{"id":143827,"date":"2026-05-06T19:07:15","date_gmt":"2026-05-06T19:07:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143827\/"},"modified":"2026-05-06T19:07:15","modified_gmt":"2026-05-06T19:07:15","slug":"claude-mythos-europa-bei-anthropic-ki-nur-zaungast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/143827\/","title":{"rendered":"Claude Mythos: Europa bei Anthropic-KI nur Zaungast"},"content":{"rendered":"<p>Allein im Webbrowser Firefox deckte Claude Mythos zuletzt 271 Sicherheitsl\u00fccken auf, eine 27 Jahre alte L\u00fccke im Betriebssystem OpenBSD sorgte ebenso f\u00fcr Aufsehen wie eine Schwachstelle in FFmpeg, einer frei verf\u00fcgbaren Videosoftware, die in Tausenden Applikationen zum Einsatz kommt.<\/p>\n<p>In Medien wird das neue KI-Modell oft mit apokalyptischen Szenarien gleichgesetzt und nicht nur in der IT, auch auf dem Finanzsektor herrscht sp\u00fcrbare Aufregung vor den m\u00f6glichen Folgen derartiger Modelle. Anders als bisher in der Branche war sich Anthropic der Risiken einer breit angelegten Ver\u00f6ffentlichung aber offenbar bewusst: In den falschen H\u00e4nden k\u00f6nnte Mythos zweifellos Schaden anrichten, selbst kritische Infrastruktur w\u00e4re wom\u00f6glich nicht sicher. Deshalb stellte Anthropic das KI-Modell nur ausgew\u00e4hlten Unternehmen zur Verf\u00fcgung, darunter Google, Microsoft und Apple, aber auch der US-Gro\u00dfbank JPMorgan Chase.<\/p>\n<p>Anthropic bei EU-Debatte abwesend<\/p>\n<p>Umso frustrierter reagierte man in Br\u00fcssel darauf, dass die EU-Kommission bisher keinen Zugriff auf Claude Mythos erhielt. Deshalb wurde f\u00fcr Mittwoch auch die EU-Kommission und die europ\u00e4ische Cybersicherheitsagentur ENISA ins EU-Parlament zu Gespr\u00e4chen geladen \u00fcber die Gefahren, die durch Claude Mythos entstanden sind, berichtete \u201ePolitico\u201c.<\/p>\n<p>Eingeladen, aber nicht dabei, war auch Anthropic selbst: Man k\u00f6nne die Einladung \u201eaufgrund der kurzen Vorlaufzeit nicht annehmen\u201c, hie\u00df es. Die Absage sei \u201eextrem beunruhigend\u201c, zitierte \u201ePolitico\u201c die gr\u00fcne EU-Abgeordnete Kim van Sparrentak, die die Debatte initiiert hatte.<\/p>\n<p>Kommission: Nutzung notfalls per Gesetz durchsetzbar<\/p>\n<p>Die Kommission verweist zwar auf laufende Gespr\u00e4che mit Anthropic zu seinem KI-Modell, erh\u00f6hte diese Woche aber auch den Druck auf das US-Unternehmen. Gegen\u00fcber \u201ePolitico\u201c hie\u00df es von einem Sprecher, dass man ab August mit dem KI-Amt eine Beh\u00f6rde zur Verf\u00fcgung habe, die notfalls den Zugang zu Claude Mythos erzwingen k\u00f6nnte. Das Amt wurde im Rahmen des \u201eAI Act\u201c gegr\u00fcndet und k\u00fcmmert sich etwa um die Bewertung von Risiken, die durch den Einsatz von KI entstehen.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"lazy-loading\" bad-src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg%20xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg'%20viewBox%3D'0%200%205887%203925'%2F%3E\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/3027410_bigpicture_1171204_abg_20260216_abg2941.hr.jpg\"  alt=\"Anthropic\u2019s Claude im Appstore\"\/><\/p>\n<p>   APA\/AFP\/Getty Images\/Michael M. Santiago<\/p>\n<p>      Mit der Claude-App hat sich Anthropic als ChatGPT-Konkurrent etabliert, Claude Mythos ist der \u00d6ffentlichkeit nicht zug\u00e4nglich<\/p>\n<p>Europa \u201enicht am Tisch\u201c<\/p>\n<p>Klar wird dadurch einmal mehr, dass die EU im Vergleich mit den USA und China eine untergeordnete Rolle einnimmt: Nicht nur ist man etwa mit Anthropic \u201enicht am Tisch\u201c, wie es der liberale Abgeordnete Bart Groothuis ausdr\u00fcckte, auch die Entwicklung derartiger Modelle findet in Europa nur in viel kleinerem Rahmen statt.<\/p>\n<p>Und auch die Regulierung, bei der die EU eigentlich eine Vorreiterrolle einnimmt, sei so mancher Herausforderung nicht gewachsen, wie es in einem Brief von 30 Abgeordneten aus verschiedenen Fraktionen diese Woche hie\u00df. Man m\u00fcsse einen \u201eEurop\u00e4ischen Schutzplan\u201c ausarbeiten, um Europas \u201eKronjuwelen\u201c zu sch\u00fctzen, zitierte \u201ePolitico\u201c aus dem Dokument, das sich auf die wachsenden Gefahren durch Modelle wie Claude Mythos bezieht.<\/p>\n<p>Europas Banken forderten ebenfalls Zugriff auf die Anthropic-KI \u2013 denn unter den zw\u00f6lf bisher namentlich genannten Partnerunternehmen sei zwar die bereits erw\u00e4hnte US-Gro\u00dfbank JPMorgan Chase, jedoch keine einzige europ\u00e4ische. Entsprechend hie\u00df es von Euro-Gruppe-Pr\u00e4sident Kyriakos Pierrakakis, dass man Klarheit beim Schutz europ\u00e4ischer Banken fordere.<\/p>\n<p>Problem f\u00fcr EU auch abseits von Anthropic<\/p>\n<p>Und obwohl sich die Kritik momentan gegen das US-Unternehmen Anthropic wendet, ist das nur ein Teil des Problems. Tats\u00e4chlich wird die vergleichsweise vorsichtige Ver\u00f6ffentlichung von Claude Mythos in der Branche n\u00e4mlich oftmals als positiv und verantwortungsbewusst gewertet.<\/p>\n<p>   <a href=\"https:\/\/orf.at\/stories\/3427178\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>         <img class=\"lazy-loading\"\/><\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>         Auch national Warnungen vor Claude Mythos<\/p>\n<p>   <\/a><\/p>\n<p>Noch problematischer wird es dann, wenn andere KI-Modelle nachziehen, wie Otmar Lendl vom Computer Emergency Response Team (CERT) im April gegen\u00fcber ORF.at sagte. Das k\u00f6nnte schon in einigen Monaten der Fall sein \u2013 und dann wom\u00f6glich ohne entsprechende Schranken.<\/p>\n<p>Das zeigt auch auf, dass Regulierung allein in Europa kaum effektiv sein kann, wenn Technologien eben ohne Grenzen eingesetzt werden. Auch Pierrakakis verwies diese Woche darauf, dass KI ein international g\u00fcltiges Regelwerk brauchte. Aber angesichts angespannter Beziehungen zwischen den USA und Europa gilt das als eher schwer umsetzbar.<\/p>\n<p>Apokalypse als Marketinginstrument<\/p>\n<p>Und obwohl Anthropic mit seinem Mythos-Modell Firmen und Beh\u00f6rden aufger\u00fcttelt hat: Die Cybersicherheitsapokalypse steht nicht direkt und unausweichlich bevor. Das ist nicht zuletzt ein Marketingargument f\u00fcr Anthropic. Nicht jede gefundene Schwachstelle wird verheerend sein. Und Softwareprogrammiererinnen und -programmierer sind seit jeher mit derartigen Problemen konfrontiert.<\/p>\n<p>Die Menge der gefundenen L\u00fccken wird zweifellos steigen, gleichzeitig k\u00f6nnen derartige Entwicklungen auch zu einem mittelfristigen Umdenken beim Thema Sicherheit f\u00fchren, wie etwa die Cybersicherheitsexpertin Jen Easterly dem Magazin \u201eWired\u201c im April sagte. \u201eSeit Jahrzehnten haben wir eine riesige globale Industrie aufgebaut, um \u201aSchwachstellen\u2018 (\u2026), die es gar nicht erst h\u00e4tte geben d\u00fcrfen, abzuwehren.\u201c Projekte wie jene von Anthropic k\u00f6nnten helfen, dass KI in Zukunft bei der Entwicklung von Technologien helfen k\u00f6nnte, \u201edie von Anfang an sicherer sind\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Allein im Webbrowser Firefox deckte Claude Mythos zuletzt 271 Sicherheitsl\u00fccken auf, eine 27 Jahre alte L\u00fccke im Betriebssystem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":143828,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[46,42,95,90,89,91,94,44,93,92],"class_list":{"0":"post-143827","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-business","11":"tag-companies","12":"tag-companies-markets","13":"tag-markets","14":"tag-maerkte","15":"tag-oesterreich","16":"tag-unternehmen","17":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116529204284083065","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=143827"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/143827\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/143828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=143827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=143827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=143827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}