{"id":143171,"date":"2026-05-06T12:28:08","date_gmt":"2026-05-06T12:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143171\/"},"modified":"2026-05-06T12:28:08","modified_gmt":"2026-05-06T12:28:08","slug":"enquete-des-bundesrats-zum-thema-starke-regionen-pk0400-06-05-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143171\/","title":{"rendered":"Enquete des Bundesrats zum Thema starke Regionen (PK0400\/06.05.2026)"},"content":{"rendered":"<p>Wien (PK) &#8211; &#8222;Starke Regionen: digital.engagiert.zukunftsorientiert&#8220; lautete der Titel der parlamentarischen Enquete, zu der Bundesratspr\u00e4sident Markus Stotter ins Hohe Haus geladen hatte. Die Regionen w\u00fcrden vor gro\u00dfen Herausforderungen stehen, so Stotter, im Hinblick auf Digitalisierung, demografischen Wandel, neue Anforderungen an die Sicherheit und Daseinsvorsorge. Es gehe darum, den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig zu sichern, betonte er. Starke Regionen w\u00fcrden dort entstehen, wo entschlossen gehandelt, Kooperation gelebt und aktiv gestaltet werde, zeigte sich der Bundesratspr\u00e4sident \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Im Rahmen von vier Panels hielten Expertinnen und Experten Vortr\u00e4ge zu einem breiten Feld von Themen, die von regionaler Sicherheit \u00fcber das Thema Ehrenamt bis zur Jugend reichten. Zu Beginn der Veranstaltung hielt Anton Mattle, Landeshauptmann von Tirol, eine Keynote zum Thema zukunftsf\u00e4hige Regionen im Wandel. Demzufolge w\u00fcrden zukunftsf\u00e4hige Regionen durch gute Infrastruktur, Chancengleichheit, familienfreundliche Rahmenbedingungen und die gezielte Nutzung regionaler St\u00e4rken entstehen.<\/p>\n<p>Zukunftsf\u00e4hige Regionen im Wandel<\/p>\n<p>Tirol als drittgr\u00f6\u00dftes Bundesland \u00d6sterreichs habe 777.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Auf mehr als 350.000 G\u00e4stebetten k\u00e4men 50 Mio. N\u00e4chtigungen j\u00e4hrlich, hielt Mattle fest. Es gebe gutes Wirtschaftswachstum, eine H\u00f6chstzahl an unselbstst\u00e4ndig Besch\u00e4ftigten und geringe Arbeitslosigkeit. Tirol sei ein wachsendes, attraktives Bundesland, war der Landeshauptmann \u00fcberzeugt. Aber es sei nicht immer so gewesen, verwies er auf H\u00f6hen und Tiefen seit Kaiser Maximilian. Nicht nur Tirol \u2013 alle Regionen w\u00fcrden starkem Wandel unterliegen. Einerseits gehe es darum, im l\u00e4ndlichen Raum \u00e4hnliche Lebensbedingungen zu schaffen wie im st\u00e4dtischen Raum. Um Chancengleichheit zu schaffen, brauche es den Breitbandausbau, zeigte er in seiner Rede auf.<\/p>\n<p>Andererseits gelte es, den Wanderungssaldo sowie den Geburtensaldo in den Regionen positiv zu halten. Daf\u00fcr brauche es Kinderbildung und -betreuung. Denn junge Paare w\u00fcrden sich bei der Wahl des Wohnortes an Arbeitspl\u00e4tzen und Kinderbetreuung orientieren. Von der Elementarp\u00e4dagogik \u00fcber die Lehre bis zum Studium, durch entsprechendes Bildungsangebot werde Wahlm\u00f6glichkeit geschaffen. Jede Region solle das machen, wof\u00fcr sie gut geeignet sei, zeigte sich Mattle \u00fcberzeugt. Tirol habe 2026 zum &#8222;Jahr des Ehrenamts&#8220; gemacht. Es m\u00fcsse gelingen, der Freiwilligenarbeit entsprechende Wertsch\u00e4tzung entgegenzubringen und Angebote f\u00fcr junge Menschen zu schaffen.<\/p>\n<p>Regionale Sicherheit im Kontext von Digitalisierung und Krisenpr\u00e4vention<\/p>\n<p>Unsere Gesellschaft werde immer digitaler: &#8222;Wir kommunizieren online, speichern Daten auf unseren Ger\u00e4ten und in der Cloud und nutzen intelligente Ger\u00e4te im Alltag&#8220;, ging Reinhard Posch, Chief Information Officer der \u00f6sterreichischen Bundesregierung, auf regionale Sicherheitsaspekte ein. Mit diesen neuen M\u00f6glichkeiten ver\u00e4ndere sich auch die Risikolandschaft erheblich.<\/p>\n<p>Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t, also M\u00f6glichkeiten zur selbstbestimmten Nutzung und Gestaltung von Informationstechnik, stand f\u00fcr Posch im Fokus. Der erste Schritt zu Souver\u00e4nit\u00e4t sei Klarheit \u00fcber das Wann, das Wo und das Wie der Speicherung und Verarbeitung von Daten. Dazu seien h\u00e4rtere technische Barrieren erforderlich, da Vertr\u00e4ge und Gesetze nicht gesichert eingehalten w\u00fcrden und \u00fcberdies von Staat zu Staat unterschiedlich seien.<\/p>\n<p>IT-Sicherheit sei keine Routineaufgabe, sondern eine strategische Herausforderung. Wichtig seien dabei klare Zust\u00e4ndigkeiten von Bund, L\u00e4ndern, Regionen und auch der Unternehmen. &#8222;Wir k\u00f6nnen nicht davon ausgehen, dass sich ein Staat morgen so verh\u00e4lt, so wie er es heute tut&#8220;, sagte der Experte. Digitalisierung bringe Chancen aber auch Risiken. Die Frage sei, wie viel Komfort wir bereit sind aufzugeben. Denn der Ausfall einzelner Elemente d\u00fcrfe nicht zum Ausfall des Gesamtsystems f\u00fchren. Deshalb schlug er vor, die Systeme &#8222;legoartig&#8220; zusammenzustellen, um Unabh\u00e4ngigkeit zu gew\u00e4hrleisten. Im Fokus steht f\u00fcr Posch die Reduktion der Abh\u00e4ngigkeiten von Komponenten untereinander.<\/p>\n<p>Zusammenarbeit zwischen L\u00e4ndern, Gemeinden und Zivilgesellschaft<\/p>\n<p>Johannes Pressl, Pr\u00e4sident des \u00d6sterreichischen Gemeindebundes, hielt fest: Im Gegensatz zum Bundesland Tirol liege \u00d6sterreich insgesamt beim Glasfaserausbau weiterhin auf den hinteren Pl\u00e4tzen. Es gebe keine digitale Gleichberechtigung zwischen Stadt und Land. Jedes Haus m\u00fcsse digital an die H\u00f6chstleistungskapazit\u00e4ten angeschlossen werden. Es brauche den Glasfaserausbau als Daseinsvorsorge und eine Anschlussverpflichtung analog zum System von Kanal, Wasser und Strom, so Pressl. Dabei seien nicht nur die Kosten relevant. Man m\u00fcsse auch &#8222;ein bisschen streng sein&#8220;, damit die privaten Vorg\u00e4rten f\u00fcr den Anschluss genutzt werden k\u00f6nnen. Als L\u00f6sungsansatz nannte er offene Netze und Infrastruktur-Sharing.<\/p>\n<p>Die Nahversorgung werde zusehends zum Problem. 389 Gemeinden in \u00d6sterreich h\u00e4tten keinen Lebensmittel-Einzelh\u00e4ndler mehr, 580 Gemeinden keinen &#8222;Vollversorger&#8220;. Denn es sei unwirtschaftlich und eine Personalfrage geworden, erkl\u00e4rte Pressl. Digitalisierung k\u00f6nne einen L\u00f6sungsansatz bieten, der ohne oder mit wenig Personal auskommt. Dazu seien gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, wie die Erweiterung des \u00d6ffnungszeitengesetzes.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging er auf Rufbussysteme ein. Mobilit\u00e4t k\u00f6nne mit digitaler Unterst\u00fctzung und Mithilfe von Freiwilligen funktionieren. Ehrenamtlich betriebene Dorfbusse w\u00fcrden dazu einen L\u00f6sungsansatz bieten. Per App k\u00f6nnten Fahrten bestellt werden. Pressl trat daf\u00fcr ein, Digitalisierung zu nutzen, um die Gemeinden besser zu organisieren.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sich darauf vorbereiten, dass auch Arztleistungen online bezogen werden k\u00f6nnen. Diagnosen k\u00f6nnten digital unterst\u00fctzt, aber nicht immer vor Ort, erfolgen. Er warb daf\u00fcr, neuen Technologien innovativ gegen\u00fcberzutreten. Sie k\u00f6nnten Koordination, Beratung und Orientierung vor Ort sowie technische Assistenzsysteme im Alltag bieten. Dar\u00fcber hinaus ging Pressl auf smarte Verkehrssteuerungen, B\u00fcrgertablets, smarte Wasserz\u00e4hler und den digitalen Euro ein, die aus seiner Sicht helfen k\u00f6nnten, Herausforderungen im l\u00e4ndlichen Raum in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p>Diskussion: Von Glasfaser bis Grundsteuer<\/p>\n<p>Im Rahmen der anschlie\u00dfenden Diskussion ging Christian Wigand von der Vertretung der Europ\u00e4ischen Kommission in \u00d6sterreich auf den Glasfaserausbau ein und sprach dar\u00fcber, Digitalisierung als Chance f\u00fcr die Regionen zu nutzen. Digitalisierung erm\u00f6gliche Einsparungen, zeigte sich Manfred Hofinger (\u00d6VP) \u00fcberzeugt. Bundesrat Christoph Thoma (\u00d6VP\/V) hielt den Breitbandausbau im Sinne der Mobilit\u00e4t f\u00fcr entscheidend. Zudem gelte es, das entsprechende Mindset f\u00fcr die Lehre als duale Ausbildung zu schaffen.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6-Abgeordnete Katayun Pracher-Hilander machte sich daf\u00fcr stark, Menschen im Digitalisierungsprozess in den Vordergrund zu stellen. Es brauche bessere Kommunikation, um \u00c4ngste vor dem Arbeitsplatzverlust anzusprechen und Vertrauen in den Change-Prozess zu schaffen. Gemeinden k\u00e4mpfen ums \u00dcberleben, warnte Peter Gerstner, FP\u00d6-Abgeordneter zum nieder\u00f6sterreichischen Landtag, vor explodierenden Kosten, Auflagen und B\u00fcrokratie. Zudem zeigte er sich skeptisch gegen\u00fcber dem digitalen Euro.<\/p>\n<p>Vom Festnetz zum Handy, von der Schreibmaschine zum Computer \u2013 die digitale Entwicklung sei Realit\u00e4t, betonte Bundesr\u00e4tin Claudia Arpa (SP\u00d6\/K). Es gelte, in den Glasfaserausbau zu investieren und Blackout-sichere Gemeinden aufzubauen, um als Gemeinde im Ernstfall handlungsf\u00e4hig zu bleiben. Gemeinden brauchen entsprechende finanzielle Mittel, um sich zu digitalisieren, betonte der Vizeb\u00fcrgermeister von St. P\u00f6lten, Michael K\u00f6gl. Den Gemeinden gehe das Geld aus, ging Wolfgang Kocevar (SP\u00d6) damit einher und appellierte daran, eine offene Diskussion \u00fcber die Grundsteuer zu f\u00fchren. (Fortsetzung Enquete des Bundesrats) gla<\/p>\n<p>HINWEISE: <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/aktuelles\/mediathek\/fotos\/1919701\" onclick=\"javascript:self.location.href=\" https:=\"\" encodeuricomponent=\"\" false=\"\" target=\"_blank\" title=\"Dieser Link \u00f6ffnet die Bildvorschau (in einem externen Fenster, wenn Javascript nicht aktiviert ist).\" rel=\"nofollow noopener\">Fotos<\/a> von der Enquete finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Webportal des Parlaments<\/a>. Die parlamentarische Enquete wurde live in der <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/aktuelles\/mediathek\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mediathek des Parlaments<\/a> \u00fcbertragen und ist dort als Video-on-Demand abrufbar. Ein <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/fachinfos\/rlw\/Welche-Rolle-koennen-Regionen-bei-der-digitalen-Transformation-spielen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fachdossier<\/a> der Parlamentsdirektion informiert zum Thema &#8222;Welche Rolle k\u00f6nnen Regionen bei der digitalen Transformation spielen?&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wien (PK) &#8211; &#8222;Starke Regionen: digital.engagiert.zukunftsorientiert&#8220; lautete der Titel der parlamentarischen Enquete, zu der Bundesratspr\u00e4sident Markus Stotter ins&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":103254,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[17345,47325,616,18002,41299,22660,40,41,3399,39,38,255],"class_list":{"0":"post-143171","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-bundesrat","9":"tag-enquete","10":"tag-parlament","11":"tag-stotter","12":"tag-generationen","13":"tag-laender","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-regionen","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-top-meldungen","19":"tag-wirtschaft"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116527635093021141","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143171","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143171"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143171\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/103254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143171"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143171"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143171"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}