{"id":141683,"date":"2026-05-05T16:54:16","date_gmt":"2026-05-05T16:54:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141683\/"},"modified":"2026-05-05T16:54:16","modified_gmt":"2026-05-05T16:54:16","slug":"europa-ist-langsam-zu-kompliziert-und-zu-moralisch-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141683\/","title":{"rendered":"\u201eEuropa ist langsam, zu kompliziert und zu moralisch\u201c \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Afrika bietet gro\u00dfes Potenzial, doch Ank\u00fcndigungen alleine sind zu wenig. Wenn Europa den R\u00fcckstand zu China aufholen will, sollten Unternehmen konsequenter handeln. <\/p>\n<p>Es sollte Europas Antwort auf Chinas wachsenden Einfluss werden. Mit gro\u00dfen Ambitionen k\u00fcndigte die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/eu\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" ist=\"\" langsam=\"\" zu=\"\" kompliziert=\"\" und=\"\" moralisch=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Union<\/a> 2021 die Global Gateway-Initiative an. Bis 2027 sollen bis zu 300 Milliarden Euro in Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4nder flie\u00dfen \u2013 ein Schwerpunkt liegt dabei auf Afrika. Der Kontinent gilt als einer der vielversprechendsten Zukunftsm\u00e4rkte \u00fcberhaupt. Nicht nur wegen seines Ressourcenreichtums, sondern auch wegen seiner demografischen Dynamik: Rund 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung sind unter 35 Jahre alt. <\/p>\n<p>Dazu fand am Dienstag in Wien die Corporaid Konferenz mit Afrika-Schwerpunkt statt. Zu den G\u00e4sten z\u00e4hlte auch Peter Bamkole, Professor an der Pan-Atlantic Universit\u00e4t in Lagos. Im Gespr\u00e4ch mit der \u201ePresse\u201c erkl\u00e4rte er, warum sich europ\u00e4ische Unternehmen in Afrika oft schwertun. Das Hauptproblem sei die Geschwindigkeit: Europ\u00e4ische Firmen seien langsam, weil sie viele b\u00fcrokratische H\u00fcrden und Genehmigungen durchlaufen m\u00fcssen. Im Gegensatz dazu agieren Konkurrenten aus China deutlich schneller und pragmatischer, sagt Bamkole. Sie setzen Projekte rasch um und stellen weniger politische Bedingungen. Dadurch seien sie f\u00fcr afrikanische L\u00e4nder oft attraktiver. Ein Beispiel ist der Bau von Infrastruktur: W\u00e4hrend europ\u00e4ische Projekte teilweise zehn Jahre dauern, schaffen chinesische Unternehmen vergleichbare Vorhaben in drei bis vier Jahren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stellen europ\u00e4ische Unternehmen h\u00e4ufig umfangreiche Bedingungen \u2013 etwa in den Bereichen Governance oder Menschenrechte \u2013 noch bevor Projekte starten. Das wird in afrikanischen L\u00e4ndern h\u00e4ufig als Einmischung empfunden und schreckt potenzielle Partner ab. Programme wie die Global Gateway-Initiative werden in Afrika zwar grunds\u00e4tzlich positiv gesehen, doch viel mehr als die Ank\u00fcndigung sei noch nicht passiert, sagt Bamkole. W\u00e4hrend Europa noch plant und abstimmt, schafft China Fakten: tausende Kilometer Bahnstrecken und neue H\u00e4fen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Bahnverbindung zwischen Addis Abeba und dem Hafen von Dschibuti. Die rund 750 Kilometer lange Strecke wurde von chinesischen Unternehmen finanziert und umgesetzt und hat die Transportzeit f\u00fcr Waren zum Hafen drastisch verk\u00fcrzt.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich bewertet das auch Claudia Vo\u00df, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft. Das Feedback aus afrikanischen L\u00e4ndern sei: \u201eZu langsam, zu kompliziert und zu moralisch.\u201c Gemeint ist damit vor allem der europ\u00e4ische Hang zu Auflagen \u2013 etwa durch Gesetze wie das Lieferkettengesetz. Diese werden vor Ort teilweise als Bevormundung wahrgenommen. Gleichzeitig sieht Vo\u00df darin aber auch Europas St\u00e4rke: Qualit\u00e4t, Verl\u00e4sslichkeit und langfristige Wertsch\u00f6pfung vor Ort. Viele afrikanische Partner wissen das auch zu sch\u00e4tzen, sagt Vo\u00df zur \u201ePresse\u201c. Gro\u00dfe deutsche Konzerne wie <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/siemens\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" ist=\"\" langsam=\"\" zu=\"\" kompliziert=\"\" und=\"\" moralisch=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Siemens<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/vw\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" ist=\"\" langsam=\"\" zu=\"\" kompliziert=\"\" und=\"\" moralisch=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">VW<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bosch\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" ist=\"\" langsam=\"\" zu=\"\" kompliziert=\"\" und=\"\" moralisch=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bosch<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/deutsche-bank\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" ist=\"\" langsam=\"\" zu=\"\" kompliziert=\"\" und=\"\" moralisch=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutsche Bank<\/a> sind bereits seit Jahrzehnten erfolgreich in Afrika aktiv. Der \u00f6sterreichische und deutsche Mittelstand ist hingegen nur wenig vertreten. Ein Grund daf\u00fcr ist das verzerrte Afrika-Bild in Europa, sagt Vo\u00df: Der Kontinent wird noch immer haupts\u00e4chlich mit Krisen verbunden. Was braucht es um das zu \u00e4ndern? Vor allem Erfolgsgeschichten, sagt Vo\u00df. <\/p>\n<p>Es mangelt aber auch an Geld. Zwar existieren zahlreiche F\u00f6rderinstrumente \u2013 allein in Deutschland mehr als 100 \u2013, doch sie sind oft kompliziert und greifen nicht in allen L\u00e4ndern. Projekte mit Potenzial scheitern deshalb oft an der Umsetzung. Auch politisch fehlt es an klarer Linie. Deutschland hat \u2013 anders als \u00d6sterreich \u2013 keine eigene Afrikastrategie. Zwar sei das Thema mittlerweile auf h\u00f6chster politischer Ebene angekommen, so Vo\u00df, doch die politischen M\u00fchlen mahlen langsam. In \u00d6sterreich wird derzeit eine neue Afrikastrategie erarbeitet, die im Juni beschlossen werden und wirtschaftliche Kooperationen st\u00e4rken soll. <\/p>\n<p>Regional hat sich in den vergangenen Jahren einiges ver\u00e4ndert: Fr\u00fcher war S\u00fcdafrika der wichtigste Einstiegspunkt f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen, heute sind das Nordafrika (speziell Marokko und \u00c4gypten) sowie L\u00e4nder wie Kenia, Ghana oder Sambia. Besonders attraktiv f\u00fcr Fintechs sind etwa der Bezahlsektor oder die Branchen Energie (Solar, Wasserkraft) und Landwirtschaft. Allerdings h\u00e4ngen wirtschaftliche Entwicklungen stark von der politischen F\u00fchrung der jeweiligen L\u00e4nder ab. Stabile Rahmenbedingungen k\u00f6nnen Investitionen beschleunigen, Unsicherheit \u2013 etwa durch Regierungswechsel \u2013 hingegen Projekte rasch ausbremsen.<\/p>\n<p>                     Zu den Personen<\/p>\n<p>Bomolekdjgkl\u00f6fjdslk\u00f6bd<\/p>\n<p>dlsk\u00f6f\u00e4jklfjsadkl\u00f6<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Afrika bietet gro\u00dfes Potenzial, doch Ank\u00fcndigungen alleine sind zu wenig. 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