{"id":150747,"date":"2026-05-10T16:09:09","date_gmt":"2026-05-10T16:09:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/150747\/"},"modified":"2026-05-10T16:09:09","modified_gmt":"2026-05-10T16:09:09","slug":"antikoerpertherapie-hilft-in-schweren-faellen-von-systemischem-lupus-erythematodes-2026-aktuelles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/150747\/","title":{"rendered":"Antik\u00f6rpertherapie hilft in schweren F\u00e4llen von systemischem Lupus erythematodes &#8211; 2026 &#8211; Aktuelles"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend eine von etwa 1.000 Frauen im Schnitt in Europa an Lupus erkrankt, ist es im Vergleich nur einer von 10.000 M\u00e4nnern. Doch nat\u00fcrlich gibt es Ausnahmen von der Regel: Mika Riehemann ist ein junger Mann (24), bei dem die Erkrankung vor zwei Jahren ausbrach und einen besonders schweren Verlauf nahm. Erst ein Therapieversuch mit dem monoklonalen Antik\u00f6rper Obinutuzumab brachte die Wende.<\/p>\n<p>Mit innovativer Antik\u00f6rpertherapie zur\u00fcck auf den Fu\u00dfballplatz<\/p>\n<p>Als Mika Riehemann im Sommer 2024 erste gesundheitliche Auswirkungen des sp\u00e4ter diagnostizierten <a href=\"https:\/\/www.hcm-magazin.de\/innovation\/2024\/ueberraschender-ausloeser-fuer-nierenschaeden-bei-lupus.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lupus<\/a> bemerkte, schob er seine steifen und geschwollenen Finger auf den Pr\u00fcfungsstress und k\u00fcmmerte sich zun\u00e4chst nicht weiter darum. Denn der Maschinenbautechniker stand gerade mitten in seinem Abschlussprojekt. Seine Symptome konnte er damals noch nicht zuordnen, doch sein Zustand verschlechterte sich deutlich in einem l\u00e4ngeren Urlaub nach seiner Pr\u00fcfung. M\u00fcde, abgeschlagen, mit krustigen Ohren und einem sich \u00fcber die Nase ausbreitendem Erythem stellte er sich zun\u00e4chst bei seiner Haut\u00e4rztin vor, die ihn sofort an die UKM-Hautklinik \u00fcberwies. Die Serologie zeigte, dass die Lupus-spezifischen Autoantik\u00f6rper sowie die Entz\u00fcndungswerte extrem hoch waren. Parallel zur f\u00fcr einen jungen Mann sehr ungew\u00f6hnlichen Diagnose Lupus ergab die Blutuntersuchung auch, dass der Patient an einer Virusinfektion mit dem Parvovirus B19 litt. Priv.-Doz. Dr. Jan Ehrchen, Leiter des Bereichs Autoimmunerkrankungen, \u00fcberwies ihn zur Mitbehandlung an die UKM-Rheumatologie. Deren Leiter, Prof. Martin Kriegel, forscht zu Lupus. Seine Stellvertreterin, Priv.-Doz. Dr. Rebecca Hasseli-Fr\u00e4bel, untersucht die Rolle von Infektionen bei <a href=\"https:\/\/www.hcm-magazin.de\/aktuelles\/2025\/rna-molekuel-in-der-niere-loest-autoimmunerkrankung-aus.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Autoimmunerkrankungen<\/a>. Eine vorteilhafte F\u00fcgung in diesem Fall.\u00a0<\/p>\n<p>\u201eWarum der K\u00f6rper sich bei Lupus oder bei anderen Autoimmunerkrankungen gegen sich selbst richtet, ist noch nicht ganz verstanden.\u201c<\/p>\n<p>Priv.-Doz. Dr. Rebecca Hasseli-Fr\u00e4bel, UKM-Rheumatologie<\/p>\n<p>\u201eBei Herrn Riehemann wissen wir am Ende nicht, ob der Lupus durch die \u00fcberschie\u00dfende Virus-Infektion ausgel\u00f6st wurde oder ob seine Symptome durch das Virus verst\u00e4rkt wurden. Fakt ist, dass seine Werte nach einer normale Standard-Therapie gegen Lupus unter anderem mit Kortison nach sechs Wochen schlechter waren als vorher. Und auch die Gabe von Immunglobulinen gegen das Parvovirus half nicht.\u201c<\/p>\n<p>Der heute 24-J\u00e4hrige wurde so krank, dass er nicht mehr arbeiten konnte, der Lupus manifestierte sich auch in den Organen, was zu einer lebensbedrohlichen Herzbeutelentz\u00fcndung und Nierenbeteiligung f\u00fchrte. \u201eIch lag nur zuhause, konnte mich kaum noch selbst fortbewegen und f\u00fchlte mich extrem schlecht\u201c, sagt der passionierte Hobby-Fu\u00dfballer. An Fu\u00dfball oder anderen Sport war in diesem Zustand nicht zu denken &#8211; gleichzeitig waren alle zugelassenen Therapien bei Lupus ausgereizt. Laut der behandelnden Assistenz\u00e4rztin Dr. Nadine Al-Azem eine \u00e4u\u00dferst ernste Situation, die eine innovative Behandlung n\u00f6tig machte: \u201eWir hatten zeitgleich einen anderen, ebenfalls m\u00e4nnlichen, jungen Patienten, bei dem wir erste gute Erfahrungen mit einer neuartigen Antik\u00f6rper-Infusionstherapie gemacht haben. Also wurde Herr Riehemann unser zweiter Patient. In keinem anderen deutschen Rheumazentrum wurde zu diesem Zeitpunkt Patienten au\u00dferhalb von Studien mit Obinutuzumab behandelt, so hei\u00dft der monoklonale Antik\u00f6rper.\u201c<\/p>\n<p>Seither wird der junge Mann nun in halbj\u00e4hrlichen Zyklen mit der Infusionstherapie behandelt. Zun\u00e4chst musste er jedes Mal station\u00e4r aufgenommen werden, jetzt wird die Infusion ambulant \u00fcber mehrere Stunden verabreicht. Die Wirkung war schon nach der ersten Gabe beeindruckend: \u201eInzwischen sind zwar noch Lupus spezifische Auto-Antik\u00f6rper nachweisbar. Aber die Laborwerte zeigen, dass wir den Lupus durch die Therapie in Schach halten k\u00f6nnen und klinisch auf ein gut behandelbares Minimum zur\u00fcckdr\u00e4ngen konnten\u201c, so Hasseli-Fr\u00e4bel. Entsprechend sind die Symptome von Riehemann deutlich weniger ausgepr\u00e4gt: Inzwischen befindet er sich in der Wiedereingliederungsphase im Job und spielt sogar schon wieder Fu\u00dfball. \u201eDaf\u00fcr fahre ich gerne alle drei Monate ans UKM und verbringe den Tag hier\u201c, verr\u00e4t er.<\/p>\n<p>Obinutuzumab er\u00f6ffnet neue Perspektiven bei Lupus<\/p>\n<p>Der monoklonale Antik\u00f6rper Obinutuzumab ist inzwischen als Standardtherapie bei Lupus mit Nierenbeteiligung zugelassen, so dass schon weitere Patientinnen und Patienten von der innovativen Behandlung profitieren konnten. \u201eWir hoffen, dass Obinutuzumab neben den Standardtherapien vielen weiteren Patientinnen und Patienten dabei helfen kann, dass langfristig eine Remission ihrer Erkrankung erreicht werden kann\u201c, hofft Hasseli-Fr\u00e4bel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend eine von etwa 1.000 Frauen im Schnitt in Europa an Lupus erkrankt, ist es im Vergleich nur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":150748,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[46,42,124,123,48973,44],"class_list":{"0":"post-150747","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health","12":"tag-lupus","13":"tag-oesterreich"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116551153349550891","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150747","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=150747"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/150747\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/150748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=150747"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=150747"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=150747"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}