{"id":148868,"date":"2026-05-09T11:26:20","date_gmt":"2026-05-09T11:26:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/148868\/"},"modified":"2026-05-09T11:26:20","modified_gmt":"2026-05-09T11:26:20","slug":"herz-auch-ein-zu-niedriger-pulsschlag-erhoeht-risiko-fuer-schlaganfall-signifikant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/148868\/","title":{"rendered":"Herz: Auch ein zu niedriger Pulsschlag erh\u00f6ht Risiko f\u00fcr Schlaganfall signifikant"},"content":{"rendered":"<p>Die bislang gr\u00f6\u00dfte Auswertung zum Zusammenhang zwischen Ruhepuls und Schlaganfallrisiko stellt eine weitverbreitete Annahme infrage. Auch zu wenige Herzschl\u00e4ge bergen ein Risiko. Forscher definieren einen idealen Pulsbereich.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Je niedriger der Ruhepuls, desto besser? Eine neue Studie, die auf der European Stroke Organisation Conference vorgestellt wurde, zeichnet ein anderes Bild. Die Untersuchung legt nahe, dass sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Ruheherzfrequenzen mit einem erh\u00f6hten Schlaganfallrisiko verbunden sind.<\/p>\n<p>Es ist die bislang gr\u00f6\u00dfte bev\u00f6lkerungsbasierte Untersuchung zu diesem Zusammenhang \u2013 und sie stellt eine verbreitete Annahme infrage: dass eine niedrige Herzfrequenz stets ein Zeichen guter kardiovaskul\u00e4rer Fitness sei und keinerlei Risiko berge.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studie werteten die Forscher Daten der UK Biobank aus, einer international genutzten Forschungsdatenbank. Sie verfolgten rund 460.000 Teilnehmer \u00fcber durchschnittlich 14 Jahre \u2013 ein Zeitraum, in dem 12.290 Schlaganf\u00e4lle auftraten. Die Auswertungen wurden nach Alter, Geschlecht und kardiovaskul\u00e4ren Risikofaktoren bereinigt, darunter auch Vorhofflimmern, eine der h\u00e4ufigsten Schlaganfallursachen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis zeigt ein klares u-f\u00f6rmiges Muster: Das Schlaganfallrisiko war bei Ruheherzfrequenzen zwischen 60 und 69 Schl\u00e4gen pro Minute am geringsten. Zu den Extremen hin stieg es deutlich an \u2013 bei sehr niedrigen Herzfrequenzen unter 50 bpm um 25 Prozent, bei sehr hohen ab 90 bpm sogar um 45 Prozent.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass dieser Zusammenhang auch nach Ber\u00fccksichtigung bekannter Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern bestehen bleibt \u2013 ein Hinweis auf eine eigenst\u00e4ndige biologische Ursache.<\/p>\n<p>Bei getrennter Betrachtung der Teilnehmer zeigte sich das Muster allerdings nur bei Personen ohne Vorhofflimmern. Bei Betroffenen mit dieser Erkrankung lie\u00df es sich nicht nachweisen. Hauptautor Dexter Penn vom Department of Brain Sciences am Imperial College London erkl\u00e4rt das so: \u201eVorhofflimmern erh\u00f6ht das Schlaganfallrisiko etwa f\u00fcnffach. Damit dominiert es das Bild so stark, dass der Einfluss der Herzfrequenz statistisch kaum noch fassbar ist. Bei Menschen ohne Vorhofflimmern hingegen k\u00f6nnte die Herzfrequenz ein wertvolles zus\u00e4tzliches Instrument zur Risikoeinsch\u00e4tzung sein.\u201c<\/p>\n<p>Niedriger Ruhepuls<\/p>\n<p>Die Forscher gingen auch m\u00f6glichen Mechanismen nach. Sehr niedrige Herzfrequenzen waren vor allem mit isch\u00e4mischen Schlaganf\u00e4llen assoziiert \u2013 Hirnsch\u00e4digungen durch pl\u00f6tzliche Durchblutungsst\u00f6rungen, die 80 bis 85 Prozent aller Schlaganf\u00e4lle ausmachen. Ein langsamer Herzschlag verl\u00e4ngert die Erschlaffungsphasen zwischen den Herzschl\u00e4gen, was die Durchblutung des Gehirns beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Erh\u00f6hte Herzfrequenzen hingegen waren sowohl mit isch\u00e4mischen als auch mit h\u00e4morrhagischen Schlaganf\u00e4llen assoziiert \u2013 also auch mit Hirnblutungen durch geplatzte Gef\u00e4\u00dfe. Beides k\u00f6nnte auf eine erh\u00f6hte Belastung der Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde hinweisen.<\/p>\n<p>Co-Autor Alastair Webb, au\u00dferordentlicher Professor f\u00fcr Schlaganfallmedizin am Imperial College, betont die praktische Relevanz der Befunde: \u201eDie Ruheherzfrequenz ist einfach zu messen und \u00fcberall verf\u00fcgbar. F\u00fcr \u00c4rzte sollten auff\u00e4llig niedrige oder hohe Werte ein Signal sein, das Gesamtrisiko eines Patienten genauer zu beleuchten und gezielt Gegenma\u00dfnahmen einzuleiten.\u201c<\/p>\n<p>Weitere Untersuchungen sollen kl\u00e4ren, ob die Herzfrequenz das Schlaganfallrisiko urs\u00e4chlich beeinflusst oder lediglich den allgemeinen Gesundheitszustand widerspiegelt. Geplant sind unter anderem Studien zu genetischen Einfl\u00fcssen auf die Herzfrequenz sowie Untersuchungen mit wiederholten Messungen, um Ver\u00e4nderungen im Zeitverlauf besser erfassen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die bislang gr\u00f6\u00dfte Auswertung zum Zusammenhang zwischen Ruhepuls und Schlaganfallrisiko stellt eine weitverbreitete Annahme infrage. 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