{"id":148353,"date":"2026-05-09T04:21:07","date_gmt":"2026-05-09T04:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/148353\/"},"modified":"2026-05-09T04:21:07","modified_gmt":"2026-05-09T04:21:07","slug":"start-ohne-party-nach-eklat-eroeffnet-die-venedig-biennale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/148353\/","title":{"rendered":"Start ohne Party: Nach Eklat er\u00f6ffnet die Venedig-Biennale"},"content":{"rendered":"<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Nach all dem \u00c4rger um die Teilnahme Russlands und Israels startet die 61. Kunstbiennale in Venedig ohne Zeremoniell. Wenn eine der wichtigsten internationalen Kunstveranstaltungen um 11 Uhr ihre Tore f\u00fcr ein breites Publikum \u00f6ffnet, geschieht das ohne Er\u00f6ffnungsfeier. Da die Jury im Streit zur\u00fcckgetreten ist, wird es Preise erst zum Abschluss im November geben, dann vergeben durch das Publikum.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">&#8222;Bei der Biennale hat Putin gewonnen&#8220;, meint Italiens Kulturminister Alessandro Giuli bitter. H\u00e4tte Biennale-Leiter Pietrangelo Buttafuoco die Regierung vor irgendeiner Zusage \u00fcber Russlands Teilnahmewunsch informiert, dann h\u00e4tte man das als Verhandlungsmasse nutzen k\u00f6nnen \u2013 vielleicht f\u00fcr eine Waffenruhe in der Ukraine, sagte er der italienischen Zeitung &#8222;Corriere della sera&#8220;. Das sehen nicht alle so: Italiens rechter Vize-Regierungschef Matteo Salvini warnt vor Zensur.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Buttafuoco reagiert mit Unverst\u00e4ndnis auf seine Kritiker, beklagt Intoleranz und Zensurvorw\u00fcrfe. Die Biennale sei kein Gericht. &#8222;Dies ist ein Garten des Friedens, ein Ort, an dem ausgestellt wird, ein Ort, an dem diskutiert wird, ein Ort, wo man sich zuh\u00f6rt&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Russland, das heute den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg feiert, sieht die erste Teilnahme seit Beginn seiner Invasion in der Ukraine als Ende seiner kulturellen Isolation im Westen. Rund 50 vom russischen Staat handverlesene K\u00fcnstler, darunter Musiker, Dichter und Philosophen, arbeiteten an dem Musik- und Performanceprojekt &#8222;Der Baum ist im Himmel verwurzelt&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Zwar bleibt der Pavillon, der Eigentum des russischen Staates ist, ab heute f\u00fcr ein breites Publikum geschlossen. Besucher sehen aber drau\u00dfen die Installation auf einem gro\u00dfen Bildschirm. Das sei von Anfang an so geplant gewesen, sagt die umstrittene Kuratorin Anastassija Karnejewa, Tochter eines beim Staatskonzern Rostec t\u00e4tigen R\u00fcstungsmanagers im Rang eines Geheimdienstgenerals.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Kritiker verurteilen die russische Kulturoffensive als Teil von Moskaus &#8222;hybrider Kriegsf\u00fchrung&#8220;. W\u00e4hrend Russland t\u00f6te, \u00f6ffne die Biennale ihre T\u00fcren f\u00fcr Kremlchef Wladimir Putins Funktion\u00e4re und Propagandisten, sagt Nadja Tolokonnikowa, Frontfrau der in Russland verbotenen Punkband Pussy Riot.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Biennale h\u00e4tte nach ihrer Darstellung von &#8222;Putins Regime&#8220; verfolgte russische K\u00fcnstler einladen k\u00f6nnen. &#8222;Kunst ist niemals neutral&#8220;, betonte sie bei einer Protestaktion am Pavillon gemeinsam mit ukrainischen Aktivistinnen der Gruppe Femen.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Die Ukraine protestierte auch gegen Russlands R\u00fcckkehr zur Biennale, weil im Zuge des Moskauer Krieges nach offiziellen Angaben Kiews mittlerweile Tausende Kulturdenkm\u00e4ler und andere kulturelle Einrichtungen zerst\u00f6rt oder besch\u00e4digt wurden. Zehntausende f\u00fcr die Identit\u00e4t des Landes wichtige Kulturobjekte seien verschleppt worden \u2013 und 346 K\u00fcnstler im Zuge der russischen Invasion get\u00f6tet worden, hei\u00dft es in Kiew.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Das von Russlands Krieg geschundene Land bringt das Projekt &#8222;Sicherheitsgarantien&#8220; nach Venedig. Dazu bildet die ukrainische K\u00fcnstlerin Schanna Kadyrowa ihre Skulptur &#8222;Origami-Hirsch&#8220; aus Papier nach \u2013 das Kunstwerk wurde 2024 in den Kriegswirren aus der Stadt Pokrowsk im Gebiet Donezk in Sicherheit gebracht.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Viele L\u00e4nderpavillons auf der Kunstbiennale von Venedig hatten am Freitag, dem letzten Preview-Tag vor der allgemeinen \u00d6ffnung, ihre Tore nicht ge\u00f6ffnet. Auch der von Florentina Holzinger bespielte \u00d6sterreich-Pavillon, der zuletzt die Massen anzog, blieb zu. Grund war ein breit angelegter Protest gegen die Teilnahme Israels. Organisiert wurde der Streik von der Aktivistengruppe &#8222;Art Not Genocide Alliance (ANGA)&#8220;.<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Und Israel? Immerhin wollte die Jury das Land gemeinsam mit Russland von der Preisvergabe ausschlie\u00dfen, bevor sie geschlossen zur\u00fccktrat. \u00dcber diesen R\u00fccktritt habe er sich gefreut, sagte der rum\u00e4nisch-israelische Bildhauer Belu-Simion Fainaru, der Zeitung &#8222;Welt&#8220;. Doch in Venedig sei er &#8222;v\u00f6llig isoliert&#8220;, berichtete der Gestalter des israelischen Pavillons. &#8222;Mit keinem einzigen K\u00fcnstler und Kurator auf der Biennale gibt es Interaktion.&#8220;<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">F\u00fcr die Politik der israelischen Regierung, gegen dessen Chef Benjamin Netanjahu ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) wegen Kriegsverbrechen im Gazastreifen vorliegt, will Fainaru nicht verantwortlich gemacht werden. &#8222;Ich jedenfalls bin als K\u00fcnstler nach Venedig gekommen, und nicht, um meine politische Haltung oder diejenige meines Landes zu vertreten oder um mich zu Vorw\u00fcrfen gegen einen Regierungschef zu \u00e4u\u00dfern&#8220;, sagte er der &#8222;J\u00fcdischen Allgemeinen&#8220;. &#8222;Das w\u00fcrde ich sehr gerne den Politikern \u00fcberlassen.&#8220;<\/p>\n<p _ngcontent-tt-com-www-c3071245697=\"\" data-cy=\"body\">Demonstranten ruft die Teilnahme Israels dennoch auf den Plan: Am Vorabend der Er\u00f6ffnung gingen in Venedig etwa 2.000 Menschen auf die Stra\u00dfe. Die Polizei dr\u00e4ngte sie mit Schildern und Schlagst\u00f6cken zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nach all dem \u00c4rger um die Teilnahme Russlands und Israels startet die 61. 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