{"id":153460,"date":"2026-05-12T03:56:14","date_gmt":"2026-05-12T03:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153460\/"},"modified":"2026-05-12T03:56:14","modified_gmt":"2026-05-12T03:56:14","slug":"nicht-rechtskraeftig-mordprozess-in-st-poelten-freispruch-fuer-prominenten-winzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/153460\/","title":{"rendered":"Nicht rechtskr\u00e4ftig &#8211; Mordprozess in St. P\u00f6lten: Freispruch f\u00fcr prominenten Winzer"},"content":{"rendered":"<p>Anfang April hatte in St. P\u00f6lten der viel erwartete Prozess gegen einen steirischen Winzer begonnen, der im M\u00e4rz des Vorjahres eine wohlhabende Frau aus Sichelbach (Gemeinde Kirchstetten) durch die Verabreichung einer t\u00f6dlichen Dosis des Schlafmittels Natrium-Pentobarbital get\u00f6tet haben sollte \u2013 am sechsten Prozesstag gab es nun ein Urteil: Der 58-J\u00e4hrige wurde freigesprochen.<\/p>\n<p>Schon zuvor hatte der prominente Weinbauer die Vorw\u00fcrfe stets vehement bestritten. Er betonte stets, im Rahmen der gesetzlich erlaubten Sterbehilfe gehandelt zu haben. F\u00fcr die Geschworenen war das letztlich \u00fcberzeugend: Sie erkl\u00e4rten ihn mit sieben zu einer Stimme und drei zu f\u00fcnf Stimmen f\u00fcr unschuldig. Der bereits wegen Betrugs vorbestrafte 58-J\u00e4hrige war auch wegen des versuchten Versicherungsbetrugs angeklagt. In diesem Punkt hatte sich der Angeklagte von Beginn an gest\u00e4ndig gezeigt. Die Geschworenen befanden ihn mit acht zu null Stimmen schuldig. <\/p>\n<p>Er wurde wegen des Vergehens des schweren Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, 16 Monate davon bedingt. Weil der Winzer bereits seit Sommer 2025 in Untersuchungshaft sa\u00df, ist er wieder auf freiem Fu\u00df. Die Urteile sind nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Staatsanw\u00e4ltin forderte lebenslange Haft<\/p>\n<p>Die Staatsanw\u00e4ltin hatte zuvor eine lebenslange Haftstrafe f\u00fcr den Mann gefordert: In ihrem Schlusspl\u00e4doyer hatte sie etwa betont, dass \u201eeine Gesamtschau\u201c und \u201eeine geschlossene Indizienkette\u201c die Schuld des Winzers beweise. Der 58-J\u00e4hrige habe sich \u201eabsolut unglaubw\u00fcrdig verhalten\u201c und sich auch \u201eimmer wieder selbst widersprochen\u201c. H\u00e4tte der Angeklagte vorschriftsm\u00e4\u00dfig gehandelt, \u201eg\u00e4be es einfach nur eine Version\u201c.<\/p>\n<p>Bernhard Lehofer hingegen, der den Winzer gemeinsam mit Michael Dohr verteidigte, verwies darauf, dass vier als Zeugen befragte \u00c4rzte zu Protokoll gegeben h\u00e4tten, dass die 71-J\u00e4hrige nicht mehr leben h\u00e4tte wollen. Gegenteiliges sei eine \u201eganz, ganz schwach begr\u00fcndete These der Staatsanwaltschaft\u201c. Der Jurist trat f\u00fcr einen Freispruch vom Mordvorwurf ein. Dohr wiederum sprach mehrfach von \u201eder Intimit\u00e4t des Sterbens\u201c. Keiner wisse, was zwischen der 71-J\u00e4hrigen und dem Winzer kurz vor dem Tod der Frau \u2013 die niemand anderen einweihen habe wollen &#8211; gesprochen worden sei. Der Angeklagte selbst unterstrich zum Abschluss, \u201epiet\u00e4tvoll\u201c und \u201ein bestem Wissen und Gewissen\u201c nach dem Sterbeverf\u00fcgungsgesetz gehandelt zu haben.<\/p>\n<p>Winzer war bereits seit 2022 Alleinerbe<\/p>\n<p>Im Verlauf des Verfahrens r\u00fcckten neben den Umst\u00e4nden des Todes auch pers\u00f6nliche und finanzielle Verbindungen zwischen den Beteiligten in den Fokus. So besch\u00e4ftigte sich das Gericht unter anderem mit Testamenten, Schenkungen und Verm\u00f6gensfragen. Laut Anklage sollte der Beschuldigte bereits Jahre zuvor als Erbe eingesetzt worden sein und sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden haben. Die Verteidigung wies einen m\u00f6glichen finanziellen Beweggrund entschieden zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Aufmerksamkeit erlangten im Ermittlungsverfahren Aufnahmen eines Pflegers der Frau, die Gespr\u00e4che zwischen dem Angeklagten und der Verstorbenen dokumentieren sollen. Ausschlaggebend waren diese Dinge letztlich nicht. Die Verteidigung des Mannes h\u00e4lt sich noch offen, gegen die verh\u00e4ngte Strafe wegen des Versicherungsbetrugs Rechtsmittel einzulegen.<\/p>\n<p>                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img-JNllSZyk81pkJs19.jpeg\" alt=\"Mordprozess in St. P\u00f6lten: Winzer bestreitet Vorw\u00fcrfe weiterhin\"\/><\/p>\n<p>    Mord oder Sterbehilfe?<\/p>\n<p>                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img-zcrikGvAawx11OJs.jpeg\" alt=\"Mutma\u00dflicher Mord an B\u00f6heimkirchnerin: Winzer weist Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck\"\/><\/p>\n<p>    Ermittlungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anfang April hatte in St. P\u00f6lten der viel erwartete Prozess gegen einen steirischen Winzer begonnen, der im M\u00e4rz&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":153461,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[617,646,49640,8052,7057,40,41,622,198,39,27374,38,44905],"class_list":{"0":"post-153460","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-justiz","9":"tag-free","10":"tag-geschworenenprozess","11":"tag-landesgericht-st-poelten","12":"tag-mordverdacht","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-niederoesterreich","16":"tag-prozess","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-sterbehilfe","19":"tag-top-meldungen","20":"tag-winzer"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116559595620699727","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153460","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=153460"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/153460\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/153461"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=153460"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=153460"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=153460"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}