{"id":151332,"date":"2026-05-11T00:42:18","date_gmt":"2026-05-11T00:42:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/151332\/"},"modified":"2026-05-11T00:42:18","modified_gmt":"2026-05-11T00:42:18","slug":"schroeder-als-vermittler-putin-vorschlag-loest-debatte-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/151332\/","title":{"rendered":"Schr\u00f6der als Vermittler? Putin-Vorschlag l\u00f6st Debatte aus"},"content":{"rendered":"<p>Kremlchef Wladimir Putin hat den seit langem mit ihm befreundeten Altkanzler Gerhard Schr\u00f6der als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Obwohl sich die USA um Vermittlung bem\u00fcht h\u00e4tten, k\u00f6nne er sich von europ\u00e4ischer Seite den fr\u00fcheren SPD-Chef als Vermittler vorstellen, sagte Putin am Abend bei einer au\u00dferordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau. &#8222;Von allen europ\u00e4ischen Politikern w\u00fcrde ich Gespr\u00e4che mit Schr\u00f6der bevorzugen.&#8220;<\/p>\n<p>In der Bundesregierung sto\u00dfen Putins \u00c4u\u00dferungen auf deutliche Skepsis. Aus Regierungskreisen in Berlin hie\u00df es, man habe die \u00c4u\u00dferungen zur Kenntnis genommen. Sie reihten sich ein in eine Serie von Scheinangeboten und seien Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands. &#8222;Deutschland und Europa lassen sich dadurch aber nicht spalten&#8220;, hie\u00df es weiter.\u00a0<\/p>\n<p>Russland habe seine Bedingungen nicht ge\u00e4ndert. Deswegen sei die Verhandlungsoption nicht glaubw\u00fcrdig. &#8222;Ein erster Test der Glaubw\u00fcrdigkeit w\u00e4re es, wenn Russland die Waffenruhe verl\u00e4ngert.&#8220; Beide Seiten hatten sich unter Vermittlung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump auf eine Waffenruhe bis Montag (11. Mai) geeinigt.\u00a0<\/p>\n<p>&#8222;Europa muss mit am Tisch sitzen&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/sicherheitsexperte-neumann-europa-muss-mit-am-tisch-sitzen,VB1NeRs\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa und die USA h\u00e4tten<\/a> eingespielte Verhandlungsteams, hie\u00df es in Regierungskreisen weiter. Die Ukraine stehe gemeinsam mit der Gruppe der E3 \u2013 das sind Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u2013 f\u00fcr Gespr\u00e4che stets zur Verf\u00fcgung. &#8222;Europa muss mit am Tisch sitzen. Daf\u00fcr m\u00fcssen aber die Bedingungen stimmen.&#8220; Zwischen Kiew und Moskau gab es Verhandlungen \u00fcber ein Ende des russischen Angriffskriegs bisher unter Vermittlung der USA, die Europ\u00e4er sa\u00dfen nicht mit am Tisch \u2013 auch weil der Kreml das ablehnte.\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/gericht-schroeder-hat-keinen-anspruch-auf-bundestags-buero,UEvAJdD\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das B\u00fcro des Altkanzlers<\/a> teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit, Schr\u00f6der werde sich zu dieser Frage nicht \u00e4u\u00dfern. Putin hatte auch gesagt, es brauche jemanden als Vermittler, der bisher nicht mit Gemeinheiten gegen\u00fcber Russland aufgefallen sei.<\/p>\n<p>Parteien reagieren unterschiedlich auf Putin-Vorschlag<\/p>\n<p>Bei den Parteien stie\u00df der Putin-Vorschlag auf ein gespaltenes Echo. &#8222;Jedes Angebot muss ernsthaft gepr\u00fcft werden, wie verl\u00e4sslich es ist&#8220;, sagte Adis Ahmetovic, au\u00dfenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Magazin &#8222;Spiegel&#8220;. &#8222;Wir k\u00f6nnen n\u00e4mlich nicht akzeptieren, dass allein die USA und Russland \u00fcber die Zukunft der Ukraine und der europ\u00e4ischen Sicherheit entscheiden&#8220;, f\u00fcgte er hinzu. Auch der SPD-Au\u00dfenpolitiker Ralf Stegner sprach sich daf\u00fcr aus, Putins Vorschlag zu pr\u00fcfen. <\/p>\n<p>Widerstand kam hingegen vom fr\u00fcheren Vorsitzenden des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses im Bundestag, dem SPD-Politiker Michael Roth. &#8222;Putins Vorsto\u00df, ausgerechnet Gerhard Schr\u00f6der als Vermittler ins Spiel zu bringen, ist ein Affront gegen\u00fcber den USA und ein durchsichtiges Man\u00f6ver&#8220;, sagte Roth dem &#8222;Tagesspiegel&#8220;. <\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich die Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Britta Ha\u00dfelmann. &#8222;Putin tr\u00e4gt die Verantwortung f\u00fcr diesen v\u00f6lkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine&#8220;, sagte Ha\u00dfelmann der Nachrichtenagentur AFP. &#8222;Selbst im Kreml sollte sich herumgesprochen haben, dass Gerhard Schr\u00f6der in Sachen Russland keine Glaubw\u00fcrdigkeit besitzt.&#8220;<\/p>\n<p>W\u00fcrde die Ukraine Schr\u00f6der als Vermittler akzeptieren?  <\/p>\n<p>Skeptisch sieht auch die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) eine m\u00f6gliche europ\u00e4ische Vermittlerrolle von Schr\u00f6der. &#8222;Ein Vermittler in diesem Krieg muss von beiden Seiten akzeptiert werden&#8220;, sagte Strack-Zimmermann den Funke-Zeitungen. Schr\u00f6der aber habe &#8222;den Angriff auf die Ukraine nicht klar genug verurteilt&#8220;. Dass die Ukraine Schr\u00f6der in dieser Rolle akzeptieren und als ausreichend neutral wahrnehmen w\u00fcrde, &#8222;das darf bezweifelt werden&#8220;.<\/p>\n<p>Auch Linksfraktionschef S\u00f6ren Pellmann verwies darauf, dass Schr\u00f6der und Putin seit Jahren politisch und pers\u00f6nlich eng verbunden seien. &#8222;Vor diesem Hintergrund wirkt der Verweis auf Gerhard Schr\u00f6der nicht wie ein neutraler Vermittlungsvorschlag, sondern wie ein politisches Signal mit erheblichem innen- und europapolitischen Konfliktpotenzial&#8220;, erkl\u00e4rte Pellmann.<\/p>\n<p>Das BSW zeigte sich hingegen offen f\u00fcr eine Vermittlerrolle des ehemaligen Bundeskanzlers. &#8222;Wir sollten den Altkanzler einsetzen. Was haben wir zu verlieren?&#8220;, sagte Parteichef Fabio De Masi. Auch der au\u00dfenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, sieht den Putin-Vorschlag als Chance: &#8222;Jede Vermittlung, die dazu beitr\u00e4gt, das Sterben auf beiden Seiten zu beenden, ist zu begr\u00fc\u00dfen.&#8220;&#13;<\/p>\n<p>Schr\u00f6der ist gegen Isolierung Russlands<\/p>\n<p>Putin betonte, dass eine friedliche L\u00f6sung des Konflikts Sache der Ukraine und Russlands sei. &#8222;Aber wenn jemand helfen m\u00f6chte, sind wir daf\u00fcr dankbar.&#8220; Er sagte auch, er glaube, dass sich der Krieg dem Ende zuneige. <\/p>\n<p>Der mittlerweile 82 Jahre alte Sozialdemokrat Schr\u00f6der, der von 1998 bis 2005 Kanzler war, steht seit Jahren wegen<a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/christian-ude-schroeder-ist-zu-enormer-belastung-geworden,T5MuomR\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> seiner Freundschaft zu Putin<\/a> und T\u00e4tigkeiten f\u00fcr russische \u00d6l- und Gaskonzerne in der Kritik \u2013 auch innerhalb seiner eigenen Partei. Zuletzt hatte er Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Ende Januar in einem Gastbeitrag f\u00fcr die &#8222;Berliner Zeitung&#8220;\u00a0als v\u00f6lkerrechtswidrig bezeichnet und zugleich nachgeschoben: &#8222;Ich bin aber auch gegen die D\u00e4monisierung Russlands als ewiger Feind.&#8220; Auch\u00a0pl\u00e4dierte Schr\u00f6der f\u00fcr die Wiederaufnahme von Energielieferungen aus Russland.<\/p>\n<p>Mit Informationen von dpa und AFP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kremlchef Wladimir Putin hat den seit langem mit ihm befreundeten Altkanzler Gerhard Schr\u00f6der als Vermittler im Krieg zwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":151333,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[732,33758,40,41,1963,39,38,81,2375],"class_list":{"0":"post-151332","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-ukraine","9":"tag-gerhard-schroeder","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-russland","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-ukraine-krieg","16":"tag-wladimir-putin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116553170632773743","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151332","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=151332"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/151332\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/151333"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=151332"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=151332"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=151332"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}