{"id":141166,"date":"2026-05-05T11:49:08","date_gmt":"2026-05-05T11:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141166\/"},"modified":"2026-05-05T11:49:08","modified_gmt":"2026-05-05T11:49:08","slug":"neuzuschnitt-von-wahlkreisen-in-den-usa-ueblich-aber-brisant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141166\/","title":{"rendered":"Neuzuschnitt von Wahlkreisen in den USA: \u00dcblich, aber brisant"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/wahlschild-louisiana-100.jpg\" alt=\"W\u00e4hler gehen in Baton Rouge (Louisiana, USA) an einem Plakat mit der Aufschrift &quot;Early Voting&quot; vorbei.\" title=\"W\u00e4hler gehen in Baton Rouge (Louisiana, USA) an einem Plakat mit der Aufschrift &quot;Early Voting&quot; vorbei. | Getty Images via AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 05.05.2026 \u2022 10:27 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Das \u00c4ndern von Wahlkreisen hat in den USA Tradition. Beide gro\u00dfe Parteien greifen zu diesem umstrittenen Mittel, um sich mehr Mandate zu verschaffen. Ein Gerichtsurteil k\u00f6nnte den Republikanern nun Vorteile verschaffen.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-ts-730.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Samuel Jackisch\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/jackisch-106.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie haben es eilig: In mehreren Bundesstaaten im S\u00fcden der USA versuchen Republikaner, neue Wahlkreise zu beschlie\u00dfen. Dadurch k\u00f6nnten mindestens zw\u00f6lf, vielleicht sogar 20 Parlamentssitze mehr f\u00fcr die Republikaner herausspringen, k\u00fcndigte Greg Abbott, der Gouverneur von Texas, an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Allein f\u00fcnf zus\u00e4tzliche republikanische Parlamentssitze sollen ihm zufolge k\u00fcnftig aus Texas kommen, weitere vier aus Florida. Und aus anderen S\u00fcdstaaten sollen noch mehr folgen.<\/p>\n<p>    Das Prinzip des Gerrymandering<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den USA kann man keine Parteien oder Listen w\u00e4hlen, immer nur ein Kandidat entscheidet einen Wahlkreis nach dem Mehrheitsprinzip f\u00fcr sich. Demokraten und Republikaner nutzen deshalb ihre jeweilige Macht in den Bundesstaaten gern f\u00fcr Wahlkreisreformen in ihrem Sinne. Wo die eigene W\u00e4hlerschaft wohnt, l\u00e4sst man m\u00f6glichst viele kleine Wahlkreise entstehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gebiete, in denen die Opposition gew\u00e4hlt wird, fasst man entweder m\u00f6glichst gro\u00dfz\u00fcgig zusammen oder teilt sie auf solche Kreise auf, in denen ihre Stimme in der klaren Minderheit ist. So kann der politische Gegner weniger Sitze im Parlament gewinnen als man selbst.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Neuzuschnitt von Wahlkreisen hat in den USA eine lange Tradition: Bereits im Jahr 1812 lie\u00df der Politiker Elbridge Gerry seinen Wahlkreis in Massachusetts so extrem deformieren, dass er auf der Karte den Umriss eines Salamanders einnahm. Noch heute wird die Praxis deshalb Gerrymandering genannt. Politisch \u00fcblich war sie bisher vor allem dann, wenn neue demoskopische Bev\u00f6lkerungsdaten einen statistischen Anlass und eine politische Begr\u00fcndung f\u00fcr den Neuzuschnitt lieferten.<\/p>\n<p>    Vorwahl in Louisiana unterbrochen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor den kommenden Zwischenwahlen im Herbst ist nun ein au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiges Wettr\u00fcsten zwischen den gro\u00dfen Parteien ausgebrochen. Angesichts m\u00e4\u00dfiger Umfragewerte fordert Pr\u00e4sident Donald Trump von seinen Parteikollegen in Texas, North Carolina und Missouri mehr Parlamentspl\u00e4tze f\u00fcr seine Republikaner. Demokraten in Kalifornien und Virginia kontern die drohenden Verluste durch eigene Reformen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">J\u00fcngster Schauplatz ist Louisiana: Dort hatte bereits die Vorwahl der Kandidaten f\u00fcr die Parlamentswahlen im Herbst begonnen, dann wurde der Wahlkampf unterbrochen. Die Wahlkreise sollen w\u00e4hrend der Abstimmung umgeschrieben werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Grund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofes aus der vergangenen Woche. Der Supreme Court legt die H\u00fcrde, einen Wahlkreis entlang ethnischer Kriterien wie der Hautfarbe zu ziehen, k\u00fcnftig deutlich h\u00f6her &#8211; sehr zur Freude des Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>    Gerichtsurteil begrenzt Einfluss schwarzer W\u00e4hler<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei waren die Wahlkreise mit vornehmlich schwarzer W\u00e4hlerschaft im S\u00fcden urspr\u00fcnglich ein Instrument, die parlamentarische Repr\u00e4sentanz von Minderheiten im Bundesparlament sch\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der entsprechende Verfassungszusatz stammt noch aus der Zeit nach dem B\u00fcrgerkrieg und werde vom Obersten Gerichtshof nun &#8222;auf den Kopf gestellt&#8220;, analysiert der Rechts- und Politikprofessor Rick Hasen von der University of Los Angeles im Interview mit dem ARD-Studio Washington: &#8222;Ein Gesetz, das schwarze W\u00e4hler sch\u00fctzen soll, wird nun genutzt, um deren Einfluss auf die n\u00e4chste Wahl zu begrenzen.&#8220;<\/p>\n<p>    Parlamentswahl im November<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der Konsequenz des Urteils werden nun schwarze, tendenziell demokratisch w\u00e4hlende Bezirke in Louisiana zusammengelegt oder auf andere, mehrheitlich wei\u00dfe Wahlkreise aufgeteilt. B\u00fcrgerrechtsinitiativen und die parlamentarische Opposition wollen gegen die Ma\u00dfnahmen klagen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die eigentliche Parlamentswahl in den USA ist f\u00fcr den 3. November geplant. Doch wichtige Vorentscheidungen k\u00f6nnten bereits vorher fallen. Nicht an der Urne, sondern vor Gericht und in den Parlamenten der Bundesstaaten &#8211; zum Vorteil der Republikaner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 05.05.2026 \u2022 10:27 Uhr Das \u00c4ndern von Wahlkreisen hat in den USA Tradition. 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