{"id":145804,"date":"2026-05-07T19:20:48","date_gmt":"2026-05-07T19:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/145804\/"},"modified":"2026-05-07T19:20:48","modified_gmt":"2026-05-07T19:20:48","slug":"zweithoechster-megatsunami-erzeugte-eine-dauer-welle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/145804\/","title":{"rendered":"Zweith\u00f6chster Megatsunami erzeugte eine Dauer-Welle"},"content":{"rendered":"<p>Zweith\u00f6chster Megatsunami erzeugte eine Dauer-Welle &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Gigantischer Erdrutsch: Zweith\u00f6chster Megatsunami erzeugte eine Dauer-Welle <\/p>\n<p>Knapp an der Katastrophe vorbei: Ein Erdrutsch in einem oft von Kreuzfahrtschiffen besuchten Fjord verursachte den zweith\u00f6chsten je beobachteten Tsunami. Und die Gefahr nimmt durch den Klimawandel\u00a0zu.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine beeindruckende Landschaft mit einem Gletscher, der sich zwischen zwei felsigen Bergen erstreckt. Der Gletscher m\u00fcndet in ein ruhiges, gr\u00fcnliches Gew\u00e4sser, auf dem kleine Eisst\u00fccke treiben. Der Himmel ist bew\u00f6lkt, was der Szene eine dramatische Atmosph\u00e4re verleiht. Im Hintergrund sind schneebedeckte Bergspitzen zu sehen.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GettyImages-955566678.jpg\" title=\"Eine beeindruckende Landschaft mit einem Gletscher, der sich zwischen zwei felsigen Bergen erstreckt. Der Gletscher m\u00fcndet in ein ruhiges, gr\u00fcnliches Gew\u00e4sser, auf dem kleine Eisst\u00fccke treiben. Der Himmel ist bew\u00f6lkt, was der Szene eine dramatische Atmosph\u00e4re verleiht. Im Hintergrund sind schneebedeckte Bergspitzen zu sehen.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 digidreamgrafix \/ Getty Images \/ iStock \/ Getty Images Plus (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Blick auf den Ort des Erdrutsches im Jahr 2018. Durch den R\u00fcckzug des South Sawyer Glacier werden die \u00fcbersteilten H\u00e4nge des Fjords instabil. 2025 brach der steile Hang links im Hintergrund ab, nachdem sich der Gletscher hinter ihn zur\u00fcckgezogen hatte. <\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 10.\u00a0August 2025 l\u00f6ste sich an einer hohen Felswand in Alaska eine keilf\u00f6rmige, \u00fcber 200\u00a0Meter dicke Gesteinsmasse und st\u00fcrzte einen Kilometer in die Tiefe. Als die Schuttlawine in den Meeresarm darunter rauschte, t\u00fcrmte sie einen Megatsunami auf. <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/science.aec3187\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Wie ein Team um Dan Shugar von der University of Calgary in einer Analyse des Ereignisses berichtet<\/a>, walzten die Wassermassen B\u00e4ume an den H\u00e4ngen des Tracy-Arm-Fjords bis in 481\u00a0Metern H\u00f6he nieder. Es war der zweith\u00f6chste jemals dokumentierte Tsunami, \u00fcbertroffen nur vom legend\u00e4ren, \u00fcber 500\u00a0Meter hohen Tsunami in der Lituya Bay im Jahr\u00a01958. <\/p>\n<p>Im 85\u00a0Kilometer entfernten Nachbarfjord beobachtete die Besatzung eines Schiffs eine drei Meter hohe Welle\u00a0\u2013 und alarmierte eine befreundete Seismologin. Die stellte fest, dass es sich um einen Erdrutsch gehandelt haben musste. Wie sich sp\u00e4ter zeigte, bewegte der Bergsturz mindestens 64\u00a0Millionen Kubikmeter Fels\u00a0\u2013 genug, um die Insel Amrum drei Meter hoch zu bedecken. Doch mit dem Tsunami war es noch nicht vorbei. Im Fjord bildete sich eine stehende Welle, die \u00fcber 36\u00a0Stunden lang hin und her schwappte und deren Signale die Fachleute in Aufzeichnungen von Satelliten der Surface Water Ocean Topography (SWOT)-Mission und Erdbebensensoren entdeckten. <\/p>\n<p>Das Ereignis \u00e4hnelt damit einem anderen Megatsunami von September 2023, <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/groenland-satelliten-beobachteten-megatsunami\/2270511\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">als ein Hangrutsch im gr\u00f6nl\u00e4ndischen Dickson-Fjord eine rund 200\u00a0Meter hohe Welle erzeugte<\/a>. Dabei bildete sich ebenfalls eine stehende Welle, <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/megatsunami-verursachte-tagelange-schwingungen\/2229119\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">die sich \u00fcber ihre seismischen Schwingungen neun Tage lang nachweisen lie\u00df<\/a>. Damals gab es keine Zeugen, im Tracy-Arm-Fjord dagegen schon. Die Region ist ein beliebtes Ziel f\u00fcr Kreuzfahrtschiffe. Dass es keine Katastrophe gab, lag wom\u00f6glich nur daran, dass der Bergsturz sehr fr\u00fch am Morgen stattfand.<\/p>\n<p>Wie im Dickson-Fjord entstand die stehende Welle nach dem Tsunami durch eine geografische Besonderheit, welche die Schwingung quasi einfing. Der Erdrutsch ereignete sich direkt am Ende des Fjords, an der Zunge des South-Sawyer-Gletschers, der in dem gro\u00dfen Gletschertal endet. F\u00fcnf Kilometer seew\u00e4rts hat der Fjord einen s-f\u00f6rmigen Abschnitt. Computersimulationen des Teams um Shugar zeigen, dass durch dessen Geometrie die Energie der Welle an den Enden reflektiert wurde. Dadurch schwankte der Wasserspiegel dort noch acht Stunden nach dem Tsunami rhythmisch um rund 30\u00a0Zentimeter.<\/p>\n<p>Der Bergsturz samt Tsunami macht Fachleuten Sorgen, denn immer mehr Touristen bereisen die Fjorde Alaskas und anderer polarer Regionen. Gleichzeitig werden solche Tsunamis durch den Klimawandel h\u00e4ufiger, wie das Beispiel des Sawyer Arm konkret zeigt. Der Gletscher hat sich seit der Jahrtausendwende um mehrere Kilometer zur\u00fcckgezogen und st\u00fctzte so nicht mehr die Felsw\u00e4nde des steilen Tals, das er in die K\u00fcste hineingefr\u00e4st hatte. Der Erdrutsch fand an einer Wand statt, von der sich das Eis gerade erst zur\u00fcckgezogen hatte.<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chemiker und Redakteur f\u00fcr Geowissenschaften, Chemie und scheu\u00dfliche Krankheiten. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Shugar, D. et al., Science 10.1126\/science.aec3187, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/8bb7f110c23e40a38e08739d64179b88.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zweith\u00f6chster Megatsunami erzeugte eine Dauer-Welle &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltGigantischer Erdrutsch: Zweith\u00f6chster Megatsunami erzeugte eine Dauer-Welle Knapp&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":145805,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2577,25447,18573,3281,40,41,39,47890,66,65,64],"class_list":{"0":"post-145804","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-erde-umwelt","9":"tag-erdrutsch","10":"tag-gletscher","11":"tag-klimawandel","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-tsunami","16":"tag-welt","17":"tag-world","18":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116534917844532691","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145804","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=145804"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/145804\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/145805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=145804"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=145804"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=145804"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}