{"id":157568,"date":"2026-05-14T07:32:09","date_gmt":"2026-05-14T07:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/157568\/"},"modified":"2026-05-14T07:32:09","modified_gmt":"2026-05-14T07:32:09","slug":"internationaler-museumstag-land-tirol-setzt-zeichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/157568\/","title":{"rendered":"Internationaler Museumstag: Land Tirol setzt Zeichen"},"content":{"rendered":"<p itemprop=\"description\" role=\"doc-subtitle\" class=\"large-text\">\n                        Ausstellung \u201eLeokadia Justman. Brechen wir aus!\u201c als Schwerpunkt in der Erinnerungspolitik des Landes Tirol\n                    <\/p>\n<p>LH Mattle: \u201eWer heute den Nationalsozialismus verherrlicht, attackiert unsere demokratischen Grundwerte\u201cErstmals in \u00d6sterreich: Gespr\u00e4ch mit Holocaust-Zeitzeugin Rozette Kats am 20. Mai im LandhausBuchpr\u00e4sentation \u201eMich kriegt ihr nicht!\u201c zur \u00dcberlebensgeschichte von J\u00f3zef Wi\u015bnicki am 28. MaiProgramm und Veranstaltungskalender zu \u201eTirol erinnert\u201c unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tirol.gv.at\/kunst-kultur\/tirol-erinnert\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">tirol.gv.at\/erinnern<\/a><\/p>\n<p>Am Internationalen Tag des Museums am 17. Mai macht das Land Tirol erneut auf die Sonderausstellung \u201eLeokadia Justman. Brechen wir aus!\u201c und ihr umfangreiches Begleitprogramm aufmerksam. Die Ausstellung im Landhaus Innsbruck erz\u00e4hlt die Geschichte von Leokadia Justman und ihrer Flucht in Tirol. N\u00e4chste Veranstaltungspunkte sind ein Zeitzeuginnengespr\u00e4ch am 20. Mai mit der Holocaust-\u00dcberlebenden Rozette Kats, die das erste Mal in \u00d6sterreich sprechen wird, und die Pr\u00e4sentation des Buches \u201eMich kriegt ihr nicht!\u201c von J\u00f3zef Wi\u015bnicki \u2013 Ehemann von Leokadia Justman \u2013 am 28. Mai.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Tendenzen spricht Kulturreferent LH Anton Mattle von einem klaren gesellschaftspolitischen Auftrag: \u201eWer heute den Nationalsozialismus verherrlicht, attackiert unsere demokratischen Grundwerte. Umso wichtiger ist es, dass wir mit der Ausstellung zu Leokadia Justman viele Menschen mit der Vergangenheit in Ber\u00fchrung bringen. Leokadias Geschichte zeigt eindr\u00fccklich, wozu Hass, Ausgrenzung und Menschenverachtung f\u00fchren\u201c, erkl\u00e4rt der Landeshauptmann und betont die Bedeutung von Museen als Orte der demokratischen Auseinandersetzung: \u201eGerade in Zeiten, in denen Extremismus lauter wird, braucht es R\u00e4ume, die Geschichte sichtbar machen und Menschen zum Nachdenken bewegen. Erinnerungskultur ist kein Blick zur\u00fcck aus Pflichtgef\u00fchl \u2013 sie ist unser gegenw\u00e4rtiger Auftrag. Auch mit Theatervorf\u00fchrungen, Konzerten und Zeitzeugengespr\u00e4chen wollen wir f\u00fcr die Vergangenheit sensibilisieren.\u201c<\/p>\n<p>Historische Spurensuche: \u00dcberlebensgeschichte in neuer Buchform\u00a0<\/p>\n<p>J\u00f3zef Wi\u015bnicki sprang aus dem fahrenden Zug nach Treblinka \u2013 und entrann so dem sicheren Tod. Im April 1943 gelangte er mit gef\u00e4lschten Papieren, getarnt als polnischer Christ, nach Vorarlberg. Nachdem die Gestapo auf ihn aufmerksam wurde, kam Wi\u015bnicki ins KZ Reichenau \u2013 dort wurde er im Mai 1945 schlie\u00dflich befreit. In den Wirren der Nachkriegszeit verliebte er sich in Leokadia Justman und feierte mit ihr die erste j\u00fcdische Hochzeit in Innsbruck nach Kriegsende.<\/p>\n<p>Am 28. Mai folgt die Buchpr\u00e4sentation seines \u00dcberlebensberichts \u201eMich kriegt ihr nicht!\u201c im Landhaus (Beginn um 19 Uhr). J\u00f3zef Wi\u015bnickis 1997 in New York verfasste Erinnerungen erscheinen nun erstmals in deutscher \u00dcbersetzung und mit historischen Anmerkungen. Der Abend mit den Kuratoren Niko Hofinger und Dominik Markl beleuchtet nicht nur seine individuelle Flucht, sondern auch Tirols Rolle in der NS-Zeit \u2013 und kn\u00fcpft direkt an die Geschichte von Leokadia an. Anmeldungen sind bis 26. Mai unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tirol.gv.at\/Michkriegtihrnicht\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">tirol.gv.at\/Michkriegtihrnicht<\/a> erforderlich.<\/p>\n<p>Ausstellung zu Leokadia Justman: Von Montag bis Freitag besuchen<\/p>\n<p>Die Ausstellung zu Leokadia Justman erg\u00e4nzt die Rahmenausstellung \u201eVom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte\u201c im Innsbrucker Landhaus und zeigt historische Dokumente, Interviews mit Nachkommen sowie ein detailgetreues Modell des damaligen Innsbrucker Polizeigef\u00e4ngnisses. Den k\u00fcnstlerischen Rahmen bilden zw\u00f6lf Ausschnitte aus der Graphic Novel \u201eLodzia &amp; Marysia\u201c von Alwin Hecher\u00a0in den Ausstellungsr\u00e4umen. Der junge Tiroler Illustrator zeichnet in seinem Comicroman die wichtigsten Stationen von Leokadias Flucht nach und gibt ihrer Geschichte eine ganz eigene Bildsprache. Im angrenzenden Festsaal \u2013 fr\u00fcherer Sitzungssaal der NS-Gauleitung \u2013 ist eine Installation von Gedichten zu sehen, die Leokadia ab 1944 unter anderem im Polizeigef\u00e4ngnis in Innsbruck verfasst hat. Zwei Innsbrucker Historiker haben die 15 Gedichte in Archiven in New York und Washington D.C. entdeckt \u2013 heuer wurden sie erstmals einer breiten \u00d6ffentlichkeit vorgestellt.\u00a0<\/p>\n<p>Sonderausstellung \u201eLeokadia Justman. Brechen wir aus!\u201c<\/p>\n<p>Die Ausstellung \u201eLeokadia Justman. Brechen wir aus! Als polnische J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol\u201c erg\u00e4nzt als Sonderpr\u00e4sentation die Rahmenausstellung \u201eVom Gauhaus zum Landhaus. Ein Tiroler NS-Bau und seine Geschichte\u201c und ist von Montag bis Freitag (9 bis 17 Uhr) im Landhaus 1 zu sehen. Die selbstverfassten Gedichte von Leokadia Justman k\u00f6nnen jeweils freitags (12 bis 17 Uhr) ebenfalls im Landhaus 1 (Festsaal) besichtigt werden (Ausnahmen: 20. Februar, 6. M\u00e4rz, 10. April, 19. Juni, 26. Juni, 18. September, 13. November, 20. November 2026).\u00a0<\/p>\n<p>Das Projekt ist eine Kooperation des Landes Tirol mit der Universit\u00e4t Innsbruck und dem Stadtarchiv\/Stadtmuseum Innsbruck, der P\u00e4dagogischen Hochschule Tirol, dem Archiv f\u00fcr Bau.Kunst.Geschichte, dem Programm ERINNERN:AT des OeAD (\u00d6sterreichs Agentur f\u00fcr Bildung und Internationalisierung) zum Lehren und Lernen \u00fcber Nationalsozialismus und Holocaust sowie dem Verein Wissenschaft und Verantwortlichkeit. Alle Veranstaltungen zum Thema \u201eTirol erinnert\u201c sind unter\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tirol.gv.at\/kunst-kultur\/tirol-erinnert\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">tirol.gv.at\/erinnern<\/a> zu finden \u2013 dort steht auch der virtuelle 360\u00b0-Rundgang der Ausstellung \u201eVom Gauhaus zum Landhaus\u201c zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausstellung \u201eLeokadia Justman. 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