr\u00fcfen, ob sich die Risiken tats\u00e4chlich materialisieren.<\/p>\n<p>&#8222;Es gibt gemeinsam gro\u00dfe Entschlossenheit, Preisstabilit\u00e4t durchzusetzen und ein hohes Ma\u00df an Wachsamkeit hinsichtlich der sich abzeichnenden geopolitischen Entwicklungen&#8220;, betont der Notenbank-Gouverneur in seinem <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/erh%C3%B6hte-wachsamkeit-der-geldpolitik-inflationsrisiko-gestiegen-6apcf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Blog-Beitrag<\/a>. Laut Kocher sei der EZB-Rat jederzeit bereit, die geldpolitische Ausrichtung &#8222;rasch und entschlossen anzupassen&#8220;, sollte dies notwendig werden.<\/p>\n<p>Unterschiede zu 2022 <\/p>\n<p>Im Vergleich zur Situation im Jahr 2022 sch\u00e4tzt der EZB-Rat das Risiko eines \u00e4hnlich massiven Inflationsschubs derzeit als geringer ein. Damals h\u00e4tten eine \u00fcberschie\u00dfende Nachfrage nach der Pandemie und eine sehr lockere Geldpolitik die Teuerung befeuert. Heute sei die Lage anders. Dennoch mahnen Institutionen wie der IWF, die EZB und die OeNB, dass staatliche Hilfsma\u00dfnahmen nur sehr dosiert und zielgerichtet eingesetzt werden sollten. Ziel m\u00fcsse es sein, dass die Fiskalpolitik die Bem\u00fchungen der Geldpolitik nicht konterkariere.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Treffen des EZB-Rates findet Mitte Juni statt. Bis dahin bleibe die Beobachtung der Preisentwicklung oberste Priorit\u00e4t f\u00fcr die Notenbanker:innen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.oenb.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.oenb.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Tobias Seifried\u00a0 | 04.05.2026 Der Iran-Krieg erschwert die Geldpolitik im Euroraum massiv. 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