{"id":153140,"date":"2026-05-11T22:15:13","date_gmt":"2026-05-11T22:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153140\/"},"modified":"2026-05-11T22:15:13","modified_gmt":"2026-05-11T22:15:13","slug":"iea-oesterreichs-energiewende-braucht-raschere-umsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153140\/","title":{"rendered":"IEA: \u00d6sterreichs Energiewende braucht raschere Umsetzung"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n        &#13;<br \/>\n            IEA: \u00d6sterreichs Energiewende braucht raschere Umsetzung&#13;<br \/>\n        &#13;<br \/>\n            11. Mai 2026&#13;\n    <\/p>\n<p>            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778537713_626_.jpg\" id=\"Content_Links_i_profilbild\"\/><br \/>\n            IEA-Chef Birol: &#8222;Globale Energiekarte wird neu gezeichnet&#8220; \u00a9 APA &#8211; Austria Presse Agentur<\/p>\n<p>Die Internationale Energieagentur (IEA) hat \u00d6sterreich am Montag ein gutes Zeugnis bei der Energiewende ausgestellt, mahnt aber raschere Umsetzung ein. Der nun ver\u00f6ffentlichte Bericht &#8222;Austria 2026&#8220; fordert mehr Flexibilit\u00e4t und einen schnelleren Windkraftausbau. \u00dcberschattet wurde die Pr\u00e4sentation in Wien von eindringlichen Warnungen des IEA-Chefs Fatih Birol vor den globalen Folgen der blockierten Stra\u00dfe von Hormuz f\u00fcr die Energie- und Wirtschaftsm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>&#8222;Die globale Energiekarte wird neu gezeichnet, auch die Handelsrouten&#8220;, betonte Birol. Das Vertrauen in bestehende Lieferwege sei nachhaltig zerst\u00f6rt. &#8222;Die Vase ist zerbrochen und kann nicht wieder zusammengesetzt werden. Was einmal passiert ist, kann wieder passieren&#8220;, warnte der IEA-Exekutivdirektor. Er sprach von der gr\u00f6\u00dften Energiekrise der Geschichte. &#8222;Kein Land, aber auch gar kein Land, ist immun dagegen.&#8220; In Asien habe die Energierationierung bereits begonnen. Die Region beziehe 80 bis 90 Prozent ihres \u00d6ls \u00fcber die blockierte Meerenge. Auch Europa leide massiv, da es zuletzt 75 Prozent seines Kerosins aus dem Nahen Osten importiert habe.<\/p>\n<p>  Birol erwartet Aufschwung f\u00fcr Atomkraft<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie in den 1970er-Jahren werde der Schock eine technologische Transformation ausl\u00f6sen, so Birol. Damals habe ein Auto 20 Liter auf 100 Kilometer verbraucht, nach der Krise waren es 10 Liter. \u00c4hnliches passiere jetzt: Die aktuellen Ereignisse w\u00fcrden nicht nur der Elektromobilit\u00e4t einen Impuls geben, sondern auch der Verbesserung der Energieeffizienz, prognostizierte Birol. Auch bei Lkw k\u00f6nnte man &#8222;\u00dcberraschungen erleben&#8220;. International sieht die IEA zudem einen Aufschwung f\u00fcr die Atomkraft, bedauerte jedoch, dass einige L\u00e4nder in Asien nun wieder auf Kohle setzen.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich selbst wurde von Birol eine hohe Resilienz bescheinigt. Staatssekret\u00e4rin Elisabeth Zehetner (\u00d6VP) verwies auf die aktuellen wirtschaftlichen Belastungen: &#8222;Wir haben derzeit in \u00d6sterreich keine Versorgungskrise, aber eine Preiskrise.&#8220; Sie forderte Eingriffe auf europ\u00e4ischer Ebene und kritisierte die Merit-Order in Kombination mit dem EU-Emissionshandel. Es k\u00f6nne nicht sein, dass man einerseits mit h\u00f6heren Gaspreisen konfrontiert sei, aber &#8222;dass wir hier dann den h\u00f6heren Preis auch f\u00fcr gr\u00fcne Energie zahlen&#8220;, sagte Zehetner. Dies solle national auch durch Hilfen f\u00fcr energieintensive Unternehmen von bis zu 900 Millionen Euro abgefedert werden.<\/p>\n<p>  L\u00fccke zwischen Ambition und Umsetzung<\/p>\n<p>Der \u00fcber 80 Seiten starke IEA-Pr\u00fcfbericht stellt \u00d6sterreichs Ziel, bis 2030 bilanziell 100 Prozent erneuerbaren Strom zu erzeugen, ein gutes Zwischenzeugnis aus. Mit einem Erneuerbaren-Anteil von 90 Prozent am Stromverbrauch im Jahr 2024 ist \u00d6sterreich EU-Spitzenreiter. Der Bericht warnt jedoch vor einer wachsenden L\u00fccke zwischen Ambition und Umsetzung. IEA-Experte Ali Saffar formulierte f\u00fcnf Kernbotschaften: Die ehrgeizigen Klimaziele m\u00fcssen mit konkreten Finanzmitteln in Einklang gebracht werden. Flexibilit\u00e4t m\u00fcsse das grundlegende Prinzip des k\u00fcnftigen Energiesystems werden. &#8222;\u00d6sterreich hat extrem ambitionierte Ziele, und das Hauptproblem ist nun, wie diese Ziele rasch umgesetzt werden k\u00f6nnen&#8220;, sagte Saffar. Das neue Elektrizit\u00e4tswirtschaftsgesetz (ElWG) mit seiner F\u00f6rderung von dynamischen Tarifen und dem Wegfall von Doppelnetzgeb\u00fchren f\u00fcr Speicher werde hier als sehr positiv bewertet.<\/p>\n<p>  Windkraft-Ausbau beschleunigen<\/p>\n<p>Zudem m\u00fcsste laut IEA der Ausbau der Windkraft massiv beschleunigt werden. W\u00e4hrend bei der Photovoltaik ein Boom verzeichnet werde, hinke die Windkraft aufgrund langwieriger Genehmigungsverfahren hinterher, r\u00fcgt der Bericht. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Konsumentenschutz bei der Fernw\u00e4rme. Da diese Netze oftmals als nat\u00fcrliches Monopol fungieren, bei dem klassischer Wettbewerb fehlt, fordert die IEA eine deutlich strengere beh\u00f6rdliche Aufsicht, um faire Preise sicherzustellen.<\/p>\n<p>Zuletzt mahnt die IEA die Sicherung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Industrie ein, die in \u00d6sterreich 22 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitr\u00e4gt. Staatliche Hilfen m\u00fcssten strikt an klimafreundliche Investitionen gekoppelt sein. Im Bereich Wasserstoff empfiehlt die IEA \u00d6sterreich den Fokus auf ein Startnetz in Industrie-Clustern wie Linz, der Steiermark oder Wien. Der Infrastrukturausbau m\u00fcsse exakt an die industrielle Nachfrage gekoppelt werden, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Birol wird seine energiediplomatischen Bem\u00fchungen am Montag noch bei Treffen mit Bundeskanzler Christian Stocker (\u00d6VP) und OPEC-Vertretern fortsetzen.<\/p>\n<p>  Stromwirtschaft fordert Netzausbau<\/p>\n<p>Die heimischen Reaktionen auf den IEA-Bericht fielen am Montag gemischt aus. Barbara Schmidt, Generalsekret\u00e4rin der Branchenvertretung Oesterreichs Energie, sieht die starke Ausgangsposition \u00d6sterreichs best\u00e4tigt, fordert aber deutlich mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren und der Netze. Obwohl im Jahr 2024 rund 90 Prozent des Strombedarfs erneuerbar gedeckt worden seien, zeige der Blick auf die Jahresdaten, dass derzeit nur &#8222;rund jede f\u00fcnfte Stunde vollst\u00e4ndig aus erneuerbaren Quellen gedeckt&#8220; werden k\u00f6nne. Schmidt forderte einen raschen Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG), denn \u00d6sterreichs &#8222;Windkraft-L\u00fccke&#8220; m\u00fcsse im Hinblick auf die Winterversorgung endlich geschlossen werden. \u00c4hnlich argumentierte die IG Windkraft, die eine Beschleunigung f\u00fcr sofort umsetzbare Windenergieprojekte sowie mehr Planungssicherheit f\u00fcr Investitionen einforderte.<\/p>\n<p>  FP\u00d6 kritisiert unkontrollierten PV-Ausbau<\/p>\n<p>Scharfe Kritik an der Regierung \u00fcbte hingegen die FP\u00d6. Der Bericht sei &#8222;eine schallende Ohrfeige f\u00fcr die permanente energiepolitische Selbstbeweihr\u00e4ucherung der \u00d6VP&#8220;, erkl\u00e4rten die FP\u00d6-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl. Sie r\u00fcgten einen unkontrollierten Photovoltaik-Ausbau, der durch fehlende Steuerungsm\u00f6glichkeiten zu Netz\u00fcberlastungen und teurer \u00dcberschussproduktion f\u00fchre. Die FP\u00d6 fordert eine Novelle des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG), um marktwirtschaftliche Preissignale in den Vordergrund zu r\u00fccken und Fehlanreize im F\u00f6rdersystem zu beenden.<\/p>\n<p>Der von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung finanzierte Verein oecolution sieht den wesentlichen Flaschenhals in den langwierigen Genehmigungsverfahren. Neue Wind- und Wasserkraftprojekte sowie Stromleitungen w\u00fcrden &#8222;durch Einspr\u00fcche von gr\u00fcnen NGOs \u00fcber Jahre, manchmal Jahrzehnte, verz\u00f6gert&#8220;, kritisierte oecolution-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Christian Tesch.<\/p>\n<p>  Kritik auch von Gr\u00fcnen und Global 2000<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen und die Umweltschutzorganisation Global 2000 \u00fcben in ihren Reaktionen Kritik am Umsetzungstempo der Regierung und fordern insbesondere beim Ausbau der Windkraft mehr Verbindlichkeit gegen\u00fcber den Bundesl\u00e4ndern. Der gr\u00fcne Energiesprecher Lukas Hammer warnt davor, dass das geplante Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG) ein &#8222;zahnloser Papiertiger&#8220; bleibe, solange die L\u00e4nder nicht ausreichend Fl\u00e4chen f\u00fcr Windr\u00e4der bereitstellen. In dasselbe Horn st\u00f6\u00dft Johannes Wahlm\u00fcller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Er pocht ebenfalls darauf, dass die Bundesregierung gesetzlich f\u00fcr Windkraftzonierungen in den Bundesl\u00e4ndern sorgen m\u00fcsse, und verlangt zudem verbindliche Umstellungsfristen f\u00fcr \u00d6l- und Gasheizungen sowie ein klares Bekenntnis zu entsprechenden Investitionen im kommenden Budget.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; &#13; IEA: \u00d6sterreichs Energiewende braucht raschere Umsetzung&#13; &#13; 11. 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