{"id":153164,"date":"2026-05-11T22:34:11","date_gmt":"2026-05-11T22:34:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153164\/"},"modified":"2026-05-11T22:34:11","modified_gmt":"2026-05-11T22:34:11","slug":"ibm-hauptsitz-in-london-brutalismus-ikone-revitalisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153164\/","title":{"rendered":"IBM-Hauptsitz in London: Brutalismus-Ikone revitalisiert"},"content":{"rendered":"<p>\n        Der ehemalige IBM-Hauptsitz in London gilt als Ikone brutalistischer Architektur. Nun wurde der denkmalgesch\u00fctzte Geb\u00e4udekomplex sensibel und \u00f6kologisch behutsam revitalisiert.\n      <\/p>\n<p>\n        12. 05. 2026,  00:01\u00a0Uhr<br \/>\n        Lesedauer:        2 Minuten<\/p>\n<p>Das dynamische Viertel Southbank am S\u00fcdufer der Themse ist ein Hotspot der Londoner Kulturszene. Zu den bedeutendsten Kunsteinrichtungen z\u00e4hlt hier auch das Royal National Theatre direkt am Flussufer der Themse. 1976 entstand das Theater nach Entw\u00fcrfen des englischen Architekten Denys Lasdun.<\/p>\n<p>1983 vollendete Lasdun seine architektonisch-st\u00e4dtebauliche Vision auf dem Nachbargrundst\u00fcck mit dem Bau des IBM-Marketing-Centers. Die beiden Geb\u00e4ude beeindrucken als sp\u00e4tbrutalistisches Ensemble mit strenger horizontaler Linienf\u00fchrung, rauen Sichtbetonoberfl\u00e4chen und imposanten Betonk\u00f6rpern. Die damals von Lasdun fein ausbalancierte Symmetrie der beiden Bauwerke l\u00e4sst sich auch heute noch von der nahe gelegenen Waterloo Bridge aus bestaunen.<\/p>\n<p>Um den nach dem Auszug von IBM drohenden Teilabriss zu verhindern, stellte die Stadt London 2020, wie schon 1994 das National Theatre, das ehemalige IBM-Geb\u00e4ude unter Denkmalschutz. Das Londoner Architekturb\u00fcro AHMM entwickelte daraufhin f\u00fcr den B\u00fcrokomplex \u201e76 Southbank\u201c ein Umbaukonzept, das vorsah, das Geb\u00e4ude nicht nur sorgf\u00e4ltig zu sanieren, sondern auch einen Gro\u00dfteil \u00a0der urspr\u00fcnglich verwendeten Materialien wieder einzusetzen.<\/p>\n<p>Betonstruktur erhalten<\/p>\n<p>Das Konzept der Architekten \u00a0verfolgte eine Modernisierung des Geb\u00e4udes in mehreren Schritten. Nach erfolgter CO2-armer Kernsanierung und energetischer Optimierung sollte die Nutzfl\u00e4che durch die Aufstockung eines Staffelgescho\u00dfes und Erweiterungen im S\u00fcden und Osten um 11.000 Quadratmeter vergr\u00f6\u00dfert und die neue B\u00fcrofl\u00e4che hocheffizient ausger\u00fcstet und flexibel gestaltet werden. F\u00fcr die Erf\u00fcllung der hohen Nachhaltigkeitsziele mussten die in der Bausubstanz gebundenen CO2-Emissionen sowie das Abfallaufkommen bei der Entkernung so weit wie m\u00f6glich reduziert werden. Daf\u00fcr wurden alle Baumaterialien aus dem Bestand und f\u00fcr den Neubau einer umfassenden Bewertung hinsichtlich ihres \u00f6kologischen Fu\u00dfabdrucks unterzogen und zum Teil aufwendige Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfungen vorgenommen.<\/p>\n<p>Trotz Entkernung und R\u00fcckbau von Keller und Erdgescho\u00df konnten 80 Prozent der Betonstruktur erhalten und damit CO2-Emissionen durch Abriss verhindert werden. \u00dcber 200 Fassadenteile aus Beton oder Granit mit bis zu 10 Tonnen Gewicht wurden zur\u00fcckgebaut und zum Teil im Projekt, zum Teil an anderer Stelle wiederverwendet. Ebenso 27.360 Bodenfliesen, 95 Tonnen Pflastersteine und 71 Tonnen Ziegelsteine. Es wurden neue Fundamente eingebracht und neue Betonst\u00fctzen gesetzt, bei denen H\u00fcttensand 50 Prozent des Zements ersetzte. Recycelte Stahltr\u00e4ger und -st\u00fctzen mit einem Gesamtgewicht von 42 Tonnen wurden eingebaut und auch f\u00fcr den Hohlraumboden in den B\u00fcros wurde recycelter Stahl verwendet.<\/p>\n<p>CO2-Reduktion der Fassade<\/p>\n<p>Die Fassade macht einen betr\u00e4chtlichen Teil des in dem Projekt gebundenen CO2 aus. Daher hatte die Konstruktion der neuen Fassade eine gro\u00dfe Bedeutung bei der Erf\u00fcllung der Nachhaltigkeitsziele. Beim R\u00fcckbau der Fassade konnten zwar 62 der denkmalgesch\u00fctzten Fassadenpaneele und 20 Kernfassadenpaneele erhalten und beim Wiederaufbau der Fassade wiederverwendet werden, alle weiteren Fassadenelemente aus Beton mussten neu erstellt werden. F\u00fcr die neuen Waschbetonplatten wurde Kies aus dem origin\u00e4ren Steinbruch verwendet und in Handarbeit aufgebracht.<\/p>\n<p>Fit f\u00fcr die Zukunft<\/p>\n<p>Die erfolgreiche Transformation wurde bereits zweifach ausgezeichnet. Mit ihrer \u00a0Sanierungsstrategie und der respektvollen Umgestaltung haben die Projektbeteiligten der Betonikone eine Zukunft gesichert. Das \u201e76 Southbank\u201c bedankt sich mit aufwendig begr\u00fcnten Fassaden und Au\u00dfenterrassen und einem einladenden Eingangsbereich und so f\u00fcr eine neue Akzeptanz der strengen Betonarchitektur in dem kreativen Stadtteil.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1064647_default-vorschau_1FkWFr_q5jTB3.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"180\"\/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/748501_architektin-caroline-rodlauer_default-vorschau_1EWHgi_o81VOa.jpg\" alt=\"Architektin Caroline Rodlauer.\" width=\"320\" height=\"180\"\/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.sn.at\/storage\/image\/7\/6\/5\/3\/753567_das-roots-in-der-hamburger-hafencity-ist-deutschlands-hoechster-holzbau_default-vorschau_1EWHPY_omA2K7.jpg\" alt=\"Das \u201eRoots\u201c in der Hamburger Hafencity ist Deutschlands h\u00f6chster Holzbau.\" width=\"320\" height=\"180\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der ehemalige IBM-Hauptsitz in London gilt als Ikone brutalistischer Architektur. 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