{"id":140855,"date":"2026-05-05T08:27:07","date_gmt":"2026-05-05T08:27:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/140855\/"},"modified":"2026-05-05T08:27:07","modified_gmt":"2026-05-05T08:27:07","slug":"verborgene-kunst-sichtbare-wirkung-2006-erlebte-wuppertal-ein-rebellisches-street-art-projekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/140855\/","title":{"rendered":"Verborgene Kunst, sichtbare Wirkung: 2006 erlebte Wuppertal ein rebellisches Street-Art-Projekt"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Weitere Werke sind in Planung. Doch das Projekt des Vereins WupperOne929 UrbanArt unter Leitung von Valentina Manojlov ist nicht die erste stadtpr\u00e4gende Kunstaktion, die in Wuppertal f\u00fcr Aufsehen sorgte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Unter dem Titel \u201eOutsides\u201c brachten 23 Street-Art-K\u00fcnstler die bergische Metropole im August 2006 ins Staunen und Gr\u00fcbeln. Die WZ schaut 20 Jahre zur\u00fcck und geht dabei der Frage nach: Wann ist Kunst im \u00f6ffentlichen Raum ein Ereignis?<\/p>\n<p>Die Villa Herberts diente den K\u00fcnstlern als geheime Basis      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die 23 K\u00fcnstler, die unter anderem aus Brasilien, Japan, den USA und Italien stammten, setzten sich im Jahr 2006 zusammen, um Kunst nicht im Museum zu zeigen, sondern \u00fcberraschend als Guerilla-Ausstellung zu platzieren. Die Aktion lief wie ein geheimer Einsatz: Die K\u00fcnstler arbeiteten vor allem nachts und ohne Genehmigung. Ausgangspunkt war die Villa Herberts als Basislager, die wenig sp\u00e4ter Tony Cragg erwarb und den Skulpturenpark Waldfrieden gr\u00fcndete. So entstanden in vier N\u00e4chten 22 Werke \u2013 Skulpturen, Gem\u00e4lde, Installationen \u2013 auf Pl\u00e4tzen und an Hausw\u00e4nden \u00fcberall in der Stadt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eWir hatten das Gef\u00fchl, Wuppertal sucht nach einem neuen Image und erwacht gerade aus dem Dornr\u00f6schenschlaf\u201c, erz\u00e4hlten die k\u00fcnstlerischen Leiter R.K.D.U. und Thomas Wiczak damals im Gespr\u00e4ch mit der Westdeutschen Zeitung. Begeistert zeigte sich das Kollektiv von den zwei Ebenen durch Schwebebahn und Wupper. \u201eEin optimaler Spielplatz.\u201c Besonders im Luisenviertel f\u00fchlten sich die Street-Art-K\u00fcnstler wohl, die seinerzeit zwischen 20 und 40 Jahre alt waren.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zu einem der bekanntesten Werke entwickelte sich die Arbeit \u201eArmee der verlorenen Seelen\u201c der brasilianischen Zwillingsbr\u00fcder Os G\u00eameos sowie Nina Pandolfo \u2013 gemalt im ehemaligen Eisenbahntunnel Rott. Es bestand aus rund 30 Figuren, die d\u00fcster und melancholisch wirkten. Darunter eine in der Ecke kauernde Frau, weinende Kinder, die sich um eine brennende Blechdose versammeln, Menschen, die sich \u00e4ngstlich festhalten oder ihr Gesicht verbergen. Beate und Wilfried G\u00fcldner hielten die \u201eArmee\u201c 2008 in einem Fotoprojekt fest, das auch als Ausstellung in der Zentralbibliothek zu sehen war. Die Collage im Tunnel Rott wurde zwei Jahre sp\u00e4ter entfernt, als die Initiative Wuppertalbewegung die Strecke zur Nordbahntrasse umbauen lie\u00df.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">K\u00fcnstler \u201eZevs\u201c schrieb an der Uellendahler Stra\u00dfe die Worte \u201eGraffiti Clean City\u201c, indem er mit einem Hochdruckreiniger Dreck von den W\u00e4nden entfernte. Gleiches galt f\u00fcr die Fassade des U-Clubs an der Friedrich-Ebert-Stra\u00dfe sowie eine Mauer an der Bendahler Stra\u00dfe, an der etliche Male der ironische Schriftzug \u201eIch darf die Mauern meiner Stadt nicht beschmutzen\u201c stand \u2013 teilweise ist er noch heute zu erkennen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einen Monat nach der Aktion setzte ein Berliner K\u00fcnstler namens \u201eDr. Innocent\u201c ein weiteres Werk hinzu: Unter dem Titel \u201eWhite Rooms\u201c \u00fcberpinselte er Objekte auf dem Spielplatz Corneliusstra\u00dfe, eine Fl\u00e4che neben der Sporthalle Nocken sowie Teile des Schulhofes der Gesamtschule Vohwinkel mit wei\u00dfer Farbe \u2013 darunter eine Tischtennisplatte. Eines der wenigen Kunstwerke, die \u00fcberlebten, stammt vom italienischen K\u00fcnstler \u201eBlu\u201c: In Unterbarmen, an einer Firmenmauer am Flussufer, ist eine surreal verzerrte Figur zu sehen, die als Gollum bezeichnet wird.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie sich erst Wochen sp\u00e4ter herausstellte, war das Projekt von Red Bull gesponsert worden. Ein \u00f6sterreichisches Getr\u00e4nkeunternehmen, das noch heute neben Energy-Drinks durch spektakul\u00e4re Aktionen im Extremsport sowie sein Engagement in der Formel 1 und im Fu\u00dfball auf sich aufmerksam macht. Ziel war, sich als rebellisch und kreativ zu inszenieren. Dies sorgte f\u00fcr Diskussionen: War es echte Subkultur \u2013 oder cleveres Marketing?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Valentina Manojlov, Leiterin des aktuellen Street-Art-Projekts in Wuppertal, empfand \u201eOutsides\u201c aus der beobachtenden Perspektive als beeindruckend: \u201eStreet-Art wurde damals noch nicht als zeitgen\u00f6ssische Kunst wahrgenommen. Deshalb stellte man sich bei dem Projekt die Frage, wie Street-Art in ihrer illegalen Urspr\u00fcnglichkeit und ihrem speziellen Aktionsraum so organisiert werden kann, dass sie f\u00fcr eine breite \u00d6ffentlichkeit als Kunst wahrnehmbar wird.\u201c<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei all dem Aufsehen sollte nicht vergessen werden: Die Aktionen waren zwar gesetzwidrig, die Polizei griff aber lediglich beim Treiben des franz\u00f6sischen Fotografen \u201eJR\u201c ein, als dieser Banner an der Schwebebahn und in deren Umfeld befestigte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weitere Werke sind in Planung. 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