{"id":141864,"date":"2026-05-05T18:49:13","date_gmt":"2026-05-05T18:49:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141864\/"},"modified":"2026-05-05T18:49:13","modified_gmt":"2026-05-05T18:49:13","slug":"iran-will-mit-gewalt-die-kontrolle-ueber-hormus-behalten-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/141864\/","title":{"rendered":"Iran will mit Gewalt die Kontrolle \u00fcber Hormus behalten \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Wochenlang war es relativ ruhig am Golf \u2013 jetzt greift der Iran wieder Schiffe und arabische Staaten an: Teheran riskiert eine neue Eskalation in der Auseinandersetzung mit den USA. Das iranische Regime bef\u00fcrchtet, die Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus und damit seine wichtigste Trumpfkarte f\u00fcr die Verhandlungen mit Donald Trump und f\u00fcr die Nachkriegsordnung in der Region zu verlieren. Der neue Einsatz der US-Marine zum Schutz von Schiffen in der Meerenge bringt die iranischen Kommandanten aus dem Konzept.<\/p>\n<p>Niemand d\u00fcrfe die Stra\u00dfe von Hormus ohne iranische Erlaubnis passieren, erkl\u00e4rte Ahmad Vahidi, Chef der iranischen Revolutionsgarden und einer der m\u00e4chtigsten Mitglieder der F\u00fchrung in Teheran. Wer die iranischen Regeln zur Durchfahrt verletze, gelte als legitimes Ziel f\u00fcr Angriffe. Die Meerenge von Hormus sei verschlossen, und der Iran habe den einzigen Schl\u00fcssel.<\/p>\n<p>Vahidi beschrieb damit, wie wichtig ihm und anderen Chefs des Regimes die Kontrolle \u00fcber die Wasserstra\u00dfe ist. Kurz nach Beginn des amerikanisch-israelischen Angriffs am 28.\u2009Februar hatte der Iran die Stra\u00dfe von Hormus f\u00fcr blockiert erkl\u00e4rt und die Weltwirtschaft damit in eine Krise gesto\u00dfen. \u00d6l- und Gastransporte durch die Meerenge wurden gestoppt, mehr als 2000 Schiffe sitzen fest.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Trump, dessen W\u00e4hler \u00fcber steigende Benzinpreise klagen, versucht seit Wochen, die iranische Sperre zu durchbrechen. Weil Trump einen potenziell verlustreichen Einsatz von Bodentruppen scheut, war sich das iranische Regime seiner Sache bisher sicher: Der Iran grenzt im Norden an die enge Durchfahrt und kann Schiffe mit Raketen, Drohnen und Artillerie beschie\u00dfen oder mit Schnellbooten angreifen.<\/p>\n<p>Trumps j\u00fcngste Aktion \u2013 \u201eProjekt Freiheit\u201c \u2013 traf den Iran jedoch unvorbereitet. Seit Montag \u201eunterst\u00fctzen\u201c amerikanische Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Hubschrauber zivile Schiffe bei der Durchfahrt durch die Meerenge, wie das zust\u00e4ndige US-Zentralkommando es formuliert. Das bedeutet, dass die US-Milit\u00e4rs iranische Angriffe auf die Schiffe abwehren.<\/p>\n<p>US-Hubschrauber versenkten laut US-Milit\u00e4rangaben am Montag sechs iranische Schnellboote, US-Kriegsschiffe fingen mit Raketen iranische Geschosse und Drohnen ab. Zwei zivile Schiffe konnten nach US-Angaben aus dem Persischen Golf durch die Meerenge in den Golf von Oman und von dort in den Indischen Ozean gelangen.<\/p>\n<p>Der Iran dementierte diese US-Angaben. Er feuerte auf Schiffe und Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sowie im Oman. Einige Geschosse trafen \u00d6lanlagen der VAE in Fujairah, das au\u00dferhalb der Stra\u00dfe von Hormus am Golf von Oman liegt. Teheran signalisierte damit seine Entschlossenheit, auch jenseits der Meerenge anzugreifen. Irans Parlamentspr\u00e4sident Mohammad Bagher Ghalibaf warnte die USA, der Iran habe im Streit um Hormus noch viele Pfeile im K\u00f6cher: Teheran habe bisher \u201enicht einmal angefangen\u201c.<\/p>\n<p>Die iranische Regierungspropaganda stritt zudem milit\u00e4rische Verluste bei den j\u00fcngsten Zusammenst\u00f6\u00dfen mit den Amerikanern ab. Teheran warf Washington vor, statt Schnellbooten zivile Schiffe versenkt zu haben. Dabei seien f\u00fcnf Menschen get\u00f6tet worden. <\/p>\n<p>Teheran setze alles daran, die iranische Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus zu verteidigen, sagt Iran-Experte Arman Mahmoudian von der Universit\u00e4t S\u00fcd-Florida der \u201ePresse\u201c. Die F\u00fchrung im Iran sehe sich derzeit in einer relativ starken Position. Wenn Trump dem Regime das Druckmittel der Stra\u00dfe von Hormus aus der Hand nehmen k\u00f6nne, w\u00fcrden auch neue US-Angriffe auf den Iran wahrscheinlicher. Deshalb greife Teheran jetzt am Golf an, schildert er. Das sei aus Sicht des Regimes besser, als abzuwarten, bis die iranische Sperre durchbrochen sei.<\/p>\n<p>\u201eProjekt Freiheit\u201c legt damit einen Schwachpunkt der iranischen Taktik im Umgang mit Trump offen. Das Regime will einen neuen Krieg gegen die USA vermeiden, ist aber \u00fcberzeugt, den US-Pr\u00e4sidenten mit der iranischen Kontrolle \u00fcber den Tankerverkehr in Hormus zu Zugest\u00e4ndnissen zwingen zu k\u00f6nnen. Hardliner wie Garde-Chef Vahidi setzten sich seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe vor einem Monat innerhalb der iranischen F\u00fchrung mit dieser Linie durch. <\/p>\n<p>Selbstgewiss f\u00fcllte das Regime in Teheran seinen j\u00fcngsten 14-Punkt-Vorschlag an die USA mit Maximalforderungen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob das \u201eProjekt Freiheit\u201c den Iran zu einer Kurs\u00e4nderung bewegen kann. Au\u00dfenminister Abbas Araghchi, der zu den Pragmatikern im iranischen Regime z\u00e4hlt, pl\u00e4dierte in der Nacht zum Dienstag in einem Kommentar auf X f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wochenlang war es relativ ruhig am Golf \u2013 jetzt greift der Iran wieder Schiffe und arabische Staaten an:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":141865,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1493,40,41,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-141864","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-analyse","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-welt","13":"tag-world","14":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116523470886040435","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141864","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=141864"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141864\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/141865"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=141864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=141864"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=141864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}