{"id":142243,"date":"2026-05-06T00:36:09","date_gmt":"2026-05-06T00:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/142243\/"},"modified":"2026-05-06T00:36:09","modified_gmt":"2026-05-06T00:36:09","slug":"kosten-in-wiens-kindergaerten-rechnungshof-muss-schaetzen-weil-zahlen-fehlen-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/142243\/","title":{"rendered":"Kosten in Wiens Kinderg\u00e4rten: Rechnungshof muss sch\u00e4tzen, weil Zahlen fehlen \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Der Stadtrechnungshof vermisst Kostentransparenz bei der MA10 &#8211; und zeigt dennoch erhebliche Kostenunterschiede zwischen st\u00e4dtischen Kinderg\u00e4rten und privaten Tr\u00e4gern auf. <\/p>\n<p>\u00dcber eine Milliarde Euro kostet die Betreuung von Wiens Kleinkindern die Stadt pro Jahr. Das w\u00e4re schon Grund genug f\u00fcr den Stadtrechnungshof, sich die Finanzierung der Kinderg\u00e4rten und Horte genauer anzusehen. Zus\u00e4tzlich vermisste die Wiener \u00d6VP Kostentransparenz, und ersuchte um Pr\u00fcfung. Am Dienstag ver\u00f6ffentlichte der Stadtrechnungshof nun seinen Bericht, der mehrere Punkte offenbart: Die Mittel, die die Stadt f\u00fcr st\u00e4dtische Kinderg\u00e4rten aufwendet, \u00fcbersteigen jene, die mittels F\u00f6rderungen an private Kinderg\u00e4rten gehen, deutlich. Aber auch bei der Transparenz gibt es ordentlich Luft nach oben. <\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollten die Pr\u00fcfer laut Ersuchen den Zeitraum 2020\/2021 ansehen. Die zust\u00e4ndige MA10 konnte daf\u00fcr aber keine Daten zur Verf\u00fcgung stellen. Erst ab dem Jahr 2023 wurde die Kostenrechnung ausgebaut, so die Erkl\u00e4rung. Also nahmen sich die Pr\u00fcfer die Jahre 2023 und 2024 vor. \u201eF\u00fcr das Jahr 2024 konnten wiederum keine qualifizierten Daten bereitgestellt werden\u201c, hei\u00dft es in deren Bericht, die Stadt erkl\u00e4rte dies mit \u201eeingeschr\u00e4nkten personellen Kapazit\u00e4ten\u201c. F\u00fcr 2024 arbeitete man also mit Hochrechnungen. Die Pr\u00fcfer empfahlen eine \u201eaktuelle und auf steuerungsrelevanten Informationen basierende Kostenrechnung\u201c.<\/p>\n<p>Da half es auch nicht mehr, dass die zust\u00e4ndige Bildungsstadtr\u00e4tin <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/bettina-emmerling\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" in=\"\" wiens=\"\" kinderg=\"\" rechnungshof=\"\" muss=\"\" sch=\"\" weil=\"\" zahlen=\"\" fehlen=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bettina Emmerling<\/a> (Neos) in der Vorwoche eine \u201eerstmals transparente\u201c Kostenaufstellung f\u00fcr das Jahr 2023 pr\u00e4sentiert hatte \u2013 exakt die Zahlen, die sich nun in dem Pr\u00fcfbericht wiederfinden. <\/p>\n<p>Was kostet nun ein Kindergartenplatz in Wien? F\u00fcr st\u00e4dtische Kinderg\u00e4rten, in denen rund 40 Prozent der Wiener Kinder betreut werden, ergaben sich im Jahr\u00a02023 Kosten von rund 13.767\u00a0Euro pro Platz pro Jahr, im Jahr\u00a02024 waren es rund\u00a015.070\u00a0Euro.\u00a0Unter Ber\u00fccksichtigung der tats\u00e4chlichen Auslastung von etwa 93 Prozent kostete ein Platz 14.803 Euro (im Jahr 2023) und 16.204 Euro (im Jahr 2024). Private Kindergartenpl\u00e4tze, die mittels F\u00f6rderungen mitfinanziert werden, kommen f\u00fcr die Stadt mit\u00a08772 Euro\u00a0(im Jahr 2023) bzw. 10.375 Euro\u00a0(im Jahr 2024) pro Jahr und Kind wesentlich billiger.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr diese doch gravierenden Kostendifferenzen lieferten die Pr\u00fcfer mehrere Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze: Einerseits sind die Daten nur bedingt vergleichbar, da f\u00fcr die privaten Tr\u00e4ger keine Kostenrechnungsdaten vorlagen und nur Jahresabrechnungen herangezogen wurden. Hinzu kommt, dass private Kinderg\u00e4rten von Eltern zus\u00e4tzliche Beitr\u00e4ge einheben. Die tats\u00e4chlichen Betriebskosten privater Kinderg\u00e4rten waren nicht bekannt.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Unterschiede gibt es auch bei den Personalkosten. Diese liegen demnach bei einer von der Stadt Wien gef\u00fchrten Gruppe um 14,3 Prozent \u00fcber den durchschnittlichen Personalkosten einer privaten Tr\u00e4gerorganisation, was etwa auf unterschiedliche Bedienstetenkategorien zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Au\u00dferdem wird in st\u00e4dtischen Einrichtungen \u00fcblicherweise mehr Personal eingesetzt als gesetzlich mindestens vorgeschrieben ist. <\/p>\n<p>Die \u00d6ffnungszeiten divergieren, ebenso die Zusammensetzung des Personals: Nur in st\u00e4dtischen Kinderg\u00e4rten sind Assistenzp\u00e4dagoginnen im Einsatz, die insbesondere Kinder mit erh\u00f6htem Betreuungsbedarf unterst\u00fctzen. Sie werden besser bezahlt, als \u201enormale\u201c Assistentinnen. Integrations- und heilp\u00e4dagogische Gruppen, wo eine intensivere Betreuung n\u00f6tig ist, werden \u00fcberwiegend in st\u00e4dtischen Kinderg\u00e4rten und Horten angeboten. So kostete ein gew\u00f6hnlicher Kindergartenplatz im Jahr 2023 10.302 Euro, ein Platz in einer Integrationsgruppe 17.536 Euro. <\/p>\n<p>Die Wiener Oppositionsparteien reagierten mit Emp\u00f6rung ob der mangelnden Kostentransparenz: Die \u00d6VP orteten ein \u201eTransparenzversagen\u201c, die FP\u00d6 \u201eein vernichtendes Zeugnis f\u00fcr die Amtsf\u00fchrung\u201c von Emmerling, die Gr\u00fcnen forderten eine Neuaufstellung des F\u00f6rdersystems f\u00fcr private\u00a0Kinderg\u00e4rten\u00a0in Wien. Ein \u201ealarmierendes Bild\u201c zeichneten die Gr\u00fcnen au\u00dferdem nach einem weiteren Bericht des Stadtrechnungshofs, der \u201eschwere bauliche M\u00e4ngel\u201c in Au\u00dfenbereichen von Kinderg\u00e4rten und \u201eausbleibende \u00dcberpr\u00fcfungen von gef\u00e4hrlichen Spiel- und Sportger\u00e4ten\u201c vorfand. Auch die \u00d6VP kritisierte dies.<\/p>\n<p>F\u00fcr Kritik aus den Oppositionsreihen sorgten weitere am Dienstag ver\u00f6ffentlichte Berichte: \u00d6VP, Gr\u00fcne und FP\u00d6 kritisieren die F\u00f6rderabwicklung rund um den Verein Lokale Agenda 21. Der f\u00fcr B\u00fcrgerbeteiligung sowie das Programm Gr\u00e4tzloase zust\u00e4ndige Verein bekam zwischen 2021 und 2023 insgesamt 5,47 Millionen Euro. Von der Stadt gepr\u00fcft wurden diese F\u00f6rderungen allerdings nur rechnerisch, inhaltliche Kontrollen fehlten, so die Pr\u00fcfer. Der f\u00fcr die Pr\u00fcfung beauftragte MA42 &#8211; Wiener Stadtg\u00e4rten verf\u00fcgte demnach \u201enicht \u00fcber die fachliche Expertise und Zust\u00e4ndigkeit\u201c.<\/p>\n<p>Die \u00d6VP monierte die Verwendung einer Million Euro f\u00fcr den Verein Umweltbildung f\u00fcr die Aufsicht der Grillzonen in Wien. Die Gr\u00fcnen orteten au\u00dferdem ein \u201epinkes Managementversagen\u201c bei der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt (MA11). Demnach stellten die Pr\u00fcfer fest, dass die 2024 zuletzt gepr\u00fcfte Beh\u00f6rde von 31 Empfehlungen bis dato nur 14 vollst\u00e4ndig umgesetzt hat. <\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Stadtrechnungshof vermisst Kostentransparenz bei der MA10 &#8211; und zeigt dennoch erhebliche Kostenunterschiede zwischen st\u00e4dtischen Kinderg\u00e4rten und privaten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":142244,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[40,41,19148,39,38],"class_list":{"0":"post-142243","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-nachrichten","9":"tag-news","10":"tag-pruefung","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-meldungen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116524835324073038","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/142243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=142243"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/142243\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/142244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=142243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=142243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=142243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}