{"id":149438,"date":"2026-05-09T19:09:20","date_gmt":"2026-05-09T19:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/149438\/"},"modified":"2026-05-09T19:09:20","modified_gmt":"2026-05-09T19:09:20","slug":"eurovision-2026-israel-ist-trotz-boykotten-dabei-wien-ruestet-in-sachen-sicherheit-massiv-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/149438\/","title":{"rendered":"Eurovision 2026: Israel ist trotz Boykotten dabei &#8211; Wien r\u00fcstet in Sachen Sicherheit massiv auf"},"content":{"rendered":"<p> 08.05.2026<\/p>\n<p>JERUSALEM \/ WIEN, 8.5.2026 (DR) \u2013 Israels Noam Bettan will am 16. Mai beim Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien sein Land vertreten \u2013 w\u00e4hrend \u00d6sterreichs Hauptstadt mit Drohnenverbot, FBI-Taskforce und flughafen\u00e4hnlichen Sicherheitskontrollen f\u00fcr einen der gr\u00f6\u00dften Sicherheitseins\u00e4tze r\u00fcstet, die sie je erlebt hat.<\/p>\n<p>Der 28-j\u00e4hrige S\u00e4nger aus Ra\u2019anana, Sohn franz\u00f6sischer Einwanderer, tritt mit dem Song \u201eMichelle\u201c an \u2014 einem Lied auf Hebr\u00e4isch, Franz\u00f6sisch und Englisch \u00fcber eine schwierige Beziehung und den Mut, loszulassen. Damit ist sein Beitrag thematisch etwas leichter als die Lieder seiner Vorg\u00e4ngerinnen Eden Golan (Hurricane, 2024) und Yuval Raphael (New Day Will Rise, 2025).<\/p>\n<p>Boykott und Regelstreit<\/p>\n<p>Doch unabh\u00e4ngig vom Inhalt des Liedes steht Israels Teilnahme seit Monaten im Zentrum politischer Auseinandersetzungen, obwohl das Land seit 1973 zum festen Bestandteil des Wettbewerbs geh\u00f6rt und ihn bereits viermal gewonnen hat. Die Proteste gegen Israels Teilnahme gingen schlie\u00dflich so weit, dass sogar ein Ausschluss des Landes vom ESC zur Debatte stand. Letztendlich sprach sich innerhalb der Europ\u00e4ischen Rundfunkunion (EBU) eine Mehrheit gegen einen Ausschluss aus. Daraufhin k\u00fcndigten f\u00fcnf L\u00e4nder einen Boykott des Wettbewerbs an: Island, Irland, die Niederlande, Slowenien und Spanien.<\/p>\n<p>Den Austrittsforderungen und anschlie\u00dfenden Boykotten vorausgegangen waren Vorw\u00fcrfe im Zusammenhang mit dem Publikumsvoting des Vorjahres. Yuval Raphael hatte 2025 das Publikumsvoting mit gro\u00dfem Abstand gewonnen und nur knapp den ersten Platz verpasst \u2014 dies trotz massiver anti-israelischer Proteste rund um den Wettbewerb. Die EBU untersuchte die Vorw\u00fcrfe und stellte keinen Regelversto\u00df fest. Trotzdem wurden die Abstimmungsregeln im Anschluss angepasst, ohne Israel als Grund f\u00fcr die \u00c4nderungen zu benennen.<\/p>\n<p>Gegenstimmen aus der Unterhaltungsbranche<\/p>\n<p>Der Boykottbewegung steht eine breite Gegenbewegung gegen\u00fcber. \u00dcber 1.000 Pers\u00f6nlichkeiten aus der Unterhaltungsbranche unterzeichneten einen offenen Brief der gemeinn\u00fctzigen Organisation Creative Community for Peace (CCFP) zur Unterst\u00fctzung von Israels Teilnahme. Zu den Unterzeichnern z\u00e4hlen Schauspieler wie Helen Mirren, Debra Messing und Mila Kunis sowie Musiker wie Boy George und Matisyahu. Der Brief betont, dass Veranstaltungen wie der ESC kulturelle Br\u00fccken bauen und Menschen verbinden sollen \u2014 und kein Ort f\u00fcr politische Ausgrenzung sein d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wiener Polizei r\u00fcstet auf<\/p>\n<p>Die Wiener Polizei bezeichnet den ESC 2026 als eines der gr\u00f6\u00dften Sicherheitsereignisse, die sie je zu bew\u00e4ltigen hatte. Bereits mehrere Demonstrationen wurden angemeldet, mit bis zu 3.000 erwarteten Teilnehmern. Die Beh\u00f6rden rechnen mit Blockaden und gezielten St\u00f6raktionen \u2014 besonders rund um den Finaltag.<\/p>\n<p>Besonders brisant: Der 15. Mai, Vorabend des Finales, f\u00e4llt auf den Nakba-Tag, an dem Pal\u00e4stinenser und ihre Unterst\u00fctzer der Flucht und Vertreibung vieler Araber im Zuge des israelischen Unabh\u00e4ngigkeitskriegs 1948 gedenken. Die Polizei bezeichnete den Tag als einen von \u201egro\u00dfer emotionaler Bedeutung\u201c f\u00fcr pro-pal\u00e4stinensische Gruppen.<\/p>\n<p>Im Umkreis von 1,5 Kilometern rund um die Veranstaltungsorte gilt ein striktes Drohnenverbot. Besucher m\u00fcssen sich flughafen\u00e4hnlichen Sicherheitskontrollen unterziehen und d\u00fcrfen nur kleine, transparente Taschen mitf\u00fchren. Das FBI richtet in New York eine Taskforce ein, die \u00f6sterreichischen Beh\u00f6rden rund um die Uhr bei der Abwehr von Cyberbedrohungen zur Verf\u00fcgung steht. Konkrete Drohungen gegen den Wettbewerb liegen bislang nicht vor.Drohungen,<\/p>\n<p>Noam Bettan: Stolz und Entschlossenheit<\/p>\n<p>Trotz des politischen Gegenwinds reiste Bettan bereits mit seinem Team nach Wien, wo er seine erste offizielle Probe in der Stadthalle absolviert hat. Vor seiner Abreise hatte er sich mit einer emotionalen Videobotschaft vom Flughafen an seine Fans gewandt: \u201eIch habe so viel Unterst\u00fctzung gesp\u00fcrt wie noch nie in meinem Leben\u201c, sagte er, und versprach, alles zu geben, um Israel bestm\u00f6glich zu vertreten.<\/p>\n<p>Titelbild: Noam Bettan vertritt Israel beim ESC 2026, dem gr\u00f6\u00dften Musikwettbewerb der Welt. Foto:Yael Abas Guisky\/Flash90<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"08.05.2026 JERUSALEM \/ WIEN, 8.5.2026 (DR) \u2013 Israels Noam Bettan will am 16. 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