{"id":145746,"date":"2026-05-07T18:41:12","date_gmt":"2026-05-07T18:41:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/145746\/"},"modified":"2026-05-07T18:41:12","modified_gmt":"2026-05-07T18:41:12","slug":"me-cfs-verkannt-verdraengt-vergessen-do-07-05-2026-1300","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/145746\/","title":{"rendered":"ME\/CFS &#8211; verkannt, verdr\u00e4ngt, vergessen | DO | 07 05 2026 | 13:00"},"content":{"rendered":"<p class=\"articleDate\"> 7. Mai 2026, 13:00<\/p>\n<p>Hinter der Abk\u00fcrzung ME\/CFS verbirgt sich die etwas sperrige medizinische Bezeichnung Myalgische Enzephalomyelitis\/Chronisches Fatigue-Syndrom &#8211; eine seit 1969 von der Weltgesundheitsorganisation klassifizierte neurologische Erkrankung, die bis zur v\u00f6lligen Arbeitsunf\u00e4higkeit und in Einzelf\u00e4llen auch zum Tod f\u00fchren kann. <\/p>\n<p>In \u00d6sterreich sind von ME\/CFS &#8211; insbesondere seit der Covid-19-Pandemie &#8211; nach Sch\u00e4tzungen rund 15.000 Menschen so schwer betroffen, dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen k\u00f6nnen oder \u00fcberhaupt pflegebed\u00fcrftig und bettl\u00e4gerig sind. Weitere 65.000 leiden unter zumeist schweren Beeintr\u00e4chtigungen. Trotz der hohen Krankheitslast und -dichte ist von ME\/CFS relativ wenig bekannt, was zu fehlender Expertise in der Behandlung und immer wieder zu \u00fcberholten Vorstellungen in der Diagnose f\u00fchrt. So wurde ME\/CFS beispielsweise wiederholt als psychische Erkrankung dargestellt, obgleich es sich um eine komplexe neurologische Erkrankung handelt. Das Fatigue-Symptom spielt dabei zumeist eine wesentliche Rolle. <\/p>\n<p>Fatigue ist ein sich durch Schlaf nicht verbessernder, krankhafter, k\u00f6rperlicher wie geistiger Ersch\u00f6pfungszustand. Betroffene verweisen darauf, dass es grundlegend falsch ist, hier von &#8222;m\u00fcde&#8220; oder &#8222;ersch\u00f6pft&#8220; zu sprechen, denn die Ersch\u00f6pfung ist derart, dass sich Gesunde das gar nicht vorstellen k\u00f6nnen. Hinzu kommt eine Vielzahl von Symptomen und Dysfunktionen, die von Gelenks- und Muskelschw\u00e4chen, \u00fcber Immun- und Stoffwechselerkrankungen bis hin zu kaum ertr\u00e4glichen neurologischen Schmerzen reichen. Die Belastungstoleranz bei ME\/CFS-Erkrankten ist sehr gering, Anstrengungen k\u00f6nnen schnell zu einer Zustandsverschlechterung f\u00fchren &#8211; ein sogenannter &#8222;Crash&#8220; kann Tage oder auch Monate andauern. <\/p>\n<p>Die \u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr ME\/CSF spricht eine klare Sprache: ME\/CFS-Betroffene werden oft nicht ernst genommen, die Krankheit wird bei dem Gro\u00dfteil von ihnen nicht richtig diagnostiziert. Die Krankheit ist in den Lehrpl\u00e4nen der \u00f6sterreichischen medizinischen Hochschulen nicht verankert, was auch zu einer fehlenden Forschungsf\u00f6rderung in diesem Bereich f\u00fchrt. Betroffene werden oft unter den Generalverdacht gestellt, Symptome zu simulieren, um etwa Pensionsanspr\u00fcche geltend zu machen. In \u00d6sterreich fehlen bis heute zentrale Versorgungsinfrastrukturen, es gibt keine spezialisierten Behandlungsstellen, keine fl\u00e4chendeckende medizinische Betreuung, keine effektive soziale Absicherung, womit Betroffene oft auf sich alleine gestellt bleiben. <\/p>\n<p>Auf diese Situation machen ME\/CSF-Betroffene und Angeh\u00f6rige am 9. Mai mit einer \u00f6ffentlichen Protestaktion in den Landeshauptst\u00e4dten aufmerksam. In Wien findet die Veranstaltung am Nachmittag am Platz der Menschenrechte statt. Der Forderung nach spezialisierter, interdisziplin\u00e4rer Versorgungs- und Behandlungsstrukturen, nach einer verl\u00e4sslichen sozialrechtlichen Absicherung und einer konsequenten biomedizinischen Forschung wird so Nachdruck verliehen. &#8222;Die notwendigen Ma\u00dfnahmen sind seit Jahren bekannt&#8220; &#8211; schreibt die ME\/CFS Gesellschaft in einer Aussendung &#8211; &#8222;umgesetzt werden sie nicht. Menschen mit ME\/CFS warten nicht auf Aufmerksamkeit, sie warten auf Versorgung.&#8220;<\/p>\n<p>Der Neurologe und Psychiater Georg Psota, der bis 2025 Chefarzt der Psychosozialen Dienste Wien war, und sich intensiv mit ME\/CFS in der Behandlung zahlreicher Betroffener auseinandergesetzt hat, und Claudia Schreiner, die als Betroffene f\u00fcr die \u00d6sterreichische Gesellschaft f\u00fcr ME\/CFS t\u00e4tig ist, sind in der Sendung Punkt eins G\u00e4ste bei Andreas Obrecht.<\/p>\n<p>Wie immer freut sich die Redaktion \u00fcber Beteiligung an der Diskussion, telefonisch unter 0800 22 69 79 oder unter punkteins(at)orf.at<\/p>\n<p>Sendereihe<\/p>\n<p>Gestaltung<\/p>\n<p>\u00dcbersicht<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"7. 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