{"id":142466,"date":"2026-05-06T04:46:05","date_gmt":"2026-05-06T04:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/142466\/"},"modified":"2026-05-06T04:46:05","modified_gmt":"2026-05-06T04:46:05","slug":"trumps-pruefstelle-in-den-usa-wird-die-ki-industrie-zur-frage-der-nationalen-sicherheit-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/142466\/","title":{"rendered":"Trumps Pr\u00fcfstelle: In den USA wird die KI-Industrie zur Frage der nationalen Sicherheit \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwann im Jahr 2026 oder 2027 werde es den Leuten in Washington d\u00e4mmern. Sie w\u00fcrden Angst bekommen, die Tragweite der Sache erkennen. \u201eIn der einen oder anderen Form wird sich der nationale Sicherheitsapparat sehr stark einmischen\u201c, schrieb Leopold Aschenbrenner, ein KI-Forscher, der damals f\u00fcr OpenAI arbeitete, im Juni 2024. In seinem viel beachteten Essay \u201eSituational Awareness\u201c skizzierte er, wie es mit der k\u00fcnstlichen Intelligenz weitergehen w\u00fcrde. Nun scheint es, als k\u00f6nnte er in diesem Punkt seiner Vorhersagen recht behalten haben. <\/p>\n<p>Donald Trump zieht in Betracht, eine staatliche Kontrolle f\u00fcr neue KI-Modelle einzuf\u00fchren.\u00a0Das berichtete die \u201eNew York Times\u201c am Montagabend mit Verweis auf anonyme Quellen. Was das genau hei\u00dfen wird, ist noch vage. In einem ersten Schritt wolle der US-Pr\u00e4sident aber eine Arbeitsgruppe schaffen, die mit staatlichen Vertretern und Tech-Managern aus der KI-Industrie besetzt ist. Diese k\u00f6nnte ausloten, welche Prozedere denkbar sind, um die Beamten in die Modelle einsehen zu lassen. Dass es dabei wohl nicht um Konsumentenschutz geht, deutet die Liste der Stellen an, die laut \u201eNew York Times\u201c im Gespr\u00e4ch sind: der Nachrichtendienst NSA, der Nationale Cyber-Direktor oder die Direktorin der nationalen Nachrichtendienste. Weder dementierte das Wei\u00dfe Haus den Bericht, noch best\u00e4tigte es ihn. <\/p>\n<p>Es w\u00e4re ein bemerkenswerter Schwenk Trumps, der in der KI-Frage entschlossen schien, die Dinge m\u00f6glichst frei laufen zu lassen. Als er im Juli 2025 den \u201eAI Action Plan\u201c vorstellte, bedachte er die rasant wachsende Milliardenindustrie im Silicon Valley noch mit v\u00e4terlicher F\u00fcrsorge. \u201eWir m\u00fcssen dieses Baby f\u00f6rdern und ihm erm\u00f6glichen, sich zu entwickeln\u201c, sagte er. \u201eWir k\u00f6nnen es nicht mit t\u00f6richten oder gar dummen Regeln aufhalten.\u201c Die unter seinem Vorg\u00e4nger Joe Biden geschaffene Beh\u00f6rde \u201eCenter for A.I. Standards and Innovation\u201c r\u00fcckte er an den Rand. <\/p>\n<p>Die Trump-Regierung sah sich in einem Wettkampf um \u201eglobale Dominanz bei k\u00fcnstlicher Intelligenz\u201c, wie in ihrem AI Action Plan steht. \u201eSo wie wir das Wettrennen im Weltall gewonnen haben, ist es zwingend erforderlich, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verb\u00fcndeten dieses Rennen gewinnen.\u201c \u00adEin Verweis auf den Kalten Krieg mit der Sowjetunion. <\/p>\n<p>Mit Echos aus der Geschichte besch\u00e4ftigt sich auch Dario Amodei, der Gr\u00fcnder von Anthropic, das zu den besten KI-Entwicklern weltweit z\u00e4hlt. Vom 43-J\u00e4hrigen ist bekannt, dass er neuen Mitarbeitern gerne ein Buch schenkt: \u201eThe Making of the Atomic Bomb\u201c, eine historische Abhandlung \u00fcber das Manhattan-Projekt. Es ist ein Szenario, das in Debatten um die KI-Industrie immer wieder auftaucht: Der Staat k\u00f6nnte irgendwann damit beginnen, die KI-Produzenten st\u00e4rker an sich zu ziehen, um in geopolitischen Konflikten die Hand auf dieser entscheidenden Technologie zu behalten.<\/p>\n<p>Anthropic selbst befindet sich seit Monaten in einem Streit um die Fragen, wof\u00fcr seine Modelle eingesetzt werden und wer am Ende die Kontrolle beh\u00e4lt. Zum einen ist da ein Rechtszwist mit dem US-Verteidigungsministerium: Dieses wollte sich von Anthropic nicht vorschreiben lassen, wof\u00fcr es dessen KI-Modelle verwenden darf. Als das Unternehmen auf Vertragsklauseln beharrte, k\u00fcndigten die US-Beh\u00f6rden auf Zuruf von Trump ihre Gesch\u00e4ftsbeziehungen. Der KI-Entwickler wurde zum Lieferkettenrisiko erkl\u00e4rt, wodurch es auch f\u00fcr andere US-Unternehmen riskant sein k\u00f6nnte, seine Produkte zu kaufen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig deutete Anthropic der US-Regierung vor Kurzem an, dass es sich lohnen k\u00f6nnte, den Kontakt nicht ganz zu verlieren. Mit \u201eMythos\u201c will man ein neues Modell entwickelt haben, das gef\u00e4hrlich gut sei. Es habe in kurzer Zeit unz\u00e4hlige Sicherheitsl\u00fccken in Software entdeckt, die es m\u00f6glich machen w\u00fcrden, Beh\u00f6rden, Unternehmen und Infrastruktur auf der ganzen Welt anzugreifen. Anthropic beschloss daher, \u201eMythos\u201c nur mit einem kleinen Kreis von Vertrauten zu teilen. Die \u00d6ffentlichkeit sollte keinen Zugriff bekommen. <\/p>\n<p>Was an den Behauptungen \u00fcber \u201eMythos\u201c stimmt, kann nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcft werden. Laut \u201eNew York Times\u201c soll Anthropic neben Google und OpenAI aber zu jenen KI-Entwicklern geh\u00f6ren, die vom Wei\u00dfen Haus \u00fcber die Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Kontrollstelle informiert wurden. <\/p>\n<p>Die Frage nach der Regulierung der milliardenschweren KI-Industrie besch\u00e4ftigt das Wei\u00dfe Haus nicht erst seit \u201eMythos\u201c. Laut dem Pew Research Center ist die Skepsis gegen\u00fcber den massiven Investitionen in die neue Technologie eines der wenigen politischen Themen, das Republikaner und Demokraten vereint. <\/p>\n<p>Sie arbeiten zusammen, um den Bau von Datenzentren zu stoppen. Mehr als 1000 einzelne KI-Gesetzesvorhaben wurden bisher im ganzen Land eingebracht, darunter auch von Republikanern und Trump-Fans. Im vergangenen Jahr haben 38 US-Bundesstaaten neue KI-Regulierungen beschlossen, darunter auch Kalifornien, wo das Silicon Valley liegt. <\/p>\n<p>Im Dezember reagierte das Wei\u00dfe Haus: Der Pr\u00e4sident erlie\u00df ein Dekret, um die KI-Industrie vor einem \u201einkonsistenten und teuren Compliance-Regime\u201c zu sch\u00fctzen. Den 50 Bundesstaaten soll es schwer gemacht werden, eigene KI-Regeln zu erlassen. Zum einen soll es Flickwerk verhindern. Zum anderen warf Trump Kalifornien und Colorado vor, sie w\u00fcrden \u201elinke Ideologie in die Programmierung einbringen\u201c. <\/p>\n<p>Im M\u00e4rz stellte Trump dann den Plan f\u00fcr einen nationalen KI-Rechtsrahmen mit sieben Punkten vor \u2013 von Kinderschutz \u00fcber Strompreise, Bau von Datenzentren bis zu Schulungen und Urheberrechtsfragen. Das ebenfalls noch vage Vorhaben soll in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Im November finden entscheidende Kongresswahlen statt. <\/p>\n<p>Auch neue Berater hat Trump im M\u00e4rz gefunden: 13 Personen \u2013 darunter Metas Mark Zuckerberg \u2013 sollen ihm in Technikfragen helfen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Irgendwann im Jahr 2026 oder 2027 werde es den Leuten in Washington d\u00e4mmern. 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