{"id":14760,"date":"2026-02-26T15:13:18","date_gmt":"2026-02-26T15:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/14760\/"},"modified":"2026-02-26T15:13:18","modified_gmt":"2026-02-26T15:13:18","slug":"schoenheit-und-skandal-wiener-festwochen-werden-75-und-eine-goettliche-republik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/14760\/","title":{"rendered":"\u201eSch\u00f6nheit und Skandal\u201c: Wiener Festwochen werden 75 und eine g\u00f6ttliche Republik"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3927052294=\"\" data-cy=\"preamble\" class=\"cXenseParse\">Krieg, Glauben, Rituale: Mit 35 Produktionen, prominenten Namen und deutlichen politischen Akzenten hat Intendant Milo Rau das Programm der Wiener Festwochen 2026 vorgestellt. Festivalzentrale wird das \u201eHaus der Republik\u201c am Donaukanal.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Wien \u2013 Am Badeschiff am Wiener Donaukanal, dort, wo von 15. Mai bis 21. Juni das \u201eHaus der Republik\u201c als Festivalzentrale dienen wird, pr\u00e4sentierte Milo Rau am Donnerstag das Programm der Wiener Festwochen. Es sei, so der Intendant, \u201eein Programm, das mehrere Festivals f\u00fcllen k\u00f6nnte\u201c.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Tats\u00e4chlich umfasst die Jubil\u00e4umsausgabe zum 75-j\u00e4hrigen Bestehen 35 Produktionen, darunter 13 Urauff\u00fchrungen und acht Eigenproduktionen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">\u00dcber dem Festival steht heuer der Titel \u201eRepublic of Gods\u201c\u2013 und damit eine thematische Klammer, die Krieg, Glauben und die Frage nach zeitgen\u00f6ssischen Ritualen verbindet. \u201eWelche Rituale k\u00f6nnen uns in einer Welt in Zeiten des Krieges noch vereinen?\u201c, fragte Rau zum Auftakt.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema:<a _ngcontent-tt-com-www-c1704525873=\"\" href=\"https:\/\/www.tt.com\/artikel\/30920323\/wiener-festwochen-warum-der-prozess-pelicot-in-serbien-nicht-gespielt-wird\" class=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img _ngcontent-tt-com-www-c1926107251=\"\" alt=\"undefined\" style=\"aspect-ratio: 858 \/ 483;\" width=\"858\" height=\"483\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"auto\" decoding=\"auto\" ng-img=\"true\" src=\"https:\/\/processing.tt.com\/image\/assets.tt.com\/im-content\/images\/8eebb1cf-d34f-5bac-b686-f707f2c43f91?p=eyJyZXNpemUiOnsid2lkdGgiOjg1OCwiaGVpZ2h0Ijo0ODMsImZpdCI6ImNvdmVyIn0sImNyb3AiOnsidHlwZSI6InBlcmNlbnQiLCJsZWZ0IjowLCJ0b3AiOjAuMDY4MDI3MjEwODg0MzUzNzUsIndpZHRoIjoxLCJoZWlnaHQiOjAuNzY1MzA2MTIyNDQ4OTc5Nn0sImZvcm1hdCI6ImF2aWYifQ%3D%3D\"\/><\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c2208540303=\"\" class=\"\">Ein \u201ePr\u00e4zedenzfall\u201c<\/p>\n<p>Wiener Festwochen: Warum der \u201eProzess Pelicot\u201c in Serbien nicht gespielt wird<\/a><a _ngcontent-tt-com-www-c1704525873=\"\" href=\"https:\/\/www.tt.com\/artikel\/30911001\/sieben-stunden-echter-schrecken-wie-monstroesen-verbrechern-der-prozess-gemacht-wurde\" class=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img _ngcontent-tt-com-www-c1926107251=\"\" alt=\"undefined\" style=\"aspect-ratio: 858 \/ 483;\" width=\"858\" height=\"483\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"auto\" decoding=\"auto\" ng-img=\"true\" src=\"https:\/\/processing.tt.com\/image\/assets.tt.com\/im-content\/images\/d99103d7-a5f0-591c-a196-46c054553b47?p=eyJyZXNpemUiOnsid2lkdGgiOjg1OCwiaGVpZ2h0Ijo0ODMsImZpdCI6ImNvdmVyIn0sImNyb3AiOnsidHlwZSI6InBlcmNlbnQiLCJsZWZ0IjowLCJ0b3AiOjAuMTQ0NDY1MjkwODA2NzU0MjIsIndpZHRoIjoxLCJoZWlnaHQiOjAuODQ0Mjc3NjczNTQ1OTY2M30sImZvcm1hdCI6ImF2aWYifQ%3D%3D\"\/><\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c2208540303=\"\" class=\"\">\u201eDer Prozess Pelicot\u201c in Wien<\/p>\n<p>Sieben Stunden echter Schrecken: Wie monstr\u00f6sen Verbrechern der Prozess gemacht wurde<\/a><a _ngcontent-tt-com-www-c1704525873=\"\" href=\"https:\/\/www.tt.com\/artikel\/30908842\/ein-erlesenes-ensemble-spielt-burgtheater-am-burgtheater-so-war-die-premiere\" class=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img _ngcontent-tt-com-www-c1926107251=\"\" alt=\"undefined\" style=\"aspect-ratio: 858 \/ 483;\" width=\"858\" height=\"483\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"auto\" decoding=\"auto\" ng-img=\"true\" src=\"https:\/\/processing.tt.com\/image\/assets.tt.com\/im-content\/images\/92ad2cc3-a5fe-546d-8c1c-31ccff5d56f5?p=eyJyZXNpemUiOnsid2lkdGgiOjg1OCwiaGVpZ2h0Ijo0ODMsImZpdCI6ImNvdmVyIn0sImNyb3AiOnsidHlwZSI6InBlcmNlbnQiLCJsZWZ0IjowLCJ0b3AiOjAuNDYsIndpZHRoIjoxLCJoZWlnaHQiOjAuMzc1NzE0Mjg1NzE0Mjg1N30sImZvcm1hdCI6ImF2aWYifQ%3D%3D\"\/><\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c2208540303=\"\" class=\"exclusive\">Man staunt und graust sich<\/p>\n<p>Ein erlesenes Ensemble spielt \u201eBurgtheater\u201c an der Burg: So war die Premiere<\/a><\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Diese Frage bekam gleich eine eindringliche szenische Antwort: Die ukrainische K\u00fcnstlerin Marichka Shtyrbulova vom Kiewer Kollektiv Opera Aperta er\u00f6ffnete die Pressekonferenz mit einem Wiegenlied, gespielt auf einer russischen Rakete, die zu einer Art Cello umfunktioniert war.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Vom 1. bis 3. Juni ist das multidisziplin\u00e4re Musiktheaterprojekt \u201eSongs of Winter War\u201c im Theater Akzent zu sehen \u2013 eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie Oper unter Kriegsbedingungen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Feiern am Rand des Abgrunds<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Ebenfalls dem Krieg widmet sich \u201eThe Day Before\u201c, eine Musiktheaterproduktion von Brigitta Muntendorf und Christiane Jatahy, die von 16. bis 18. Mai im Odeon gezeigt wird. Im Zentrum steht das Feiern \u201eam Rande des Abgrunds\u201c \u2013 jene Momente, in denen Kunst, Geschichte und Eskapismus ineinandergreifen. Ausgehend von Homers \u201eIlias\u201c verbindet die Produktion 3D-Audio, Live-Kameras und zeitgen\u00f6ssische feministische Perspektiven zu einer Analyse moderner Kriegstreiberei.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Das Zusammenspiel von Macht, Tod und Musik untersuchen Lina Majdalanie und Rabih Mrou\u00e9 in \u201eDas tragische Schicksal der Sonate Nr. 2\u201c, einer Koproduktion mit dem Volkstheater Wien, die ab 15. Mai zu sehen ist. Ausgangspunkt ist die irritierende Beobachtung, dass Chopins \u201eMarche fun\u00e8bre\u201c bei politischen Machtinszenierungen und Staatsbegr\u00e4bnissen erklingt \u2013 zuletzt auch bei der Beerdigung des Hisbollah-F\u00fchrers Hassan Nasrallah. Die Frage, die daraus erw\u00e4chst: Wird in solchen Momenten nicht die Musik selbst beerdigt?<\/p>\n<p>\u201eParsifal\u201c als Schlingensief-Hommage<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Eine zentrale Position im Programm nimmt Susanne Kennedys Inszenierung von Wagners \u201eParsifal\u201c ein, die ab 15. Juni in der Halle E gezeigt wird. Gemeinsam mit dem K\u00fcnstler Markus Selg entwickelt Kennedy eine Opernarbeit, die explizit auf Christoph Schlingensief Bezug nimmt, dem die Festwochen im MAK eine Retrospektive widmen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Kennedy erinnerte daran, wie sehr sie Schlingensiefs \u201eEine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir\u201c gepr\u00e4gt habe. Dessen Hadern mit Gott sei f\u00fcr sie eine Initialz\u00fcndung gewesen. \u201eIch hatte schon immer Sehnsucht nach dem Ritual auf der B\u00fchne\u201c, sagte die Regisseurin \u00fcber ihr Operndeb\u00fct.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Namen, breite Palette<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Zu den weiteren H\u00f6hepunkten z\u00e4hlen ein Patti-Smith-Schwerpunkt, Arbeiten von Romeo Castellucci, Ang\u00e9lica Liddell und Florentina Holzinger, Milo Raus Collage\u201eDas beste St\u00fcck aller Zeiten\u201c sowie die posthum eingeladene letzte Inszenierung des im vergangenen Jahr verstorbenen Jahrhundert-Regisseurs Robert Wilson, Shakespeares \u201eThe Tempest\u201c im Burgtheater.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Diskursiv erg\u00e4nzt wird das Programm durch ein \u201eGlaubenstribunal\u201c, in dem Wissenschafter:innen, religi\u00f6se W\u00fcrdentr\u00e4ger:innen und Gl\u00e4ubige \u00fcber die Rolle von Religionen und Kultobjekten im globalen Kapitalismus diskutieren.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Wiens Kulturstadtr\u00e4tin Veronica Kaup-Hasler erinnerte an die Gr\u00fcndung der Festwochen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und an deren Anspruch, Wien mit der Welt zu vernetzen und zugleich nahe an der Bev\u00f6lkerung zu bleiben. Rau selbst zeigte sich \u201emit einer Art von Demut erf\u00fcllt\u201c angesichts der Geschichte des Festivals \u2013 und verwies auch auf dessen konfliktreiche Tradition.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">\u201eSkandal und Sch\u00f6nheit sind zwei Schwestern, die bei der Geburt getrennt wurden\u201c, sagte der Intendant, \u201eund nur bei den Festwochen kommen sie wieder zusammen.\u201c (APA, TT)<\/p>\n<p>Weiter Informationen<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c1338370909=\"\" data-cy=\"body\" class=\"cXenseParse\">Wiener Festwochen. 15. Mai bis 21. Juni 2026.Tickets und Programm: <a href=\"http:\/\/www.festwochen.at\" id=\"link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.festwochen.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Krieg, Glauben, Rituale: Mit 35 Produktionen, prominenten Namen und deutlichen politischen Akzenten hat Intendant Milo Rau das Programm&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":14761,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[46,42,3657,147,8504,3138,4311,805,44,8505,148,182,8503],"class_list":{"0":"post-14760","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-buehne","11":"tag-entertainment","12":"tag-glauben","13":"tag-krieg","14":"tag-musiktheater","15":"tag-oper","16":"tag-oesterreich","17":"tag-rituale","18":"tag-unterhaltung","19":"tag-wien","20":"tag-wiener-festwochen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14760","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14760"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14760\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14761"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}