{"id":154809,"date":"2026-05-12T19:05:10","date_gmt":"2026-05-12T19:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/154809\/"},"modified":"2026-05-12T19:05:10","modified_gmt":"2026-05-12T19:05:10","slug":"wissenschaftsfreiheit-weltweit-rueckgang-in-usa-und-europa-wissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/154809\/","title":{"rendered":"Wissenschaftsfreiheit weltweit: R\u00fcckgang in USA und Europa &#8211; Wissen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Weltweit ger\u00e4t die Freiheit der Wissenschaft unter Druck. In den vergangenen zehn Jahren hat diese in 50 L\u00e4ndern abgenommen, w\u00e4hrend nur neun L\u00e4nder Verbesserungen verzeichnen konnten. <a href=\"https:\/\/academic-freedom-index.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Das zeigt der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Academic Freedom Index (AFI)<\/a>, den Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Erlangen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Erlangen<\/a>-N\u00fcrnberg gemeinsam mit dem schwedischen V-Dem Institut j\u00e4hrlich ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr den Index bewerten mehr als 2000 Wissenschaftler weltweit, wie es um die Freiheit von Forschung und Lehre in ihren L\u00e4ndern bestellt ist, wie ungehindert akademischer Austausch m\u00f6glich ist und wie autonom Hochschulen agieren k\u00f6nnen. Besonders stark ist der Grad der akademischen Freiheit laut dem Report in den <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> zur\u00fcckgegangen. In keinem anderen Land wurde die institutionelle Autonomie von Forschungseinrichtungen in so kurzer Zeit so stark beschnitten wie in den Vereinigten Staaten unter der Regierung von <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Donald_Trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der AFI erfasst mehrere Dimensionen der Wissenschaftsfreiheit. Zum einen die Freiheit in Forschung und Lehre, also inwieweit akademisches Personal forschen und lehren kann, ohne auf politische oder andere nicht-akademische Hindernisse zu sto\u00dfen. Zudem quantifiziert der Index, wie ungehindert sich Forscher untereinander austauschen und wie frei sie sich zu kontroversen Themen \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. Au\u00dferdem misst der Index die Integrit\u00e4t des Campus, inwiefern sich politisch motivierte Akteure vor Ort einmischen und etwa die Sicherheit gef\u00e4hrden k\u00f6nnen. Und schlie\u00dflich quantifiziert der AFI die institutionelle Autonomie, also den Grad der Selbstverwaltung einer Hochschule in Bezug auf Forschung, Verwaltung und Standards. Auf diese Dimension der Wissenschaftsfreiheit fokussiert sich der aktuelle AFI-Report besonders.<\/p>\n<p>Wo die Freiheit schwindet<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Auswertung beruht auf den Daten von 2357 Experten, die ihre Einsch\u00e4tzung in standardisierten Frageb\u00f6gen abgegeben haben. Der Datensatz deckt 179 L\u00e4nder ab und ist frei zug\u00e4nglich. Die Ergebnisse beruhen auf Einsch\u00e4tzungen der Experten, nicht aber auf direkten Messungen, worauf die Autoren im AFI-Report auch hinweisen. Dennoch gilt der Index als das beste Instrument seiner Art. Die Methodik liefert das V-Dem Institut der Universit\u00e4t G\u00f6teborg, <a href=\"https:\/\/www.v-dem.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">das eines der weltweit gr\u00f6\u00dften Demokratieforschungsprojekte beherbergt.<\/a><\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Grad der Wissenschaftsfreiheit hat sich laut dem AFI-Report zwischen 2015 und 2025 in lediglich neun L\u00e4ndern verbessert. Dies sind <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Bahrain\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bahrain<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Laos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laos<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Malediven\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Malediven<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Usbekistan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Usbekistan<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Panama\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Panama<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Demokratische_Republik_Kongo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokratische Republik Kongo<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Gambia\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gambia<\/a> sowie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Montenegro\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Montenegro<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Nordmazedonien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nordmazedonien<\/a>. Das bedeutet aber nicht, dass es in diesen L\u00e4ndern bestens um die Wissenschaftsfreiheit bestellt ist. Usbekistan, Bahrain und Laos geh\u00f6ren zum unteren Drittel des Index. Gambia, Montenegro und Panama z\u00e4hlen hingegen zu den oberen zehn bis 20 Prozent der untersuchten L\u00e4nder.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/spamfilter-publikationen-krebs-li.3383220\" aria-label=\"Artikelverlinkung:\" data-track-szde=\"{&quot;event&quot;:&quot;teaser_clicked&quot;,&quot;teaser_clicked&quot;:{&quot;article_title&quot;:&quot;ein_spamfilter_fuer_die_forschung&quot;,&quot;doctype&quot;:&quot;&quot;,&quot;label&quot;:&quot;&quot;,&quot;main_topic&quot;:&quot;wissenschafts_und_forschungspolitik&quot;,&quot;object_id&quot;:&quot;li.3383220&quot;,&quot;pcat&quot;:&quot;metered&quot;,&quot;section&quot;:&quot;wissen&quot;,&quot;teaser_type&quot;:&quot;article_teaser_top&quot;}}\" data-manual=\"teaser-url\" data-tb-link=\"\" aria-labelledby=\"teaser-httpswwwsueddeutschedewissenspamfilter-publikationen-krebs-li3383220\" class=\"css-14tg8sh\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/8e416018-1206-4c9d-bf25-471670e05fee.jpg\"   alt=\"\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/><\/p>\n<p>Wissenschaftspraxis<\/p>\n<p>:Ein Spamfilter f\u00fcr die Forschung<\/p>\n<p class=\"css-a6ecqs\" data-manual=\"teaser-text\" data-tb-description=\"\" data-schema-org-speakable=\"true\">Jedes Jahr werden Tausende gef\u00e4lschte Studien in Fachjournalen publiziert. Forscher haben nun ein KI-System entwickelt, das solche Paper-Mill-Arbeiten entlarven soll.\u00a0 Taugt es f\u00fcr die Praxis?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Report stellt fest, dass sich die Wissenschaftsfreiheit zwischen 2015 und 2025 in vielen liberalen Demokratien verschlechtert hat, zum Beispiel in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Polen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polen<\/a>, \u00d6sterreich, <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Portugal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Portugal<\/a>, den Niederlanden, der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Slowakei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Slowakei<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Schweiz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweiz<\/a>. Die Autoren sprechen hier wie auch im Fall von L\u00e4ndern wie <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ungarn\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ungarn<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/T%C3%BCrkei\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Indien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Indien<\/a>, in denen die Demokratie insgesamt unter Druck geraten ist, von einem \u201eschleichenden Niedergang\u201c. In den USA hingegen habe 2020 ein pl\u00f6tzlicher und steiler Abstieg vor allem in der institutionellen Autonomie akademischer Einrichtungen eingesetzt. Dieser habe sich 2025 mit der zweiten Regierung Trump noch einmal drastisch versch\u00e4rft und sich durch massive politische Eingriffe auf Bundes- und Staatenebene ge\u00e4u\u00dfert, etwa durch die K\u00fcrzung von Forschungsgeldern oder dadurch, dass deren Auszahlung an politische Bedingungen gekn\u00fcpft war.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Deutschland\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> stellen die Autoren einen signifikanten R\u00fcckgang der Wissenschaftsfreiheit in den Jahren von 2015 bis 2025 fest. Jedoch schr\u00e4nken sie ein, dass dieser \u201enicht in einer substanziell bedeutsamen Weise\u201c erfolgt sei. Der AFI betont explizit, dass die Forschungsfreiheit in Deutschland einen starken verfassungsrechtlichen Schutz genie\u00dfe. So z\u00e4hlt die Bundesrepublik auch zu den Staaten, in denen es weltweit um die Freiheit der Forschung nach wie vor am besten bestellt ist.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Wer dagegen sucht, wo die Wissenschaft am freiesten ist, landet in \u00fcberraschenden Regionen der Welt: der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Karibik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karibik<\/a> und dem Pazifik. Basierend auf den Metriken des AFI sind die drei L\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Wissenschaftsfreiheit die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Dominikanische_Republik\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dominikanische Republik<\/a>, gefolgt von Barbados und Vanuatu. Wobei die Autoren darauf hinweisen, dass diese Rangliste mit einiger statistischer Unsicherheit behaftet sei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Weltweit ger\u00e4t die Freiheit der Wissenschaft unter Druck. 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