{"id":143517,"date":"2026-05-06T15:55:11","date_gmt":"2026-05-06T15:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143517\/"},"modified":"2026-05-06T15:55:11","modified_gmt":"2026-05-06T15:55:11","slug":"lufthansa-will-auch-in-europa-us-treibstoff-tanken-duerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143517\/","title":{"rendered":"Lufthansa will auch in Europa US-Treibstoff tanken d\u00fcrfen"},"content":{"rendered":"\n<p>Es sind gigantische Summen: Lufthansa Group sch\u00e4tzt ihre Treibstoffkosten f\u00fcr 2026 auf 8,9 Milliarden Euro. Aufgrund des Iran-Krieges und des dadurch deutlich gestiegenen Kerosinpreises sind das 1,7 Milliarden Euro mehr, als der Konzern bisher erwartet hatte, wie Finanzchef Till Streichert am Mittwoch (6. Mai) in einem Pressegespr\u00e4ch erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Dass die Kosten nicht noch weiter in die H\u00f6he schie\u00dfen, liegt am sogenannten Fuel Hedging: F\u00fcr 2026 sind laut Streichert 83 Prozent der Treibstoffk\u00e4ufe der Passagier-Airlines abgesichert, f\u00fcr 2027 aktuell bereits 36 Prozent. \u00abDerzeit sehen wir keine Engp\u00e4sse in der physischen Versorgung\u00bb, sagte Streichert mit Blick auf den Treibstoff. \u00abBis einschlie\u00dflich Juni gehen wir davon aus, dass die Versorgung insbesondere an unseren Hubs vollst\u00e4ndig gesichert ist.\u00bb Die Prognosen seien stets f\u00fcr rund sechs Wochen im Voraus verl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Alternative: Zwischenbetankung auf ausgew\u00e4hlten Strecken<\/p>\n<p>\u00abGleichwohl bereiten wir uns derzeit auf alternative Szenarien vor, falls ich dies \u00e4ndern sollte\u00bb, sagte der Finanzchef. \u00abM\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten beispielsweise auch die Zwischenbetankung auf ausgew\u00e4hlten Strecken nach Asien oder Afrika umfassen.\u00bb<\/p>\n<p>Konzernchef Carsten Spohr nannte zudem drei Forderungen an die EU. \u00abErstens brauchen wir die Zulassung des Imports des Jet-A-Treibstoffs, der an US-Flugh\u00e4fen verwendet wird, denn dieser Import aus den USA g\u00e4be uns einen wichtigen Hebel zu Vermeidung von Knappheiten\u00bb, so Spohr. Derzeit m\u00fcsse aus den USA importiertes Jet A in Europa \u00abnochmal in einen Raffinerieprozess\u00bb gegeben werden, so Spohr, um daraus das in Europa \u00fcbliche Jet A-1 zu machen. Der Unterschied, dass Jet A-1 sp\u00e4ter gefriere, sei im Sommerhalbjahr eh nicht von Bedeutung, sagte der Manager. Er habe erst am Vortag von der europ\u00e4ischen Luftfahrtbeh\u00f6rde Easa einen Hinweis bekommen, dass diese keine Einw\u00e4nde habe.<\/p>\n<p>Lufthansa will Treibstoff f\u00fcr R\u00fcckflug mitnehmen d\u00fcrfen<\/p>\n<p>\u00abZweitens sollte die Slotregulierung an Flugh\u00e4fen ausgesetzt werden, damit wir nicht aufgrund von teuererem oder fehlendem Treibstoff Slots verlieren\u00bb, sagte der Lufthansa-Group-Chef mit Blick auf die Zeitnischen f\u00fcr Starts und Landungen. Aktuell brauche es diese Aussetzung noch nicht. Doch da die Umsetzung Zeit ben\u00f6tige, sei jetzt eine Entscheidung aber wichtig, wie das Vereinigte K\u00f6nigreich sie bereits k\u00fcrzlich getroffen habe.<\/p>\n<p>\u00abDrittens m\u00fcssen wir zumindest tempor\u00e4r die europ\u00e4ischen Anti-Tankering-Reglungen aussetzen, die es uns zurzeit nicht erlaubt, bei potenziellen Treibstoffknappheiten an einzelnen Flugh\u00e4fen in Europa den Treibstoff f\u00fcr den R\u00fcckflug mitzunehmen\u00bb, so Spohr.<\/p>\n<p>\u00ab25 Prozent des Kerosins bisher aus der Golfregion\u00bb<\/p>\n<p>Der Konzernchef erkl\u00e4rte zur Treibstofflage: \u00abUngef\u00e4hr 25 Prozent des Kerosins, das wir derzeit in Europa verbrauchen, kam bisher aus der Golfregion und das fehlt jetzt zun\u00e4chst.\u00bb Die H\u00e4lfte dieser fehlenden 25 Prozent werde aktuell ersetzt durch zus\u00e4tzliche Importe, allen voran aus den USA und Nigeria, sowie eine leichten Produktionssteigerung europ\u00e4ischer Raffinerien. Die andere H\u00e4lfte werde derzeit noch aus Lagerbest\u00e4nden kompensiert, Ziel sei jedoch, dass der Anteil dieser Nutzung der Lagerbest\u00e4nde immer weiter sinke.<\/p>\n<p>Lufthansa Group h\u00e4lt unter diesen Vorzeichen weiter an ihrem Ziel fest, ihr Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern 2026 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 Prozent zu steigern, wie Finanzchef Streichert sagte. Zwar h\u00e4tten die gestiegenen Treibstoffpreise und die Streikkosten im ersten Quartal die eingeplanten Puffer weitgehend aufgebraucht, jedoch seien auch die Einnahmen gestiegen &#8211; besonders durch hohe Nachfrage auf Asien- und Afrika-Routen, h\u00f6here Preise und h\u00f6here Auslastung, gerade in den Premiumklassen.<\/p>\n<p>Steigende Erl\u00f6se sollen Treibstoffkosten vergessen machen<\/p>\n<p>F\u00fcrs zweite Quartal erwarte man \u00ab60 Prozent Kompensation der Treibstoff-Mehrkosten durch Mehrerl\u00f6se, im dritten und vierten Quartal deutlich \u00fcber 100 Prozent, wenn Nachfrage anh\u00e4lt\u00bb, sagte Streichert. Nat\u00fcrlich werde sich vieles erst in den kommenden Monaten zeigen, aber aktuell gelte: \u00abDie Buchungseing\u00e4nge st\u00fctzen das.\u00bb<\/p>\n<p>Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. 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