{"id":15505,"date":"2026-02-27T00:11:30","date_gmt":"2026-02-27T00:11:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/15505\/"},"modified":"2026-02-27T00:11:30","modified_gmt":"2026-02-27T00:11:30","slug":"strabag-ausstellung-kunst-im-erweiterten-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/15505\/","title":{"rendered":"Strabag-Ausstellung: Kunst im erweiterten Raum"},"content":{"rendered":"<p>Herr Haselsteiner, erstmals pr\u00e4sentieren Sie die Kunst der Strabag Art Collection au\u00dferhalb Ihrer eigenen R\u00e4umlichkeiten. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem K\u00fcnstlerhaus? <br \/>Sebastian Haselsteiner: Durch einen sp\u00e4ten Lernmoment in meinem Leben. Ich wusste, dass viele Menschen in Wien nicht gerne nach Transdanubien \u2013 also \u00fcber die Donau \u2013 fahren und habe mit Beginn meiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Strabag Kunstforum, wie Strabag Art damals noch hie\u00df, intensiv dar\u00fcber nachgedacht, wie wir trotzdem unsere Besucherzahlen steigern k\u00f6nnen, ohne woanders auszustellen und dadurch unseren Standort zu schw\u00e4chen. Als wir dann aber 2024 erstmals auf der Parallel (Kunstmesse, Anm. d. Red.) auf der Baumgartner H\u00f6he einen Stand hatten, wurde mir dort so oft gesagt, wie gro\u00dfartig es w\u00e4re, dass das Strabag Kunstforum den Sprung \u00fcber die Donau geschafft hat. Das wurde zum Schl\u00fcsselerlebnis: scheinbar f\u00e4llt der Sprung \u00fcber die Donau, der mit der U1 vom Zentrum nur eine Viertelstunde dauert, vielen schwerer als eine rund einst\u00fcndige Fahrt in den 14. Bezirk. Mir wurde klar, dass ich diesen Sprung in die Innenstadt zuerst einmal selbst machen muss, um den Menschen vor Augen zu f\u00fchren, was wir in der Donau City f\u00fcr die zeitgen\u00f6ssische Kunst tats\u00e4chlich leisten und wie sehr sich ein Besuch lohnen kann \u2026 um sie \u201eabzuholen\u201c und ihnen Strabag Art und unsere Strabag Art Collection n\u00e4her zu bringen. Mit dem K\u00fcnstlerhaus im Zentrum von Wien habe ich daf\u00fcr den perfekten Ort mit idealen R\u00e4umlichkeiten und in G\u00fcnther Oberhollenzer einen kongenialen Partner in der kuratorischen Ausarbeitung dieser gro\u00dfen Sammlungsschau gefunden. <\/p>\n<p>\u201eDie Arbeiten fordern unsere Wahrnehmung heraus, wollen nicht nur betrachtet, sondern auch \u201aergangen\u2018 werden.\u201c<\/p>\n<p>G\u00fcnther Oberhollenzer<\/p>\n<p>Herr Oberhollenzer, der Titel der Ausstellung lautet \u201eIm erweiterten Raum\u201c. Wie darf man das verstehen? <br \/>G\u00fcnther Oberhollenzer: Die Ausstellung feiert die Malerei und Zeichnung und l\u00e4sst einmal mehr erkennen, dass diese traditionellen Ausdrucksmittel der zeitgen\u00f6ssischen Kunst in unserer multimedialen Gegenwart nichts an Strahlkraft und Ausdrucksst\u00e4rke verloren haben. So verlassen diese h\u00e4ufig die Fl\u00e4che des Blattes oder der Leinwand, dehnen sich in den Raum aus, treten in Kommunikation mit Architektur und K\u00f6rper, werden begehbar, erfahrbar. Das Werk erh\u00e4lt einen objekthaften Charakter, l\u00f6st sich von der Fl\u00e4che und begegnet der Skulptur auf Augenh\u00f6he \u2013 als Installation, als textile Struktur, als k\u00f6rperlich greifbares Geflecht von Farbe, Material und Form. Daneben fordern die Arbeiten unsere Wahrnehmung heraus, wollen nicht nur betrachtet, sondern auch \u201eergangen\u201c werden. In dieser Ausweitung des klassischen Bildtr\u00e4gers erfinden sich die traditionellen Bildmedien also immer wieder neu. <\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"929\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/260905-06_-SCHMITTEN-929x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23008\"  \/>\u201ePulmo\u201c von Natascha Schmitten, 2023 \u00a9 Rudi Froese<\/p>\n<p>Wie haben Sie die zehn K\u00fcnstler ausgew\u00e4hlt, deren Werke pr\u00e4sentiert werden?<br \/>Haselsteiner: Im Fokus der Ausstellung stehen Kunstwerke, die auf sehr unterschiedliche Art und Weise die Grenzen der Malerei und der Zeichnung ausloten. Die Auswahl war herausfordernd, da es eine gro\u00dfe Anzahl passender K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler in der Sammlung gibt. Wir haben uns entschieden, in den Hauptr\u00e4umen \u201enur\u201c zehn auszuw\u00e4hlen, daf\u00fcr aber jeweils einen vertiefenden Einblick in deren Schaffen zu gew\u00e4hren. <br \/>Oberhollenzer: Die vielf\u00e4ltigen, bisweilen auch raumgreifenden und eigens f\u00fcr die Schau entstandenen Arbeiten \u00fcberzeugen durch formale wie auch inhaltliche K\u00f6nnerschaft. Alle zehn \u00f6sterreichischen und internationalen Positionen sind Preistr\u00e4ger des Strabag Art Award. Im Dialog zur Hauptausstellung wird in den R\u00e4umlichkeiten der Factory in dichter H\u00e4ngung ein vertiefender Einblick in die Entwicklung des Strabag Art Award gew\u00e4hrt. Kunstwerke von insgesamt 34 nationalen und internationalen Malern und Zeichnern aus der Sammlung sind zusammengefasst in vier assoziative Kapitel \u2013 \u201eFiguration\u201c, \u201eZwischen Figur und Abstrakt\u201c, \u201eAbstraktion\u201c (in der Malerei) sowie \u201eZeichnung\u201c \u2013 zu sehen. <\/p>\n<p>\u201eUntersuchungen belegen, dass beim Betrachten von Kunst Hirnareale aktiviert werden, die mit Belohnung, Empathie und Selbstreflexion verkn\u00fcpft sind.\u201c<\/p>\n<p>Sebastian Haselsteiner<\/p>\n<p>Ist Kunst zu wenig pr\u00e4sent in unserem Alltag bzw. f\u00fcr viele Menschen gar nicht relevant? <br \/>Haselsteiner: Ja, absolut! So zeigen z.\u2009B. zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass die Betrachtung von Kunst positive Effekte auf Wohlbefinden und Gesundheit hat. Forschungen \u2013 etwa von Einrichtungen wie dem University College London \u2013 weisen darauf hin, dass bereits kurze Museumsbesuche Stress reduzieren, die Aussch\u00fcttung von Gl\u00fcckshormonen f\u00f6rdern und das Gef\u00fchl von Sinn und Verbundenheit st\u00e4rken k\u00f6nnen. Auch neuro\u00e4sthetische Untersuchungen belegen, dass beim Betrachten von Kunst Hirnareale aktiviert werden, die mit Belohnung, Empathie und Selbstreflexion verkn\u00fcpft sind. Kunstbetrachtung wirkt somit nicht nur emotional bereichernd, sondern kann auch messbar zur psychischen Stabilisierung und kognitiven Anregung beitragen. Es geht sogar so weit, dass festgestellt wurde, dass bei Menschen in Schmerztherapien durch Kunst die Menge der ben\u00f6tigten Schmerzmittel merklich reduziert werden konnte. Es ist daher f\u00fcr mich auch kein Zufall, dass es seit dem heurigen Jahr sogar Museumstickets \u201eauf Rezept\u201c in \u00d6sterreich gibt. <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/260905-08-TALLOVA-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-23009\"  \/>\u201eA room with a view\u201c von Lucia Tallov\u00e1, 2025 \u00a9 Adam \u0160akov\u00fd<\/p>\n<p>Was m\u00f6chten Sie bei den Besuchern der Ausstellung erreichen? Wie soll die Ausstellung weiterwirken? <br \/>Oberhollenzer: Man muss die Kunstwerke sehen, erleben, sich ihnen aussetzen. Das gelingt nur im analogen (Ausstellungs-)Raum. Dann kann man in unmittelbaren Dialog mit ihnen treten, sie gehend erkunden, von der Ferne und aus der N\u00e4he betrachten, in sie eintauchen. Farbe, Format und Material wirken unmittelbar auf K\u00f6rper und Emotion, regen Fantasie und Reflexion an und k\u00f6nnen inspirierende Denkprozesse ausl\u00f6sen. Neben dem sinnlichen Erleben werden von den K\u00fcnstlern auch immer wieder gesellschaftliche und soziale Fragen reflektiert und die Betrachter zum Nachdenken animiert. \u201eIm erweiterten Raum\u201c er\u00f6ffnet ihnen damit neue Blickwinkel auf ihre eigene Wahrnehmung, nehmen nicht nur sinnlich-\u00e4sthetische Eindr\u00fccke mit, sondern auch neue Perspektiven, gest\u00e4rkte Neugier und die Erfahrung, dass Kunst R\u00e4ume f\u00fcr Dialog, Offenheit und pers\u00f6nliches Erleben schaffen kann. <br \/>Haselsteiner: Und nat\u00fcrlich w\u00fcrden wir uns die nachhaltige Wirkung w\u00fcnschen, dass mehr Menschen den verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzen Weg in die Strabag Art Site in der Donau City Stra\u00dfe 9 auf sich nehmen, um eine unserer j\u00e4hrlich sechs Ausstellungen zu besuchen! <\/p>\n<p>\u201eKunst im Arbeitsalltag setzt Impulse, regt zum Austausch an und spiegelt Innovationsbereitschaft sowie kulturelles Engagement wider.\u201c<\/p>\n<p>Sebastian Haselsteiner<\/p>\n<p>Dort ist auch der Hauptsitz der Strabag \u2013 wie passen die Gesch\u00e4ftsfelder eines Bauunternehmers und Kunstsammlers\/-kurators zusammen? <br \/>Haselsteiner: Ein Bauunternehmen sammelt zeitgen\u00f6ssische Kunst, um seine Arbeitspl\u00e4tze attraktiver zu gestalten und ein Umfeld zu schaffen, das Toleranz und Kommunikation f\u00f6rdert. Kunst im Arbeitsalltag setzt Impulse, regt zum Austausch an und spiegelt Innovationsbereitschaft sowie kulturelles Engagement wider. Sie bedeutet f\u00fcr uns auch ein kleines, aber sehr wichtiges Mosaikteilchen im st\u00e4ndigen Wettbewerb um die besten K\u00f6pfe, sie st\u00e4rkt die Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen, unterst\u00fctzt eine inspirierende Atmosph\u00e4re und macht den Arbeitsort zugleich f\u00fcr Kunden und Partner zu einem Ort der Begegnung und des kreativen Denkens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Haselsteiner, erstmals pr\u00e4sentieren Sie die Kunst der Strabag Art Collection au\u00dferhalb Ihrer eigenen R\u00e4umlichkeiten. 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