{"id":140106,"date":"2026-05-04T21:42:21","date_gmt":"2026-05-04T21:42:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/140106\/"},"modified":"2026-05-04T21:42:21","modified_gmt":"2026-05-04T21:42:21","slug":"die-eu-laehmt-sich-im-zollstreit-mit-trump-selbst-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/140106\/","title":{"rendered":"Die EU l\u00e4hmt sich im Zollstreit mit Trump selbst \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Neun Monate nach dem vermeintlichen Friedensschluss im transatlantischen Handelskrieg d\u00fcrfen sich die Kritiker dieses Abkommens zwischen Donald <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/donald-trump\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Trump<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/ursula-von-der-leyen\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ursula von der Leyen<\/a> best\u00e4tigt f\u00fchlen. Der amerikanische Pr\u00e4sident denkt nicht daran, sich an diesen Deal zu halten, und die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission macht keine Anstalten, ihn zu Vertragstreue zu dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Trump zieht jedes Mal, wenn er \u00fcber die Europ\u00e4er ver\u00e4rgert ist, spontane neue Zolldrohungen aus dem \u00c4rmel. Vom 15-Prozent-Zoll auf europ\u00e4ische (in erster Linie deutsche) Autos, wie er es am 27. Juli in seinem schottischen Golfclub Turnberry versprochen hatte, ist seit dem Wochenende keine Rede mehr. Der deutsche Kanzler <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/friedrich-merz\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> hat ihn mit der n\u00fcchternen Wahrheit \u00fcber das strategische Fiasko der USA im Irankrieg erz\u00fcrnt. Also sollen fortan europ\u00e4ische Kfz-Einfuhren in die Vereinigten Staaten mit 25 Prozent verzollt werden.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re f\u00fcr die ohnehin angeschlagene europ\u00e4ische (und wieder: vor allem deutsche) Autoindustrie ein herber Schlag. Der US-Markt, die derzeit noch gewinntr\u00e4chtigste M\u00f6glichkeit, Verbrennermodelle der gehobenen Klasse zu exportieren, br\u00e4che gro\u00dfteils weg, bef\u00fcrchten Marktbeobachter.<\/p>\n<p>Was also k\u00f6nnte die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> tun? Am Dienstag treffen Maro\u0161 \u0160ef\u010dovi\u010d, der EU-Handelskommissar, und <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/jamieson-greer\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jamieson Greer<\/a>, der US-Handelsbeauftragte, bei der Tagung der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/g7\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">G7<\/a>-Handelsminister in Paris zusammen. Theoretisch hat \u0160ef\u010dovi\u010d drei Handlungsoptionen.<\/p>\n<p>Die erste k\u00e4me dem gleich, was man in der Kriegsf\u00fchrung die nukleare Option nennt. Im Jahr 2023 hat die EU ein Gesetz beschlossen, das ihr ziemlich weitreichende M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, kraftvoll auf wirtschaftspolitische Raubrittermethoden von Drittstaaten zu reagieren. Die Verordnung \u00fcber den Schutz der Union und ihrer Mitgliedstaaten vor wirtschaftlichem Zwang durch Drittl\u00e4nder erlaubt ihr zum Beispiel Importverbote oder Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Waren und Dienstleistungen, den Ausschluss von der Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge und verminderten Marktzugang f\u00fcr Finanzunternehmen.<\/p>\n<p>Doch diese Option wird ungenutzt bleiben. Das liegt paradoxerweise in erster Linie an jenem Staat, der am st\u00e4rksten unter Trumps Zollerpressung leidet. Deutschland blockiert im Rat der Mitgliedstaaten jegliche ernsthafte Debatte \u00fcber die erstmalige Aktivierung dieser Verordnung. Berlin setzt auf Zuruf der deutschen Industrie auf bilaterale Beschwichtigungsversuche, um den amerikanischen Pr\u00e4sidenten wom\u00f6glich doch noch einmal umzustimmen. Stellvertretend f\u00fcr diese Appeasement-Taktik steht <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/manfred-weber\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Manfred Weber<\/a>, der Pr\u00e4sident der <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/europaeische-volkspartei\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" eu=\"\" l=\"\" sich=\"\" im=\"\" zollstreit=\"\" mit=\"\" trump=\"\" selbst=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Volkspartei<\/a>. Er pl\u00e4dierte am Wochenende gegen\u00fcber \u201ePolitico\u201c daf\u00fcr, in den sauren Apfel zu bei\u00dfen und das Abkommen mit den USA EU-seitig durchzuwinken. \u201eUnsere Unternehmen k\u00f6nnen sich keine fortgesetzte Ungewissheit leisten\u201c, sagte Weber.<\/p>\n<p>Was zur zweiten Option f\u00fchrt, n\u00e4mlich einer Nachverhandlung. So eine w\u00fcnscht sich beispielsweise der franz\u00f6sische Europaminister Benjamin Haddad. Er sprach ebenfalls gegen\u00fcber \u201ePolitico\u201c sinngem\u00e4\u00df von roten Linien, bei deren \u00dcberschreitung durch Trump die Europ\u00e4er vom Turnberry-Deal beziehungsweise dem am 21. August formal ver\u00f6ffentlichten Rahmenabkommen zwischen EU und USA zur\u00fccktreten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Das klingt in der Theorie einleuchtend. In der geopolitischen Praxis entspricht es allerdings der slapstickhaften Drohung \u201eH\u00e4nde hoch, oder ich schie\u00dfe mir selber in den Kopf\u201c. Den Europ\u00e4ern steht angesichts der rasant steigenden Energiepreise in Folge von Trumps Irankrieg ohnehin bereits das Wasser bis zum Hals. F\u00fcr einen offenen Wirtschaftskrieg mit den USA fehlen ihnen Druckmittel (siehe Option eins), Strategie, und Nerven.<\/p>\n<p>Somit bleibt realistischerweise nur die dritte Option: Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen, Nase zuhalten, in den sauren Apfel bei\u00dfen und gute Miene zu Trumps b\u00f6sem Spiel machen. \u201eWir sind der verl\u00e4sslichste Partner auf Erden\u201c, erkl\u00e4rte ein Sprecher der Kommission am Montag. \u201eWenn man ein Abkommen mit der EU abschlie\u00dft, wei\u00df man, was man bekommt.\u201c Am Mittwoch verhandeln Rat, Parlament und Kommission \u00fcber die Annahme des Deals. Es wird sich weisen, ob Trump bis dahin seine Drohung zur\u00fccknimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neun Monate nach dem vermeintlichen Friedensschluss im transatlantischen Handelskrieg d\u00fcrfen sich die Kritiker dieses Abkommens zwischen Donald Trump&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":140107,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[1493,40,41,39,38],"class_list":{"0":"post-140106","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116518488822518001","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140106","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=140106"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/140106\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/140107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=140106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=140106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=140106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}