{"id":153133,"date":"2026-05-11T22:09:12","date_gmt":"2026-05-11T22:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153133\/"},"modified":"2026-05-11T22:09:12","modified_gmt":"2026-05-11T22:09:12","slug":"erfolgsgeheimnisse-beim-esc-hilft-melancholie-beim-gewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153133\/","title":{"rendered":"Erfolgsgeheimnisse beim ESC: Hilft Melancholie beim Gewinnen?"},"content":{"rendered":"<p>K\u00e4me es beim ESC nur auf die Musik an, h\u00e4tte die <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/bricht-sarah-engels-den-deutschen-esc-fluch,VCvQxVU\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">deutsche Teilnehmerin Sarah Engels<\/a> mit &#8222;Fire&#8220; schon mal einiges richtig gemacht: Ihr Song steht in der traurig-mystischen Tonart e-Moll und erf\u00fcllt damit ein angebliches Erfolgskriterium des Wettbewerbs. Langj\u00e4hrige Beobachter des ESC in den britischen Wettb\u00fcros wollen n\u00e4mlich herausgefunden haben, dass mit fr\u00f6hlichen Songs in Dur wenig zu gewinnen ist. Das d\u00fcrfte also nicht der Grund sein, warum Sarah Engels die Wettprofis bisher nicht \u00fcberzeugen konnte und auf Platz 23 von 35 Teilnehmern liegt. <\/p>\n<p>Wer beim ESC gewinnen will, muss das Publikum nicht nur mit seinem Song, sondern auch mit seiner (gebrochenen) Pers\u00f6nlichkeit \u00fcberzeugen, und da ist Aufmerksamkeit die h\u00e4rteste W\u00e4hrung. Es gilt, aufzufallen: mit einer aufregenden Lebensgeschichte, einem m\u00f6glichst schr\u00e4gen Outfit, einem krassen bis umstrittenen Show-Act, vor allem jedoch mit einer emotionalen Bindung an die Zuschauer im Saal und vor den Bildschirmen. <\/p>\n<p>Zwiesp\u00e4ltige Lebensgeschichten faszinieren Publikum<\/p>\n<p>Beispiele daf\u00fcr sind die finnischen Grusel-Rocker der Band Lordi, die 2006 gewannen, der \u00f6sterreichische Performer Thomas Neuwirth alias &#8222;Conchita Wurst&#8220;, der 2014 triumphierte, die r\u00f6mische Rockband M\u00e5neskin, die den Wettbewerb 2021 aufmischte, und Nemo, die erste nichtbin\u00e4re Person, die 2024 f\u00fcr die Schweiz siegte. Auch der letztj\u00e4hrige Gewinner Johannes &#8222;JJ&#8220; Pietsch lieferte als Countertenor mit philippinischen Wurzeln eine vielfach inspirierende Personality-Story. <\/p>\n<p>Wer das Publikum mit einer so spannenden wie zwiesp\u00e4ltigen Lebensgeschichte in den Bann schl\u00e4gt, hat eindeutig bessere Chancen. So war es wenig \u00fcberraschend, dass Gil Ofarim im vergangenen Februar &#8222;Dschungelk\u00f6nig&#8220; wurde (&#8222;Ich bin ein Star \u2013 Holt mich hier aus&#8220;). Er produzierte st\u00e4ndig Schlagzeilen, aber nicht mit seinen Songs, sondern weil er einen Hotelmitarbeiter in Leipzig f\u00e4lschlich des Antisemitismus beschuldigt hatte. Das mediale Echo war ohrenbet\u00e4ubend, Ofarims Schicksal zwischen Trotz und Demut elektrisierte gro\u00dfe Teile der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>&#8222;Problemf\u00e4lle&#8220; lassen niemanden kalt<\/p>\n<p>Auch der geb\u00fcrtige M\u00fcnchner Menowin Fr\u00f6hlich, diesj\u00e4hriger Sieger von &#8222;Deutschland sucht den Superstar&#8220; (DSDS), h\u00e4lt sich zuverl\u00e4ssig mit nicht-musikalischen Themen in den t\u00e4glichen Pop-Nachrichten, wozu eine Verurteilung wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung und Betrug und weitere Strafverfahren nicht unwesentlich beitrugen. Bei den einen l\u00f6st er mit seinen Showauftritten &#8222;Entsetzen&#8220; aus, andere halten ihn f\u00fcr einen &#8222;Problemfall&#8220;. Wie auch immer: Seine Biografie l\u00e4sst kaum jemanden kalt. <\/p>\n<p>Wenn (emotionale) Aufmerksamkeit das wichtigste Erfolgskriterium beim ESC und anderen Pop-Wettbewerben ist, wer kann da in diesem Jahr beim Finale in der Wiener Stadthalle mithalten? Der finnische S\u00e4nger Pete Eemeli Parkkonen und die Geigerin Linda Lampenius, die mit &#8222;Flammenwerfer&#8220; als Top-Favoriten gehandelt werden, \u00fcberzeugten im Vorfeld wohl mehr mit ihrer feuerspr\u00fchenden, originellen Show als mit ihren Lebensgeschichten, auch wenn Parkkonen aus einer Zirkus- und Musikerfamilie stammt. <\/p>\n<p>Forscher: Erfolgstitel setzen &#8222;neue Standards&#8220;<\/p>\n<p>Dagegen hat der griechische Teilnehmer Akylas Mytilineos, dem ebenfalls sehr gute Erfolgschancen bescheinigt werden, zweifellos hervorragende Qualit\u00e4ten als Show- und Mode-Ikone. Deutsche Zuschauer d\u00fcrften sich bei seinen farbenfrohen Auftritten an Designer Harald Gl\u00f6\u00f6ckler erinnert f\u00fchlen. An emotionaler Bindekraft mangelt es auch nicht: Sein Song &#8222;Ferto&#8220; wird als Huldigung seiner Mutter verstanden, die es mit seiner Erziehung au\u00dferordentlich schwer gehabt habe. Sentimentaler Dance-Floor-Pop buchst\u00e4blich zwischen &#8222;T\u00fcll und Tr\u00e4nen&#8220;. <\/p>\n<p>Mag sein, dass der ESC immer politischer wird. Noch entscheiden ihn allerdings die Gef\u00fchle und so, wie es aussieht, vor allem melancholische. Moll ist also kein Zufall. Allerdings hat eine neue Studie der Eidgen\u00f6ssischen Technischen Hochschule Z\u00fcrich (&#8222;Den Code knacken&#8220;) <a href=\"https:\/\/royalsocietypublishing.org\/rsos\/article\/13\/4\/251727\/481541\/Breaking-the-code-Multi-level-learning-in-the\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">j\u00fcngst ergeben<\/a> [externer Link], dass es nicht ausreicht, alle &#8222;Erfolgsgeheimnisse&#8220; des ESC zu ber\u00fccksichtigen, also tanzbaren Pop in englischer Sprache abzuliefern. Das machten inzwischen fast alle. <\/p>\n<p>Wer unter diesen zur &#8222;Roten K\u00f6nigin&#8220; mutieren wolle, m\u00fcsse obendrein risikobereit sein: &#8222;Die erfolgreichsten Songs geben den Trend vor, aber sie kopieren nicht einfach den durchschnittlichen Konkurrenzsong; vielmehr weichen sie von der Norm ab und setzen neue Standards, die andere anschlie\u00dfend imitieren.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00e4me es beim ESC nur auf die Musik an, h\u00e4tte die deutsche Teilnehmerin Sarah Engels mit &#8222;Fire&#8220; schon&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":153134,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24],"tags":[46,42,3014,2116,147,992,1572,153,154,44,20528,177,43281,148],"class_list":{"0":"post-153133","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-musik","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-dschungelcamp","11":"tag-dsds","12":"tag-entertainment","13":"tag-esc","14":"tag-medien","15":"tag-music","16":"tag-musik","17":"tag-oesterreich","18":"tag-popkultur","19":"tag-popmusik","20":"tag-trash-tv","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116558231151561107","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=153133"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153133\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/153134"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=153133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=153133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}