{"id":153191,"date":"2026-05-11T22:53:13","date_gmt":"2026-05-11T22:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153191\/"},"modified":"2026-05-11T22:53:13","modified_gmt":"2026-05-11T22:53:13","slug":"report-mehrwert-fuer-manager-first-second","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153191\/","title":{"rendered":"REPORT Mehrwert f\u00fcr Manager &#8211; First &#038; Second"},"content":{"rendered":"<p>Den Fokus auf Kreislaufwirtschaft durch Recycling von Baurestmassen zu setzen, ist zentraler Faktor nahezu jeder Baustelle. Auch im Bereich Batterie und Akku schlie\u00dft sich zunehmend der Kreis.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Den Bauprozess nachhaltiger zu gestalten und die Baustelle CO\u2082-neutral zu betreiben, ist erkl\u00e4rtes Ziel der \u00fcberwiegenden Zahl an Bauunternehmen. Dazu z\u00e4hlen nicht nur die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen, sondern auch z. B. optimierte Lieferketten durch digitale Baustellenlogistik, Just-in-time-Belieferung, ein m\u00f6glichst hoher Vorfertigungsgrad sowie Recycling und Wiederverwendung von Baustoffen. \u00bbAuch in der Batteriewelt am Bau r\u00fcckt die Kreislaufwirtschaft zunehmend in den Fokus\u00ab, betont Bernd Vogl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Klima- und Energiefonds und verweist auf Studien, wonach sich der Strombedarf in \u00d6sterreich bis 2040 auf 125 Terawattstunden verdoppeln und der Batteriespeicherbedarf auf 8,7 GW erh\u00f6hen wird. Die aktuell verf\u00fcgbare Batteriespeicherleistung betr\u00e4gt etwas mehr als 1 GW. Treiber sind laut Fronius steigende Strompreise, strengere Klimaziele, die Elektrifizierung des Bauwesens und der Wunsch nach Energieunabh\u00e4ngigkeit. Rund 90 Prozent der Nachfrage entf\u00e4llt auf die stark wachsende Elektromobilit\u00e4t, dazu kommen station\u00e4re Energiespeichersysteme und die Verbraucherelektronik. Speicher dienen zur Netzentlastung und Peak-Shaving.<\/p>\n<p>\u00bbBaustellen mit vielen Kr\u00e4nen und Pumpen k\u00f6nnen Lastspitzen mit Speichern ausgleichen und Netz\u00fcberlastung vermeiden\u00ab, verdeutlicht Andreas Reinhardt, Vorsitzender des Bundesverbandes Elektromobilit\u00e4t \u00d6sterreich, BE\u00d6, Leiter des Bereichs Energiedienstleistungen bei der Linz AG und Vortragender an der FH Hagenberg. Dar\u00fcber hinaus gehe es um die Versorgung elektrischer Baumaschinen und um den Ersatz von Dieselaggregaten f\u00fcr Baustellen-Container, Beleuchtung und IT-Systeme. Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Reinhardt die Integration tempor\u00e4rer PV-Anlagen auf D\u00e4chern von Containern oder Freifl\u00e4chen. \u00bbSpeicher verbessern generell die CO\u2082-Bilanz und ESG-Performance von Unternehmen und k\u00f6nnen durch die Bereitstellung von Flexibilit\u00e4tsleistungen zus\u00e4tzliche Einnahmequellen erschlie\u00dfen\u00ab, erg\u00e4nzt Bernd Vogl.<\/p>\n<p>Weitblick Batterie<br \/>Lithium-Ionen-Batterien sind derzeit State of the Art, die verbreitetsten Varianten nutzen Kathodenmaterialien wie Lithium-Nickel-Mangan-Cobalt, NMC, und Lithium-Eisen-Phosphat, LFP. Allein wegen der Abh\u00e4ngigkeit von kritischen Rohmaterialien wie Lithium, Kobalt und Nickel k\u00f6nnen sie nicht die einzige L\u00f6sung f\u00fcr das k\u00fcnftige Energiesystem in Europa sein. Zu den alternativen Batteriesystemen z\u00e4hlen insbesondere Natrium-Ionen (Sodium-Ion-Battery, SIB) sowie andere, sich noch in Entwicklung befindliche Metall-Ionen-Batterien auf Basis von Magnesium, Aluminium und Zink. Auch Metall-Schwefel-Batterien (Me-S), Metall-Luft-Batterien (MeAir) und Redox-Flow-Batterien (RFB) z\u00e4hlen dazu. Letztere haben sich bereits als Nischenl\u00f6sung f\u00fcr station\u00e4re Gro\u00dfspeicher etabliert.<\/p>\n<p>F\u00fcr Univ.-Prof. Alexander Karl Opitz, Leiter des Christian-Doppler-Labors f\u00fcr Sauerstoffionenbatterien an der TU Wien, bieten sich beispielsweise RFB als station\u00e4re Speicher an. \u00bbSie sind aktuell noch technologisch weiter als Sauerstoff-Ionen-Batterien, es gibt bereits marktf\u00e4hige Prototypen.\u00ab Allerdings ben\u00f6tigen die etabliertesten RFBs das Element Vanadium, welches von der EU als kritische Ressource eingestuft wird. Natrium-Ionen-Batterien seien zudem ressourcenschonender als Li-Ion. \u00bbHier dominiert die Sauerstoff-Ionen-Batterie: Sie ben\u00f6tigt praktisch keine kritischen Rohstoffe, ist vollkeramisch und damit nicht brennbar\u00ab, betont Opitz. Andreas Reinhardt verweist auf Feststoffbatterien mit der hohen Zyklenfestigkeit, weniger Brandrisiko, besserer Leistung bei tiefen Temperaturen und Resistenz bei Tiefenentladung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/22_25_kreislaufwirtschaft2bau0426.jpg\" alt=\"22_25_kreislaufwirtschaft2bau0426.jpg\" width=\"1121\" height=\"454\"\/><\/p>\n<p>Grafik:\u00a02040 wird laut einer Speicherstudie von PV Austria in etwa gleich viel Batteriespeicherleistung notwendig sein wie Speicherleistung an klassischen Speicherkraftwerken wie Pump- und Reservoirspeicher.<\/p>\n<p>Die Forschung l\u00e4uft<br \/>Das vom AIT, Austrian Institute of Technology, geleitete Forschungsprojekt MoSi-LIB verfolgt das Ziel, eine innovative Kompositanode auf Basis von Silizium und Zinnsulfid zu entwickeln. Damit sollen die Nachteile bisheriger Anodenmaterialien umgangen, die Nutzung von kritischen Rohstoffen reduziert und gleichzeitig die Batterieleistung sowie die Zyklenstabilit\u00e4t signifikant verbessert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verwendung von hochreinem Silizium, das aus ausgedienten Solarmodulen recycelt wird. \u00bbWir versuchen auch, die Recyclingtechnologien weiterzuentwickeln\u00ab, betont Damian Cupid, Leiter der Gruppe f\u00fcr Materialentwicklung. Daf\u00fcr brauche es neue Technologien mit weniger Chemikalien, Energie und Prozessschritten. Der Verbund investiert in die Entwicklung der Sauerstoffionenbatterie am Christian-Doppler-Labor der TU Wien. Dabei handelt es sich um eine keramische Hochtemperatur-Batterie, die haupts\u00e4chlich f\u00fcr den station\u00e4ren 4- bis 12-Stunden-Einsatz gedacht ist. Ihre k\u00fcnftige Anwendung als Batteriespeicher sieht Laborleiter Opitz als realistisch. \u00bbDamit die Sauerstoffionen in den keramischen Materialien beweglich sind, muss die Batterie bei hohen Temperaturen betrieben werden.\u00ab Diese erh\u00f6hte Temperatur kann gerade im Bausektor von Vorteil sein, indem Abw\u00e4rme genutzt wird.<\/p>\n<p>Rico Schmerler, Projektleiter am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, IWU, berichtet von der Weiterentwicklung in den n\u00e4chsten Jahren. \u00bbDie Projekte, die jetzt laufen, besch\u00e4ftigen sich mit Reparaturen und auch mit der Demontage von neuen Systemarchitekturen. K\u00fcnftig werden Zellen h\u00e4ufig nicht in Module geb\u00fcndelt, sondern unmittelbar im Geh\u00e4use als sogenannte Zellsysteme \u203aCell To Pack\u2039 zusammengefasst.\u00ab Bei Fronius stehen dabei modulare Architekturen, intelligente Software und offene Schnittstellen f\u00fcr Wiederverwendung und effizientes Recycling im Fokus.<\/p>\n<p>Kreislauf E-Fahrzeug<br \/>Am einfachsten ist die Nutzung bestehender Batterien \u2013 dazu gab es bereits Forschungsprojekte wie BetterBatteries oder SecondLifeBatteries4Storage. \u00bbDie Batterien von E-Fahrzeugen werden in der Regel nach acht bis zehn Jahren ausgemustert, da sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage sind, die strengen Anforderungen an Lade- und Entladezyklen sowie Reichweite zu erf\u00fcllen, auch wenn diese Batterien noch etwa 70 bis 80\u00a0Prozent der urspr\u00fcnglichen Kapazit\u00e4t haben. Die Wiederverwendung dieser ausrangierten EV-Batterien kann auf dem Markt f\u00fcr station\u00e4re Energiespeicher in Anwendungen, die niedrigere Anforderungen haben, den gr\u00f6\u00dften Nutzen bringen\u00ab, betont Projektmitarbeiterin Maria Eder, Grazer Energieagentur. Ein rascher Ausbau der Energiespeicher sei entscheidend, um den Flexibilit\u00e4tsbedarf in einem dekarbonisierten Stromsystem zu decken. Mit Ende M\u00e4rz 2026 waren in \u00d6sterreich 273.815 rein elektrisch betriebene PKW gemeldet, rund f\u00fcnf Prozent des gesamten PKW-Bestands. Momentan fallen in \u00d6sterreich rund 4.000 gebrauchte Batteriesysteme pro Jahr an, das sind etwa 200 Tonnen Material. \u00bbDas klingt wenig, aber die Prognosen f\u00fcr 2030 gehen von 10.000 bis 20.000 Tonnen aus. Wenn wir nicht jetzt Systeme f\u00fcr R\u00fccknahme, Demontage, Zertifizierung und Recycling aufbauen, werden wir 2030 von einem Berg an gebrauchten Batterien \u00fcberschwemmt.\u00ab<\/p>\n<p>Recycling- und Wiederaufbereitungsanlagen gibt es bereits. An gezielt aufbereiteten Zellen f\u00fcr einen langj\u00e4hrigen Einsatz in neuen Anwendungen arbeitet das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Werkzeugmaschinen und Umformtechnik in Chemnitz. \u00bbEs macht Sinn, sich schon jetzt mit dem zweiten Leben der Batterie zu besch\u00e4ftigen. Unsere Forscher entwickeln mit\u00a0EDAG Production Solutions eine Pilotanlage, die das gezielte und weitestgehend besch\u00e4digungsfreie Zerlegen von Batterien erm\u00f6glicht, automatisiert und KI-gest\u00fctzt\u00ab, betont Projektleiter Rico Schmerler. Bis Ende Juni 2026 wird sie fertiggestellt.<\/p>\n<p>Saubermacher betreibt eine Recyclinganlage f\u00fcr Li-Ionen-Batterien in Trofaiach, Steiermark. Einen anderen Weg sieht Moritz Minarik, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer AccuPower. Er legt Wert auf die urspr\u00fcngliche Batteriearchitektur. \u00bbEine defekte Zelle kann man nicht einfach austauschen. Eine sp\u00e4tere Reparatur bei der Entwicklung zu bedenken, erleichtert das Ganze.\u00ab Bei den selbst entwickelten Natec-Batterien, industrief\u00e4higen Natrium-Ionen-Akkus, wurde das bedacht. Sie eignen sich sehr gut als Batteriespeicher f\u00fcr Bestand und Neubau, ebenso f\u00fcr Baustellen. \u00bbHinzu kommt ihre lange Lebensdauer, ihre Robustheit und Brandsicherheit\u00ab, hebt Minarik hervor. Als Herausforderung nennt er den gr\u00f6\u00dferen Platzbedarf um ein Drittel und das h\u00f6here Gewicht. \u00bbDie Batterie wird aber mit einem Hubwagen hingestellt, damit ist das Gewicht ziemlich relativ.\u00ab Mitte 2026 werden containerbasierte Industriespeicher pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/22_25_kreislaufwirtschaft4bau0426.jpg\" alt=\"22_25_kreislaufwirtschaft4bau0426.jpg\" width=\"589\" height=\"354\"\/><\/p>\n<p>Grafik:\u00a0Das Plus bei E-Autos f\u00fchrt zu einer massiven Zunahme mobiler Batteriespeicher. \u00bbFahrzeugakkus unter 80 Prozent der urspr\u00fcnglichen Kapazit\u00e4t sind f\u00fcr den Fahrbetrieb meist nicht mehr ideal, aber f\u00fcr die station\u00e4ren Anwendungen sehr gut geeignet\u00ab, betont Andreas Reinhardt, Vorsitzender des Bundesverbandes Elektromobilit\u00e4t \u00d6sterreich, BE\u00d6.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00bbSecond Life\u00ab-Anwendungsbereiche von Batterien am Bau<\/p>\n<p>&#8211; Station\u00e4re Stromspeicher<br \/>&#8211; Nachhaltige Energiequelle auf Baustellen zur autarken Stromversorgung<br \/>&#8211; Puffer f\u00fcr PV-Anlagen<br \/>&#8211; Ausgleich von Lastschwankungen bei hohem Energiebedarf und Notstroml\u00f6sungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Den Fokus auf Kreislaufwirtschaft durch Recycling von Baurestmassen zu setzen, ist zentraler Faktor nahezu jeder Baustelle. 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