{"id":143029,"date":"2026-05-06T11:08:08","date_gmt":"2026-05-06T11:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143029\/"},"modified":"2026-05-06T11:08:08","modified_gmt":"2026-05-06T11:08:08","slug":"cybersecurity-fh-salzburg-forschung-an-der-frontlinie-der-industriellen-sicherheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143029\/","title":{"rendered":"Cybersecurity: FH Salzburg: Forschung an der Frontlinie der industriellen Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Cyberangriffe auf Produktionsanlagen nehmen rasant zu, gleichzeitig w\u00e4chst der Innovationsdruck aus Fernost. Stefan Huber, Head of Research am Department Information Technologies and Digitalisation der <a href=\"https:\/\/industriemagazin.at\/rankings\/fh-ranking-oesterreichs-beste-fachhochschulen-2026\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FH Salzburg<\/a>, forscht genau an dieser Schnittstelle: zwischen industrieller Sicherheit, maschinellem Lernen und dem Anspruch, europ\u00e4isches Ingenieurwissen in konkurrenzf\u00e4hige Innovation zu \u00fcbersetzen. Im Josef Ressel Zentrum f\u00fcr intelligente und sichere Industrieautomatisierung arbeiten Mechatroniker, Regelungstechniker, Informatiker und KI-Spezialisten mit einem realen Testbed aus Spritzgie\u00dfmaschinen, Robotern und SCADA-Systemen direkt von Industriepartnern.\u00a0<\/p>\n<p>Nie mehr die wichtigsten News aus \u00d6sterreichs Industrie verpassen? Abonnieren Sie unser Daily Briefing: Was in der Industrie wichtig wird. T\u00e4glich um 7 Uhr in ihrer Inbox.\u00a0<a href=\"https:\/\/share.hsforms.com\/1Ewf68cWnTueeZ-Lpz0-KMgbobz6\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hier geht\u2019s zur Anmeldung!<\/a><\/p>\n<p>Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit reicht von neuen Intrusion-Detection-Ans\u00e4tzen bis zu einer Patentanmeldung im Bereich der KI-basierten energieoptimierter Antriebsregelung.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eWir stehen bereit.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>INDUSTRIEMAGAZIN: Industrial Security entwickelt sich zunehmend zum kritischen Wettbewerbsfaktor. Wie gro\u00df ist der Handlungsdruck wirklich?\u00a0<\/p>\n<p>Stefan Huber: Der Handlungsdruck ist aus mehreren Gr\u00fcnden hoch. 2010 hat der Stuxnet-Angriff die Branche aufger\u00fcttelt, aber das war nur das erste L\u00e4uten. Heute gibt es auch regulatorischen Druck auf europ\u00e4ischer Ebene, Stichwort NIS2 und dergleichen. Laut ENISA Threat Landscape 2025 verzeichnet der Bereich Manufacturing au\u00dferdem einen \u00fcber 60-prozentigen Anstieg bei Ransomware-Angriffen. Mittlerweile richtet sich fast jeder f\u00fcnfte Cyberangriff gegen OT-Systeme. Aber wenn man ehrlich ist: Als Unternehmensverantwortliche ist das eines von vielen Themen. Ich empfehle dringend, den Draghi-Report ernst zu nehmen: Es gilt, den Innovation-Gap zu den USA und China zu schlie\u00dfen, Dekarbonisierung und Wettbewerbsf\u00e4higkeit voranzutreiben, Sicherheit zu erh\u00f6hen und Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren. Europa kann hier nur bestehen, wenn es gezielt seine St\u00e4rken ausspielt: Industrielle Exzellenz, Systemverst\u00e4ndnis und ingenieurgetriebene KI. Unser Josef Ressel Zentrum zahlt in alle drei dieser Handlungsfelder ein.\u00a0<\/p>\n<p>Wo liegen heute die gr\u00f6\u00dften Schwachstellen in industriellen Systemen und Produktionsnetzwerken?<\/p>\n<p>Huber: Ich w\u00fcrde die Herausforderungen in drei Bereiche teilen. Erstens: OT-Systeme sind langlebig. Es ist nicht selten, dass ein Automatisierungssystem 20 oder 25 Jahre l\u00e4uft. Die Netzwerkarchitekturen von damals haben Security nicht so mitgedacht, wie wir sie heute ben\u00f6tigen, etwa saubere Segmentierung und eng definierte Kommunikationswege. Zweitens: Moderne Systeme sind ITlastiger. Die IT-OT-Konvergenz f\u00fchrt zu mehr Angriffsfl\u00e4che \u2013 Remote-Zug\u00e4nge, Verbindungen in die Cloud, KI-Algorithmen. Drittens, und das liegt nicht in unserer Hand: vermehrte spezialisierte Malware auf industrielle Kontrollsysteme.\u00a0<\/p>\n<p>Sie arbeiten mit realit\u00e4tsnahen Testbeds \u2013 wie wichtig ist es, Securityl\u00f6sungen unter echten Produktionsbedingungen zu testen?\u00a0<\/p>\n<p>Huber: Ein Testbed ist unersetzlich f\u00fcr Forschung, die relevant f\u00fcr die industrielle Anwendung sein soll. Es ist unser industrieller Experimentierraum. Aber ein gutes Testbed zu schaffen ist schwierig, weil Experten aus mehreren Dom\u00e4nen zusammentreffen m\u00fcssen. Bei uns sitzen Experten aus Mechatronik, Regelungstechnik, Security, AI und Machine Learning und klassische Informatiker an einem Tisch. Dieses interdisziplin\u00e4re Setting findet man nicht h\u00e4ufig. Unser Testbed setzt ein kleines Produktionssystem mit drei Spritzgie\u00dfmaschinen, einer Materialflussanlage und vier Robotern um \u2013 umgesetzt mit Komponenten von B&amp;R, COPA-DATA und SIGMATEK. Es deckt alle drei Forschungsrichtungen ab: Systemarchitekturen, AI und Security, die auf nat\u00fcrliche Weise ineinandergreifen. Ein konkretes Problem dabei: Moderne Machine-Learning- Methoden sind datenbasiert.\u00a0<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Intrusion Detection System basierend auf Machine Learning brauche ich Datens\u00e4tze, in denen ein Angriff vorkommt. Unternehmen haben Daten in der erforderlichen Form in der Regel nicht, weil sie nicht darauf vorbereitet waren, diese tief und orchestriert aufzuzeichnen. Es ist sogar Teil unserer Forschung, Konzepte zu entwickeln, wie man das gut aufzeichnen kann, entsprechend annotiert und zeitlich korrekt einordnet.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Cyberangriffe auf Produktionsanlagen nehmen rasant zu, gleichzeitig w\u00e4chst der Innovationsdruck aus Fernost. 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